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Scheitern wegen Kindererziehung???

7. April 2015 um 21:21

Hallo, ich bin neu hier und möchte gleich mal eine Frage an euch stellen und hoffe, dass der einer oder anderen vielleicht einen praktischen Tipp für mich hat...

Kurz zur Situation: Ich habe vor zwei Jahren den Mann gefunden der so richtig zu mir passt......... alles ist super, so lange wir keine Thema bezüglich Kindererziehung haben. Inzwischen dreht sich alles darum und ständig geraten wir in Streit darüber.
Ich habe einen Sohn von sechs Jahren der bei uns lebt. Mein Lebensgefährte hat einen Sohn von 7 Jahren und eine Tochter von 9 Jahren. Seine Kinder sind jedes zweite Wochenende von Fr bis Mo bei uns und in der jeweils anderen Woche noch einmal einen Tag. Die Kinder verstehen sich überwiegend gut und die Erwachsenen mit den jeweils anderen Kindern auch recht gut.

Nun zu der Problematik: Mein Lebensgefährte setzt seinen Kindern wenig Regeln, fordert nichts und lässt nahezu alles gewähren. Er bedient und verwöhnt und hüpft wenn sie etwas wollen. Ich erziehe meinen Sohn liebevoll aber konsequent, fordere auch mal Mithilfe oder das er seinen Müll aus dem Zimmer räumt oder seine Schultasche packt oder ähnliches (für mich eben ganz normale Dinge für dieses Alter).

Ich weiß, dass ich mich in seine Erziehung nicht einmischen sollte, das kann ich auch solange mein Sohn nicht dabei ist. Ich kann meinem Sohn nicht klar machen warum er sein Essen aufessen soll aber die anderen jedes Essen wegschmeißen dürfen, warum er hilft den Tisch zu decken, warum er nicht stundenlang vor dem Fernseher sitzen darf, er seinen Bonbonmüll in den Mülleimer bringen soll, o.ä. Das sind alles kleine Dinge, das ist mir bewusst, jedoch fühlt er sich jedes Mal zurück gesetzt.

Wenn die Kinder nicht so sehr im gleichen Alter wären würde ich damit argumentieren können aber so ist es schwer.

Hinzu kommt, dass wir sehr unterschiedlicher Meinung sind, was Geschenke angeht.... seine Kinder bekommen Ostergeschenke im Wert von ca 100! Bei uns war bisher Süßes und eine CD o.ä. Ich muss dann irgendwie nachziehen, damit mein Sohn nicht das Gefühl hat der Osterhase hätte ihn weniger gern.

Leider endet jedes Gespräch darüber damit, dass ich mir anhören muss, dass ich seinen Kindern nichts gönnen würde oder sie nicht Kind sein lasse. Ich bin durchaus zu Kompromissen bereit, kann/will aber nicht alle meinen Erziehungsansätze über Bord werfen.

Vielleicht hat jemand einen Tipp für mich wie es weitergehen kann? Ich habe wirklich sorge, dass die Beziehung daran zerbrechen kann...

Liebe Grüße und vielen Dank schon mal,
Trijani

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14. April 2015 um 22:08

Unterschiedliche Erziehungsansichten
können eine Beziehung sehr auf die Probe stellen. Deswegen scheitern ja auch viele Paare, wenn sie Kinder kriegen.
Als Tipp: nehmt zwei Wohnungen. = nicht gemeinsam wohnen würde die Spannung nehmen und dein Sohn müsste nicht immer zusehen, wie die anderen viel mehr kriegen und dürfen. Die Feiertage würde ich sowieso nicht gemeinsam verbringen, denn das zeigt die Klassenunterschiede sehr deutlich. Das kann ja nicht gut gehen. Mir tut dein Sohn leid in der ganzen Sache. Ausserdem hätte doch dein Sohn bestimmt Freude daran, wenn er mit seinem eigenen Vater (und Mutter, natürlich) z.b. Weihnachten und Ostern feiern könnte? Warum gehst du nicht zum biologischen Vater um diese Feiertage zu verbringen? Du hast dich zwar von ihm getrennt, aber dein Sohn ist ja immernoch auch sein Sohn. Oder will der nicht?

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27. Mai 2015 um 19:45

Erziehungsfragen
Hallo,

habe deinen Post mit Interesse gelesen. Das ist ja eine schwierige Situation. Schon von daher, dass du deinen Sohn bei Euch hast und die anderen Kinder Wochenendkinder sind. Und - soweit hab ich es erlebt - so ein "Papawochenende" ist und muss seitens der Papakinder und des Papas etwas anderes als Alltag. Die Kinder fühlen sich vielleicht benachteiligt. Und der Papa hat vielleicht einfach nur ein megaschlechtes Gewissen.

Es tut mir leid, aber ich denke wenn es funktionieren soll, wäre es nötig beiderseitig einen Kompromiss in Bezug auf Geschenke zu finden. Ein bisschen mithelfen im Haushalt hat noch niemand geschadet.

Wir haben so was ähnliches übrigens gemacht, vielleicht hilft es bei Euch ja auch? Erklärt einfach jedes Wochenende den Samstag zum "offiziellen Verwöhnsamstag mit Lümmelerlaubnis". Da dürfen dann die Kinder was du beschreibst, es gibt ungesundes Essen, es können alle Fünfe grade sein, der Spaß steht vornan und alle haben es mehr als gut beim Extra-Verwöhntwerden. Das solltet ihr dann aber voll offiziell einführen, vielleicht auch mit Stofftieren als Symbolen (wo die wilden Kerle wohnen oder ähnliches): Leute, das ist etwas ganz Besonderes aber wir sehen euch selten und möchten dass wir alle eine schöne Genusszeit miteinander haben. Somit weiß dann dein Sohn, dass danach wieder die "normale Alltagszeit" anfängt und kann fröhlich mitmachen und hat auch etwas davon. Und die Kinder deines Mannes wissen ebenso (das wissen sie wahrscheinlich ohnehin, denn im Alltag werden sie das ja nicht immer so bekommen können wie bei Euch), dass danach wenn sie wieder weg sind "ein anderes Leben" ist.

Übrigens: Regeln sind gut für Kinder.
Ich habe solche Kinder (bin in der Bildung tätig) schon öfter mit den "Spätfolgen" von Verwöhnvätern oder MÜttern erlebt. Konfliktunfähig regressieren sie bei jeglichem Problem ins Trotz- und Babyverhalten. Sie sind nicht gewohnt, auf Druck Leistung zu bringen (ich meine jetzt nichts Schlimmes, nur halt von allein für einen Test lernen oder so). Und sie externalisieren jegliche Schuld bei allfälligen Missgeschicken. Gott und die Welt sind schuld, sie sind die armen Opfer. Sie halten sich eigenartigerweise dann auch immer an Leute, die ihnen klare Regeln und Richtlinien geben. Denn junge Menschen brauchen das doch! Und schätzen es auch - es gibt ihnen Halt.

Im Erwachsenenalter haben verzogene junge Leute, die mir ja auch oft leid tun, oft eine schwere Zeit. Sie ecken viel an, haben Probleme Jobs zu finden, wechseln mehrfach die Ausbildung und haben oft auch Probleme in den Beziehungen.

Also: einigen mit dem Mann auf eine Linie, Regeln für alle aufstellen, konsequent sein.

Dann klappts auch mit dem Patchwork (hoffentlich in diesem Fall... )

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27. Mai 2015 um 20:39

Danke
Hallo Ella, danke für die aufmunternde, ausführliche Mail
Ein "speziellen" Tag abzusprechen finde ich eine tolle Idee, das werde ich ausprobieren.

Nach diversen Diskussionen und Gesprächen in den letzten Wochen konnten wir uns glücklicherweise etwas annähern.

Gruß, Trijani

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