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Richtiger Weg in der Erziehung?

1. Juli 2007 um 6:51

Hallo ihr!

Ich möchte hiermit eine kleine Umfrage starten zu dem Thema: gehören Strafen zur Erziehung oder nicht?

Es gibt Argumente dafür und dagegen:

Die einen meinen, man sollte die Beziehung zum Kind/Jugendlichen niemals trüben, also auch keine Strafen anwenden, sondern auf Einsicht und natürliche Entwicklung setzen.

Die anderen meinen, dass es Sinn der Erziehung ist, das Kind/Jugendlichen zu formen. Und dazu gehört auch neben dem Belohnen von gutem Verhalten, das Bestrafen von unangemessenem Verhalten.


Wie sieht ihr das? Sind Strafen in der Erziehung notwendig. Und wieso seid ihr der Ansicht?


Meine persönliche Meinung dazu (und ich bin auch gerne bereit diese näher darzulegen) ist,
dass angemessene (!) Strafen in der Erziehung wichtig sind.

Mit angemessen meine ich, dass die Strafe ausschließlich als Zweck haben darf, dass das Kind einen Nutzen durch die gelernte Lektion hat.


Ein Beispiel:

Ein Kind für Vernachlässigen seiner Haushaltspflichten zu bestrafen, weil die Eltern keine Lust haben alles selbst zu machen, find ich NICHT ok.

Ein Kind für Vernachlässigen seiner Haushaltspflichten zu bestrafen, weil die Haushaltspflichten dem Kind auferlegt wurden, um seine Selbstständigkeit zu fördern, finde ich ok und absolut notwendig, um das Ziel zu erreichen.

Einen Jugendlichen für "Nicht pünktlich zu hause sein" zu bestrafen, weil die Eltern sich in ihrer Nachtruhe gestört fühlen, find ich nicht ok. Man will als Jugendlicher auch mal feiern können.

Aber einen Jugendlichen für "Nicht pünktlich zu hause sein" zu bestrafen, weil die Eltern ein ehrliches Interesse daran haben ihrem Kind Pünktlichkeit und Disziplin beizubringen (was im späteren Jobleben überlebenswichtig ist), finde ich sehr angemessen.

Außerdem sollte die Strafe auch im Zusammenhang stehen. Also wer zu spät nach hause kommt, darf halt mal das nächste Wochenende nicht weg. Und wer im Haushalt nicht richtig mitarbeitet, bekommt dafür Zusatzarbeiten, die erledigt werden müssen.

Und natürlich sollte die Strafe auf jeden Fall konsequent durchgezogen werden, auch wenn der Betroffene dann mal verärgert ist.

Allerdings sollte eine Strafe niemals in Wut verhängt werden. Also wenn man sich über seinen "Sprössling" ärgert, erstmal herunterkommen und tief durchatmen und dann in Ruhe klarmachen: "Du hast die Regel übertreten, deswegen ist absofort die Strafe in Kraft."

Und was ganz wichtig meiner Meinung nach ist: nachdem die Strafe verhängt wurde, es nicht dabei belassen, sondern mit dem Kind darüber reden, wieso es gegen die Regeln verstoßen hat und wie man das in Zukunft besser machen kann. Das Kind sollte die Eltern als Authoritätsperson sehen, aber nicht als Machthaber oder Diktatoren. Es sollte verstehen, dass jedes Verhalten auch Konsequenzen hat, und das das keine Willkürentscheidungen seitens der Eltern ist.

Ich hoffe Ihr versteht, was ich damit zu sagen versuche.

Aber jetzt: was ist Eure Meinung? Und wie bewertet Ihr meine?

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1. Juli 2007 um 18:50

Also!
Wenn es Eltern gibt, die es schaffen, ihre Kinder ohne Strafen zu aufrechten, selbstbewussten Menschen zu erziehen, haben sie meinen Beifall und nicht wenig Neid von meiner Seite.

Ich finde es oft schon schwierig, den viel gepriesenen Kausalzusammenhang herzustellen. Das heißt nicht, dass ich es nicht immer wieder versuche. Ich wage sogar zu behaupten, dass es mir in 90 % der Fälle gelingt . Schlagen ist für mich ein absolutes no-go!!! Nicht mal einen Klaps auf den vor kurzem noch Pampers-gepolsterten Hintern haben meine Kinder von mir zu befürchten.

Dabei bin ich doch streng. Wer z.B. sein Zimmer nicht aufräumt, muss damit rechnen, dass ICH es mache, und das möchte wirklich keiner meiner beiden, weil dann viel, was man ganz bestimmt irgendwann mal wieder braucht (Papierschnipsel z.B. ) rigoros in den Müll wandert.

Mein großer Sohn ist per definitionem hochbegabt und braucht daher ganz klare Regeln und Grenzen. Ohne die geht gar nichts. Er ist sichtlich zufriedener, seit ich darauf achte, dass alles nach klaren Regeln abläuft. Vorher war er unausstehlich. Der Kleine passt sich automatisch an und ist ein sehr ausgeglichener, selbstbewusster kleiner Kerl. Wir können also nicht alles falsch machen, oder?

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4. Juli 2007 um 0:23
In Antwort auf halina_12837517

Also!
Wenn es Eltern gibt, die es schaffen, ihre Kinder ohne Strafen zu aufrechten, selbstbewussten Menschen zu erziehen, haben sie meinen Beifall und nicht wenig Neid von meiner Seite.

Ich finde es oft schon schwierig, den viel gepriesenen Kausalzusammenhang herzustellen. Das heißt nicht, dass ich es nicht immer wieder versuche. Ich wage sogar zu behaupten, dass es mir in 90 % der Fälle gelingt . Schlagen ist für mich ein absolutes no-go!!! Nicht mal einen Klaps auf den vor kurzem noch Pampers-gepolsterten Hintern haben meine Kinder von mir zu befürchten.

Dabei bin ich doch streng. Wer z.B. sein Zimmer nicht aufräumt, muss damit rechnen, dass ICH es mache, und das möchte wirklich keiner meiner beiden, weil dann viel, was man ganz bestimmt irgendwann mal wieder braucht (Papierschnipsel z.B. ) rigoros in den Müll wandert.

Mein großer Sohn ist per definitionem hochbegabt und braucht daher ganz klare Regeln und Grenzen. Ohne die geht gar nichts. Er ist sichtlich zufriedener, seit ich darauf achte, dass alles nach klaren Regeln abläuft. Vorher war er unausstehlich. Der Kleine passt sich automatisch an und ist ein sehr ausgeglichener, selbstbewusster kleiner Kerl. Wir können also nicht alles falsch machen, oder?

Danke
Hallo!

Danke erstmal Euch beiden für die Antwort .

Wie ist es denn so, einen hochbegabten Sohn zu haben? Kommst du gut damit klar, oder macht es dir viele Sorgen?

Und wie kommt es, dass Hochbegabte so klare Regeln und Grenzen brauchen. Sind sie so hyperaktiv oder womit hängt dies zusammen?

Und was sagt ihr zu meinen obigen Beispielen?

Freue mich auf deine und weitere Antworten!!

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4. Juli 2007 um 14:27
In Antwort auf nala_12648028

Danke
Hallo!

Danke erstmal Euch beiden für die Antwort .

Wie ist es denn so, einen hochbegabten Sohn zu haben? Kommst du gut damit klar, oder macht es dir viele Sorgen?

Und wie kommt es, dass Hochbegabte so klare Regeln und Grenzen brauchen. Sind sie so hyperaktiv oder womit hängt dies zusammen?

Und was sagt ihr zu meinen obigen Beispielen?

Freue mich auf deine und weitere Antworten!!

Bitte
Du hast geschrieben:

"Allerdings sollte eine Strafe niemals in Wut verhängt werden. Also wenn man sich über seinen "Sprössling" ärgert, erstmal herunterkommen und tief durchatmen und dann in Ruhe klarmachen: "Du hast die Regel übertreten, deswegen ist absofort die Strafe in Kraft."

Und was ganz wichtig meiner Meinung nach ist: nachdem die Strafe verhängt wurde, es nicht dabei belassen, sondern mit dem Kind darüber reden, wieso es gegen die Regeln verstoßen hat und wie man das in Zukunft besser machen kann. Das Kind sollte die Eltern als Authoritätsperson sehen, aber nicht als Machthaber oder Diktatoren. Es sollte verstehen, dass jedes Verhalten auch Konsequenzen hat, und das das keine Willkürentscheidungen seitens der Eltern ist."

Dem kann ich voll und ganz zustimmen. Ich gehe sogar oft aus dem Raum oder schicke die Kinder in ihr Zimmer, bis ich mich beruhigt habe. Dann rede ich mit ihnen. Wenn sie sich ernst genommen fühlen, reagieren sie viel positiver auf das, was ich ihnen sage. Einfaches, kommentarloses Verbieten oder Bestrafen stösst bei ihnen auf völlig taube Ohren. Rede ich aber mit ihnen, klappt's auf einmal.

Du hast gefragt:

"Wie ist es denn so, einen hochbegabten Sohn zu haben? Kommst du gut damit klar, oder macht es dir viele Sorgen?"

Es ist fast genau so, wie ein normal begabtes Kind zu haben. Es ist ja nicht so, als hätte ich Klein-Einstein zu Haus . Ich hätte es mangels Vergleichsmöglichkeit nicht einmal bemerkt, habe dann aber, auf anraten der Kita, einen Test machen lassen, dessen Ergebnis mich erst mal umgehauen hat. Jetzt verstehe ich vieles am Verhalten meines Sohnes viel besser, die Sorgen sind eher weniger geworden, da ich nun weiß, wieso er anders spielt als andere Kinder seines Alters und warum er mit gleichaltrigen nicht viel anfangen kann. DAS hatte mir/uns vor dem Test wirkliche Sorgen bereitet.

Mein Sohn braucht besonders klare Regeln und Grenzen, weil er oft schon so "erwachsen" erscheint, dass er vergisst, ein Kind zu sein. Er möchte alle Entscheidungen selber treffen, seinen kleinen Bruder sogar miterziehen. Da muss man ihm ganz klar zeigen, wer der Erwachsene ist und wer das Kind, sonst hat er doch keine Freude am Kind sein.
Außerdem durchschaut er vieles sehr schnell, ist argumentativ so geschickt, dass man nur durch klare Regeln, an die sich alle halten müssen, ein Zusammenleben garantieren kann.

Jetzt muss ich leider weg, schreibe vielleicht später noch mehr. Wenn Du noch Fragen hast, frag

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4. Juli 2007 um 16:15

Najaaa...
Liebe psarah,

mit vielem, was du geschrieben hast, bin ich völlig einverstanden (auch wenn ich in der Praxis nicht immer schaffen, meinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden). Ich halte mich für eine konsequente Mutter und bin in jedem Fall dafür, nicht wahllos "Strafen" zu verhängen, sondern Konsequenzen zu ziehen. Ja, und zu reden auch, klar. So weit, so gut.

In einem Punkt bin ich aber ganz und gar nicht mit dir einverstanden. Wir haben drei Kinder (davon übrigens auch mindestens ein sog. "hochbegabtes"), das bedeutet, es kommen nur dann wirklich alle (auch die Eltern) zu ihrem Recht, wenn wrklich alle (auch die Kinder) auf die Bedürfnisse der anderen Rücksicht nehmen. Das kann keine Einbahnstraße sein.

Konkret: Klar teile ich meinen älteren Kindern (9 und 8) Pflichten im Haushalt zu, weil ich überhaupt nicht einsehe (man könnte mit deinen Worten auch sagen: keine Lust habe), den Dreck allein wegzumachen, den alle gemeinsam verursacht haben. Nein, das Übertragen von haushaltspflichten dient bei uns ganz und gar nicht nur dem Zweck, die Kinder zur Selbstständigkeit zu erziehen - das ist eher ein erwünschter Nebeneffekt. Im Vordergrund steht die ganz normale Arbeitsteilung. Was dein Beispiel mit dem Weggehen betrifft, kann ich da noch nicht mitreden. Eine ganz ähnliche Situation ist bei uns aber, wenn der Kleinste (2) Mittagsschlaf macht, was auch am Wochenende stattfindet. Ich bitte die Großen dann zum Beispiel, pünktlich von draußen reinzukommen - nicht etwa, um sie zur Pünktlichkeit zu erziehen, sondern um zu erreichen, dass es in der Wohnung kein unnötiges Gerenne gibt, wenn der Kleine schlafen will.

Die Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse anderer - je nachdem, der Eltern, der Geschwister und so weiter - ist in meinen Augen Legitimation genug, da muss ich keine anderen hehren Erziehungsziele wie Selbstständigkeit usw. dranbinden.

Letzter Punkt: In meinen Augen ist eine Familie keine Demokratie. Ja, es kann über alles geredet werden, und es ist schön, einen Konsens zu finden. Uns als Eltern behalten wir aber vor, gelegentlich auch ohne Diskussionen Entscheidungen zu treffen, die unseren Kindern dann als Willkür oder Machtausübung erscheinen mögen. Die äußeren Umstände erfordern es eben manchmal.

So, da hast du meine Meinung

Liebe Grüße, Tiny

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26. Juli 2007 um 11:56

Ein klaps oder po voll is nichso schlimm
Wenn ich frech bin oder lüge legt mein vater mich übers Knie,vorher sprechen wir aber darüber und erklärt mir warum er mich jetzt übers knie legt.Dann:Hose + unterhose runter und dann versohlt er mir für etwa 3 min den hintern.Auch wenn das etwas weh tut(vorallem mit Kochlöffel)weiß ich das ich es verdient hab.Mein Vater läst mich auch zwischen hausarrest und Arschvoll wählen, ich halte lieber denn nackten hin als den arrest ab sietzten zu müssen. Nacher muss ich mich immer entschuldigen.Lars (13)

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26. Juli 2007 um 12:28
In Antwort auf tonio_12628642

Ein klaps oder po voll is nichso schlimm
Wenn ich frech bin oder lüge legt mein vater mich übers Knie,vorher sprechen wir aber darüber und erklärt mir warum er mich jetzt übers knie legt.Dann:Hose + unterhose runter und dann versohlt er mir für etwa 3 min den hintern.Auch wenn das etwas weh tut(vorallem mit Kochlöffel)weiß ich das ich es verdient hab.Mein Vater läst mich auch zwischen hausarrest und Arschvoll wählen, ich halte lieber denn nackten hin als den arrest ab sietzten zu müssen. Nacher muss ich mich immer entschuldigen.Lars (13)

Klar...
und dann geht dir noch eine ab bei, oder?
versohl dir bitte woanders den hintern!

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