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Regeln und Tagesstrukturen... darf ich mich einmischen?

23. Juli 2013 um 19:57

Hallo zusammen,
ich melde mich hier weil ich dringend Meinungen und Erfahrungen einholen möchte. Mein Freund, mit dem ich seit einem Jahr zusammen bin, hat eine kleine Tochter (3,5 Jahre) die alle zwei Wochen bei ihm ist. Ich habe die Kleine im Winter kennengelernt und wir haben ein super Verhältnis. Ich habe sie echt ins Herz geschlossen. Ich bin nicht immer da wenn die Kleine da ist, weil ich finde, die beiden brauchen Zeit für sich und manchmal passt es auch einfach bei mir nicht. Mein Freund wünscht sich, dass ich immer dort bin, am besten zu ihm ziehe und hier kommt mein Problem:

Er setzt der Kleinen nur sehr wenige Regeln und Grenzen und vermeidet jegliche Auseinandersetzung mit ihr. Es gibt beispielsweise keine Bett- oder Essenszeiten und keine Tagesstrukturen. Sie weigert sich vernüftig zu essen weil sie weiß, dass es dann Kekse, Schoki usw. gibt. Sie geht mit uns ins Bett weil er den "Zu-Bett-Geh-Zirkus" vermeidet. Davor ist sie völlig übermüdet und quengelt dann natürlich. Sie ist deshalb häufig aufgedreht, schläft tagsüber usw. Wir haben außerdem überhaupt keine Zeit für uns. Dabei ist sie sehr gut erzogen und total lieb. Auch seine Ex gibt sich Mühe, hat z.B. aufgeschrieben, was sie isst, welche Rituale sie hat usw. und hat auch schon Stress gemacht weil die Kleine total aus dem Rhythmus ist, wenn sie wiederkommt. Aber er hält sich nicht dran. Ich habe schon mehrfach versucht ihm klar zu machen, dass Kinder auch Strukturen brauchen und er niemandem einen Gefallen tut. Er gibt mir zwar Recht, kommt aber dann mit dem Totschlagargument "Du hast keine eigenen Kinder, du weißt nicht wie das ist" und wenn es dann soweit ist, setzt er sich doch wieder nicht durch.
Was soll ich dazu noch sagen? Wenn ich mit ihr alleine bin, läuft alles ganz harmonisch, sie spielt auch mal alleine, "hilft" in der Küche, wir haben Spaß und sie hört total super. Sobald mein Freund dazu kommt, dreht sie auf, will ständig auf den Arm, ihren Nucki und läuft ziellos herum. Jetzt habe ich durchgesetzt, dass sie ein eigenes Bett bekommt (sie schlief bei meinem Freund im Bett) da ich mich geweigert habe, weiter auf der Couch zu schlafen.
Nächste Woche haben wir beide Urlaub und die Kleine ist auch da. Ich habe jetzt schon Panik, dass ich die Nerven verliere und einfach nach Hause fahre oder nur noch schmolle weil mir dies und das nicht passt. Er liebt die Kleine einfach total, und war total überrascht, wie gut die Kleine und ich klar kommen und freut sich sehr. Aber ich finde einfach, so geht das nicht und will klare Strukturen und Absprachen. In wie weit kann ich mich da einmischen? Habe auch überlegt, die Tage nochmal (!) mit ihm zu reden, doch er wird sich angegriffen fühlen und wieder sagen, ich hätte keine Kinder und wüsste nicht wie das ist. Womit er ja auch Recht hat. Nur war die Kleine 1 Jahr alt bei der Trennung und er hat sie auch erst seit 9 Monaten alleine über das WE. Dem entsprechend merke ich doch, dass er überfordert ist. Er holt sich keinen Rat weder bei seiner Ex noch bei seiner Mutter (was ich ihm vorgeschlagen habe), geschweige denn bei mir.
Was ich möchte sind klare Tagesstrukturen, Essen-, Bett-, und Spielzeiten und eine Spielecke damit sie auch einen Platz für sich hat. Ich finde das normal und will mich ja nicht in die Erziehung einmischen (aber das tue ich wohl dann) Ich frage mich, ob ich das Recht dazu habe...

Habt ihr vielleicht ähnlich Erfahrungen oder einen Rat wie ich mich verhalten soll?
LG,
Smeralda

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23. Juli 2013 um 22:13

Du hast absolut recht.
kinder brauchen regeln und sturkturen. ich finde du siehst das ganz richtig also lass dich nicht verunsichern.

Und ja klar weißt du nicht wie es ist eigene kinder zu haben. (ich auch nicht aber das hält mich nicht davon ab meinen verstand zu benutzen) und dich ja auch nicht. also lass dich nicht beirren. du sieht das absolut richtig und das mit dem einmischen.. jaaa da muss man ein bisschen fingerspitzen gefühl haben. da sind sie nun mal sehr eigen die väter mit den wochenend-töchtern. solche situationen phasenweise hatten wir auch schon. es ist auch schwer regeln immer und immer wieder alle 2 wochen, 4 tage im monat einzuhalten. dafür sieht man das kind fast zu selten wobei sich kinder an andere regeln halten können. es ist nur wichtig das die erwachsenen sich auch daran halten.

hm.. naja er es klingt zwar hart aber entweder ihr zieht an einem strang oder du wirst dich halt noch mehr zurück ziehen und dieses argument mit "du weißt nicht wie es ist mit eigenen kindern" würde ich gar nicht erst gelten lassen. Weiß er denn wie es ist sich mit einem kind derat intensiv auseinander zu setzen das nicht das eigene kind ist? ich nehme mal an er weiß das nicht. da seit ihr dann wieder quit! ich wünsche dir viel erfolg und kraft und vertraue auf dein gefühl. Und noch was: Eltern/Väter und insbesondere die Wochenend-Väter sind nun mal sehr sehr sensibel wenn es um ihre Vater-Rolle geht. Aber ich zweifel nicht daran das dir das ablsolut klar ist. Trotzdem, sag es ihm so, wenn er will das das funktioniert dann müsst ihr gemeinsam an einem Strang ziehen und das bedeutet auch mal ein "Nein".

Und sehr gut das mit dem Bett! Du wirst in ein paar Jahren noch mehr froh darüber sein das du das durchgesetzt hast. Je eher desto besser! Glaub mir!

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