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Probleme mit Familie, "kalte" Mutter

8. Dezember 2011 um 15:16

Hallo, ich muss hier mal was loswerden
Ich hatte schon immer ein ziemlich schwieriges Verhältnis zu meiner Mutter. Das Problem war (für mich), dass sie kein sonderlich herzlicher Mensch ist. An Körperkontakt, Küsschen, Umarmungen etc. kann ich mich kaum erinnern, auch nicht an wirklich herzliche, liebe Worte. Das Wichtigste waren für sie gute Leistungen in der Schule, dass ich Spure, nicht auffällig bzw. immer brav und ordentlich bin.
Ich hatte in der Pubertät sehr oft das Gefühl, dass meine Mutter mich richtig verabscheut. Sie hat mich teilweise so verächtlich und mit einem eiskalten und harten Blick angesehen, das hat mir so in der Seele weh getan. Sie hatte einfach noch nie ein wirkliches Gespür für mich und meine Art.

Ich hab darunter so gelitten, sie hat mich und meine Gedanken einfach nie ernst genommen, nie wirklich liebevoll behandelt, immer hat sie nur harte Worte gefunden und Reiß dich zusammen. Wenn ich etwas geleistet habe, musste ich mich manchmal selbst loben um mir selbst wenigstens Anerkennung zukommen zu lassen, dann sagte sie zu mir jaja, Hochmut kommt vor dem Fall.

Ich leide auch seit meiner Kindheit an psychischen Problemen ich habe eine Zwangserkrankung, Depressionen, Ängste.. Dagegen nehme ich auch seit 4 Jahren Psychopharmaka. Meine Mutter hat zwar schon gemerkt dass mit mir etwas nicht stimmt, hat mich aber niemals gefragt, was mit mir los ist. Ich habe sogar einen Dialog zwischen ihr und meiner Tante mitbekommen, als meine Tante gefragt hat, warum ich so komisch sei. Meine Mutter meinte dazu: Weiß ich nicht, das ist schon länger so.

Ich war auch immer ziemlich verschlossen meiner Mutter gegenüber. Aber einfach, weil ich nie eine wohlige Wärme verspürte, sondern immer nur Kälte und Forderungen, ich fühlte mich immer wie ein Einzelkämpfer, der auch noch in seiner Familie ums Überleben kämpfen muss.

Jetzt bin ich älter und weiß, dass meine Mutter einfach nicht anders konnte. Sie liebt mich, auch wenn wir nicht gerade auf einer Wellenlänge sind und sie mich wohl nie ganz verstehen wird.
Ich habe durch dieses permanente Fehlen von Herzlichkeit so einen Mangel an Herzwärme in mir, dass ich einfach in meinem Leben irgendwie nicht klar komme. Mir fehlt einfach das grundlegende Gefühl des Geliebt-Werdens. Zu meiner Mutter habe ich eine richtige Hass-Liebe entwickelt. Einerseits hasse ich sie dafür, dass sie mir einfach nicht ihre Liebe gezeigt hat, dass sie einfach keine herzliche und liebevolle Mama war und ich mich nie richtig geborgen gefühlt hab. Andererseits bin ich jetzt erwachsen und sehe vom Verstand her vieles anders, ich weiß dass sie auch nur ihr Bestes gegeben hat nach bestem Wissen und Gewissen.

Zumal meine Schwägerin der absolute Liebling meiner Mutter ist. Sie ist so absolut perfekt und lieb und herzlich und lustig, steht ständig mit Selbstgebackenem vor der Tür und bringt jedem ständig was mit gegen sie kann man nur verlieren. Ich habe das Gefühl, dass ich nie wirklich die Liebe meiner Mutter erreichen kann. Ich habe seit 8 Monaten nen Freund, und der ist wirklich totaaaal lieb. Er gibt mir das was ich daheim nie bekommen habe, aber irgendwie passt er nicht so wirklich in unsere Familie. Ich hab immer das Gefühl, dass wir beide so die schwarzen Schafe der Familie sind meine Eltern und mein Bruder mit Freundin sind das absolute Dream-Team, und mein Freund und ich wir werden halt so mit rein gestupfelt. Zumal ich merke, dass meine Mama und mein Freund auch nicht wirklich auf einer Wellenlänge sind.

Ich stehe jetzt ständig zwischendrin, einerseits weiß ich, dass ich die Dinge akzeptieren muss wie sie sind und mich selbst heilen muss. Andererseits möchte ich einfach akzeptiert und geliebt werden, dazugehören. Es fällt mir so schwer, zu akzeptieren, dass ich (wir) nie denselben Stellenwert haben werden wie mein Bruder mit seiner Freundin. Andererseits will ich das auch gar nicht (mehr), weil ich schon immer in der Hinsicht ein Einzelkämpfer war.

Meinen Ex-Freund hat meine Mama absolut geliebt, aber für meinen jetzigen Freund interessiert sie sich kaum, sie kann einfach nicht sehr viel mit ihm anfangen.

Mit meiner Schwiegermama versteh ich mich dagegen total super. Sie ist richtig lieb und herzlich, eine richtige Mama eben, die sich um einen kümmert und einem wirklich ins Herz schaut.

Ich denke mir eben immer man muss sich doch in der Familie verstehen. Aber irgendwie kommt mir meine Familie nur vor wie lockere Bekannte und nicht wie die Menschen, mit denen ich aufgewachsen bin und die mich aufgezogen haben. Weil wir immer nur über unbedeutende Dinge geredet haben, und nie über das, was uns wirklich bewegt

Meine Freunde waren mir schon immer wichtiger als meine Familie, weil sie wissen und verstehen was ich denke und fühle.

Zu meinem Bruder hatte ich immer ein eher oberflächliches, auch recht stockendes Verhältnis. Zu meinem Freund hat er auch nicht so den besten Draht.
Eigentlich war das Verhältnis zu meiner Familie immer eher distanziert und ich fühlte mich nie richtig verstanden.

Ist das normal?
Sollte ich mich einfach damit abfinden?

Danke fürs Lesen.
Grüße, greenyx

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9. Dezember 2011 um 14:30

Je schneller du dich damit abfindest umso besser,
du hast nun einen Freund, hast eine liebe Schwiegermutter und deine Mutter ist aus welchen Gründen auch immer so wie sie ist. Das was du beschreibst, kenne ich aus meiner eigenen Geschichte. Und es hat sich bis zum letzten Atemzug meiner Mutter nicht geändert. Es gibt eine leibliche Familie und die Liebe in dieser Familie lässt sich nicht erzwingen. Du hast Menschen, die dir das geben. Halte großen Abstand zu deiner leiblichen Familie und zwar den, den du brauchst, dass es dir gut geht. Erwarte nichts mehr, was es unter Umständen nie geben wird. Ich hoffe, dass du therapeutisch begleitet wirst und nicht nur Tabletten nimmst.
Lieben Gruß
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