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Psychisch kranke Mutter, finanzielle Probleme und Krebs

16. Juni 2016 um 10:10

Ich hoffe ich bin hier richtig gelandet. Kurz zur Vorgeschichte:
Ich bin 22 und Studentin und wohne noch zuhause. Seit ich denken kann, habe ich Probleme mit meiner Mutter. Ich wuchs ohne Vater auf (kein Interesse von ihm an mir) und auch sie hatte eigentlich immer nur uns (mich und meinen kleinen Bruder). Meine Mutter hat uns nie Liebe zeigen können, wir waren immer im Weg und bekamen das als Kind oft zu hören. Uns wurde vorgeworfen, dass wir Schuld an ihrem Leben seien, wir hörten (bis heute) oft Sprüche, dass sie sich umbringen wird, sie hielt sich ein Messer an den Hals vor meinen Augen als ich klein war. Es gab keinen Tag ohne Streit und Gebrüll. Sie leidet zusätzlich an Waschzwang, Kontrollzwang und Hypochondrie, wahrscheinlich noch an mehr.
Mit 13 bekam ich wegen ihr Depressionen, ich ritzte mich, trank Alkohol. Ich weiß, angeblich bekommen viele in dem Alter Depressionen, wegen der Umstellung, aber ich kann von mir aus sagen dass die Depressionen nicht (nur) daher kamen. Auch als ich als kleines Kind, wenn ich nach einem Streit von ihr angespuckt wurde, mal jemandem davon erzählt habe, hieß es nur "Deine Mutter wird das schon nicht ohne Grund gemacht haben."
Ich kann von mir aus behaupten, dass ich NIE ein aufsässiges, lautes oder nerviges KInd war, ganz im Gegenteil,dass gibt auch sie selbst zu. (Was ich damit sagen möche ist, dass ich an mir tatsächlich keine Schuld sehe). Ich könnte hies nich viel mehr erzählen, aber das wäre zu viel.

Aktuelle Situation: Da es mit ihr immer schlimmer und unerträglicher wird (ungelogen nur noch Streit, Schuldzuweisungen wo es keine gibt, Beleidigungen und tägliche Selbstmorddrohungen), haben ich und mein Freund darüber nachgedacht, zusammenzuziehen, was finanziell auch machbar wäre. Nun hat meine Mutter vielleicht Brustkrebs (sie war beim Arzt, daher ist s dieses mal tatsächlich nicht nur Hypochondrie). Seitdem sie das weiß, wird es immer schlimer (soweit da süberhaupt noch möglich ist). Ich wollte ihr helfen, ich habe ihr gesagt, wie sie sich momentan verhält, dass sie unbedingt einen Therapeuten braucht (sagte ich ihr übrigens auch schon 100 mal davor) aber sie brüllte, dass ICH die geistesgestörte von uns wäre und ICH einen Therapeuten brauchte, sie sähe nicht, wo es denn bei uns Streit gäbe (!?) (Anmerkung: Seit meiner KIndheit sagte sie mir, wie krank und gestört ich bin). Nunja, nun bin ich so am Ende dass mein Freund ich beschlossen haben, zusammen zu ziehen. Meine Mutter sieht das als einen "Racheakt" ihr gegenuber an.

Natürlich fühl ich mich mies, da sie vllt Krebs hat, aber ich kann einfach nicht mehr, Ich habe wieder Depressionen bekommen und komme in der Uni nicht mehr mit, habe Schlafstörungen etc. Zusätzlich wird unsre Wohnung größtenteils von meinem Bafög bezahlt (es wird auf ihr Konto geleitet). Dh, sie muss wahrsch. raus und sich ne andere Wohnung mit meinem Bruder (der auch leidet) suchen. Klar, ich bin der Arsch deswegen. Ich habe ihr gesagt, ich helfe ihr auch in ZUkunft, aber ich sehe es nicht mehr ein, weiter ihren Sch*** zu ertragen, während ich ihr weiterhin helfen muss.

Ich hoffe, jemand versteht mich und drückt mir nicht die "Aber sie ist doch deine Mutter!"-Moralkeule auf. Ich würde nicht gehen, wenn ich es noch aushalten würde.

Sry für den Text, ich hoffe echt, jemand liest das. Danke. (Für Rechtschreibfehler hafte ich nicht, ist relativ schnell geschrieben)

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16. Juni 2016 um 10:16

Kurzer Nachtrag
ich möchte noch kurz anmerken, dass ich schon oft versucht habe, ihr zu helfen. Das ist es nicht. Ihrer Meinung nach sind immer die anderen Schuld an der Situation. Freunde hat sie keine. Es ist auch nicht, dass sie momentan nur etwas überfordert ist, klar es ist krasser geworden, aber sie ist schon ein Leben lang so. Ich möchte nicht, dass es missverstanden wird. Ich hab so oft hören müssen, dass ich ja mehr tun müsse oder Schuld dran bin wie sie ist. Nein. Das bin ich nicht. Sie möchte keine Hilfe in Anspruch nehmen was Therapie angeht.

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16. Juni 2016 um 12:49

Zieh...
... den Schlussstrich, auch wenn es hart ist. Vllt entspannt sich euer Verhältnis dann auch nach einiger Zeit wieder und ihr könnt dann etwas normaler miteinander umgehen.

Das Verhalten deiner Mutter hat bei dir sicher schon genug Schaden angerichtet, wahrscheinlich auch mehr als nur eine Depression, das tut mir Leid. Daran wirst du sicher noch Jahre, wenn nicht für immer dran knabbern müssen. Vllt solltest du aber selbst schon eine Therapie machen, nicht, weil du "gestört" bist, aber solche Erlebnisse mit hoher Wahrscheinlichkeit Langzeitschäden hinterlassen können.

Das wird sicher ein gigantischer Umbruch, für dich wie für sie, aber letztendlich kannst du ihr mit etwas räumlicher Distanz mehr helfen und besser für sie da sein, wenn du die Option hast auch wieder zu gehen.

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16. Juni 2016 um 15:13
In Antwort auf nikkel6

Zieh...
... den Schlussstrich, auch wenn es hart ist. Vllt entspannt sich euer Verhältnis dann auch nach einiger Zeit wieder und ihr könnt dann etwas normaler miteinander umgehen.

Das Verhalten deiner Mutter hat bei dir sicher schon genug Schaden angerichtet, wahrscheinlich auch mehr als nur eine Depression, das tut mir Leid. Daran wirst du sicher noch Jahre, wenn nicht für immer dran knabbern müssen. Vllt solltest du aber selbst schon eine Therapie machen, nicht, weil du "gestört" bist, aber solche Erlebnisse mit hoher Wahrscheinlichkeit Langzeitschäden hinterlassen können.

Das wird sicher ein gigantischer Umbruch, für dich wie für sie, aber letztendlich kannst du ihr mit etwas räumlicher Distanz mehr helfen und besser für sie da sein, wenn du die Option hast auch wieder zu gehen.


danke für deine Antwort...dasselbe glaube ich auch, und ich würde es sofort tun, wenn nicht die finanziellen Probleme da wären. WENN sie tatsächlich Krebs hat, müsste sie ein Strahlentherapie machen, die sie vllt schwächen kann,wo sie Hilfe im Haushalt bräuchte. Zusätzlich müsste sie eben ausziehen wenn ich es auch tue, da mehr als die Hälfte der Miete von meinem Bafög gezahlt wird, was ich ja dann selbsr brauchen werde. Mehr arbeiten ist keine Option für sie (mit wenig Arbeit schon überfordert). Es erscheint alles so auswegslos...

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16. Juni 2016 um 21:55
In Antwort auf zalmon_12139105


danke für deine Antwort...dasselbe glaube ich auch, und ich würde es sofort tun, wenn nicht die finanziellen Probleme da wären. WENN sie tatsächlich Krebs hat, müsste sie ein Strahlentherapie machen, die sie vllt schwächen kann,wo sie Hilfe im Haushalt bräuchte. Zusätzlich müsste sie eben ausziehen wenn ich es auch tue, da mehr als die Hälfte der Miete von meinem Bafög gezahlt wird, was ich ja dann selbsr brauchen werde. Mehr arbeiten ist keine Option für sie (mit wenig Arbeit schon überfordert). Es erscheint alles so auswegslos...

Tja ...
Wenn du jetzt bleibst, wirst du es auch noch einige Jahre, nicht wahr? Der Zeitpunkt ist natürlich nicht der Beste, aber deine Mutter wird wahrscheinlich noch anstrengender aufgrund der Krankheit.

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