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Schwierige familiäre Situation

29. Januar um 11:11

Hallo beisammen,

vielleicht brauche ich einfach mal die Sicht von komplett Außenstehenden...

Eine wirkliche Familie - den Zusammenhalt, den man sich im Allgemeinen vorstellt - das gab es bei uns noch nie. Und jetzt, da meine Oma gestorben ist, noch weniger. Ich war schon immer irgendwie auf der Flucht, rebellisch und zugegebenermaßen nicht gerade ein angenehmer Teenager. Dazu muss ich hinzufügen: Ich kann mich nicht daran erinnern, auch nur ein einziges Mal von meiner Mutter in den Arm genommen worden zu sein oder gesagt bekommen zu haben, dass sie mich liebt. Vielleicht hinterlässt sowas doch Spuren.

Als ich zehn war wurde meine Schwester geboren. Ihr Vater ist mein Stiefvater, der mir immer irgendwie fremd war...und ist. Meine Kindheit empfinde ich rückblickend als sehr grau, mit wenigen schönen Momenten (die gab es nur bei meiner Oma), dafür viel Unsicherheit, keinen Rückhalt, keine Wärme, nur viel Traurigkeit und ständige Albträume. Ok...ich muss jetzt stark zusammenfassen, sonst wird das hier viel zu lang:

Nach dem Abi bin ich ins Ausland abgehauen, bin dort fast acht Jahre geblieben, habe viel mitgemacht, um dann nach Deutschlang zurückzukommen (mit Job!). Nach fünf Jahren hier, bin ich dann erneut ins Ausland, habe eine Beziehung in den Sand gesetzt und bin mit Kind wieder nach Deutschland gekommen, wo ich immer noch bin. Sobald mein Kind damals in die Krippe konnte, bin ich wieder arbeiten gegangen. Mir ging es extrem mies nach der Trennung (ja, die ich zu verschulden hatte) und ich suchte einfach nach Halt, Unterstützung....dieser bedingungslosen Liebe, die man seinen Kindern entgegenbringt. Einfach nur, damit mein Inneres heilen und ich mir selbst verzeihen kann. Aus Gründen, die ich mir schon teilweise zusammenreimen kann, werde ich allerdings immer als kalt, trotzig, "die Königin" dargestellt und - egal, was ich mache und sage - ich habe mir mein Bett gemacht und muss nun darin liegen. Das ist auch völlig ok und ich löffle meine Suppe auch immer selbst aus. Erzähle sehr wenig von mir, meinen Sorgen, Nöten, Ängsten. Dafür werde ich wiederum als verschlossen und erneut kalt, hochnäsig dargestellt. Erzähle ich jedoch, was mich bewegt, wird dies nicht vertraulich behandelt...und manche Dinge sollten vertraulich behandelt werden ohne, dass man dies sagen muss. Oder nicht? Mein Lebensgefährte bekommt z.B. bei jeder Gelegenheit gesagt, dass meine Familie es nicht versteht, wie er es mit mir aushält. Das schmerzt mich.Immer, wenn ich nicht anwesend bin, bekomme ich mein Fett ab. Sogar den Eltern meines Freundes wurde dies bereits gesagt...während einer Feier, die ich organisiert hatte. Selbst wenn ich all diese Dinge bin, muss die eigene Familie dies anderen unterbreiten? Und warum?

Meine Schwester lebt auch im Ausland, ist nur ein paar Mal im Jahr zu Besuch. Leider kommt es regelmäßig zu heftigen Streitereien, die wirklich böse enden. Ich arbeite in Vollzeit und meine Mutter hilft bei Engpässen mit meinem Sohn aus (in meinem Job ist es notwendig, auch mal abends verfügbar zu sein). Ich muss aber eben auch arbeiten, wenn sie zu Besuch ist und mein Leben muss irgendwie weitergehen. Ich möchte damit sagen, das s ich auch manchmal Unterstützung mit der Betreuung brauche, wenn meine Schwester zu Besuch ist...da kann ja auch jeder zu mir oder wohin auch immer. Ich brauche nur jemanden für meinen Sohn (ach ja, mein Lebensgefährte ist unter der Woche in einer anderen Stadt). Auch hat mein Sohn das unbändige Bedürnis, jede freie Minute mit seinem Cousin und den Cousinen zu verbringen. Ich war irgendwie davon ausgegangen, dass dies normal sei und auch auf Gegenseitigkeit beruhe. Leider verabredet sich mein Neffe aber lieber mit dem besten Freund meines Sohnes - vorgeschlagen von meiner Schester - was meinen Sohn schon arg verletzt. Schalte ich mich jedoch ein, werde ich ausgelacht...denn die "Königin" bekommt halt nicht immer, was sie will. Dabei geht es mir doch überhaupt nicht um mich. Mich beschämt das alles enorm und natürlich stelle ich mir immer wieder die Frage, was mein Anteil hieran ist. Sachlichkeit bringt mich nicht voran, denn eine Diskukssionskultur gibt es bei uns nicht. Im letzten schlimmen Telefonat - in dem ich lediglich darum bitten wollte, meinen Sohn bei Diskussionen über mich nicht zu involvieren und darauf zu achten, dass er nicht mithört - wurde ich überbrüllt (von meiner Schwester) und konnte meine Sichtweise überhaupt nicht anbringen. Aber wenn man doch die Sicht des anderen nicht kennt, wie kann man dann vernünftig reden? Wenn mir zudem damit gedroht wird, dass ich fertig gemacht werde und meine Schwester mir gerne erneut eine reinschlagen könne (ja, ist leider auch schon passiert, wie peinlich) - wo soll ich dann noch ansetzen? Es gibt immer zwei Seiten, zu jeder Geschichte. Und ich bin absolut nicht unschuldig. Doch wie kann ich solche Situationen bewältigen, wenn mir nicht einmal die Chance gegeben wird, etwas zu sagen? Und ja, ich wollte dann meine Mutter auch mal fragen, ob sie es gut findet, was meine Schwester zu mir sagt...aber leider hat sie das alles nicht gehört. Die Nachbarn aber schon. Beim nächsten Besuch meiner Schwester ist mein Sohn nicht willkommen - ich erst recht nicht. Ich weiß gar nicht, wie ich ihm dies erklären soll.

Nun ist meine Schwester wieder abgereist. Mit mir wird nicht gesprochen...nicht mal meine Tante spricht mit mir...und ich traue mich nicht einmal nachzufragen. Von meinem Sohn halte ich natürlich alles fern (die Geschichte ist ja noch viel ausführlicher) und ich bin schlaf- und ratlos.

Ich sehe aktuell nur den Weg, die Bande zu kappen, meinem Sohn jedoch immer zu ermöglichen, seine Familie zu sehen, besuchen, etc. Ich werde ihm auch nichts zu den schrechlichen Vorfällen sagen und mir eine sanfte Version ausdenken, warum er im kommenden Sommer seinen Cousin nicht sehen wird. Den Rest schlucke ich runter...soweit das geht. Wenn es geht. Denn machmal denke ich zu ersticken...

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