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Schuldgefühle wegen Abnabelung von Mutter

15. November 2008 um 12:26 Letzte Antwort: 19. November 2008 um 13:26

Hallo ihr,

ich brauche auch mal Euren Rat. Ich bin 32 Jahre, verheiratet und habe ein Kind. Als ich 16 Jahre alt war ist mein Vater gestorben. Seit diesem Moment habe ich das Gefühl, dass ich kein eigenes Leben mehr habe, sondern mich immer um meine Mutter kümmern muss. Meine Schwester ist fast 3 Jahre älter, die hat diese Problem nicht, sie lebt ihr Leben und denkt auch nicht über andere nach.
Auf jeden Fall bin ich mit 23 Jahren ausgezogen, was bei mir mit vielen Tränen verbunden war, weil ich meine Mutter nicht alleine lassen wollte. Sie hat damals zu mir gesagt, ich muss mein eigenes Leben leben. Ich bin dann mit meinem Freund, den sie sehr mag, in eine Kleinstadt ca. 11 km entfernt gezogen. Meine Mutter blieb in ihrem 2 Familienhaus wohnen. In der unteren Wohnung lebte damals mein Onkel. So weit hat alles gut funktioniert. Wir haben normalen Kontakt gehabt, alles o.k. Meine Mutter hat sich nach einem Freund umgeschaut, war für mich auch in Ordnung. Ich verstand, dass sie mit 52 Jahren nicht alleine bleiben wollte. Diesen Freund kann ich nicht leiden, ich habe aber nichts gesagt, weil es ihre Sache ist. Dann ist mein Onkel ins betreute Wohnen umgezogen und die Wohnung im Hause meine Mutter wurde leer. Meine SChwester wollte nicht einziehen. Dann wurde ich überraschend schwanger! Tja, und dann beging ich einen großen Fehler. Mein Mann und ich zogen in das Haus meiner Mutter in die Erdgeschosswohnung. Ich war von Anfang an sehr unglücklich dort, habe aber immer gedacht, ich lebe mich dort wieder ein. Wir leben dort in einem sehr kleinen Dorf, es gibt dort nicht mal einen Bäcker. Ich hasse es dort zu wohnen. Mein Mann fährt jeden Tag 30 km zur Arbeit und ich 40 km. Inzwischen leben wir dort 5 einhalb Jahre und mein Kind kommt nächstes Jahr in die Schule. Ich will in eigentlich nicht in diese Dorfschule geben. Nachdem ich vor drei Jahren versucht habe, meiner Mutter zu sagen, dass ich hier nicht glücklich bin und sie ganz kalt gemeint hat, sie könne uns nicht halten, haben wir immer wieder nach einem Haus in einer größeren Stadt gesucht. Als ich dann nach ca. einem halben Jahr mal ein gefunden hatte, habe ich ihr gesagt, dass wir ein Haus anschauen, sie hat mich dann nur traurig angeschaut und nichts mehr mit mir gesprochen. Das Haus haben wir dann nicht gekauft, es wäre auch etwas zu teuer gewesen, aber seit dem fehlt mit der Mut, mit meiner Mutter zu sprechen und ihr das Herz zu brechen. Aber jetzt kommt andererseits mein Kind in die Schule und mein Mann und ich wollten es immer vor SChulbeginn schaffen wieder in unsere alte Heimat, in der wir 3 Jahre lang glücklich waren zu ziehen. Aber ich schaffe es nicht!!!

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19. November 2008 um 13:26

Es ist dein Leben,
und dass dich deine Mutter mit bösen Blicken erreicht und stark beeindrucken kann, das kannst du ihr nicht zum Vorwurf machen. Sie weiß an welcher Stelle sie dich trifft und das schafft sie , weil du es zulässt. Du bist für deine Familie verantwortlich und nicht für das Leben deiner Mutter. Du kannst auch deiner Mutter nicht zum Vorwurf machen, dass du ihretwegen auf das eigene Glück verzichtest. Nable dich endlich ab, du kannst deine Mutter jeder Zeit besuchen und sie dich. Vielleicht ist das alles garnicht so schlimm, wie du es dir ausmalst.
Gruß Melike

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