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Ratlos- Verzweifelt / SOhn ohne Grenzen.

7. September 2010 um 19:06 Letzte Antwort: 17. September 2010 um 20:06

Hallo ihr lieben,

Ich habe ein riesiges Problem und weiß langsam echt nicht mehr weiter.

Mein Sohn war jetzt 4 Wochen im Urlaub bei meinen Eltern (geht er so 2-3 mal im Jahr, aber normal nicht so lange, war eine Ausnahme) und ich habe ihn echt vermisst.

Aber jetzt nachdem er solange weg war, realisiere ich erst recht, wie mich dieses 4 Jährige Kind "stresst".
Nur nach 2 Tagen habe ich schon die Schnauze voll und weiß nicht was ich nach machen soll =(

Er kennt keine Regeln und Grenzen und akzepriert keinerlei Konzequenzen.

Wenn er z.B. seine Schuhe nicht alleine Anziehen will und ich sage zu ihm, das wenn er sie nicht anzieht, wir nicht Einkaufen können und kein Abendbrot haben, dann sagt er zu mir ganz stumpf: Ja Mama, da haben wir wohl pech gehabt, so ist das Leben.

Selbst wenn ich unlogische Konsequenzen ziehe und ihn ins Bett schicke, dann habe ich das gefühl, es ärgert ihn nicht, er geht dann ins Bett oder tanzt mir noch 3 mal auf der Nase rum und sagt immer, ich geh nicht usw.

Es klingt vllt witzig, so einen Satz von einem 4 Jährigen, aber ich könnte jedesmal ausrassten.

Ich muss ihm 10 mal sagen er soll sich anziehen, ich muss ihm 20 mal sagen er soll ins Bad gehen und und und ... Ich muss das Kind morgends 2 Std vor dem losgehen wecken, weil ich es sonst nicht schaffe.
Ich kann nichts nebenbei machen oder ihn aus den Augen lassen.
Heute abend zb saß er in der Dusche und hat gespielt und ich wollte nur kurz Kartoffeln aufsetzen, ging nicht, da ihm sobald ich mich umgedreht habe nur mist eingefallen ist.

Das Problem ist, das mit selbst die Erzieherinnen aus dem Kindergarten nicht helfen können, da sie das gleiche Problem mit ihm haben.

Und ich erwarte im Januar mein zweites Kind und weiß nicht wo das noch hinführen soll.
Ich weiß echt nicht weiter ... Jedes Schimpfen, jedes gute zureden, Konsequenzen die ihm wirklich wehtun und unlogische Konsequenzen, nichts hilft =(
Habt ihr ähnliche erfahrungen oder Tipps für mich?

lg Ilka+ Fynn-Luca (4)

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7. September 2010 um 20:00

Das gefühl habe ich nicht, aber vllt sehe ichs nicht =(
Hey du,
Ich kuschel eigentlich oft mit meinem Sohn, wenn er mal möchte,es ist nicht so ein Schmuser.

Oft machen wir auch ein Wettrennen beim Anziehen oder zähneputzen, aber bestimmte Situationen rauben mir den nerv.
Z.B wenn ich zum 10 mal seinen Ball auf die Straße schießt(beabsichtigt) und er auch noch hinterher rennt und ich jeden Tag nem Herzinfakt näher komme.

Er weiß genau er darf es nicht ...
Aber immer wenn er genau weiß, Ich darf das nicht, dann mach ich es erst recht (so waren wir wohl auch, ist auch interessanter)

Aber zB morgens habe ich keine Zeit mit ihm zu diskutieren oder ähnliches, ich möchte einfach nur das er aufsteht und ins Bad geht/ ich möchte meinem Sohn in der Zeit fix ein Frühstück machen, wenn er etwas essen möchte und danach soll er sich anziehe, damit ich mich auch fertig machen kann und beide pünktlich im Kindergarten/schule sind.
Ich kann doch meinen Sohn nicht um 5 Uhr Wecken damit es klappt, zusätzlich müsste ich nochmal eine stunde früher aufstehen, weil ich in den 2 Stunden nix anderes machen kann als ihm hinterher zu rennen.

Warum muss man immer 10 mal sagen, das er sich anziehen soll und jetzt nicht den Fernsehr an und aus machen sol (bzs das soll er sowieso gar nicht)

Wenn ich mal was mit ihm spielen will hat er keine lust, und und und.

das einzigste was gut ist mit ihm raus und fussball spielen, aber ich bin schwanger und kann das zz nicht den ganzen Tag, ich habe viele Termine und pflichten, Schule usw. und nehme mit eigentlich jede freie minute für meinen Sohn, ich weiß wirklich nicht was ich falsch mache.

Wobei im Kindergarten auch diese Probleme sind, ich dachte immer diese Personen haben Ahnung .... Ich mache selbst eine Ausbildung zur erzieherin und bin Ratlos, genau wie die erzieherinnen im Kindergarten ...

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10. September 2010 um 22:19

Ja das kenn ich auch
Hallo Ilka,
mein kleiner Sohn von knapp 4 Jahren ist genauso.
Ich kann dich gut verstehen. Du kannst nur konsequent bleiben und weiter an deinen Methoden festhalten. Ich hoffe auch das die Phase bei uns bald ein Ende hat.
Die Beißphase ist schließlich auch pase'.
Mein Sohn ist sehr aufgeweckt und lebhaft, manchmal möchte ich gerne etwas von seiner Energie abhaben, Er hat keine Ruhe. Im Kindergarten ärgert er andere Kinder ( will anderen Stühle auf den Kopf schmeißen, nur weil er das Spielzeug nicht bekommen hat.usw.)

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16. September 2010 um 8:01

Hier mal meine Theorie!
Hallo Ilka,
ich habe ein 9jähriges und ein 9 Monate altes Mädchen. Und meine erstgeborene war und ist auch heute manchmal noch genauso. Meine Große hat ADS, durch eine super Erzieherin wurde ich schon recht früh zu einem Arzt geschickt, der das diagnostizierte und seit dem sie in der Schule ist, nimmt sie täglich ein Medikament (nein, kein Retalien) und das klappt alles sehr gut.
Vielleicht solltest Du einfach mal Deinen Kinderarzt fragen, was er/sie von Deinen Erzählungen hält und ob es Sinn macht dein Kind zu testen.
Um es gleich vorweg zu nehmen. ADS ist keine geistige oder psychische Krankheit. Dabei handelt es sich ausschließlich um einen Defekt im Stoffwechselhaushalt. Da kann kein Kind oder Erwachsener etwas für.
Bei uns hat es immer wieder zu verhaltensauffälligen Situationen geführt, wenn etwas außergewöhnliches passierte. Egal ob gut oder schlecht.
Nur mal ein kleines Beispiel: Jedes Mal beim Einkaufen fragte sie, ob sie ein Ü-Ei darf. Jedes Mal sage ich nein, ohne Grund. Als ich irgendwann mal ja sage, hat sie sich tierisch gefreut und die nächsten gefühlten 100 Einkäufe waren die Hölle, weil sie jedes Mal ein Ü-Ei wollte und ich ihr keines gekauft habe. Etwas anderes ist es, wenn ich alleine einkaufen gehe und ihr ein Ü-Ei mitbringe. Da sind die Regeln von Anfangan klar.
Regel Nr.1: Klare Strukturen, feste Regeln, Routine. Bei uns läuft fast jeder Tag nach einer festen Struktur ab. In der es aber Räume gibt, wo meine Tochter sich flexiebel bewegen kann.
Als ich mir ihrer kleinen Schwester schwanger war, haben mein Mann und ich wochenlang Pläne geschmiedet wie wir die neue Situation, mit dem Baby, so einfach wie möglich für sie machen. Denn diese Art von Veränderung hat eine massieve Kraft für ein kleines Kind. Und wenn das nach hinten los geht, kann es sein, das die beiden nicht besonders gut miteinander klar kommen. Da hat die jetzige Vorfreude auf ein Geschwisterchen kein Gewicht mehr.
Das Baby findet ganz allein seinen Platz in der Familie, aber Deinem Sohn muß ganz dolle geholfen werden, seinen neuen Platz zu finden und sich darauf wohl zu fühlen.
Ich hoffe, ich konnte dir etwas helfen.
Alles Gute!

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16. September 2010 um 13:16

Ich denke..
auch dass es bei dir ein grundsätzliches problem ist mit der konsequenz. wenn du ihn den ball 10 mal weg schießen läßt, brauchst du dich nicht wundern. ich würde es max. 2 mal sagen und beim dritten mal würde ich - mit ankündigung - das spiel beenden. wir hatten gestern abend zb den fall: er hat sein bällchenhaus ausgeschüttet, 150 bälle im esszimmer verteilt. ich hab ihm gesagt, er muss sie aufheben sonst können wir keine micky maus gucken (er darf abends noch eine folge ansehen). nach drei mal ermahnen hab ich gesagt, dass es keine m.m. mehr gibt an dem abend. er hat zwar erst protestiert aber er weiß, dass ich in meinen entscheidungen konsequent bin. nach dem baden hat er von sich aus alle bälle aufgehoben (ich habe ihm angeboten zu helfen und hat er auch angenommen) und ist danach ohne murren oder meckern ins bett, ohne M.M. versteht sich. ich garantiere dir, das macht er nie wieder. oder abends beim zähneputzen hat er auch immer so getrödelt. hat dann versucht es ganz zu verweigern. dann hab ich einmal gesagt, wenn er die zähne nicht putzt u mama so lange warten muss, haben wir keine zeit mehr für die gutenacht-geschichte. was soll ich sagen - sie ist nur ein einziges mal ausgefallen.

konsequent sein heißt ja nicht böse sein. dein kind muss wissen, dass es grenzen und regeln gibt. als strafe ins bett finde ich nicht gut weil die kinder das bett und schlafen nicht mit einer strafe in verbindung bringen sollten. setz ihn in sein zimmer u sag ihm, dass er raus kommen darf, sobald er wieder lieb sein will. wichtig ist, dass du ruhig und freundlich ABER BESTIMMT und KLAR zu ihm sprichst. er muss lernen, dass du es ernst meinst und dass du es durchziehst. keine unlogischen "strafen"! wie soll das das kind denn verstehen? und wenn er etwas richtig macht LOBEN! du kannst dein kind gar nicht oft genug loben. und wenn es nur "heute hast du prima gegessen, kaum krümel auf dem tisch" oder irgend so was belangloses ist. dein kind muss spüren, dass du auf ihn achtest und ihn wert schätzt. auf keinen fall solltest du laut werden, weil er dann merkt, dass er sich damit deine aufmerksamkeit (auf eine falsche art und weise) holen kann. so oft wie es geht vor der eskalation einfach aus der situation rausgehen und es möglichst alles ruhig versuchen zu lösen. es ist zwar erst mal schwierig, die 4 jahre die schon um sind, musst du jetzt wieder ausbügeln aber gerade wenn das zweite unterwegs ist solltest du so schnell es geht versuchen, das problem zu lösen. ich wünsch euch alles gute!
LG luka

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17. September 2010 um 9:02


ich würde sagen das ist die konsequenz dafür dass er wirklich nie grenzen hatte, wenn dann muss man das wirklich von der pike auf machen, mit 4 ist es dann oft schon etwas spät. hat er einen vater? was sagt der dazu? oder hat er keinen? vielleicht ist das etwas was ihn verstört.

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17. September 2010 um 20:06

...
Hallo,
also zunächst einmal: Dein Sohn ist vier Jahre. Er ist ein Kind und keine Maschine, die zu funktionieren hat.
Ich bin Erzieherin und habe daher schon recht viel mit Kinder in diesem Alter zu tun gehabt. Solche Probleme kommen meistens daher, wie viele andere auch schon vor mir gesagt haben, dass Kosequenzen fehlten.
Andererseits wollte ich allerdings zu Sätzen wie " Ich muss ihm 20 Mal sagen er soll ins Bad gehen" anmerken, dass ein vierjähriges Kind nicht unbedingt schon selbständig genug ist um solche Dinge alleine zu machen. Nimm ihn an der Hand, geh mit ihm gemeinsam ins Bad und putzt z.B. zusammen die Zähne. Zu zweit ist es schöner und macht mehr Spaß.
Geh die Dinge spielerischer an aber gib klare Regeln und Grenzen vor. Wenn diese nicht eingehalten werden heißt es konsequent sein. Damit meine ich keine unlogischen Konsequenzen, denn da kann ein vierjähriges Kind unmöglich den Bezug dazu herstellen weil das eine mit dem anderen nichts zu tun hatte.
Und dein Kind zwei Stunden früher aufwecken finde ich zwecklos. Wann soll das denn sein? Ist doch klar, dass er dann nicht in die Puschen kommt wenn er total unausgeschlafen ist.

Wünsche dir auf jeden Fall alles Gute mit deinen bald zwei kleinen
Und denk dran, es ist nie zu spät etwas zu ändern.

PS.: Ich kann die Ausmaße aus dieser kurzen Beschreibung schlecht beurteilen aber wenn du das Gefühl hast du schaffst das nicht allein, besonders dann mit zwei Kindern, dann kannst du auch zu einer Erziehungsberatungsstelle gehen, die können dir ausführlichere und speziell auf dein Problem angepasste Tipps geben. Da kannst du deinen ganzen Frust in Gesprächen auch mal ablassen, ist auch wichtig für euch alle.

Viel Glück!!!

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