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Rat für eine Tochter,41 Jahre alt mit einer schwierigen Mutter,66 Jahre alt, die jetzt erkrankt ist

27. November 2008 um 11:34 Letzte Antwort: 4. Dezember 2008 um 15:04

Hallo Ihr Lieben,
da ich unsicher bin, ob ich nicht zu hart urteile, schreibe ich hier meine Geschichte auf, in der Hoffnung auf gut gemeinte Ratschläge von Euch.
Mein Verhältnis zu meiner Mutter war schon immer schwierig, da sie ein schwieriger Mensch ist. Ich durfte vieles nicht, was für andere selbstverständlich ist und darüber gab es auch keine Diskussion und ich war leider nicht stark genug, es auszufechten, z.B. als Teenager wollte ich gerne jeden Tag Haare waschen, durfte ich nicht, Samstags war Badetag; wenn sie die Küche aufgeräumt hatte, durfte keiner sich noch etwas zu essen machen, es wird ja wieder schmutzig. Mit 18 bin ich das 1. Mal zum Frauenarzt gegangen und habe mir die Pille verschreiben lassen, als ich meiner Mutter davon erzählte hat sie mich beschimpft. Und so könnte ich noch viele Dinge aufzählen. Trotzdem habe ich mich bis zu meinem ca. 36. Lebensjahr stets für sie verantwortlich gefühlt. Ich bin schon immer mit ihr freitags einkaufen gegangen. Als mein Vater meine Mutter 1988 verliess, ich hatte es immer geahnt, sie fiel aus allen Wolken, wurde es noch heftiger. Zu dem Zeitpunkt war ich 21 Jahre alt.
Ich hatte einen sehr soliden Freund, der mit 24 dann auch mein 1. Ehemann wurde und Vater meiner Kinder. Ob es Liebe war bezweifle ich heute.
Ich hatte meine Mutter stets in mein Leben integriert. Urlaub, Einkaufen, Renovierung, Feste feiern usw., überall war sie dabei.
Mit 35 Jahren habe ich dann den Mann für mein Leben getroffen! Ich hatte mich total verknallt. Natürlich habe ich es fast 2 Jahre keinem gesagt, noch nicht einmal dem Mann selber. Außerdem durfte es nicht sein, dachte ich, eine brave Tochter tut das nicht. Und von aussen betrachtet ging es mir ja auch super! Ehemann, Kinder, Häuschen, Auto, Freunde, bla, bla, bla.....Nur das gewisse Etwas fehlte irgendwie.
Ja und als dieser Mann mir dann erzählte, dass er in eine andere Stadt zieht, bin ich aufgewacht. Ich kürze jetzt ab, da es sonst noch länger werden würde. Meine Mutter hat getobt als sie davon erfuhr. Und zuguterletzt bin ich mit diesem Mann und einem meiner Kinder in die andere Stadt gezogen, habe mich also von meinem damaligen Ehemann getrennt. Das andere Kind sollte, so war es ursprünglich zwischen meinem Ex-Mann und mir abgesprochen, bis wir eine größere Wohnung hatten, beim Vater bleiben und dann zu mir kommen. Die Schule und andere Dinge spielten ebenfalls eine Rolle. Meine Mutter hat sich von Beginn der Trennung an, sehr um ihren Ex-Schwiegersohn gekümmert. Und um ihr Enkelkind natürlich. Das ging soweit, dass meine Mutter Baby-Sitter war, wenn mein Ex mit seiner neuen Freundin, die im Übrigen ca. 4 Wochen nach meinem Auszug auf der Bildfläche erschien, ausgegangen ist. Ich habe meiner Mutter oft gesagt, dass ich ihr Verhalten schlimm finde.

Sie ist doch meine Mutter und auch wenn ihr die Trennung nicht gefällt, hat sie zu mir zu stehen. Finde ich!!!!

Leider interessiert meine Mutter das nicht, im Gegenteil in der Zwischenzeit hat mein Ex-Mann diese Frau geheiratet und meine Mutter war bei der Hochzeitsfeier und ist regelmäßig zum Kaffeetrinken bei Ihnen zuhause. Am Rande sei erwähnt, mein neues Zuhause hat meine Mutter noch nicht gesehen und es sind mittlerweile 6 Jahre seitdem ich in der anderen Stadt lebe. Ich habe immer wieder versucht, meiner Mutter deutlich zu machen, das ich es nicht akzeptieren kann, wenn sie sich weiterhin mit meinem Ex trifft. Ansonsten würde ich die Konsequenzen ziehen und den Kontakt zu ihr abbrechen. Das wollte sie natürlich nicht, hat aber immer noch Kontakt zu meinem Ex + Familie. Ich weiss ehrlich gesagt auch nicht, was ich meiner Mutter noch erzählen kann, da ich es schon erlebt habe, das vertrauenswürdige Dinge meiner neuen Familie, dort gelandet sind, wo ich es bestimmt nicht hätte haben wollen. Erschwerend kommt hinzu, dass die 2. Frau meines Ex in der gleichen Firma arbeitet, wie die Ex-Frau meines jetzigen Ehemannes, auf einer Etage sogar.
Es fällt mir schon schwer keinen Kontakt zu meiner Mutter zu haben, ich merke jedoch, dass es mir schlecht geht, wenn ich sie sehe, höre oder treffe. Ich habe das Gefühl, sie verrät mich. Im Übrigen, ist in meinen Augen meine Mutter schuld daran, dass mein 2. Kind nicht bei mir lebt, da sie sich so fürsorglich um ihr Enkelkind und ihren Schwiegersohn gekümmert hat. Mein Ex ist ja voll-berufstätig und hat sich bis zu unserer Trennung auch nur um seine Arbeit gekümmert, danach hat quasi meine Mutter übernommen. Und als ich eine grössere Wohnung hatte, hat mein Ex gesagt, jetzt bleibt das Kind bei mir, wir haben uns so toll als Team eingespielt. Und mein Kind sagte dann: " Ich kann doch Papa nicht auch noch verlassen!" Schöner Mist! Aus heutiger Sicht würde ich alle meine Kinder in die neue Stadt mitnehmen, doch damals war mir alles einfach zuviel. Ein reines Gefühlchaos! Und ich wollte doch nur, dass es meinen Kindern gutgeht.
Lange Rede,.....zur Zeit habe ich keinen Kontakt zu meiner Mutter und ich vermisse sie auch nicht. Gestern rief mein Bruder an und erzählte mir, dass unsere Mutter jetzt am Montag das 2.Mal an der Brust wg. Krebs operiert wurde. Er bat mich in der Zukunft regelmäßig - alle 2 Wochen - zu ihr zu fahren und sie seelisch und auch anderweitig, z.B. einkaufen, zu unterstützen. In der anderen Woche würde er sich kümmerm.
Spontan habe ich gedacht: Nein, das will ich nicht. Soll sie doch ihren Ex-Schwiegersohn + Familie bitten. Aber leider widerspricht der Moralapostel in mir! Es geht mir besser ohne Kontakt zu meiner Mutter, aber bin ich dann eine schlechte Tochter, wenn ich mich nicht um meine kranke Mutter kümmere, egal was gewesen ist?????
Danke für's Lesen.

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27. November 2008 um 15:04

Gewissen
Liebe cornelia,
ich kann deinen Unmut verstehen. Was deine Mutter tut ist nicht gerechtfertigt, dir gegenüber. Eigentlich sollte sie dich, deinem Ex vorziehen, doch deine Mutter schein bequem zu sein. Sie hat dich nie besucht, weil es weit weg ist und hat sich ihre "Ersatz-familie" gebildet, die in ihrer Nähe ist. Du kannst nicht verlangen, dass deine ältere Mutter zu dir kommen soll, ich habe diese Sache auch aufgegeben in meinem Leben.
Doch was ich dir ans Herz legen will ist viel wichtiger. Es ist schrecklich, jemanden im Leben zu verlieren. Doch es nicht noch viel schlimmer, wenn man im "Krieg" verlassen wird und sich ein Leben lang ins Gewissen redet, dass man diese Sache noch hätte klären können. Das ist ein schreckliches Gefühl und das wünsche ich dir nicht.
Versuche lieber Frieden zu finden.
lg
Chiraz

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28. November 2008 um 7:32
In Antwort auf irma_12180104

Gewissen
Liebe cornelia,
ich kann deinen Unmut verstehen. Was deine Mutter tut ist nicht gerechtfertigt, dir gegenüber. Eigentlich sollte sie dich, deinem Ex vorziehen, doch deine Mutter schein bequem zu sein. Sie hat dich nie besucht, weil es weit weg ist und hat sich ihre "Ersatz-familie" gebildet, die in ihrer Nähe ist. Du kannst nicht verlangen, dass deine ältere Mutter zu dir kommen soll, ich habe diese Sache auch aufgegeben in meinem Leben.
Doch was ich dir ans Herz legen will ist viel wichtiger. Es ist schrecklich, jemanden im Leben zu verlieren. Doch es nicht noch viel schlimmer, wenn man im "Krieg" verlassen wird und sich ein Leben lang ins Gewissen redet, dass man diese Sache noch hätte klären können. Das ist ein schreckliches Gefühl und das wünsche ich dir nicht.
Versuche lieber Frieden zu finden.
lg
Chiraz

Danke.
Liebe Chiraz,
ich werde darüber nachdenken.

LG
Cornelia

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4. Dezember 2008 um 15:04

Habe dir
eine PN geschrieben.
Gruß Melike

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