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Rückstellung in den Kindergarten, wie kriegen wir das hin?

19. Februar 2011 um 15:53 Letzte Antwort: 19. Februar 2011 um 23:38

Hallo Zusammen,
unser Sohn wird im Juli 6 Jahre alt, und soll somit eingeschult werden. Er ist aber sehr klein 1,04m und wird gerade auf Wachstumsverzögerung untersucht.

Er ist zwar sehr intelligent, seine Erzieherin meinte kopfmässig wäre er in manchen Bereichen schon auf dem Stand von Zweitklässlern. (Er kann z.B. schon einfache Multiplikationsaufgaben rechnen, ist technisch sehr begabt und kann sich sprachlich schon sehr gut ausdrücken...) Er hat aber noch keinerlei Ausdauer hinsichtlich der Konzentration. Die Vorschulstunden im Kindergarten strengen ihn sehr an und sind für ihn eine richtige Quälerei. Er ist auch immer sehr aufgedreht und und flatterhaft, kann sich also nicht lange mit einer Aufgabe befassen, und ist schnell überfordert. Er stört im KIGA auch oft durch dauerndes Quatschmachen, und Rumgehampel. Nun ist es so, dass die anderen Kinder, (obwohl er eigentlich recht gut integriert ist zu ihm sagen, du 'du kannst ja noch kein Riese sein (so heißen bei uns im KIGA die Vorschüler), du bist ja noch so klein`.

Kurz gesagt, er ist komplett noch nicht schulreif, sogar die Kooperationslehrerin hat das gesagt.

Wir würden würden ihn gerne zurückstellen, aber das geht nicht mehr, weil er dann das letze Jahr in eine Förderklasse muss, seit diesem Jahr ist das hier so geregelt . Diese Klasse ist 4 km weit weg in der Nachbargemeinde, und in einer Förderschule untergebracht, was wir gar nicht wollen, weil er in seinem Kindi bleiben soll, bei seinen Freunden und ja keine extra Fördung in dem Sinne braucht. Er bräuchte einfach noch ein Jahr um die nötige Reife für die Schule zu haben. Auch zieht er ja immer den Kürzem beim Gerangel der Jungs weil er so klein ist (teilweise sind die anderen 2 Köpfe größer als er) und er spielt auch gerne mit den 1 Jahr jüngeren Kindern und da passt er richtig gut rein. Würde er jetzt in eine Förderschule gehen, müsste er jetzt ein Jahr aus seinem Umfeld gerissen werden um dann wieder zurück in die Grundschule hier zu gehen.
Meiner Meinung nach wird da nur an den Kindern rumgezerrt. Meine Tochter wurde auch zurückgestellt und es hat ihr sehr gut getan.


wer weiß Rat, wie wir die Rückstellung in den Kindi hinkriegen?

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19. Februar 2011 um 16:31

Rückstellung in den Kindergarten, wie kriegen wir das hin?
das wollen wir eigentlich vermeiden, die Sache ist die, dass die Kinder in unserem Kindergarten, viele Fördermöglichkeiten haben, da ist das Würzburger Zahlentraining, 2-3 x die Woche Vorschulstunde, Gesundheitstraings, Sprachtraining 1x die Woche mit einer Sprachtrainerin, dazu noch Experimentiertage... und dazu ist er im gewohnten Umfeld mit den gewohnten Freunden.
Der Schule könnte es doch eigentlich egal sein, ob er jetzt noch 1 Jahr in die Förderklasse geht, oder um 1 Jahr zurückgestellt wird? Ich verstehe nicht, wieso man schulunreife Kinder mit aller Gewalt in die Schule drücken will, obgleich schon absehbar ist, dass diese dann das Schuljahr werden wiederholen müssen?

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19. Februar 2011 um 16:56

...
Kann es sein, dass er in diesen Stunden einfach unterfordert ist, sich deshalb nicht konzentriert? Vielleicht solltest du ihn evtl mal auf Hochbegabung testen lassen. Wie verhält er sich denn, wenn er anspruchsvollere Aufgaben hat? Aber noch ein Jahr im Kindergarten "versauern" lassen, halte ich nicht für richtig, wenn seine "fehlende Konzentration" nur daher rührt, dass er unterfordert ist und er sich langweilt. Das würde ja auch nicht helfen. Im Gegenteil, wenn er wirklich hochbegabt ist, macht man es damit nur noch schlimmer. hast du mal mit ihm geredet, warum er das macht, warum er Quatsch macht und sich nicht konzentrieren kann. Ob er schon in die Schule will, ob er lernen will?

Seine Erzieherin im kiga wird das ja sicher sehr viel besser einschätzen können, also die Lehrerin. Und sie ist anscheinend auch der Meinung, dass er sehr intelligent ist.

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19. Februar 2011 um 17:10
In Antwort auf an0N_1191734799z

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Kann es sein, dass er in diesen Stunden einfach unterfordert ist, sich deshalb nicht konzentriert? Vielleicht solltest du ihn evtl mal auf Hochbegabung testen lassen. Wie verhält er sich denn, wenn er anspruchsvollere Aufgaben hat? Aber noch ein Jahr im Kindergarten "versauern" lassen, halte ich nicht für richtig, wenn seine "fehlende Konzentration" nur daher rührt, dass er unterfordert ist und er sich langweilt. Das würde ja auch nicht helfen. Im Gegenteil, wenn er wirklich hochbegabt ist, macht man es damit nur noch schlimmer. hast du mal mit ihm geredet, warum er das macht, warum er Quatsch macht und sich nicht konzentrieren kann. Ob er schon in die Schule will, ob er lernen will?

Seine Erzieherin im kiga wird das ja sicher sehr viel besser einschätzen können, also die Lehrerin. Und sie ist anscheinend auch der Meinung, dass er sehr intelligent ist.

...
erstmal danke für deinen Beitrag.

ja unsere Erzieherinnen sagen dass er sehr intelligent ist, er baut und konstruiert gerne, liebt Zahlen und Astrologie, kann sich aber nur auf die Dinge konzentrieren, die ihn interessieren. Sobald ihn etwas nicht interessiert ist keinerlei Aufmerksamkeit mehr da.

Er sollte z..B. mal im Kindi in einem Nebenraum 10 Fehler in einem Bild suchen (was er daheim gut kann). Er kam nach 2 Stunden zur Erzieherin mit drei gefundenen Fehlern. Auf die Frage was er denn so lange gemacht hat und warum er so wenig Fehler gefunden hat, war die Antwort : "Es war so schön aus dem Fenster zu schauen und deshalb hatte ich keine Lust". Na toll, wenn das in der Schule auch so wird. In der Vorschulstunde klinkt er sich regelmässig aus, wenn ihn was nicht interessiert. Deshalb habe ich Angst dass es in der Schule auch so wird, und bei dem Gedanken mit ihm Hausis machen zu müssen wird mir schwummrig...

Wir mussten letztes Jahr diese neue Vorschulprüfung machen, so ähnlich wie die Einschulungsprüfung bloss für 4-jährige. Bei einer Aufgabe hat es sich dann verweigert und zur Ärztin gesagt, dass ist mir zu blöd, das mach ich nicht.
Daraufhin mussten wir nochmal hin, und er hat als einer der besten in seiner Altersgruppe abgeschnitten. Aber die Konzentration, die ist der Knachkpunkt hier.

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19. Februar 2011 um 23:38
In Antwort auf hava_12920733

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erstmal danke für deinen Beitrag.

ja unsere Erzieherinnen sagen dass er sehr intelligent ist, er baut und konstruiert gerne, liebt Zahlen und Astrologie, kann sich aber nur auf die Dinge konzentrieren, die ihn interessieren. Sobald ihn etwas nicht interessiert ist keinerlei Aufmerksamkeit mehr da.

Er sollte z..B. mal im Kindi in einem Nebenraum 10 Fehler in einem Bild suchen (was er daheim gut kann). Er kam nach 2 Stunden zur Erzieherin mit drei gefundenen Fehlern. Auf die Frage was er denn so lange gemacht hat und warum er so wenig Fehler gefunden hat, war die Antwort : "Es war so schön aus dem Fenster zu schauen und deshalb hatte ich keine Lust". Na toll, wenn das in der Schule auch so wird. In der Vorschulstunde klinkt er sich regelmässig aus, wenn ihn was nicht interessiert. Deshalb habe ich Angst dass es in der Schule auch so wird, und bei dem Gedanken mit ihm Hausis machen zu müssen wird mir schwummrig...

Wir mussten letztes Jahr diese neue Vorschulprüfung machen, so ähnlich wie die Einschulungsprüfung bloss für 4-jährige. Bei einer Aufgabe hat es sich dann verweigert und zur Ärztin gesagt, dass ist mir zu blöd, das mach ich nicht.
Daraufhin mussten wir nochmal hin, und er hat als einer der besten in seiner Altersgruppe abgeschnitten. Aber die Konzentration, die ist der Knachkpunkt hier.

Hmmm
Nunja, entscheidend wäre hier wohl, WARUM er sich nicht konzentriert. Wenn er es einfach nicht kann, damit überfordert ist, sich länger mit einer Sache zu beschäftigen, dann ist das ein Problem.

Kinder, die Probleme mit der Aufmerksamkeit und Konzentration haben, können sich PRINZIPIELL nicht konzentrieren, egal ob sie Spaß an der Sache haben oder nicht, egal ob sie wollen oder nicht.

Wenn es aber nur in bestimmten Situationen vorkommt, dass sie ein Kind nicht konzentrieren kann/will, dann liegt kein generelles Konzentrationproblem vor, das Kind ist also NICHT "noch nicht so weit", sondern es müssen andere Erklärungen gefunden werden.

Möglicherweise ist deinem Sohn die Aufgabe "zu einfach" gewesen, er hatte da im Moment einfach kein Interesse dran und wollte sich eigentlich lieber mit etwas ganz anderem beschäftigen, er hat sie schon mal (oder ähnlich) gemacht und sieht einfach nicht ein, es nochmal machen zu müssen.

Das heißt, dein Sohn hat eher weniger Probleme mit der Konzentration, als mit der Motivation etwas bestimmtes machen zu wollen. Ich schätze, er hinterfragt, allgemein viele Sachen, wenn sie ihm unlogisch oder unwichtig erscheinen, oder?

Zur Verdeutlichung: In der ersten Klasse müssen die Kinder sehr viele einfache Aufgaben rechnen, die im Endeffekt alle ähnlich sind. Das ist wichtig für den Großteil der Kinder, da sie mit dem Vorgang noch nicht vertraut sind und rechnen eben erst noch lernen müssen. Dein Sohn wird sich evtl. weigern (passiv oder aktiv), einfach, weil er es schon kann.

Du könntest ja mal gucken, welche der folgenden Punkte auf deinen Sohn zutreffen:

Merkmale des Lernens und Denkens
sehr hohes Detailwissen in einzelnen Bereichen
ungewöhnlich großer Wortschatz für ihr Alter
ausdrucksvolle, ausgearbeitete und flüssige Sprache
schnelles Merken von Fakten
schnelles Durchschauen von Ursache-Wirkung-Beziehungen
Suche nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden
schnelles Erkennen von grundlegenden Prinzipien
schnelles Herstellen gültiger Verallgemeinerungen
gute Beobachtungsgabe
denken kritisch, unabhängig und wertend
Arbeitshaltung und Interessen
gehen in Problemen völlig auf, wenn sie motiviert sind
sie wollen Aufgaben immer vollständig lösen
Routineaufgaben langweilen leicht
sie streben nach Perfektion
sie sind selbstkritisch
sie arbeiten gern unabhängig, um Probleme durchdenken zu können
sie setzen sich hohe Leistungsziele, die sie mit einem Minimum an Anleitung und Hilfe durch Erwachsene erreichen
sie interessieren sich für "Erwachsenen" -Themen (Umweltfragen, Politik, Religion,
Philosophie, Sexualität, Gerechtigkeit u. a.)
Soziales Verhalten
häufige Beschäftigung mit Begriffen wie Gerechtigkeit, Gut-Böse, Recht-Unrecht
ausgeprägtes Moralbewusstsein und grundsätzliche Ablehnung körperlicher Gewalt
Individualismus
prüfen Meinungen von Autoritäten, bevor sie sie akzeptieren
übernehmen Verantwortung
zuverlässig in Planung und Organisation
bevorzugen meist ältere Spielgefährten oder Erwachsene, sind auf der Suche nach Gleichbefähigten
wollen über ihre Situation selbst bestimmen,
können sich in andere einfühlen und sind daher für politische und soziale Probleme aufgeschlossen

Im Kindergarten fällt das Kind auf,
* weil es sich langweilt
* weil es manche Spiele "doof" findet und deshalb stört, um wahrgenommen zu werden
* weil es sich für Dinge interessiert, für die es andere für "zu jung" halten
* weil es sich in die Gruppe nicht einbringen kann und damit häufig zum Außenseiter wird.

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