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Problematische Kindheit - Erfahrungsberichte

30. September 2016 um 18:09

Hallo ihr Lieben,
wie der Titel schon verrät geht es um mein bisheriges Leben bzw. meine Familiensituation. Ich wäre dankbar für jeglichen Ratschlag. Vielleicht findet sich auch jmd., der ähnliche Erfahrungen gemacht hat und diese gerne mit mir teilen würde.
Am besten fang ich einfach mal an zu erzählen worum es geht.
Ich (23) wurde als 2. Von 3 Mädels geboren (mein armer Papa ^^). Als ich 5 wurde, kam meine kleine Schwester auf die Welt. Mit 3 Jahren wurde bei ihr frühkindlicher Autismus festgestellt (dieser zeigt sich bei ihr durch nicht vorhandene Sprachentwicklung, sie braucht bis heute Windeln, verletzt sich selbst, ...) und dadurch entstanden all meine Probleme. Nicht ihretwegen, sondern wegen dieser neuen Herausforderung vor der meine Familie nun stand. Meine große Schwester hat damals schon viele Probleme gemacht, da sie ADHS hatte und meine Eltern viel Ärger mit ihr und dem Thema Schule und Diebstahl usw. hatten. Um ihnen nicht noch mehr Probleme aufzuhalsen, habe ich mir damals geschworen, ihnen nicht noch mehr Ärger zu machen. Und ich glaube, das war der große Fehler. Ich habe mich sehr viel um meine kleine Schwester gekümmert, ich wurde zu ihrer Bezugsperson und wir haben wirklich sehr, sehr viel Zeit miteinander verbracht. Sie wurde zu meinem Lebensinhalt und ist es bis ich von daheim ausgezogen bin geblieben. Dadurch habe ich selbst viel verpasst was zu einer normalen Entwicklung gehört, wie sich selbst austesten und sich und seine Stärken/Schwächen kennen lernen. Aber ich möchte hier jetzt nicht rumpiensen, darum geht es gar nicht. Ich bin auf eine Weise sehr froh um meine Kindheit und wie alles gelaufen ist. Ich liebe meine kleine Schwester über alles, bin froh über die Erfahrungen und würde sie niemals missen wollen. Es geht eher um die Beziehung zu meinen Eltern und meiner großen Schwester. Ich wurde bzw. werde bis heute hinten angestellt, weil es bei mir läuft. Wie ich es mir damals geschworen hatte, habe ich nie Probleme gemacht und mir alles selbst aufgebaut. Aber dadurch werde ich eben auch nicht beachtet. Es wird nicht nach meiner Krankheit, meiner Ausbildung, ja noch nicht mal nach meiner Therapie gefragt von der sie wissen. Es geht und ging immer nur um meine Schwestern. Aus der Sicht meiner Eltern kann ich das absolut verstehen. Sie sind wahrscheinlich froh, nicht noch jmd. Zu haben um den sie sich Sorgen müssen und fragen wohl nicht, weil sie wissen, dass alles klappt. Ich schwanke zwischen dieser Sichtweise meiner Eltern und meiner, dass ich eben auch klein war und viel mehr Zuwendung und Aufmerksamkeit gebraucht hätte und eben auch heute brauche. Ich möchte gerne lernen meinen Eltern hier nicht mit Groll zu begegnen, meine Eltern sind auch nur Menschen und haben ihr Bestes gegeben. Ich verstehe nur nicht, wieso sie mich auch jetzt nicht beachten können, Interesse zeigen können wo ich sie doch in diesem Jahr besonders brauche (da wurde Rheuma diagnostiziert und meine Psychotherapie hat angefangen). Es tut einfach weh. Ich rede da in meiner Therapie natürlich auch drüber, aber da werden meine Eltern eher als Verbrecher hingestellt und so kann ich das einfach nicht sehen. Klar ist bei mir deshalb viel kaputt, aber welche Eltern hätten das anders geregelt? Deshalb würde ich mich einfach freuen, mal eure Meinung zu hören. Vielleicht hat jemand ja selbst behinderte Kinder und kann mir die Sichtweise der Eltern noch näherbringen, vielleicht hat jemand selbst solche Erfahrungen, ob mit oder ohne behinderten Geschwistern
Tut mir Leid für den langen Text.

Ganz liebe Grüße
AlisaTanita

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30. September 2016 um 18:09

Hallo ihr Lieben,
wie der Titel schon verrät geht es um mein bisheriges Leben bzw. meine Familiensituation. Ich wäre dankbar für jeglichen Ratschlag. Vielleicht findet sich auch jmd., der ähnliche Erfahrungen gemacht hat und diese gerne mit mir teilen würde.
Am besten fang ich einfach mal an zu erzählen worum es geht.
Ich (23) wurde als 2. Von 3 Mädels geboren (mein armer Papa ^^). Als ich 5 wurde, kam meine kleine Schwester auf die Welt. Mit 3 Jahren wurde bei ihr frühkindlicher Autismus festgestellt (dieser zeigt sich bei ihr durch nicht vorhandene Sprachentwicklung, sie braucht bis heute Windeln, verletzt sich selbst, ...) und dadurch entstanden all meine Probleme. Nicht ihretwegen, sondern wegen dieser neuen Herausforderung vor der meine Familie nun stand. Meine große Schwester hat damals schon viele Probleme gemacht, da sie ADHS hatte und meine Eltern viel Ärger mit ihr und dem Thema Schule und Diebstahl usw. hatten. Um ihnen nicht noch mehr Probleme aufzuhalsen, habe ich mir damals geschworen, ihnen nicht noch mehr Ärger zu machen. Und ich glaube, das war der große Fehler. Ich habe mich sehr viel um meine kleine Schwester gekümmert, ich wurde zu ihrer Bezugsperson und wir haben wirklich sehr, sehr viel Zeit miteinander verbracht. Sie wurde zu meinem Lebensinhalt und ist es bis ich von daheim ausgezogen bin geblieben. Dadurch habe ich selbst viel verpasst was zu einer normalen Entwicklung gehört, wie sich selbst austesten und sich und seine Stärken/Schwächen kennen lernen. Aber ich möchte hier jetzt nicht rumpiensen, darum geht es gar nicht. Ich bin auf eine Weise sehr froh um meine Kindheit und wie alles gelaufen ist. Ich liebe meine kleine Schwester über alles, bin froh über die Erfahrungen und würde sie niemals missen wollen. Es geht eher um die Beziehung zu meinen Eltern und meiner großen Schwester. Ich wurde bzw. werde bis heute hinten angestellt, weil es bei mir läuft. Wie ich es mir damals geschworen hatte, habe ich nie Probleme gemacht und mir alles selbst aufgebaut. Aber dadurch werde ich eben auch nicht beachtet. Es wird nicht nach meiner Krankheit, meiner Ausbildung, ja noch nicht mal nach meiner Therapie gefragt von der sie wissen. Es geht und ging immer nur um meine Schwestern. Aus der Sicht meiner Eltern kann ich das absolut verstehen. Sie sind wahrscheinlich froh, nicht noch jmd. Zu haben um den sie sich Sorgen müssen und fragen wohl nicht, weil sie wissen, dass alles klappt. Ich schwanke zwischen dieser Sichtweise meiner Eltern und meiner, dass ich eben auch klein war und viel mehr Zuwendung und Aufmerksamkeit gebraucht hätte und eben auch heute brauche. Ich möchte gerne lernen meinen Eltern hier nicht mit Groll zu begegnen, meine Eltern sind auch nur Menschen und haben ihr Bestes gegeben. Ich verstehe nur nicht, wieso sie mich auch jetzt nicht beachten können, Interesse zeigen können wo ich sie doch in diesem Jahr besonders brauche (da wurde Rheuma diagnostiziert und meine Psychotherapie hat angefangen). Es tut einfach weh. Ich rede da in meiner Therapie natürlich auch drüber, aber da werden meine Eltern eher als Verbrecher hingestellt und so kann ich das einfach nicht sehen. Klar ist bei mir deshalb viel kaputt, aber welche Eltern hätten das anders geregelt? Deshalb würde ich mich einfach freuen, mal eure Meinung zu hören. Vielleicht hat jemand ja selbst behinderte Kinder und kann mir die Sichtweise der Eltern noch näherbringen, vielleicht hat jemand selbst solche Erfahrungen, ob mit oder ohne behinderten Geschwistern
Tut mir Leid für den langen Text.

Ganz liebe Grüße
AlisaTanita

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