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Schwester eigentlich nicht "überlebensfähig" --> Betreuungsantrag?

28. Juli 2012 um 2:20

Hallo zusammen,

nachdem ich mich nun totgegoogelt habe und immer noch auf keinen grünen Zweig komme, hoffe ich hier jemanden zu finden, der etwas tieferes Wissen dazu hat und mich vor allem ernst dabei nimmt.

Es gab hier und in vielen anderen Foren schon oft ähnliche Threads, die immer in den gleichen Angriffen der Fragesteller geendet haben. Ich versuche es nochmal und hoffe auf konstruktiven Input...

Meine Situation:
Meine Schwester, 37 Jahre, hat das Borderline-Syndrom. Wer sich damit auskennt, kann sich ungefähr vorstellen, wie das Zusammenleben mit so einem Menschen bisher gewesen ist. Ich bin mir selbst nicht sicher was eher eine stärkere Ausprägung der Krankheit und was zusätzliche Persönlichkeitseigenschaften von ihr sind, aber sie ist bösartig, unterstellt ihren engsten Angehörigen widerliche Dinge, ist undankbar, wenn man im Hintergrund alles für sie regeln muss und nimmt alles für selbstverständlich, findet immer wieder Ausreden für ihre Fehler, weil grundsätzlich immer andere Schuld sind, wird in nicht angemessenen Situationen zur Furie und ist überdies - ich muss es einfach so sagen - stark lernbehindert, daher ungebildet und sehr langsam.

Sie hat vor 5 Jahren ihre drei Kinder an das Jugendamt verloren und das unter zugegeben sehr mysteriösen Umständen, seither befinden wir uns in einem Rechtsstreit, um sie wieder zurückzubekommen. Das heißt, dass meine Eltern an ihre psychischen und leider auch finanziellen Grenzen stoßen und sich für sie aufopfern und sie es vorallem meinem Vater mit bösartigen Anschuldigungen dankt, a lá "Du hast das ganze doch eingefädelt! Du willst nicht, dass ich meine Kinder wiederbekomme!"

Sie ist arbeitslos und schafft es auch nicht jemals wieder eine Anstellung zu bekommen, da sie mit grundlegensten Dingen nicht zurecht kommt, langsam ist und wie oben schon genannt, Fehler an sich nicht erkennt und ändern will. Geschweige denn sie hätte Lust dazu... Meine Mutter hat Krebs und sie schafft es nicht, ihr im Haushalt zu helfen.

Durch ihre Unwissenheit hat sie schon mehrfach Verträge abgeschlossen oder ihre Unterschrift unter Dinge gesetzt, die widerrum unter anderem schwere finanzielle Folgen für meinen Vater hatten. Auch während der Jugendamtsverhandlungen, hat sie uns mehrfach wieder selbst in aus geschossen, weil sie nicht die Folgen ihrer Handlungen abschätzen kann.

Das simple Ausdrucken wichtiger Dokumente für den Prozess und das termingerechte Abschicken dieser, hat sie nicht fertig gebracht...etc, etc...

Nun meine Gedanken, die ich seit einiger Zeit nicht mehr los bekomme: Was mache ich mit ihr, wenn meine Eltern gestorben sind (was bei dem Krebs meiner Mutter und dem schwindelerregenden Herzinfarktrisiko meines Vaters nicht mehr lange dauern kann...) ?

Sie wohnt allein in ihrer Wohnung, der einzige soziale Kontakt war schon immer und ist es noch, meine Mutter und ich habe keine Ahnung, wann sie wieder Verträge abschließt, für die sie selbst nicht aufkommen kann oder sie sonst irgendeinen Quatsch macht. Noch dazu kann und will ich mein Leben nicht dafür opfern, um mit so einem Menschen unter einem Dach zu wohnen. Das schaffe ich nicht!

Was also tun? Kann ich sie in ein betreutes Wohnen übergeben und mich als Vormund eintragen lassen, der alle finanziellen und rechtlichen Dinge für sie regelt? Und wie soll ich das anstellen, wenn sie fest davon überzeugt ist fehlerfrei und völlig selbstständig zu sein? Sie wird mich niemal freiwillig als Vormund einsetzen.
Ich hoffe aber, dass man mich versteht, wenn ich sage, dass ich nicht dazu bereit bin mein Leben lang hinter den Fehlern meiner Schwester aufzukehren und mich selbst dabei aufzuarbeiten...

Vielen Dank für eure Antworten im Voraus!

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29. Juli 2012 um 23:07

Keiner???
...der mir einen Tipp geben könnte?

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2. August 2012 um 15:57

Hm
Man kann bei einem Arzt jemanden unter Betreuung stellen lassen. Ich kenne das von meinem Großvater mit Alzheimer, da bedeutet jemand sozusagen entmündigen lassen - ab dem Moment ist sie nicht mehr geschäftsfähig. Muss man aber bei Protest - von einem Gericht bestätigen lassen. Ich glaube der Fachbegriff heißt juristisch, dass sie geschäftsunfähig ist.

Da sie dieses Recht wohl nie freiwillig überträgt würde ein unabhängiger Betreuer so eine Art Vormundschaft für sie übernehmen.

Das Sozialamt müsste dich da beraten können, bzw. Krankenkasse, Arzt etc. - sie hat doch bestimmt einen Therapeuten würde ihn darauf ansprechen wie das abläuft - der müsste das auch wissen, auch wenn er dir zu ihrem Fall keine Auskunft geben darf.

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4. August 2012 um 9:47
In Antwort auf linlaluna

Hm
Man kann bei einem Arzt jemanden unter Betreuung stellen lassen. Ich kenne das von meinem Großvater mit Alzheimer, da bedeutet jemand sozusagen entmündigen lassen - ab dem Moment ist sie nicht mehr geschäftsfähig. Muss man aber bei Protest - von einem Gericht bestätigen lassen. Ich glaube der Fachbegriff heißt juristisch, dass sie geschäftsunfähig ist.

Da sie dieses Recht wohl nie freiwillig überträgt würde ein unabhängiger Betreuer so eine Art Vormundschaft für sie übernehmen.

Das Sozialamt müsste dich da beraten können, bzw. Krankenkasse, Arzt etc. - sie hat doch bestimmt einen Therapeuten würde ihn darauf ansprechen wie das abläuft - der müsste das auch wissen, auch wenn er dir zu ihrem Fall keine Auskunft geben darf.

Danke!
Hey!

Danke, schonmal fürs Durchlesen und Antworten. So ähnlich hatte ich mir das schon gedacht. Mir fehlt noch so ein bisschen das genaue "wie stell ichs an".

Therapeuten hätte sie grundsätzlich, geht aber nicht mehr hin. "Brauch ich ja nicht".

Ich glaub ich hol mir jetzt erstmal nen Rechtsschutz und lass mich wenn es soweit ist entweder von den Stellen, die du schon genannt hast oder einem Anwalt beraten...

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