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Probleme im Umgang mit "Stiefsohn"

19. Juni 2010 um 19:13

Hallo!

Ich habe im Moment ziemliche Probleme mit meinem Partner und seinem Sohn bzw. damit, den Umgang untereinander zu regeln.

Mein Partner und ich sind seit etwas über einem Jahr zusammen, ich bin schwanger.
Zur Zeit wohnen wir in meiner kleinen 2Zimmer Wohnung, werden demnächst in eine 3 Zimmer Wohnung umziehen.

Bisher kam der Sohn meines Partners jedes 2. Wochenende zu uns.

Da wir kein Zimmer für ihn haben, schläft der Junge (fast 17) im Wohnzimmer. Er spielt liebend gern Computer, so kommt es, das er fast das gesamte Wochenende vor meinem Rechner verbringt, es sei denn, wir unternehmen etwas gemeinsam.

Das ganze ist eine ziemlich beengte Situation. Der Junge wohnt unter der Woche bei seiner Mutter, dort steht 2 Personen ein großes Haus zur Verfügung. Er ist es also auch geräumiger gewöhnt.

Nun ist es so, dass der Junge sich ziemlich wohl bei uns und in unserer Stadt fühlt und gern kommt. Eigentlich ja schön.

Aber ich fühle mich in meiner eigenen Wohnung nicht mehr wohl. Wenn ich bade, muss er dringend auf die Toilette, sitze ich mal vorm Rechner, will er auch "kurz" mal ran und beobachtet mich, bis ich freiwillig gehe, will ich ins Bad, will er wissen, wann ich dort fertig bin, damit er rein kann. Mein Partner muss oft nachts arbeiten und tagsüber schlafen, so dass das Schlafzimmer komplett als Rückzugsraum für mich ausfällt. Mein Lebensraum ist dann auf die Küche beschränkt. Klingt wie ein Witz.

Ich halte es zu Hause so nicht mehr aus. Mein Partner hat kein Verständnis für mich. Er findet, ich stelle mich an.

Gibt es Erfahrungswerte?
Lg Mariam

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15. Juli 2010 um 10:17

Ich wünsche Dir positive Durchsetzungskraft ....
Hallo mariam890,

eigentlich klingt ja durch, dass du den jungen Mann magst. Das finde ich toll.

Ich lebe seit nun ca 8 Jahren Patchwork, eigene Kinder, ein (Stief-)sohn lebt bei uns, eine (Stief-)Tochter bei ihrer Mutter. Es geht in diesen Situation nicht um die E(ch)sen und Ex-Beziehungen, sondern um die Stiefkinder und die eigene Beziehung. Nur vorweg: Ja ich bin auch der Meinung, dass wir Stiefeltern viel Rücksicht üben müßen, viel leisten und es manchmal ganz schön weh tut. Aber das hast du mit eigenen Kinder auch.

Ich versuche aber mal einige Mißverständnisse auszuräumen, die hier immer wieder die Runde ziehen:

- Es sind nicht unser Kinder. Bioloisch und rechtlich richtig. Aber wir haben uns in einen Mann mit Kinder verliebt. Und damit ist man auch stehts mit verantwortlich und haben als Erwachsene die Konsquenzen zu tragen. Wenn wir eine unbelastet Liebe leben wollten, wäre dieser Mann eben für uns tabu gewesen. Wir haben uns aber anders entschieden. Es geht nicht zu sagen, ich will dich, aber deine Sippe stört mich.
- Stiefkinder sind keine Gäste, sie sollen sich weder so benehmen, noch so behandelt werden, weder hofiert, noch distanziert werden ...
- Es ist ein Unding, dass für Stiefkinder kein Platz ist, weder im Leben noch in der Wohnung. Ist doch klar, das sie sich als Eindringlich fühlen und Platz erobern müßen. (Konkret bei der Computergeschichte: Ich lasse überhaupt keine "Kinder" an meinen PC. Der junge Mann braucht einen Laptop mit Internetanschluß (gibt es gebraucht auch günstig), der nur für ihn da ist. Damit ist er auch in der Wohnung beweglicher, kann z.B. auch in die Küche gehen, oder kann sich seine Privatsphäre schaffen, indem er sich geheimnisvoll in eine Sofaecke verkrümmel kann ), und warum eine 3.Zimmerwohnung wenn ihr 2 Kinder haben werdet mit so großem Altersunterschied.
- Es ist primär keine Erziehung, wenn es Spielregeln in dieser Familie gibt. Jede Wg funktioniert so. Das kannst du auch als Nichteltern. Das geht Dich ganz viel an. (Für die Badsituation brauchst Du Deinen Mann nicht: Bei uns müßen sich die Familienmitglieder auch gelegentlich absprechen, wer wann das Bad besetzt. Wenn mein Mann vorher reingehen will und keiner noch weg muß, dann sagt er das an. Punkt. Wenns einer eilig hat, wartet er halt mal. Geh duschen, Tür zu, Musik an, hör auf Dich klein zu machen. Wenn der junge Mann keine gesundheitlichen Probleme hat, wird er es schon noch ein bissle aushalten. Ihr beiden seit gleichwertig. Und Jugend ist nu mal zwischendurch motzig. Ist total normal und hat nichts mit Stiefs zu tun. Überhör die blöden Kommentare und mach Dein Ding. Schenke ihn mehr deine Aufmerksamkeit für die wirklich interessanten und guten Dinge an ihn und mit ihm.)

Im Prinzip sitzt ihr beiden in einem Boot. Schaffe Dir mit ihm Raum zum Wohnen und Leben.

Dein Partner meint, du stellst Dich an? Ich weiß, das ärgert wenn der andere das Problem nicht sehen kann (will?). Inzwischen weiß ich, dass in manchen Situation der (sonst sich beteiligende!) Partner das Problem tatsächlich nicht hat, manchmal einfach aus Ratlosigkeit zu macht, manchmal einfach aus Liebe zum Kind leidet (es tut auch weh, wenn der Partner immer etwas über das Kind zu beschweren hat, dass führt auch zu Fronten) ....
Ich würde hier auf jeden Fall Respekt einfordern für meine Gefühlen und Bedürfnisse, aber vorher klar stellen, dass es nicht gegen den Jungen geht sondern für ihn und dich. Und ihn klar auffordern, mit Dir nach Lösungen zu suchen. Die Frage ob Lösungen überhaupt gebraucht werden, stellt sich nicht. Auch er hat sich auf Patchwork eingelassen und muß dem Rechnung tragen ....

Patchwork ist viel anspruchsvoller als die klassische Normalfamilie - leider weiß oft frau (man) das nicht vorher, weil es einem keiner vorgelebt hat und viel zu negativ besetzt ist.

Ich drücke Dir die Daumen für mehr Durchsetzungskraft und alles liebe für Deine eigene Schwangerschaft. Genieße sie, auch wenn es Probleme gibt. Wenn es diese nicht wären, wären es andere ...

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15. Juli 2010 um 20:14

Hi,
ihr hockt euch zu sehr auf der Pelle. So würde ich das auch nicht aushalten. Ich würde eine Vier-Zimmer-Wohnung nehmen, damit der Junge ein eigenes Zimmer hat. Später, wenn er seine eigene Wohnung hat, kann man das vierte Zimmer ja als Gäste- Arbeitszimmer nutzen.

lg

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19. Juli 2010 um 8:19
In Antwort auf nelle_12316143

Ich wünsche Dir positive Durchsetzungskraft ....
Hallo mariam890,

eigentlich klingt ja durch, dass du den jungen Mann magst. Das finde ich toll.

Ich lebe seit nun ca 8 Jahren Patchwork, eigene Kinder, ein (Stief-)sohn lebt bei uns, eine (Stief-)Tochter bei ihrer Mutter. Es geht in diesen Situation nicht um die E(ch)sen und Ex-Beziehungen, sondern um die Stiefkinder und die eigene Beziehung. Nur vorweg: Ja ich bin auch der Meinung, dass wir Stiefeltern viel Rücksicht üben müßen, viel leisten und es manchmal ganz schön weh tut. Aber das hast du mit eigenen Kinder auch.

Ich versuche aber mal einige Mißverständnisse auszuräumen, die hier immer wieder die Runde ziehen:

- Es sind nicht unser Kinder. Bioloisch und rechtlich richtig. Aber wir haben uns in einen Mann mit Kinder verliebt. Und damit ist man auch stehts mit verantwortlich und haben als Erwachsene die Konsquenzen zu tragen. Wenn wir eine unbelastet Liebe leben wollten, wäre dieser Mann eben für uns tabu gewesen. Wir haben uns aber anders entschieden. Es geht nicht zu sagen, ich will dich, aber deine Sippe stört mich.
- Stiefkinder sind keine Gäste, sie sollen sich weder so benehmen, noch so behandelt werden, weder hofiert, noch distanziert werden ...
- Es ist ein Unding, dass für Stiefkinder kein Platz ist, weder im Leben noch in der Wohnung. Ist doch klar, das sie sich als Eindringlich fühlen und Platz erobern müßen. (Konkret bei der Computergeschichte: Ich lasse überhaupt keine "Kinder" an meinen PC. Der junge Mann braucht einen Laptop mit Internetanschluß (gibt es gebraucht auch günstig), der nur für ihn da ist. Damit ist er auch in der Wohnung beweglicher, kann z.B. auch in die Küche gehen, oder kann sich seine Privatsphäre schaffen, indem er sich geheimnisvoll in eine Sofaecke verkrümmel kann ), und warum eine 3.Zimmerwohnung wenn ihr 2 Kinder haben werdet mit so großem Altersunterschied.
- Es ist primär keine Erziehung, wenn es Spielregeln in dieser Familie gibt. Jede Wg funktioniert so. Das kannst du auch als Nichteltern. Das geht Dich ganz viel an. (Für die Badsituation brauchst Du Deinen Mann nicht: Bei uns müßen sich die Familienmitglieder auch gelegentlich absprechen, wer wann das Bad besetzt. Wenn mein Mann vorher reingehen will und keiner noch weg muß, dann sagt er das an. Punkt. Wenns einer eilig hat, wartet er halt mal. Geh duschen, Tür zu, Musik an, hör auf Dich klein zu machen. Wenn der junge Mann keine gesundheitlichen Probleme hat, wird er es schon noch ein bissle aushalten. Ihr beiden seit gleichwertig. Und Jugend ist nu mal zwischendurch motzig. Ist total normal und hat nichts mit Stiefs zu tun. Überhör die blöden Kommentare und mach Dein Ding. Schenke ihn mehr deine Aufmerksamkeit für die wirklich interessanten und guten Dinge an ihn und mit ihm.)

Im Prinzip sitzt ihr beiden in einem Boot. Schaffe Dir mit ihm Raum zum Wohnen und Leben.

Dein Partner meint, du stellst Dich an? Ich weiß, das ärgert wenn der andere das Problem nicht sehen kann (will?). Inzwischen weiß ich, dass in manchen Situation der (sonst sich beteiligende!) Partner das Problem tatsächlich nicht hat, manchmal einfach aus Ratlosigkeit zu macht, manchmal einfach aus Liebe zum Kind leidet (es tut auch weh, wenn der Partner immer etwas über das Kind zu beschweren hat, dass führt auch zu Fronten) ....
Ich würde hier auf jeden Fall Respekt einfordern für meine Gefühlen und Bedürfnisse, aber vorher klar stellen, dass es nicht gegen den Jungen geht sondern für ihn und dich. Und ihn klar auffordern, mit Dir nach Lösungen zu suchen. Die Frage ob Lösungen überhaupt gebraucht werden, stellt sich nicht. Auch er hat sich auf Patchwork eingelassen und muß dem Rechnung tragen ....

Patchwork ist viel anspruchsvoller als die klassische Normalfamilie - leider weiß oft frau (man) das nicht vorher, weil es einem keiner vorgelebt hat und viel zu negativ besetzt ist.

Ich drücke Dir die Daumen für mehr Durchsetzungskraft und alles liebe für Deine eigene Schwangerschaft. Genieße sie, auch wenn es Probleme gibt. Wenn es diese nicht wären, wären es andere ...

Durchsetzung und Wohnungsgröße
Hi,

vielen Dank für die vielseitigen Beiträge.

Ich will mal kurz den Beitrag "updaten".

Mein Partner und ich haben uns kurz nach dem Streit ausgesprochen und sind die Probleme angegangen.

Es ist leider ein emotionales Thema, sehr schnell sind die Beteiligten gekränkt.

Unsere Lösungen bisher: Der Computer ist für den Jungen tabu. Ich habe ein wenig über Computerzeiten nachgedacht, das aber dann verworfen, weil es mir wie ein fauler Kompromiss erschien. Der Rechner gehört mir.

Mein Partner hat noch einen Laptop, den darf der Junge benutzen.

An der Wohnungsgröße und Zimmeranzahl lässt sich nichts ändern, so lange meinem Partner nur der Selbstbehalt zur Verfügung steht. Er zahlt Unterhalt für Ex-Frau, Haus und Kind. Da bleibt eben nichts übrig für mehr Räume.

Auf emotionaler Ebene macht mich das ganze Thema sehr wütend. Seine Ex ist keine 5 Jahre älter als ich, ist kerngesund und hat gerade mal ein Kind, das fast erwachsen ist und seit 15 Jahren keinen Stunde mehr gearbeitet. Für ihr Nichtstun muss mein Partner aufkommen, sie bewohnt ein Haus mit 10 Zimmern zu zweit und wir drängeln uns in drei Räumen.

In meinem Bekanntenkreis gibts solche Hausfrauenehen und deren Auswirkungen gar nicht mehr. Die meisten meiner Freundinnen sind wie ich nicht mal verheiratet. Ich finde das auch nicht besonders erstrebenswert, eine Ehe dafür zu nutzen, ausschließlich das eigene "Handaufhalten und Mannausnehmen" zu perfektionieren. Naja, jede wie sie meint.

Wir haben die Räume jetzt so aufgeteilt: Schlafzimmer für mich und meinen Partner, dass große Wohnzimmer für mich und unsere ungeborene Tochter, dass kleine Wohnzimmer für meinen Partner und seinen Sohn.
Praktisch ein "Frauenzimmer" und ein "Männerzimmer".
Damit sind alle Beteiligten sehr zufrieden.

Sollte die Ex doch noch mal einen Handschlag arbeiten wollen, einen neuen Partner finden oder das Haus verkauft werden, werden wir uns natürlich auch vergrößern.
Ich werde mich um einen Krippenplatz bemühen und so schnell wie möglich wieder arbeiten gehen.

VG
Mariam

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