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Schwiegereltern machen unser Leben kaputt

9. Juli 2008 um 9:15

Hallo ihr Lieben,

ich bin auf dieses Forum gestoßten, weil ich langsam nicht mehr weiterweiß. Ich bin seit etwa dreieinhalb Jahren mit meinen Partner zusammen, und seit knapp drei Jahren wohnen wir zusammen. Zunächst bin ich in das Zweifamilienhaus eingezogen, das er sich mit seinen Eltern teilt. Ich war zwar etwas skeptisch, aber am Anfang schien das gut zu funktionieren. Aber dann hat sich irgendwie alles verändert. Seine Mutter verlor ihren Job (sein Vater war zu dem Zeitpunkt schon im Vorruhestand) und war ab sofort den ganzen Tag zu Hause. Bald heftete sie sich an unsere Fersen. Wenn wir z.B. im Garten saßen, kam sie dazu und wollte uns ein Gespräch aufzwingen. Ich habe nichts dazu gesagt, aber meinem Partner ging das ziemlich auf die Nerven.

Irgendwann haben wir dann rausbekommen, dass meine Schwiegermutter ein Alkoholproblem hat. Natürlich hat sie es immer abgestritten, das sei nur ein Bier am Tag usw. Alle unsere Bemühungen haben nichts gebracht. Dazu wurde sie immer aggressiver und paranoid, hat angenommen, jeder wolle ihr was - halt die typischen Symptome einer Alkoholkrankheit. Allein das war für uns schon die Hölle. Ich hatte immer Angst nach Hause zu fahren, weil ich fürchten musste, dass sie mir im Treppenhaus "auflauert" und mich anspricht. Also bin ich immer mit einem unguten Gefühl nach Hause gefahren. In den Garten ging ich gar nicht mehr, und in den Wäschekeller bin ich immer nur ganz spät abends, wenn ich sicher sein konnte, dass sie nicht mehr wach ist.

Das ganze hat sich dann noch weiter verschlimmert, als sie anfing, keine Rechnungen mehr zu bezahlen. Ich muss dazu sagen, dass mein Partner das Haus vor ein paar Jahren von seinen Eltern gekauft hat, um es vor der Zwangsversteigerung zu retten. Seitdem tilgt er den Kredit und vermietet eine Wohnung im Haus an seine Eltern. Irgendwann kriegte er ohne Vorwarnung keine Miete mehr und saß ganz schnell auf dem Trockenen. Gespräche mit seinen Eltern haben nichts gebracht. Er kriegte immer nur zu hören, dass sie sich ja früher jede Mark vom Mund abgespart hätten, um das Haus zu bauen, und dass er jetzt gefälligst dafür sorgen sollte, dass es weitergeht, jetzt sei er mal dran, was zu leisten usw.

Ich selbst war sehr erschüttert über diese Entwicklung. Ich selbst habe zu meinen Eltern ein sehr gutes Verhältnis, und Familie ist mir sehr wichtig. Aber mit meinen Schwiegereltern ließ sich kein vernünftiges Zusammenleben mehr gestalten. Also beschlossen mein Partner und ich, aus unserer Wohnung in eine andere Stadt zu ziehen. Letztes Jahr im Dezember haben wir das dann auch bewerkstelligt. Seitdem habe ich mit seinen Eltern nie wieder gesprochen. Mein Partner muss sich natürlich damit auseinandersetzen, wie es weitergeht. Zum einen macht er sich natürlich Sorgen um seine Mutter, die immer noch trinkt, zum anderen hängt er da ja auch finanziell mit drin. Die Raten für das Haus kann er nur noch deshalb bezahlen, weil ich alle anderen Kosten trage. Seine Eltern zeigen null Einsicht und stehen mit uns mittlerweile nur noch via Anwalt in Kontakt.

Ich finde das so schrecklich, aber ich fürchte, dass uns keine andere Wahl bleibt, als die beiden mit einer Klage aus dem Haus zu bringen. Alles vernünftige Reden, alle Drohungen usw. waren vergeblich, und meinem Partner und mir geht langsam, aber sicher der finanzielle Atem aus. Wenn das so weitergeht, stehen wir Ende des Jahres vor dem Ruin. Und seine Eltern lässt das kalt. Stattdessen beklagen sie sich bei Verwandten, wie böse ihr Sohn doch sei und was er mit ihnen machen würde, nach allem, was sie für ihn getan hätten usw.

Ich weiß wirklich nicht, was ich da machen soll. Seitdem wir ausgezogen sind, bin ich zwar wieder etwas zur Ruhe gekommen, aber meinen Partner macht das richtig fertig. Zum einen, weil wahrscheinlich niemand gerne seine Eltern verklagt, zum anderen, weil sie solch schlimme Sachen über ihn in die Welt setzen. Wie können Eltern so über ihr Kind sprechen?!

Wenn ihr einen guten Tipp habt oder ähnliches durchmachen musstet, würde ich mich sehr über eine Rückmeldung von euch freuen.
Viele Grüße
Fussel

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10. Juli 2008 um 13:06

Hallo Sylvia,
ich konnte deine Überlegungen gut nachvollziehen.

Die Eltern können die Kreditrate für das Zweifamilienhaus nicht mehr zahlen, stehen kurz vor der Zwangsversteigerung. Der volljährige Sohn hat bislang, zunächst allein, dann mit Partnerin, dort mitgewohnt. Hat er an seinen Eltern für sein Mitbewohnen Miete bezahlt ?
Er kauft nun das Haus ab. Ist der Kaufpreis ein Freundschaftspreis ? (Wieviel haben die Eltern schon abbezahlt?) Wurde mit den Eltern vor dem Verkauf besprochen, dass sie künftig Miete bezahlen müssen ?
Partnerin und Sohn wollen nicht im Haus bleiben. Sie ziehen aus und eine Wohnung steht leer. Warum wird sie nicht vermietet ? Wer trägt die weiteren Kosten für das Haus?
Wohngebäudeversicherung, laufende Unterhaltskosten, Müll ... usw.

Also mit einem Anwalt gegen die Eltern vorgehen, finde ich einfach nur böse.
Warum macht der Sohn so etwas? Ich habe, genau wie du , kein Verständnis dafür.
Hier sollten die jungen Leute genau überlegen, ob das gerecht ist, was sie tun.
Natürlich ist es traurig , dass die SM alkoholabhängig ist. Aber das ist eben auch eine Krankheit, die durch solche Zwistigkeiten sicher noch verstärkt wird.

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10. Juli 2008 um 14:05
In Antwort auf maggie_12157286

Hallo Sylvia,
ich konnte deine Überlegungen gut nachvollziehen.

Die Eltern können die Kreditrate für das Zweifamilienhaus nicht mehr zahlen, stehen kurz vor der Zwangsversteigerung. Der volljährige Sohn hat bislang, zunächst allein, dann mit Partnerin, dort mitgewohnt. Hat er an seinen Eltern für sein Mitbewohnen Miete bezahlt ?
Er kauft nun das Haus ab. Ist der Kaufpreis ein Freundschaftspreis ? (Wieviel haben die Eltern schon abbezahlt?) Wurde mit den Eltern vor dem Verkauf besprochen, dass sie künftig Miete bezahlen müssen ?
Partnerin und Sohn wollen nicht im Haus bleiben. Sie ziehen aus und eine Wohnung steht leer. Warum wird sie nicht vermietet ? Wer trägt die weiteren Kosten für das Haus?
Wohngebäudeversicherung, laufende Unterhaltskosten, Müll ... usw.

Also mit einem Anwalt gegen die Eltern vorgehen, finde ich einfach nur böse.
Warum macht der Sohn so etwas? Ich habe, genau wie du , kein Verständnis dafür.
Hier sollten die jungen Leute genau überlegen, ob das gerecht ist, was sie tun.
Natürlich ist es traurig , dass die SM alkoholabhängig ist. Aber das ist eben auch eine Krankheit, die durch solche Zwistigkeiten sicher noch verstärkt wird.

Danke für die Antworten
Hallo ihr beiden,

vielen Dank erstmal, dass ihr euch die Zeit genommen und euch zu meinem Posting geäußert habe. Ich glaube aber, ich muss die Situation noch etwas klarer darstellen, vor allem, was die Übernahme des Hauses betrifft.

Also, meine Schwiegereltern haben das Haus Anfang der 80er Jahre (bei irre hohen Zinsen) gebaut. Schon damals hatten sie sich ziemlich übernommen, weil sie a) eine sehr schlechte Finanzierungsform gewählt haben und b) kein Eigenkapital hatten. Das hatte zur Folge, dass alles Geld immer nur ins Haus geflossen ist. Als mein Schwiegervater vor ca. 6 Jahren aus dem Job ausgestiegen ist (und keine Erwerbsunfähigkeit in Anspruch nehmen wollte, obwohl er ein Recht darauf gehabt hätte), griff irgendwann die Hartz IV-Regelung, so dass nur noch das Einkommen meiner Schwiegermutter da war. Dieses Geld reichte alleine nicht aus, um das Haus weiter zu finanzieren.

Mein Freund hat zu dem Zeitpunkt gar nicht mehr zu Hause gewohnt (bzgl. der Frage, ob er jemals Miete gezahlt hat). Von der drohenden Pleite hat er mehr aus Zufall erfahren, weil er ein Schreiben der Bank bei seien Eltern gesehen und daraufhin nachgefragt hat, was los sei. Zu dem Zeitpunkt war eine Zwangsversteigerung bereits beschlossene Sache. Meine Schwiegereltern hatten zuvor noch versucht, diese durch Auflösung von Sparverträgen und Lebensversicherung abzuwenden, aber das reichte nicht. Keine andere Bank hat ihnen eine neue Finanzierung bewilligt. Daraufhin hat sich mein Freund bereiterklärt, das Haus zu kaufen (und zwar nicht zum Versteigerungspreis, sondern durch Übernahme der restlichen Schulden, was in etwa 90% des Marktwertes waren) und dadurch seinen Eltern die Möglichkeit zu geben, weiter in ihrem vertrauten Heim zu wohnen. Natürlich hatte er mit seinen Eltern vereinbart, dass die beiden für ihre Wohnung Miete bezahlen, damit er die Abtragung des Kredites finanzieren kann.

Zu diesem Zeitpunkt kannten wir uns übrigens noch nicht. Als ich bei ihm eingezogen bin, habe ich natürlich auch an ihn einen gewissen Betrag bezahlt, um mich an den Wohnkosten zu beteiligen. Bis dahin lief ja auch alles ganz gut.

Als seine Mutter dann aber ihre Arbeit verlor und sich ihr Alkoholproblem immer stärker bemerkbar machte, wurde es wirklich schlimm. Es ist sicherlich nicht so, als hätten mein Freund und ich gesagt "jetzt ist die Alte krank, jetzt muss sie weg". Im Gegenteil, mein Freund hat Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, damit a) ihre finanziellen Probleme gelöst werden und b) sie was gegen ihre Krankheit tut. So hatte sie nach etwa 7 Monaten immer noch keinen Antrag auf Arbeitslosengeld gestellt. Mein Freund ist daraufhin mit ihr zu allen Behörden gefahren, hat ihr beim Ausfüllen der Formulare geholfen usw. Aber wenn man sich arbeitslos meldet, muss man ja zu Vorstellungsgesprächen, die einem die Agentur vermittelt, hingehen. Da ist sie dann einfach nicht erschienen und die Zahlungen wurden gestoppt. Das ganze ging von vorne los.

Aber die finanziellen Dinge waren nicht mal das schlimmste. Am schlimmsten war für uns, dass weder meine Schwiegermutter noch mein Schwiegervater offen mit uns bzw. mit meinem Freund gesprochen haben. Mein Freund hat ihnen immer wieder angeboten, dass man über Miete usw. reden könnte, wenn sie ihm mal sagen würden, was sie eigentlich zur Verfügung hätten. Ich (Versicherungskauffrau) habe angeboten, mal zu schauen, wo sie bei ihren Verträgen etwas sparen könnten. Aber wir wurden immer zurückgewiesen und sollten uns um unseren eigenen Kram kümmern. Stattdessen immer Lügen. "Die Miete kommt nächste Woche", "Ich konnte kein Arbeitslosengeld beantragen, weil die Computerausfall hatten", "die 50 Euro, die du mir für Blumendünger gegeben hast, habe ich verloren" usw. Es ging soweit, dass meine Schwiegermutter versucht hat, vom Konto meines Freundes Geld abzuholen, weil sie den Bankmitarbeiter kennt... Wenn wir sie dann aber darauf angesprochen haben, wurde sie richtig aggressiv. Wir sollten sie in Ruhe lassen, wir bräuchten doch eh nur jemanden, auf den wir alles schieben könnten usw. Mich hatte sie dabei besonders auf dem Kieker, ich sei eine Schlampe, die sich ins gemachte Nest gesetzt hätte und selbst nichts dazu beitragen würde, ich sei ein faules Stück Dreck (Anmerkung: ich arbeite mindestens 10 Stunden täglich) usw. Ich habe das echt nicht mehr ausgehalten, aber meinem Freund zuliebe bin ich da geblieben.

Er hat irgendwann beschlossen, dass wir da ausziehen, um ihren Attacken nicht mehr ausgesetzt zu sein. Eigentlich wollten wir dann unsere alte Wohnung vermieten, aber meine Schwiegermutter hat jeden vergrault, der sich dafür interessiert hat. So hat sie beispielsweise einen Mann, der wegen der Trennung von seiner Frau eine eigene Wohnung suchte und echt einen soliden Eindruck gemacht hat, als "Halbtagsschwuchtel". Und irgendwann hat sich niemand mehr gemeldet - verständlich.

Da meine Schwiegereltern schon seit eine Weile keine Miete mehr zahlen, hatte mein Freund beim Sozialamt nachgefragt wegen Wohngeld. Aber das müssen die Betroffenen beantragen - was sie nicht tun. Sie wollen ihrem Sohn keine "Steuergelder in den Rachen schmeißen". Dafür zahlen sie nun auch die Grundabgaben (die aus der Zeit, in der sie Eigentümer des Hauses waren, noch über sie laufen) nicht mehr, so dass bei uns Anfang des Jahres der Gerichtsvollzieher vor der Tür stand und 1.700 Euro von meinem Freund haben wollte.

Also was sollen wir eurer Meinung nach tun?

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10. Juli 2008 um 15:55

Hallo Vera
Vielen Dank für deine Rückmeldung. Ich habe mich schon gefühlt wie der letzte Mensch, der arme unschuldige alte Menschen vor die Türe setzen will, die doch eigentlich nichts gemacht haben. Ich hoffe, aus meinen späteren Ausführungen wird deutlich, wie schlimm die Situation war.

Mein Freund und ich beabsichtigen trotzdem, das Haus zu verkaufen, wenn diese Geschichte ausgestanden ist. Wir haben vor, nach Tilgung aller Schulden den Erlös mit den Schwiegereltern zu teilen, damit sie nicht komplett vor dem nichts stehen. Was sie dann damit machen, müssen sie aber selbst entscheiden. Wenn meine Schwiegermutter es lieber versaufen will (wie z.B. ihre Abfindung, die sie nach dem Jobverlust erhielt - etwa 30.000 Euro in einem halben Jahr), bitte. Aber so haben sie zumindest die Chance, nochmal neu anzufangen.

Ich danke dir ganz herzlich für deine Rückmeldung.
LG Fussel

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10. Juli 2008 um 15:59

Hallo Sylvia
Danke für deine Rückmeldung. Ich hatte schon befürchtet, dass meine erste Mail zu knapp war und die Situation nicht genau genug wiedergegeben hat, wie es wirklich war. Aber ich hatte ja schon geschrieben, dass ein Hausverkauf geplant ist. Allerdings müssen meine Schwiegereltern vorher ausziehen, denn wer kauft schon ein Haus, in dem Mieter wohnen und nicht zahlen?

Weißt du, ich finde es wirklich schlimm, dass meine Schwiegereltern anscheinend von ihrem Sohn verlangen, dass er die gleichen Fehler macht wie sie. Dass er sich über beide Ohren verschuldet und kein Geld mehr zum Leben hat, nur um diesen Kasten zu besitzen. Und dass sie billigend in Kauf nehmen, dass er sich ruiniert. Eigentlich will man für sein Kind doch was besseres, oder?

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10. Juli 2008 um 18:01

Liebe Fusselhamster,
das hättest du alles gleich schreiben müssen. Da habe ich unwissend in die falsche Seite spekuliert. Ich schließe mich jetzt voll Sylvias überdachter Meinung an.
Weißt du eigentlich, dass es uns ähnlich geht?
Mein SV hatte eine Firma,die aber pleite gegangen ist. Jetzt haben die SE hohe Schulden.
Sie haben zwar ein Insolvenzverfahren hinter sich, aber Schulden der Krankenkasse
werden mit diesem Verfahren übrigens nicht abgegolten. Leider reden Sie mit uns darüber auch nicht.
Ich habe nun auch große Angst, dafür mal aufkommen zu müssen. Im Gegensatz zu meiner SM gehe ich voll arbeiten (sie ist nie auf Arbeit gegangen) und verdiene auch mehr als mein Mann.
Sollten die Eltern einmal pflegebedürtig werden, wird auch mein Einkommen herangezogen. Da muss ich schon schlucken, da wir unseren Kindern sicher auch ein Studium fianzieren müssen.

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