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Sauberkeitserziehung mit 9 Monaten

22. Februar 2015 um 16:35

Hi!
Ich will hier mal eine Diskussion starten bzw. eure Erfahrungen zu dem Thema wissen:
Überall liest man, man soll nicht zu früh mit der Sauberkeitserziehung anfangen, die Kinder müssten 2-3 Jahre alt sein, weil sie vorher ihre Schließmuskeln nicht kontrollieren könnten usw.
Ich habe eine Tochter (jetzt 4 1/2 Jahre) und einen Sohn (13 Monate) alt und habe folgende Erfahrungen gemacht:

Als meine Tochter mit 9 Monaten frei sitzen konnte, meinte meine Mutter, ich soll sie doch mal ans Töpfchen gewöhnen. Ich wär zu dem Zeitpunkt selbst nie drauf gekommen, das schon zu probieren und keiner meiner Bekannten mit Kindern im gleichen Alter, hat das getan. Ich hab es dennoch ausprobiert und da der Stuhlgang unserer Tochter immer mittags zur gleichen Zeit kam, hat das sehr schnell geklappt. Wir stellten das Töpfchen neben ihre Spielzeugschublade, sie hat gespielt, gedrückt, der Kaka war da, wir haben ihn ihr gezeigt und sie gelobt. Alles ohne Zwang, Kampf, Druck oder Bestrafen, wenns mal nicht geklappt hat, sie hat das Töpfchen vollkommen akzeptiert. Wir haben sie aber immer von uns aus zur bekannten Zeit, oder ganz schnell, wenn sie gedrückt hat, draufgesetzt.
Später kam dann Pipi machen dazu: Nach dem Mittagsschlaf haben wir sie sofort darufgestezt und es kam ein Pipi. Einige Zeit später auch vorm Schlafen gehen (mittags und abends - auch mit Erfolg) Mit etwa 1 1/4 Jahren ließ sie sich dann kaum noch wickeln (es war schon immer schwierig, da sie nie still hielt), ging aber mehrmals täglich aufs Töpchen und wir brauchten meist nur noch 1 Windel tagsüber und eine nachts. Mit 1 /12 war sie tagsüber komplett trocken und hat nicht mehr in die Windel gemacht. Sie konnte nich nicht sprechen und wir haben sie einfach alle 2-3 Stunden aufs Töpchen und selbst wenn es mal länger war, hat sie es ausgehalten. Später hat sie dann auf ihren Schritt gezeigt und noch später erst "Pipi" gesagt. Mit 1 3/4 wollte sie auch abends keine Windel mehr anziehen und hat sich richtig gewehrt. Ich sagte zu ihr, dass sie doch aber nachts nicht aufs Töpfchen gehen könne, und wie um mir zu beweisen, dass sie das auch gar nicht bräuchte, war sie die ganze Nacht (nach 13 Stunden!) noch trocken. Ab diesem Zeitpunkt ging zwar manchmal tagsüber oder nachts noch was in die Hose, das ist aber normal ( z.B. wenn die Kinder ins Spiel vertieft sind) und kam im Schnitt viellecht 1 mal im Monat vor.

Mit meinem Sohn habe ich quasi genauso begonnen: Als er sitzen konnte, hab ich ihn, wenn er gedrückt hat, schnell draufgesetzt, ihm den Kaka gezeigt und ihn gelobt. Auch er hat das Töpfchen sofort akzeptiert. Dann kam Pipi machen vor dem Baden und Schlafen gehen dazu und auch das konnte er mit 10 Monaten schon kontrollieren. Natürlich ging auch noch einiges in die Windel, aber mittlerweile reicht mir meistens ebenfalls eine Windel für tags und eine für nachts. Ich nehme wie bei meiner Tochter schon Höschenwindeln, da es schneller geht und einfach an- und auszuziehen geht (besonders bei einem Zappelphilipp).
Wann er jetzt richtig sauber werden wird, kann ich natürlich noch nicht sagen, aber bisher läuft es besser, als bei vielen Familien, die erst mit 2 oder 3 Jahren mit der Sauberkeitserziehung anfangen.

Deswegen würde ich gerne folgende Thesen diskutieren / vergleichen:
1. Können ältere Babys sich leichter ans Töpfchen gewöhnen, weil sie sich noch nicht so bewusst an die Windeln gewöhnt haben, bzw. eher neue Dinge einfach mit sich machen lassen und akzeptieren? Ein Kind in der Trotzphase ist halt doch schwerer zu überzeugen, als ein Baby, das alles spannend findet.
2. Auch Babys (Mädchen und Jungen) können schon den Darm und die Blase kontrollieren. Erst gezieltes Loslassen, später auch gezieltes Anhalten.
3. Die Mama bestimmt den Zeitpunkt, nicht das Kind, alles soll aber ohne Zwang, sondern mit viel Lob und Geduld ablaufen. Immer wieder probieren. Missgeschicke sind erlaubt, wenn das Kind es aber kann, soll es das auch tun (und nicht mit Absicht in die Windel machen). Außerdem nicht immer die Kinder fragen "Musst du Pipi?" Worauf das Kind in 90 % antwortet "Nein" (weil Pipi machen langweilig ist), ob es muss oder nicht, sondern einfach probieren. Wenn es klappt - loben, wenn nicht - später noch einmal probieren.

Ich hatte mit "meiner Methode" jedenfalls weitaus weniger Probleme, als andere Eltern, mit denen ich gesprochen habe, die erst später angefangen haben, frage mich aber, warum es nicht mehr Eltern so probieren und in Ratgebern sogar davon abgeraten wird.
Ich bin gespannt auf eure Antworten
Susanne

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23. Februar 2015 um 15:41

msg
Hi Rebecca,
danke für das Teilen deiner Erfahrungen.
Das Spannende an Kindern (bzw. Menschen generell) ist ja, dass keins wie das andere ist. So wie manche mit 9 Monaten schon laufen und andere mit 16 Monaten noch nicht, gibt es bei allen Bereichen der Entwicklung "Schnelle" und "Langsame". Ich habe keinen Zweifel daran, dass meine Kinder sehr früh tatsächlich schon ihren Schließmuskel zumindest bewusst öffnen konnten. Es wäre ein zu großer Zufall, dass es immer genau in dem Moment klappt, wenn ich sie aufs Töpfchen setze und nicht 5 Minuten früher oder später. Und natürlich gibt es auch male, bei denen nichts kommt. Manchmal helfe ich auch mit und simuliere, dass ich ebenfalls drücke und dann kommt der Kaka bei meinem Sohn. Natürlich heißt das nicht, dass das zwangsläufig alle Kinder in dem Alter können. Die Frage ist aber, ob es nicht viel mehr könnten, wenn es die Eltern überhaupt probieren würden, was meines Wissens aber nicht viele tun.
Sicher ist es genauso wenig die Regel, dass alle Kinder, deren Eltern eine konventionelle Sauberkeitserziehung durchgeführt haben, 3 Stunden auf dem Klo sitzen. Jeder ist da verschieden. Dass deine Erfahrungen dich vor einer solchen Sauberkeitserziehung abschrecken ist genauso verständlich, wie dass ich es beim 2. Kind wieder genauso probiert habe.
Ich glaube außerdem nicht, dass ein (frühes) Sauberkeitstraining die Auslebung der analen Phase unterbindet. Beides gehört zum Leben: Das Ausleben von intimen Erfahrungen und das Anpassen an gesellschaftliche Normen, z.B. hier keine Windel mehr zu tragen. Auch hier sind die Bedürfnisse bei jedem Kind unterschiedlich stark ausgeprägt (bei meinen Kindern vermutlich nur sehr schwach, da ich diesbezüglich kaum Probleme hatte). Ich denke jedoch, dass auch der kindliche Wille (Trotz) oft beim Kampf ums Sauber werden eine Rolle spielt.
Und was Loben angeht ist es das A und O jeder Erziehung - egal in welchem Bereich. Wir Eltern sind die Erziehenden und müssen das Kind bei richtigem Handeln bestätigen und bei falschem Handeln korrigieren, sonst erfüllen wir unsere Aufgabe nicht. Dass man es mit Lob dennoch nicht übertreiben sollte, steht außer Frage, dass ein angebrachtes Lob aber gut tut und einen weiter motiviert, ist bei uns Erwachsenen jedoch nicht anders als bei Kindern.
Gruß
Susanne

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26. Februar 2015 um 8:28

Es geht auch ohne
ich finde das Töpchenrainig vollkommener Quatsch.
manche setzen sich ganz von alleine aufs Töpfchen und snd ab 2 zuverlässig trocken, ganz ohne Training.
die Kinder müssen es nur bei einem anderen Kind gesehen haben.
LG

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27. Februar 2015 um 15:09

Zweigeteilt
Also ich muss sagen, dass ich die Aussage: "Die Mama bestimmt den Zeitpunkt,..." nicht unterstütze.
Denn im Grunde stimmnt es nicht. Du hast deinen Kindern früh die Möglichkeit gezeigt, dass sie aufs Töpfchen können und hast sie dabei unterstützt. Da du kein Druck ausgeübt hast, haben deine Kinder also selbst bestimmt, dass es spaß macht, sie lust drauf haben und sind deswegen trocken geworden.

Ich finde es toll, dass es bei dir so gut geklappt hat. Aber das bedeutet nicht, dass es bei jedem Kind klappt.

Und ich denke nicht, dass es etwas mit dem Alter zu tun hat, wegen dem "trocken" werden. Sondern wie man allgemein zu dem Thema steht. Unser Sohn darf seit dem er robben kann, mit uns mit ins Bad. War auch nicht anders zu machen, da er diese Momente ausnutzte, um "blödsinn" zu machen.

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27. Februar 2015 um 15:18
In Antwort auf sharie86

Zweigeteilt
Also ich muss sagen, dass ich die Aussage: "Die Mama bestimmt den Zeitpunkt,..." nicht unterstütze.
Denn im Grunde stimmnt es nicht. Du hast deinen Kindern früh die Möglichkeit gezeigt, dass sie aufs Töpfchen können und hast sie dabei unterstützt. Da du kein Druck ausgeübt hast, haben deine Kinder also selbst bestimmt, dass es spaß macht, sie lust drauf haben und sind deswegen trocken geworden.

Ich finde es toll, dass es bei dir so gut geklappt hat. Aber das bedeutet nicht, dass es bei jedem Kind klappt.

Und ich denke nicht, dass es etwas mit dem Alter zu tun hat, wegen dem "trocken" werden. Sondern wie man allgemein zu dem Thema steht. Unser Sohn darf seit dem er robben kann, mit uns mit ins Bad. War auch nicht anders zu machen, da er diese Momente ausnutzte, um "blödsinn" zu machen.

Teil 2...
Weil wir ihn mitnehmen ins Bad, weiß er auch ganz genau, dass wir da pullern usw. Dennoch will er nicht aufs Töpfchen.
Er will auf die große Toilette. Was aber aufgrund seiner Körpergröße nicht geht. Selbst mit Toiletteneinsatz passt es nicht...

Wir halten ihn dann immer mehrmals am Tag einfach drüber und er strullert und freut sich. Aber das kam ganz von ihm. Er stand irgendwann einfach vor der Toilette und jammerte so lange bis wir endlich verstanden, was er wollte....

Du siehst nicht jedes Kind ist gleich und wenn man mit dem Thema Badezimmer und was man auf der Toilette macht, offener umgeht, dann klappt es vielleicht auch generell besser.

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2. Mai 2015 um 11:21

Hast du schon mal
Von der Windelfrei Methode gelesen? Google doch mal danach...
Mein Sohn ist jetzt 3Monate alt und meldet sich, wenn er muss. Er quengelt dann ein bisschen, ich setz ihn aufs Töpfchen und er macht. Nachts ist er schon trocken, wenn er mal muss, dann strampelt er.
Mit dieser Art der Kommunikation brauchen wir auch in etwa 1-2 Windeln pro Tag.
70%der Welt zieht die Kinder Windelfrei auf und das klappt auch. Bei uns wurde das nur vergessen, weil wir WWW und Waschmaschine haben.

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