Home / Forum / Meine Familie / Problem: Oma will Mutterrolle übernehmen

Problem: Oma will Mutterrolle übernehmen

2. Januar 2006 um 22:31 Letzte Antwort: 3. Januar 2006 um 11:22

Hallo,

"kleines" Problem mit der Mutter meiner Freundin.

Sie hatte das erste Kind (mittlerweile ein Teenie) meiner Freundin in den ersten Jahren großgezogen und möchte dies nun auch mit unserem Baby (gerade wenige Wochen alt) machen.

Ihre Forderung(!): Sie will das Baby wochentags komplett übernehmen und wir "dürfen" es dann an den Wochenenden bekommen.

Klingt absurd, ist aber leider wahr.

Die "Oma" reagiert regelrecht verärgert, wenn wir ihr sagen, dass wir das allein machen wollen.

Sie möchte das nicht akzeptieren und sagt, sie als Rentnerin hätte Zeit; wir könnten dann unseren Berufen wie gewohnt nachgehen.

Dieses Argument zog schon damals bei meiner Freundin (Alleinerziehend).

Tatsächlich sucht die Oma aber eine neue Beschäftigung. Wörtlich sagte sie: "Euer Baby ist Ersatz für die Große, denn die möchte immer seltener bei mir bleiben." [... die Große wohnt seit ihrer Schulzeit bei meiner Freundin und war an den Wochenenden und während der Ferien fast ausschließlich bei den Großeltern.

Seit einiger Zeit möchte sie aber mehr Zeit mit uns oder mit ihren Freundinnen verbringen, worauf die Oma aber ebenfall sehr böse reagiert.]

Mittlerweile ist das ganze regelrecht eskaliert.

Meine Freundin, die sehr an ihren Eltern hängt, belastet das sehr. Sie denkt darüber nach, ihrer Mutter teilweise nachzugeben und das Baby ihr für ein/zwei Tage die Woche komplett zu überlassen.

Ich bin dagegen, denn letztendlich bestätigt sie damit nur das Verhalten ihrer Mutter.

Ihr Vater hält sich übrigens heraus, aber er sagt selbst, dass dieses Zugeständnis seiner Frau nicht lange reichen würde. Schon bald wird sie mehr Zeit mit ihrem Enkel fordern.

Habt ihr ein paar Tipps, wie man dieses Problem lösen kann und der Frau klarmacht, dass sie "nur" Oma und nicht (Ersatz-) Mutter ist.

Wäre auch für Literatur dankbar, die sich mit solchen Konflikten beschäftigt.

-Nick-

PS: Meine Freundin und ich leben nicht zusammen (Distanz: ca. 100km). Wir hatten mal eine feste Beziehung, doch haben wir bald herausgefunden, dass mehr als eine enge Freundschaft nicht drin ist. Das Baby war nicht geplant, aber wir sind uns sofort einig gewesen, dass wir das schaffen. Durch ihre Selbständigkeit (meine Freundin arbeitet hauptsächlich zu Hause, mit freier Zeiteinteilung) kann sie sich während der Woche gut um unser Baby kümmern. Ab Freitag bin ich dann da. Teilweise sehen wir uns auch während der Woche.

Mehr lesen

3. Januar 2006 um 2:09

Selbstüberschätzung?
Wäre ich in der Rolle Deiner Freundin, und meine Mutter wäre diese Mutter, dann würde ich gleich mal klarmachen, daß ihr Angebot wirklich ganz doll lieb ist, und würde ihr von ganzem Herzen dafür danken. Doch wenn es jetzt schon im Vorfeld deswegen eskaliert, dann möchte ich als Mutter des Kindes es nicht jahrelang drauf ankommen lassen, ob es gut geht, oder vielleicht doch nicht. Dazu ist mir als Mutter das Wohlergehen meines Kindes zu schade, als daß ich damit herum experimentieren möchte. Und des lieben Friedens willen schon zweimal nicht.

Die Mutter ist dazu schon Rentnerin. Als Mutter zweier Kinder kann ich sagen: Kinderbetreuung ist nervlich und auch körperlich sehr anstrengend! Hier gehts ja nicht nur um wenige Wochen, sondern anscheinend um viele Jahre. Bei allem Respekt für sie, doch ich habe den Eindruck, daß sie ihre Leistungsfähigkeit mächtig überschätzt...

Übrigens: meine Mutter (3-fache Mutter, 2-fache Oma) hat mal was schönes gesagt. Sie sagte: "Oma sein ist herrlich. Die Enkel kommen zu Besuch, doch abends hab ich wieder meine Ruhe." Selbst ein Tag mit ihren beiden Enkel schlaucht sie körperlich ganz heftig. So daß sie sehr froh ist, wenn die Kinder abends wieder zu Hause sind. Vielleicht hat die Mutter Deiner Freundin nur noch nicht gemerkt, welche Vorteile das Oma-Dasein haben kann. Vielleicht kriegt ihr sie ja damit. Ich wünsch Euch jedenfalls viel Erfolg dabei

Gefällt mir
3. Januar 2006 um 11:22

Ihr bestimmt über das Leben Eures Kindes!!!
Hallo, meine Schwiegermutter ist ja auch nicht grad einfach, aber das ist ja der Hammer, ich würde Ihr auch danken dafür, aber ablehnen, Sie wird sich schon irgendwann einkriegen und wenn nicht, dann ist sie es nicht wert. Eine Mutter muss auch lernen, die Wünsche Ihres Kindes zu respektieren und wenn sie ein Hobby braucht soll sie in den Seniorenclub gehen oder Töpfern lernen oder so.

Ich würde mich da durch setzen oder hast Du Lust, Dir jahre lang sagen zu lassen, was für dein Kind das beste ist. Ob das so durchführbar ist, ist die andere Sache, hab selber Probleme mit der Schwie-mu und schaff es nicht, die Meinung zu sagen!!! Aber letzten Endes wird das das Beste sein für alle!!

Gefällt mir