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Schwiegermutter ist egozentrisch und intrigant

16. Juli 2017 um 23:48

Objektive Meinungen ernsthaft erbeten!

Meine quasi-Schwiegerfamilie ist für mein Verständnis recht paradox.
Beide Elternteile haben Doktortitel, noch zu DDR-Zeiten erworben, verhalten sich aber sehr unlogisch, chaotisch und teilweise... dumm. Zudem sind die Eltern auf einem Alternative Heilmethoden-Trip, versuchen alle anderen in ihrer Umgebung von extrem teuren und vollkommen überdosierten Nahrungsergänzungsmitteln zu überzeugen. Notfalls mit Victim Shaming (Du bist doch selbst schuld daran / so hoch kann der Leidensdruck ja nicht sein, wenn du monatlich nicht 300 Euro für die Vitaminpillen ausgeben willst, die wir dir angeraten haben) Dabei verbreiten die beiden nicht nur gefährliches Halbwissen, sondern schlichtweg angstschürende Verkaufsstrategien - denn sie verdienen daran, wenn sie die Pillen verticken.

Selbst landen sie mehrmals jährlich im Krankenhaus - aber die Vitaminpillen halten alle Kankheiten fern und sind sowieso die Lösung für Alles!

Der Bruder meines Partners wohnt mit 30+ Jahren noch im Haus der Eltern und hat keine Freunde, befindet sich in der zigsten Ausbildung. Sie kritisieren das. Er müsse ja mal selbstständig werden und ausziehen. Gleichzeitig arbeiten sie stark daran, dass er bei ihnen bleibt, übernehmen viele Kosten für ihn und nutzen ihn als Fahrer für sich selbst und als Versorger der Haustiere aus(die zahlreichen Tiere sind im Übrigen sehr vernachlässigt). Es schwankt beständig von "zieh doch mal aus" zu "was würden wir nur ohne dich machen" und zurück. Teilweise im Abstand weniger Sekunden. Die Mutter geht sogar soweit, ihn fertigzumachen, weil er keine Freundin hat. Ruft aber eine weibliche Person an, betitelt sie sie am Telefon als Schlampe oder Tussi, während sie das Telefon weiterreicht. ("Eine deiner Schlampen ist am Telefon")

Mein Partner wohnt seit dem Abitur nicht mehr im Elternhaus. Seine ehemalige Partnerin hat den Kontakt zu seinen Eltern sehr schnell abgewürgt und auch mein Partner hat für eine längere Zeit den Kontakt gemieden, weil er wiederholt von seinen Eltern fertiggemacht wurde.

Mit mir sollte es dann eine Art Neustart geben. Ich habe mehrere hundert Kilometer Fahrt auf mich genommen - und wurde sofort in die Familie "aufgenommen". Nur, dass ich keinen Satz beenden konnte (entweder wurde das Thema gewechselt oder die Eltern verließen den Raum). Dafür wurde ich für gut 20 Minuten stellvertretend für meinen Partner von seinem Vater angebrüllt. Und laut Aussage seiner Mutter war seine Ex deutlich besser als ich. Außerdem liebte mein Partner sie mehr. Aber mich findet die Familie natürlich total toll und hat mich total lieb.... Nur, dass sie halt absolut kein Interesse an mir haben und respektlos mit mir umgehen. Damals war ich davon so geschockt, dass ich kein Wort rausbekommen habe. Meinem Partner habe ich jedoch erzählt, was vorgefallen ist.

In Folge der ersten Treffen haben mich seine Eltern permanent bei der Arbeit angerufen, weil Sohnemann (ebenfalls bei der Arbeit) mitten am Tag, mitten in der Woche, nicht ans Telefon ging. Ich habe wiederholt die Grenze gesetzt, mich von xx Uhr bis yy Uhr nicht anzurufen, außer, es handelt sich um einen Notfall. Sie haben sich über Wochen hinweg und tagtäglich nicht daran gehalten - bis ich schließlich die Nummern blockierte. Schon das fand mein Partner verwerflich von mir. Wie kann ich seine Eltern denn nur auf meinen Arbeitsnummern blockieren, das merken die doch! Dann habe ich nach gescheiterten Gesprächen zur Klärung noch verweigert, mich weiterhin vor Ort und in meiner knapp bemessenen Freizeit von seinen Eltern anfeinden zu lassen. Sprich: Ich komme nicht mehr mit zu den Besuchen.

Und dann ging es los. Seine Mutter lässt immer wieder Spitzen gegen mich los und versucht für meine Begriffe sehr offensichtlich, einen Keil zwischen uns zu treiben. So kommt beispielsweise:

"Wenn dich deine Freundin dann bald zwingt, dich zwischen uns und ihr zu entscheiden...."
"Wenn uns deine Neue dann in ein schlechtes Heim abschiebt...."
"Wir wissen ja, dass deine Tussi das nicht mag, aber wenn du mal Zeit für uns hast...."

Für ihn ist das so subtil und versteckt, dass er die Anfeindung darin oftmals gar nicht oder erst sehr viel später wahrnimmt.

Dazu sei noch gesagt, dass er jahrelang ebenfalls mehrere hundert Kilometer von seinen Eltern entfernt wohnte aber dennoch mindestens aller zwei bis drei Monate bei ihnen war. Sie waren bei ihm ein einziges Mal in zehn Jahren. Seit dem Beginn unserer Beziehung ist er mindestens einmal monatlich zu Besuch - und dann direkt für das gesamte Wochenende. Das unterstütze ich sogar, mache noch Essen für unterwegs und habe mit seinem Bruder sogar Unternehmungen abgesprochen. Aus einem Telefonat wöchentlich, wenn's hoch kam, sind tägliche Telefonate zwischen ihm und seinen Eltern geworden.

Das wäre noch nicht so schlimm, wären da nicht die Aktionen der Mutter und meines Partners. Bei dem einen elterlichen Besuch in zehn Jahren wurde alles in seiner Wohnung vernichtet oder weggeschmissen, was einen Bezug zu mir hatte. Fotos, meine Klamotten, Briefe, kleine Notizen, meine Kosmetika und sogar meine Zahnbürste - weg. Davon will mein Partner nichts gemerkt haben. Er weiß nur nicht, wo das Zeug hingekommen ist...


Jetzt ist es so, dass er mir gegenüber ebenso schwankt, wie seine Eltern oder vor allem seine Mutter. In dem einen Moment bin ich die tollste Partnerin der Welt, nach einem Telefonat mit seiner Mutter bin ich der FEIND, dem er nichts mehr erzählen kann. Reden wir darüber, wird es wieder besser. Aber es reichen wenige Minuten mit seiner Mutter und - schwups - zweifelt er an mir.

Ich habe definitiv Fehler gemacht. Beispielsweise, das Verhalten seiner Eltern offen vor ihm kritisiert. Allerdings hab ich das sehr schnell wieder gelassen und höre jetzt ohne Wertung zu, wenn er sich über sie beschwert.

Nach diesem Roman meine Frage: Habe ich bei diesem Gefüge überhaupt eine Chance? Gefühlt sind ich und meine Meinung immer weniger wert, als die intriganten Bemerkungen seiner Mutter. Seiner Meinung nach äußert diese sich ja auch nicht negativ - sie mag mich ihrer Aussage nach ja total. Nur ich hab kritisiert und will keinen Kontakt mehr.

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17. Juli 2017 um 13:15

Ich persönlich würde die Finger von so einem Mann lassen. Denn wenn ihr mal Kinder habt, geht der Spass erst richtig los. 
ER ist erwachsen und wenn er die Marionette seine Eltern sein will bzw  zulässt es zu werden, dann wäre er für mich der falsche mann. 
Die Frage ist wieviel du dir wert bist und ob du das alles für gesund hälst. Für mich hört es sich nicht nach einem gesunden Menschenverstand an, denn alle an den Tag legen. 
Sie respektieren keine anderen Meinungen und vorallem keine Grenzen. Sie scheinen penetrant und respektlos. 
Du kannst deinen Partner nicht ändern, du kannst nur für dich entscheiden was  für ein Leben möchtest. 

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20. Juli 2017 um 13:55

Erst einmal danke sfsp für deine Antwort.


Ich finde es aber etwas komplexer als, der eine Aspekt (zugegebener Maßen vergleichsweise groß passt nicht - na dann Tschüss. Denn ich kann die Zwickmühle meines Partners teilweise sehr wohl verstehen. 

Lange Zeit schlechtes Verhältnis zu den Eltern aber immer das Bedürfnis, mehr von ihnen angenommen zu werden oder zumindest eine engere Beziehung zu haben. Dann stellt es sich ein (dabei hab ich ja auch noch geholfen, weil ich ihm beim Erfüllen dieses Wunsches  gerne helfen wollte) und dann steht er plötzlich zwischen den Stühlen.  Es sind nunmal seine Eltern und damit ist das ganze emotional kompliziert und gesunder Menschenverstand ist da bei ihm ebenso außen vor, wie bei mir und im Normalfall allen Menschen, sobald irgendwas auf emotionaler Ebene abläuft.

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