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Schuldet man seinem Kind ein Geschwisterchen?

7. Mai 2004 um 11:18

Hallo,

meine Tochter ist jetzt 4 und Einzelkind. Sie ist ein glückliches aufgewecktes Mädchen.
Von vielen Seiten kommt jetzt öfters die Frage, ob es nicht langsam Zeit für ein zweites Kind wird.
Wenn ich ganz ehrlich in mich hineinhorche, muß ich sagen, ich möchte einfach kein zweites Kind. Der Wunsch ist einfach nicht da.

Ich war keine beigeisterte Baby- und Kleinkindmutter.Ich kann erst seit etwa 2J. die Zeit mit Meiner Tochter richtig genießen. Ich habe gerade beruflich wieder Fuß gefaßt.Schwangerschaft, Stillen und die zwei Jahre Erziehungsurlaub sind Dinge, die ich nicht nochmal haben muß. Ich war in dieser Zeit zu unzufrieden, daß fast die Beziehung zu meinem man zerbrochen wäre.

Tja von vielen Seiten hört man dann vorwürfe, daß es egoistisch wäre ein verwöhntes Einzelkind großzuziehen und so weiter.
Wir sind eine glückliche kleine Familie und geben unserer Tochter viel Liebe. Wir achten darauf, daß sie viel Kontakt zu anderen Kindern hat.
Auch Einzelkinder können doch glückliche Menschen werden.

LG

Miramanee

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7. Mai 2004 um 11:31

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Hallo, ich bin ein Einzelkind und nicht verkorkster als andere.

Das ist so typisch. Sobald man nicht der deutschen Normfamilie entspricht (Vater, Mutter zwei Kinder) wird man komisch angeguckt, weil man zu viele, zu wenige oder gar keine Kinder hat.

Irgendwie haben die Leute auch immer was zu meckern. Wenn man nur ein Kind hat, zieht man ein verwöhntes Einzelkind groß. Hat man mehr als zwei Kinder wird schon gefragt ob man kein anderes Hobby hat. Lässt man die Kinder fremd betreuen ist man eine Rabenmutter, sitzt man zu Hause ist man ja nur Hausfrau. Frauen die keine Kinder wollen, sind sowieso nicht normal oder unweibliche Karrieremonster. Gibt man dem Kind nicht ausschließlich gesunde Vollwertkost ist es nicht in Ordnung, wenn man es aber tut, dann wird man als Öko bezeichnet. Will man auch Freiraum für eigene Interessen haben, besonders als Frau, dann ist man natürlich egoistisch. Wie ist es denn nun richtig?

Diese Reihe ließe sich beliebig fortsetzen. Manchmal kommt es mir so vor, als ob man besonders als Mutter von vielen Leuten nicht mehr als mündiger Erwachsener angesehen wird. Andere Menschen wissen anscheinend immer wesentlich besser, wie man zu leben hat. Leider kann man diese Besserwisser und Ratschlaggeber nicht vollständig aus seinem Leben verbannen. Aber oft frage ich mich, warum können die sich nicht um ihren eigenen Kram kümmern. Merken sie nicht, dass keiner die Ratschläge hören will und sie nur nerven? Wie gut, dass nicht alle Menschen so sind.

LG

Wolkenschaf

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7. Mai 2004 um 11:39

Keine Angst
ich werde bestimmtnicht der Leute wegen oder aus pädagogischen Gründen ein Kind kriegen.

Ich kenne allerdings zwei Paare im Bekanntenkreis, die ihr zweites Kind zum großen Teil aus diesen gründen bekommen haben.
Man könne doch kein Einzelkind planen, meinten sie. Jedenfalls wäre es nicht gut für die Entwicklung. Ob es gut ist für die Entwicklung, ein zweites Kind zu planen, bloß damit das erste kein Einzelkind bleibt, müsste mal untersucht werden.

Ich wollte mich eigentlich hier nur mal ein bißchen auskotzen.

LG

Miramanee

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7. Mai 2004 um 11:43

Genau
diese fassungslosen Gesichter kenne ich auch. der witz ist diese Gesichter sind genauso fassungslos, wenn man keine oder mehr als zwei Kinder möchte. Immer schön der Norm entsprechen.

Das blödeste habe ich mal erlebt, als eine solche "Normmutter" einer guten Freundin von mir (Mutter von 3Kindern, die jüngeren Zwillinge) sagte, sie kann nicht verstehen, wie man sich 3Kinder anschafft. Meine freundin meinte darauf, welchen der Zwillinge, sie den ihrer Meinung nach nach der Geburt hätte weggeben sollen.

LG

Miramanee

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7. Mai 2004 um 15:02
In Antwort auf Miramanee

Keine Angst
ich werde bestimmtnicht der Leute wegen oder aus pädagogischen Gründen ein Kind kriegen.

Ich kenne allerdings zwei Paare im Bekanntenkreis, die ihr zweites Kind zum großen Teil aus diesen gründen bekommen haben.
Man könne doch kein Einzelkind planen, meinten sie. Jedenfalls wäre es nicht gut für die Entwicklung. Ob es gut ist für die Entwicklung, ein zweites Kind zu planen, bloß damit das erste kein Einzelkind bleibt, müsste mal untersucht werden.

Ich wollte mich eigentlich hier nur mal ein bißchen auskotzen.

LG

Miramanee

So kann es auch sein
Ich habe auch eine Einzeltochter. Sie ist manchmal sogar sehr froh darüber, daß sie mich mit keinem Geschwisterkind teilen muß. Klar wünscht sie sich manchmal einen großen Bruder. Aber oft genug sagt sie, daß es schön ist, daß ich nur ihre Mami ganz allein bin.
Viel Freude mit Deiner Süßen wünscht Dir zauberlilie

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7. Mai 2004 um 16:48

Man schuldet niemandem ein Kind
wenn man es nicht will. Ich wollte mir dem kinderkriegen noch Zeit lassen aber es ist nunmal passiert und nun bin ich auch glücklich darüber, aber ich habe auch nicht vor mir noch ein weiteres "zuzulegen". Ich habe das schon in der Schwangerschaft gesagt und nach der Geburt erst recht! Alle haben gesagt "warte erstmal ab", aber ich denke, daß ich mit einem Kind ausgelastet bin. Außerdem haben meine Schwestern 2 Mädchen (3,5 und 6) und einen Jungen (2). Mit denen wird meine Tochter genug Kontakt haben und ich denke das reicht auch. Und letzlich ist das Sozialverhalten auch eine Sache der Erziehung und da spielt es keine Rolle ob ein Kind Einzelkind ist oder nicht. Und oft wird auch das jüngste Geschwisterkind verwöhnt, während man anderen Kindern nicht "ansieht" daß es Einzelkinder sind.
Aber ich kann Dich gut verstehen. Ich empfinde die Babyzeit zwar als sehr schön und aufregend und vielleicht werde ich auch später wehleidig daran zurückdenken wenn meine Tochter größer ist, aber soll ich dann jedesmal ein neues Baby machen? Dann habe ich ja irgendwann nen ganzen Stall voll! Um Gottes Willen.....

LG
Nixe

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7. Mai 2004 um 17:55

Hallo Miramanee,
Ich selber bin zwar Mutter von 4 Kindern im Alter zwischen 3 und 7 Jahren, aber wenn Deine Tochter Kontakt mit anderen Kindern hat, ist das ja vollkommen ok, dass Du keine weiteren Kinder willst. Ich verstehe Dich da auch ganz gut, da wir auch endlich keine Windelkinder mehr haben, alle auch mal alleine auf den Spielplatz vor dem Haus gehen und sogar halbwegs gut folgen. Wenn das alles wieder von vorne anfangen würde......vor allem wenn Du in dieser Zeit unzufrieden warst. Eine zufriedene Mutter ist meiner Meinung nach das Wichtigste für Kinder, alles andere ist da zweitrangig.
Vor allem: Es ist allein DEINE Entscheidung, da hat niemend anderes mitzureden! Du schuldest auch Deinem Kind nichts. Deine Tochter liebt Dich genau so wie Du bist und braucht zum Glücklichsein keine Geschwister.
Sie hat ja Kinder in Der Nachbarschaft, im Kindergarten, eventuell im Turnen und später in der Schule. Sie muß nicht egoistisch werden, das hängt allein von Euerer Erziehung ab. Es gibt außerdem auch sehr egoistische Geschwisterkinder, die dem anderen Geschwisterchen nicht das kleinste Krümelchen gönnen. Und Liebe kann ein Kind nie genug bekommen, da hat sie ja als Einzelkind einen ganz klaren Vorteil

Liebe Grüße

Igelbaby

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9. Mai 2004 um 13:08

Auf Muttertag
kann ich wirklich verzichten
Meine eigene Mutter mag ihn schon nicht, da er, wie sie selbst sagt, ein Naziunfug sei, der von den Blumenhändlern genutzt würde. Ich finde da hat sie recht und so kommen wir alle ohne aus.

Ich mag diese erzwungenen Ehrungen auch nicht, wüsste auch nicht wozu. Das wäre für mich so, wie Mitarbeiter des Monats oder etwas ähnliches und die Vorstellung, dass mein Kind an einem solchen Tag gezwungen wäre, sich extra zu verrenken, finde ich albern.

Also kein argument

LG

Miramanee

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9. Mai 2004 um 15:02

Ich mag ihn trotzdem nicht
Auch wenn die Nazis ihn nicht erfunden haben, haben sie den Muttertag hierzulande erst wirklich populär gemacht.

LG

Miramanee

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9. Mai 2004 um 15:35

Ich poste Dir mal was dazu,
das Deine Zweifel hoffentlich beseitigen hilft:

"/ News / Hintergrund /
Hintergrund




Einzelkinder: Kindheit ohne Konkurrenz?

Die meisten Paare gründen eine Familie mit der Absicht, später einmal (zwei oder mehr) Kinder zu haben. Wie die Statistik zeigt, bleibt es bei der Absicht. Die Familie mit nur einem Kind ist in den deutschsprachigen Ländern die häufigste Familienform und weiter im Zunehmen begriffen.
Die möglichen Gründe: Eltern stellen nach der Geburt ihres ersten Kindes fest, dass sie ihr Berufs- und Beziehungsleben beträchtlich einschränken müssten, wenn sie sich für ein zweites Kind entschliessen würden. Frauen wollen ihre Berufslaufbahn weiterverfolgen und sind nur für einen kurzfristigen Unterbruch zu haben. Sie lehnen es ab, Haushalt, Kinderversorgung und familienbezogene Aufgaben ihren beruflichen Perspektiven zu opfern oder entscheidend einzuschränken. Mit einem Kind sind diese Ansprüche einfacher zu bewältigen. Auch medizinische Gründe (sekundäre Sterilität) sind möglich, wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt.
Die Zunahme der Einzelkinder hängt auch mit der progressiven Scheidungsrate zusammen: Paare trennen sich wieder, die Familienplanung ist damit beendet. Auf der anderen Seite sind es die gesellschaftlichen Werte, die sich gewandelt haben: Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, Prestige, Leistung, Glück und Erfolg haben traditionellen gemeinschaftsbezogenen Werten wie Gruppe oder Familienzusammengehörigkeit den Rang abgelaufen. Kinder sind nicht mehr dazu da, den Lebensabend ihrer Eltern zu sichern, im Gegenteil, häufig stellen sie die Eltern vor ökonomische Probleme.


Vorurteile

Egoïste heisst ein Parfum der bekannten Firma Chanel. Angesprochen werden männliche Einzelkinder: Egozentriert, selbstbewusst, erfolgreich und individualistisch, wie diese Mittelpunktskinder seien, hätte der Name für sie einen ebenso hohen wie positiven Identifizierungsgrad, so die Erklärung der Marktpsychologin des Unternehmens. Als hätten sie auf dieses Parfüm mit dem ansprechenden Namen gewartet, würden sich Männer für diese Chanel-Kreation entscheiden: Egoiste - das bin ich! Ein Parfüm, das zu mir passt!
Auch die Medien tragen mit Schlagzeilen wie Kleine Prinzessinnen und Prinzen - Die neuen Sorgenkinder oder Geschwister bieten Schutz vor den Eltern zur hartnäckigen Zementierung happiger (Vor)Urteile über Einzelkinder bei. So ist denn auch die amerikanische Einzelkindforscherin Judith Blake überzeugt, dass Einzelkinder nur einen Nachteil haben: Sie leiden alle unter den Vorurteilen, die ihnen Lehrkräfte, Nachbar(inn)en, Verwandtschaft und auch andere Kinder entgegenbringen. Sachliche Informationen über das Thema sind oft uninteressant und finden in den Medien keine angemessene Verbreitung.


Was meinen die Einzelkinder?

Die deutsche Soziologin Marion Rollin führte eine Umfrage durch. Anhand offener Fragen mit 48 Einzel- und Geschwisterkindern erfasste sie die persönlichen Erfahrungen der Kinder. Sie wurden aufgefordert, was ihnen spontan im Hinblick auf die Vor- und Nachteile ihrer eigenen Lebenssituation einfiel. In den Antworten zeigt sich, was Einzel- und Geschwisterkinder unterschiedlich erfahren: Einzelkinder haben mehr Freiraum, ihre Individualität auszuleben. Sie geniessen ihr eigenes Zimmer, ihre ungestörte Ruhe und die Tatsache, dass sie die Zuwendung der Eltern beziehungsweise Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke mit keinem Geschwister teilen müssen.
Die 11jährige Nadja: Wenn ich Geschwister hätte, würde ich nie soviel Geld und Verständnis kriegen. Ein Einzelkind ist immer zufrieden, weil ihm alles allein gehört, sogar die Eltern. Einzelkinder aber machen, dies zeigt die Umfrage, weniger soziale Erfahrungen in der Familie. Es gibt keinen Streit um Spielsachen, Mamas Bett muss nicht geteilt werden, das Schlittschuhlaufen scheitert nicht an der Rücksichtnahme auf ein kleineres Geschwister.
Umgekehrt ist aber auch niemand da, mit dem man ein Gespräch führen kann, das nicht für die Ohren der Eltern bestimmt ist: Ein Sonntag kann für ein Einzelkind, zumindest bis in die Pubertät, schon mal langweilig sein, wie der 13jährige Nicolas bestätigt: Ich bin ein Single. Das ist eine total einsame Sache. Wenn ich mal was anstellen will, fehlt mir der zweite Mann. Wenn ich was Verrücktes gemacht habe, habe ich nie einen Bundesgenossen, der mir hilft. Man ist immer allein den Eltern ausgeliefert.


Das Einzelkind und seine Eltern

Erich Kästner, ein Einzelkind, beschreibt in seiner Geschichte: Als ich ein kleiner Junge war, wie er von seinen Eltern eifersüchtig umworben wurde. Weihnachten war für ihn der schrecklichste Tag im Jahr. Schon Wochen vor dem grossen Ereignis sass sein Vater nächtelang in seiner Werkstatt und sägte, leimte, schnitzte, nagelte und pinselte neue Spielsachen für seinen Sohn. Die Mutter durchstreifte tagelang die Geschäfte nach Geschenken und füllte damit eine Kommode, bis sie fast platzte.
Es war ein Konkurrenzkampf aus Liebe zu mir, und es war ein verbissener Kampf. Es war ein Drama mit drei Personen, und der letzte Akt fand alljährlich am Heiligabend statt, so Kästner. Die Hauptrolle spielte ein kleiner Junge. Von seinem Talent aus dem Stegreif hing es ab, ob das Stück eine Komödie oder ein Trauerspiel wurde. War es dann soweit, stellten sich die Eltern links und rechts neben dem Gabentisch, jeder neben seine Gaben, als sei das Zimmer samt Fest halbiert. Unter Höllenqualen leidend, pendelte der kleine Junge am Tisch hin und her: Ich freute mich rechts zur Freude meiner Mutter. Ich freute mich an der linken Tischhälfte über den Pferdestall im allgemeinen. Und noch einmal rechts und noch einmal links und nirgends zu lange und nirgends zu flüchtig.
Unbestritten kann sich beim Kind aus dieser Not heraus (auch) Stärke entwickeln. Ein hohes Mass an Sensibilität, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, kann der positive Ausdruck dieser Erfahrungen sein: Sobald sich ein Kind mit dem Vater identifiziert, kommt die Mutter, die ganz anders ist und die Gegenseite vertritt, und das Kind nimmt wieder Abstand von ihm und versetzt sich in ihre Lage. Abgrenzung ist für Einzelkinder lebensnotwendig, da sie das Verhalten ihrer Eltern ungefiltert und nicht verteilt auf andere Geschwister erleben.
Doch ein Einzelkinddasein birgt auch die Gefahr des Verwöhnens und Überbehütetseins in sich. Die Gefahr ist gross, dass Einzelkinder zur Projektionsfläche elterlicher Wünsche werden: Das Kind soll so sein, wie man selbst gerne geworden wäre! Noch heute darf dieser heimlich vorhandene Wunsch nicht laut geäussert werden, will man sich nicht der Kritik aussetzen.
Und doch haben solche Wünsche manchem Kind zu besseren Chancen verholfen, meint der Psychoanalytiker und Familientherapeut Horst-Eberhard Richter, selbst ein Einzelkind und heute Vater von vier Kindern: Es ist zweifellos ein normales und grundsätzlich positiv zu wertendes elterliches Bedürfnis, dass ihr Kind die Probleme des Lebens besser lösen möge als sie selbst. Es ist der persönliche Ausdruck des Menschheitsstrebens nach einem besseren Leben für die zukünftigen Generationen. Kritisch wird es dann, wenn die Projektion des elterlichen Ich-Ideals auf das Kind nur dem eigenen Verlangen entspricht, sich selbst zu heilen, seine unbefriedigten Wünsche (narzisstische Bedürftigkeit) und unbewältigten Konflikte über das Kind auszutragen.


(K)ein Unterschied

Unterscheiden sich Kinder ohne Geschwister von Kindern, die mit Geschwistern aufwachsen? Die Antwort der Psychiaterin und Forscherin Cécile Ernst und ihres Kollegen Jules Angst, beide aus Zürich, in ihrer Anfang der achtziger Jahre erschienenen Studie über die Bedeutung der Geschwisterfolge ist eindeutig: Entscheidend, so ihre These, seien allein die Qualität der Beziehung innerhalb der Familie und die soziale Schicht, aus der die Einzelkinder kommen.
In ihrer zwischen 1946 und 1980 ausgewerteten Literatur fanden sie keinen einzigen Hinweis darauf, dass Einzelkinder in ihrer intellektuellen oder charakterlichen Persönlichkeitsentwicklung entweder bevorzugt oder benachteiligt sind, wenn man sie mit Geschwisterkindern des gleichen Umfeldes vergleicht. Einzelkinder hätten es zwar oft schlechter, weil sie häufiger als alle anderen aus geschiedenen oder getrennten Partnerschaften stammen. Der Einflussfaktor sei hier aber die Scheidung, nicht das Einzelkinddasein an sich, betonen Ernst und Angst: Scheidung und Trennung der Eltern kann zwar die Entwicklung der Kinder beeinträchtigen, vergleicht man aber Einzelkinder mit Personen, die denselben familiären Hintergrund haben, lässt sich keine besondere Gefährdung der Einzelkinder erkennen.
Was jedoch die Einzelkind-Eltern angeht, so unterscheiden sie sich laut Hartmut Kasten, Psychologe, Pädagoge und Buchautor, von anderen Eltern in einigen wesentlichen Punkten: Beide Elternteile, vor allem aber die Mütter, legen weniger Gewicht auf geschlechtsrollenkonformes Verhalten bei ihren Kindern. Auch ist ihr eigenes Geschlechtsrollenverhalten liberaler und weniger stark an Stereotypien orientiert. Einzelkind-Eltern messen ihrer persönlichen Freiheit, ihrer beruflichen Karriere und ihrer partnerschaftlichen Beziehung einen grösseren Stellenwert bei als Eltern mit mehreren Kindern.
Insbesondere Mädchen werden in ihrer Geschlechtsrollenerziehung freier erzogen: Väter schenken ihrer Einzelkind-Tochter auch mal ein typisches Knabenspielzeug oder fördern sie technisch und naturwissenschaftlich. Sie fühlen sich nicht genötigt, ein starkes männliches Vorbild abzugeben, sondern können sich auch unmännliches, einfühlsames oder zärtliches Verhalten erlauben.
Anders verhalten sich Väter gegenüber ihrem männlichen Einzelkind: Sie zeigen sich rollenkonformer und wählen für ihr Kind geschlechtstypische Spiele und Spielsachen aus. Das Mädchenspielzeug wird abgelehnt. Väter sind bei ihren Einzelkind-Söhnen in ihrer eigenen Männlichkeit gefordert(er), ihren Kindern ein gutes Vorbild zu sein. Sie greifen dabei auf traditionelle männliche Geschlechtsrollenmerkmale zurück. Umgekehrt erwarten sie von ihren Söhnen auch männliches Verhalten.
Als Fazit bleibt: Mädchen profitieren stärker von ihrem Einzelkinddasein. Ob deshalb so krampfhaft an den Vorurteilen über das Einzelkind festgehalten wird? Oder möchte man(n) Einzelkind-Mütter zu einem zweiten Kind und damit zur Einschränkung/Aufgabe ihrer Berufstätigkeit einladen? "

gefunden unter:
http://www.toppharm.ch/news/hintergrund/1496/1498/-

Murmel

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9. Mai 2004 um 18:38

Laß
dir ja nicht in einer so persönlichen sache dreinreden oder einmischung zu !das steht KEINEM zu - nicht mal deiner mutter.sag den lieben mitmenschen das mal...

vorallem deinen letzten satz würde ich glatt unterschreiben.

gruß von nemesis
www.dunkle-mondin.de

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16. Mai 2004 um 20:16

Egoistisch? Dumme Floskel!
Seinem Kind ein Geschwisterchen schulden?? Es gibt keinen größeren Unsinn und nur wenige Irrtümer, die so verderblich sind wie dieser! Ich schätze mal, viele Eltern sind genau wie du mit einem Kind glücklich und voll ausgelastet. Nur verpflichten die sich halt dummerweise, wegen lächerlicher Einzelkind-Phobie, zu einem zweiten. Häufiges Resultat: Stress und nervliche Überlastung, Chaos, vernachlässigte Kinder... Der moderne Mensch ist, bei all seinen sonstigen Interessen, einer umfangreichen Elternrolle nicht immer gewachsen. Bei genauer Beobachtung endet mit dem zweiten Kind eher die Idylle, als dass sie anfängt. Und dann verseuchen diese Eltern ihr Umfeld mit frechen Kommentaren und treiben zufriedene, aber leider verunsicherte Einzelkindmütter in ein ähnliches Schicksal. Lass dir das nicht gefallen! Zwei Kinder weil "kein Einzelkind!" ist selten die Ideallösung. Darüber sollte man betreffende Eltern ruhig mal aufklären.
Deine Tochter wird davon profitieren, dass du dich intensiv um sie kümmern kannst. Auch materiell nichts teilen zu müssen, ist ein klarer Vorteil, der bloß von Habenichtsen in ein schlechtes Licht gerückt wurde. Ein verwöhnter Mensch ist zufriedener und weniger neidisch als andere und kann wegen des eigenen Glücks auch besser gönnen.
Du bist also durchaus im Recht, wenn du, ohne den Geschwister-Quatsch zu berücksichtigen, deine kleine Familie genießt.

Die Waldkatze (hurra, Einzelkind!)
mit informativer HP:

www.geschwisterlos-gluecklich.de.vu
bzw. www.paradies-einzelkind.de.vu

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23. Mai 2004 um 23:49

Du fühlst dich wohl angesprochen
von meiner Analyse des Familienlebens mit zwei Kindern!? So oft passiert es halt nicht, dass man als Mitglied einer Normfamilie mit den eigenen Schwierigkeiten konfrontiert wird. Nur Einzelkindern und ihren Eltern werden Probleme eingeredet, die gar nicht vorhanden sind - Neider mit Drang sich abzureagieren??
Dass mich Selbstzweifel quälen, ist Wunschdenken deinerseits, aber das weißt du bestimmt, hast nur was Böses schreiben wollen *g*

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25. Mai 2004 um 18:23

Einzelkind ist völlig ok
Habe auch nur ein Kind. Wollte nie ein zweites. Alle Freunde und Bekannte mit 2 oder 3 Kindern,haben es mittlerweile bereut. Habe zu oft schon gehört,ein Kind wäre auch in Ordnung gewesen.
Habe auch das Gefühl, ab dem 2 Kind sind die Eltern mit ihrer eigenen Beziehung völlig überfordert.

Lonely

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28. Mai 2004 um 22:01

Nein!!!
Einfach nur nein!!!Zudem kann es sich heutzutage auch nicht jeder leisten!Geniesse dein leben mit ihr und gib ihr all deine liebe und aufmerksamkeit!

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2. Juli 2005 um 19:57
In Antwort auf lita_11889024

Weghören
Hallo, ich bin ein Einzelkind und nicht verkorkster als andere.

Das ist so typisch. Sobald man nicht der deutschen Normfamilie entspricht (Vater, Mutter zwei Kinder) wird man komisch angeguckt, weil man zu viele, zu wenige oder gar keine Kinder hat.

Irgendwie haben die Leute auch immer was zu meckern. Wenn man nur ein Kind hat, zieht man ein verwöhntes Einzelkind groß. Hat man mehr als zwei Kinder wird schon gefragt ob man kein anderes Hobby hat. Lässt man die Kinder fremd betreuen ist man eine Rabenmutter, sitzt man zu Hause ist man ja nur Hausfrau. Frauen die keine Kinder wollen, sind sowieso nicht normal oder unweibliche Karrieremonster. Gibt man dem Kind nicht ausschließlich gesunde Vollwertkost ist es nicht in Ordnung, wenn man es aber tut, dann wird man als Öko bezeichnet. Will man auch Freiraum für eigene Interessen haben, besonders als Frau, dann ist man natürlich egoistisch. Wie ist es denn nun richtig?

Diese Reihe ließe sich beliebig fortsetzen. Manchmal kommt es mir so vor, als ob man besonders als Mutter von vielen Leuten nicht mehr als mündiger Erwachsener angesehen wird. Andere Menschen wissen anscheinend immer wesentlich besser, wie man zu leben hat. Leider kann man diese Besserwisser und Ratschlaggeber nicht vollständig aus seinem Leben verbannen. Aber oft frage ich mich, warum können die sich nicht um ihren eigenen Kram kümmern. Merken sie nicht, dass keiner die Ratschläge hören will und sie nur nerven? Wie gut, dass nicht alle Menschen so sind.

LG

Wolkenschaf

Diese Sache, hat auch ein Hacken
Bin männlich um die 30, Einzelkind.

Bei Mädchen ist es wahrscheinlich nicht so schlimm,weil sozialer.

Als Einzelkind hat man einen Nachteil:
Soziale Fertigkeiten, Emotionale Kompetenzen und kommunikative Durchsetzungseigenschaften wie Ironie, Verarschungstricks, Mobbing, Kontaktknüpfung, Teamgeist, Führungsstärke werden durch das Spielen und Streiten zwischen Geschwistern unbemerkt erlangt und trainiert.
Diese Möglichkeit,sich für die Gesellschaft("Das Leben")vorzubereiten haben Einzelkinder eben nicht.

Daher kann es schon mal vorkommen, das man sich als Einzelkind, von Geschwisterkindern abschreckt, und zum Außenseiter wird.

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3. Juli 2005 um 20:02
In Antwort auf lonely6

Einzelkind ist völlig ok
Habe auch nur ein Kind. Wollte nie ein zweites. Alle Freunde und Bekannte mit 2 oder 3 Kindern,haben es mittlerweile bereut. Habe zu oft schon gehört,ein Kind wäre auch in Ordnung gewesen.
Habe auch das Gefühl, ab dem 2 Kind sind die Eltern mit ihrer eigenen Beziehung völlig überfordert.

Lonely

Ähm...
...ALLE deine bekannten?

dann tun die mir aber sehr leid...

es gibt durchaus eltern mit mehr als einem oder zwei kindern, die diese entscheidung nicht bereuen und deren beziehung dadurch keinen großartigen schaden nahm...

lg sunseeker
...mit zwei brüdern und glücklichen eltern

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17. Juli 2005 um 0:55

Auf dich kommt es an
Obwohl ich selber begeisterte Mutter (und selber Einzelkind) zweier Kinder bin muß ich sagen, daß in Deiner Frage schon so viel Ablehnung gegen ein zweites Kind durch kommt, daß ich Dich dazu ermutigen möchte zu Deinem Einzelkind zu stehen. Du kämst sicher auch mit zwei Kindern prima klar aber wenn Du es nicht möchtest, lasse es einfach sein. Schulden tust Du Deinem Kind sicher keine Geschwister. Es hat eben andere Erfahrungen als Kinder mit Geschwistern, das heißt ja nicht, daß es zwangsläufig schlechtere Erfahrungen macht.Einzelkind haben andere Chancen, die ungeteilte Aufmerksamkeit kann Segen oder Fluch sein, je nach dem wie man mit der Situation umgeht.Wie aber Deine Frage zeigt machst du Dir durchaus Deine Gedanken und wirst schon den Weg finden der für Euch der Richtige ist.

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