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Schwiegereltern Muss ich zum Psychologen

12. August 2008 um 16:11 Letzte Antwort: 25. August 2008 um 16:24

Liebe Forumsgemeinde ich bin neu hier und habe schon viele Beiträge gelesen.
Leider habe ich einen Fall wie meinen noch nicht gelesen, daher bitte ich euch um Euere Unterstützung und Ratschläge. Ich hoffe Ihr habt die Geduld meinen langen Beitrag zu lesen. Danke.

Ich bin seit 5 Jahren verheiratet. Wir haben vor ca. 5 Jahren ein gemeinsames Haus gebaut.
Wir haben das Haus in den Garten meiner Schwiegereltern gebaut.
Wir haben uns toll verstanden, haben gemeinsam was unternommen und so kam es dass wir das Haus in den Garten gebaut haben. Auf Grund des Grundstückes haben wir nur eine Einfahrt, das heißt wir fahren immer bei den Schwiegereltern vorbei, um zu unserem Haus zu gelangen.
Bereits in der Bauphase hatte ich immer wieder mal Zukunftsängste als mir bewusst wurde, dass wir hier immer in Abhängigkeit leben werden.
In dieser Zeit hatte ich aber solche Gedanken verdrängt, ausserdem war man ja Tag und Nacht mit bauen beschäftigt (haben viel Eigenleistung reingesteckt).
Im Laufe der Zeit fing es an, so wollte ich, dass wir einen Zaun und ein Schiebetor einziehen damit wir zumindest räumlich getrennt waren. Ich fühlte mich nicht wohl auf unserem Grundstück. (Wir sind ca. 30 m entfernt und unsere Terrasse ist direkt zu meinen Schwiegereltern ausgerichtet). Meine Frau hat das nicht verstanden hat aber zugestimmt und wir haben den Zaun und das Schiebetor gebaut.
Zwischendurch muss ich sagen, dass unsere Schwiegereltern liebe Menschen sind und sie auch versuchen sich nicht in unser Leben einzumischen. Bei der Entscheidung für den Bau wurde auch nie im Detail gesprochen was das für Sie für Folgen haben könnte. Sie haben dafür allerdings einen Großteil Ihres Gartens aufgegeben.
Am Anfang war es so, dass meine Frau wegen allen Kleinigkeiten nach vorne ging und es selbstverständlich war, was man gerade eingekauft hatte usw. Es war eine sehr enge Bindung. Nachdem meine Frau merkte, dass ich immer schlecht gelaunt war wenn sie wieder vorne war, hat sie versucht, mir zu Liebe, die Besuche zu reduzieren, ja teilweise sogar aufzugeben.
Im Laufe der Zeit wurde das eingeengte Gefühl immer schlimmer, ich versuchte es immer zu verdrängen, schaffe es aber nicht mehr und habe auch mit meiner Frau darüber gesprochen. Für Sie bricht hier eine Welt zusammen, da sie es nicht verstehen kann wie ich mich fühle. Ich habe das Gefühl dass mich diese Situation auf Dauer krank macht.
Ich fühle mich irgendwie nicht frei und bin in meinem ganzen Handeln auch beruflich immer wieder eingeschränkt, da mich unsere Situation so stark beschäftigt. Da wir beide ca. 60 km entfernt in einer Großstadt arbeiten (wir haben keine Kinder) und wir tagtäglich im Stau standen, habe ich angeregt eine zusätzliche kleine Wohnung zu mieten um die Entlastung des Arbeitsweges zu haben und aus meiner Belastung ein wenig zu entfliehen. Hauptgrund der Wohnung war nach aussen hin der weite Arbeitsweg was natürlich auch stimmt. Wenn wir nun während der Woche in der Wohnung sind lebe ich förmlich auf. (Dieses Gefühl hatte ich auch immer wenn wir im Urlaub waren). Erstens haben wir mehr Freizeit (kürzerer Arbeitsweg) und zweitens lebe ich hier mit meiner Frau vom Gefühl her alleine. Wenn wir nun am Wochenende nach Hause fahren ist der Druck und das einengende Gefühl immer wieder da was natürlich auch immer wieder zu Streit und zu schlechter Laune führt. Bei einem weiteren Gespräch mit meiner Frau stellte sich heraus dass sie nicht mehr kann mit den Worten was soll ich denn noch alles für Dich tun - wir können hier nicht wegziehen.
Ich weiß derzeit nicht mehr wie ich mich verhalten soll. Ich weiß nicht wie ich die Situation in Griff bekommen kann. Ich bin für jeden Tipp dankbar.
Für euere Unterstützung bedanke ich mich bereits jetzt.

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12. August 2008 um 17:32

Lieber maxweb,
zunächst finde ich es sehr gut, dass du dich als Mann in unserem überwiegend von Frauen dominierten Forum äußerst. Das Problem, dass du schilderst, haben vorwiegend Frauen, wenn sie mit ihren SE zusammen wohnen. Männer können sich mit dem gemeinsamen Wohnen häufig leichter arrangieren. Dennoch finde ich deine Schilderung nicht ungewöhnlich und kann deine Gefühle (aber auch die deiner Frau) nachvollziehen.
Ich denke, du musst zunächst genau überlegen und definieren, was dich stört.
Gibt es irgendwelche Verhaltensmuster deiner SE, die dich einengen ? Willst du häufig ausgehen und hast an deinem Wohnort keine Möglichkeiten dazu..? Versuche dies zunächst mal ganz konkret zu benennen. Vielleicht kannst du es noch genauer schreiben.
Wir leben auch mit meinen Eltern zusammen. Wenn die Eltern im Urlaub sind, spüre ich auch , dass mein Mann etwas "auflebt". Dennoch sind ihm auch die Vorteile des gemeinsamem Wohnens klar (Kinderbetreuung, Hilfe im Haushalt usw.), sodass er ihre ständige Anwesenheit gern toleriert und akzeptiert.

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12. August 2008 um 20:55

Hallo,
du solltest auf den Grund kommen, was dir so schlechte Gefühle macht, es ist ja nicht dass
deine Schwiegereltern dich bedrängen oder Unrechtes wollen. Du siehst Einschränkungen, wo
keine sind. Werde dir mal darüber klar, warum du
deine Frau nicht teilen möchtest auch nicht mit
deren Eltern. Vielleicht wäre für dich tatsächlich psychologische Hilfe nicht schlecht.
Gruß Melike

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12. August 2008 um 21:50
In Antwort auf claire_12155604

Lieber maxweb,
zunächst finde ich es sehr gut, dass du dich als Mann in unserem überwiegend von Frauen dominierten Forum äußerst. Das Problem, dass du schilderst, haben vorwiegend Frauen, wenn sie mit ihren SE zusammen wohnen. Männer können sich mit dem gemeinsamen Wohnen häufig leichter arrangieren. Dennoch finde ich deine Schilderung nicht ungewöhnlich und kann deine Gefühle (aber auch die deiner Frau) nachvollziehen.
Ich denke, du musst zunächst genau überlegen und definieren, was dich stört.
Gibt es irgendwelche Verhaltensmuster deiner SE, die dich einengen ? Willst du häufig ausgehen und hast an deinem Wohnort keine Möglichkeiten dazu..? Versuche dies zunächst mal ganz konkret zu benennen. Vielleicht kannst du es noch genauer schreiben.
Wir leben auch mit meinen Eltern zusammen. Wenn die Eltern im Urlaub sind, spüre ich auch , dass mein Mann etwas "auflebt". Dennoch sind ihm auch die Vorteile des gemeinsamem Wohnens klar (Kinderbetreuung, Hilfe im Haushalt usw.), sodass er ihre ständige Anwesenheit gern toleriert und akzeptiert.

Schwiegerelter, muß ich zum Psychologen
Hallo Maxweb,

Ich sehe die Geschichte etwas anders. Dieses Unwohlsein beim Gedanken an deine SE hat sich auf Deiner Speicherplatte fest eingenistet. So etwas kann man anfangs vielleicht erahnen (beim Hausbau), das Ausmaß aber nicht abschätzen. Am meisten tut mir Deine Frau leid, weil Sie zwischen zwei Stühlen sitzt. Ich kenne so eine ähnliche Geschichte, die ist aber nicht schön ausgegangen. Meine Arbeiskollegin hat ein Haus mit ihrem 10 Jahre jüngerem Mann und ihren Eltern gebaut. Beide Parteien haben sehr sehr viel Eigenleistung reingesteckt.
Während der schwierigsten Phase war alles Friede, Freude, Eierkuchen. Als das schöne 2-Familienhaus endlich fertig war, ging es los. Es ging so weit (in kürzester Zeit), dass der SS + SE sich nicht mal mehr im Treppenhaus begrüssten und einander aus dem Weg gingen. Warum das so war, konnte sich keiner so genau erklären. Tatsache war, dass die Geschichte immer mehr eskalierte. Die arme hat jeden Tag in der Firma geheult und ging bald ungern nach Hause:
Das Ende vom Lied: Zuerst gingen die Eltern raus, dann wurde das Haus verkauft, danach die Ehe geschieden. Es muß aber nicht so enden. Werde mich morgen wieder melden, liebe Grüsse von morgenrot6

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13. August 2008 um 14:21

Kann ich nachempfinden
Hallo maxweb2,

ich habe heute das erste Mal in diesem Forum gepostet, um meine Erfahrungen, Ängste und Probleme zu schildern. Ich kann nachempfinden, wenn du schreibst, dass du dich immer eingeengter und nicht frei fühlst. Wie meine Vorgängerinnen schon schrieben, solltest du dich mal auf das eigentliche Problem beschränken. Dein Beitrag ist ziemlich allgemein gehalten.

Gruß vom Sternenkeks

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21. August 2008 um 23:14

Ich verstehe Dich!
Hallo Maxweb2,

ich kann Dich wirklich gut verstehen. Wir wohnen auch im Haus der Eltern meines Freundes. Wir haben 2 Kinder.

Meistens ist es so das er morgens erst einmal zu seinen Eltern geht. Wenn er von irgendwelchen Besorgungen oder so zurück kommt geht er oftmals als erstes zu seinen Eltern anstatt zu mir zu kommen und über die Dinge zu reden.
Oft bespricht er etwas mit mir und nachdem er dann zu seinen Eltern gegangen ist ändert er seine Meinung.

Mit den Kindern ist es so, das wenn er z.B. einkaufen geht, er dann seinen Eltern die Kinder gibt anstatt sie mitzunehmen.

Dies sind nur zwei kleine Beispiele. Ich fühle mich dann so unwichtig, wenn er alles mit seinen Eltern bespricht. Ich habe dann im Gefühl die wissen alles über mich.
Es ist nicht so das sie sich einmischen, aber natürlich sagen sie wenn sie eine andere Meinung haben was die Kindererziehung betrifft, oder wenn die etwas anders machen würden.
Natürlich habe ich nichts gegen eine andere Meinung, aber ich mag es halt nicht mich ständig rechtfertigen zu müssen. Ich denke ich muß hier mal wieder ein offenes Gespräch suchen. Leider ist dies von Zeit zu Zeit notwendig. Es ist einfach alles so anstrengend!!
Leider weiß ich auch nicht wie ich anders damit umgehen soll. Das einfachste wäre umzuziehen, aber das will mein Freund nicht. Ich habe ihn gefragt. Natürlich habe ich ihm nicht gesagt das das an seinen Eltern liegt. Bei uns gibt es da eher noch ein Platzproblem. Aber das ist gar nicht gut angekommen.

Hast Du eine Lösung gefunden? Würde mich doch sehr interessieren. Ich habe auch schon einmal daran gedacht zum Psychologen zu gehen.

Lieben Gruß

Bemune

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25. August 2008 um 16:24
In Antwort auf grit_12717050

Schwiegerelter, muß ich zum Psychologen
Hallo Maxweb,

Ich sehe die Geschichte etwas anders. Dieses Unwohlsein beim Gedanken an deine SE hat sich auf Deiner Speicherplatte fest eingenistet. So etwas kann man anfangs vielleicht erahnen (beim Hausbau), das Ausmaß aber nicht abschätzen. Am meisten tut mir Deine Frau leid, weil Sie zwischen zwei Stühlen sitzt. Ich kenne so eine ähnliche Geschichte, die ist aber nicht schön ausgegangen. Meine Arbeiskollegin hat ein Haus mit ihrem 10 Jahre jüngerem Mann und ihren Eltern gebaut. Beide Parteien haben sehr sehr viel Eigenleistung reingesteckt.
Während der schwierigsten Phase war alles Friede, Freude, Eierkuchen. Als das schöne 2-Familienhaus endlich fertig war, ging es los. Es ging so weit (in kürzester Zeit), dass der SS + SE sich nicht mal mehr im Treppenhaus begrüssten und einander aus dem Weg gingen. Warum das so war, konnte sich keiner so genau erklären. Tatsache war, dass die Geschichte immer mehr eskalierte. Die arme hat jeden Tag in der Firma geheult und ging bald ungern nach Hause:
Das Ende vom Lied: Zuerst gingen die Eltern raus, dann wurde das Haus verkauft, danach die Ehe geschieden. Es muß aber nicht so enden. Werde mich morgen wieder melden, liebe Grüsse von morgenrot6

Schwierig....
Ich kann das nachvollziehen, aber meistens verstehen Frauen nicht was du für ein Problem hast, deswegen würde ich euch dringend raten eine Paartherapie bei Pro Familia zu machen. Das ist kostenlos und rettet vielleicht Eure Ehe, denn wenn es so weiter geht sieht es nicht gut aus!
Grüße

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