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Schwester ist spielsüchtig

24. Juni 2018 um 15:50

Hallo,
mancher kennt vielleicht diese Situation: Obwohl die Kinder eines Paares inzwischen ausgezogen sind und inzwischen eigene Familien inkl. Kinder haben, spielt sich ein Großteil des Familienlebens doch weiter bei "Oma und Opa" ab,d.h. man hockt doch irgendwie sehr viel aufeinander.  Ich bin der Einzige, der weit genug weg wohnt, dies nicht zu tun. Zudem bin ich eher der Typ,der von zuviel Trubel schnell genervt ist.

Das Problem, warum ich schreibe, ist meine Schwester (41, verheiratet, 2 Kinder).  Obwohl sie nen Vollzeitjob hat (ihr Mann ist Frührentner), kommt sie einfach nicht mit der Kohle über die Runden. Spätestens am 23.des Monats pumpt sie sich bei unseren Eltern Kohle oder räubert den Kühlschrank leer.  Eher durch Zufall haben wir über Dritte erfahren, warum das so ist: sie ist spielsüchtig und steckt jeden verfügaren Euro in irgendwelche Spielautomaten. Das geht soweit,dass sie selbst ihre Kinder vernachlässigt: wenn der Kühlschrank leer ist, werden die Kinder eben zu Oma und Opa abgeschoben oder es gibt halt 7x die Woche Nudeln zu essen. Selbst Geldgeschenke der Kinder zu Geburtstagen oder Jugendweihe hat sie schon verzockt.
Da meine Eltern einen sehr großen Bekanntenkreis haben,hat meine Mutter sämtliche Bekannten angespitzt, ihr sofort per Handy Bescheid zu geben, wenn meine Schwester wieder irgendwo am Spielautomaten gesichtet wird. Das hat sogar schon mehrfach dafür gesorgt, dass meine Mutter meine Schwester aus irgendwelchen Spielhöllen geholt hat.

Der einzige Grund, warum meine Mutter nicht einfach den Kontakt zu meiner Schwester abgebrochen hat und sie ihrem Schicksal überlässt, sind deren Kinder, denn die müssten drunter leiden.

Was würdet ihr in so einer Situation an Stelle meiner Mutter noch tun ?

 

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27. Juni 2018 um 12:42

Weiß denn der Ehemann Bescheid? 
Letztendlich ist es auch bei Spielsucht wie bei den meisten anderen Süchten auch: erst wenn der Süchtige am Boden ist (z.B. dass ihr Mann sie verlässt, sie das Haus verlieren, ihre Kinder sich abwenden...), wacht er vielleicht auf und es besteht die Möglichkeit, der Änderung und der Abstinenz. 
Sieht sie ein, dass sie eine Spielsucht hat? Das wäre ja schonmal der erste Schritt, danach am besten stationäre Therapie. 

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1. Juli 2018 um 2:11
In Antwort auf orchideenblatt

Weiß denn der Ehemann Bescheid? 
Letztendlich ist es auch bei Spielsucht wie bei den meisten anderen Süchten auch: erst wenn der Süchtige am Boden ist (z.B. dass ihr Mann sie verlässt, sie das Haus verlieren, ihre Kinder sich abwenden...), wacht er vielleicht auf und es besteht die Möglichkeit, der Änderung und der Abstinenz. 
Sieht sie ein, dass sie eine Spielsucht hat? Das wäre ja schonmal der erste Schritt, danach am besten stationäre Therapie. 

Der Ehemann weiß meines Wissens Bescheid, allerdings ist der eher ein "ruhiger Geselle", der jedem Streit aus dem Weg geht. Ich kann mich nicht erinnern, daß ich schonmal erlebt hätte, wie er mal mit der sprichwörtlichen Faust auf den Tisch haut.

Meine Schwester scheint insgeheim durchaus zu wissen, dass sie ein Problem hat, allerdings kann ich schlecht einschätzen, ob sie überhaupt willig ist, sich helfen zu lassen ((90% der Kommunikation mit meiner Verwandtschaft geschieht über eine Whatsapp-Gruppe).
Wenn ich (selten) mal zu Besuch bin und jemand eine Andeutung in diese Richtung macht, dann zieht sie sich meist zurück, geht nicht offen mit dem Thema um. Ich persönlich würde das eher als Resignation vor dem Problem deuten. So wie ein Raucher, der gar nicht erst versucht, sich die Glimmstengel abzugewöhnen, weil er glaubt, es sowieso nicht schaffen zu können.

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