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Problem mit Schwiegermutter

3. Juni 2014 um 16:11

Zwischen meiner Schwiegermutter und mir entwickelt sich zunehmend ein Problem, von dem ich große Angst habe, dass es sich weiter zuspitzt, jetzt wo wir ein Baby bekommen. Vielleicht kann mir jemand einen Rat geben. Hier ist die Situation:

Eigentlich komme ich gut mit meinen Schwiegereltern und auch den Geschwistern meines Freundes aus, allerdings was die Schwiegermutter angeht in letzter Zeit eigentlich nur weil ich mich mit meiner Meinung SEHR zurückhalte um keinen Streit zu verursachen. Das Problem ist, dass sie sehr dominant und teilweise sogar übergriffig ist, indem sie sich in die Angelegenheiten ihrer Kinder und auch mir als "Schwiegerkind" stark einmischt. Sie spielt gern die Chefin, was aber oft nicht hilfreich ist, weil sie Sachen über unsere Köpfe hinweg organisiert und dann auch noch beleidigt ist, wenn man dann sagt dass irgendetwas aber anders vereinbart war.

Jetzt, wo ich schwanger bin, spitzt sich das Problem noch weiter zu. Sie ruft mich häufig an und will immer wissen wie es mir geht (was ansich ja nett ist, dewegen ist es immer schwer dann in solchen Situationen Grenzen zu setzen). Wenn man dann mal was erzählt um nicht unhöflich zu sein (z.b. dass ich Probleme mit geschwollenen Füßen und Beinen habe), kommt dann erst mal ein 10minütiger Vortrag was ich alles dagegen machen soll etc. Mir ist das teilweise wirklich unangenehm weil ich nicht alle meine Probleme mit ihr ausdiskutieren will und weil sie auch nicht versteht dass es heute doch teilweise andere Ansichten zu bestimmten Themen gibt als damals zu ihrer Zeit. Beispielsweise war sie völlig überrascht, als wir mal zu Besuch waren und ich einiges nicht gegessen habe (Rohmilchkäse, Räucherschinken, das übliche eben was man in der Schwangerschaft nicht sollte), was ihr natürlich aufgefallen ist und ich ihr erklärt habe. Aber sie kann das nicht einfach hinnehmen sondern muss mir dann gleich erklären dass das damals nicht so war, sie in ihren Schwangerschaften alles gegessen hat und das hat ja auch nicht geschadet. Mich regt auf, dass sie einfach NICHTS mal unkommentiert lassen kann.

Dann ging es darum die Babysachen von ihren Kindern durchzuschauen um zu sehen was wir gebrauchen können. Leider musste ich feststellen, dass sie wirklich alles aufgehoben hat. Das erste Drama war schon, dass wir den "schönen" Familienstubenwagen nicht haben wollten, sondern einen modernen gebraucht von einer Kollegin bekommen. Da war sie schon zum ersten Mal beleidigt. Man muss dazu sagen, dass mein Freund und seine Geschwister zwischen Ende 20 und Ende 40 Jahre alt sind und entsprechend alt sind natürlich auch die Sachen. Es wurden mir dann Unmengen an Babywäsche aus dieser Zeit präsentiert. Aus Höflichkeit habe ich ja das Meiste schon genommen, auch wenn man das Meiste wahrscheinlich nur "im Notfall" benutzen wird, weil die heutigen Sachen einfach praktischer sind. Nur die Sachen die ein absolutes NoGo waren, habe ich abgelehnt, was jedes Mal wieder mit einem beleidigten Gesichtsausdruck kommentiert wurde. Ich habe dann mal vorsichtig angemerkt, dass heutzutage ja viele Sachen mit den Knöpfen im Schritt zum Wickeln praktischer sind und dass man heute Wickelbodys anstelle von Schlüpfer und Hemd oder "Jüpchen (?) anzieht, wo ich auf völliges Unverständnis gestoßen bin, denn damals hatte sie damit ja auch keine Probleme und sie wollte mir allen Ernstes einreden dass ich gleich mal mit einem Teddy das Wickeln üben soll damit ich sehe wie gut das geht. Die ganze Zeit musste ich mir spitze Kommentare anhören, beispielsweise ob mein Kind denn im Winter frieren soll, als ich die (jahzehntelang im Keller lagernden, natürlich nicht waschbaren) Fellschuhe ablehnte (mein Freund hat eine Hausstauballergie!). Diese Aktion war unglaublich anstrengend und nervenraubend für mich.

Ich weiß, das sind alles keine dramatischen Sachen die vorgefallen sind, aber ich sehe einfach, dass sich jetzt mit dem Baby viel Konflikpotential, was schon immer vorhanden war aber was man früher noch gut übergehen konnte, hervortreten wird und ich will mich nicht mit ihr verstreiten, weil ich ja an einem harmonischen Verhältnis interessiert bin. Mein Freund steht zwar prinzipiell auf meiner Seite (also hat die gleiche Meinung wie ich), aber sagt oft auch nichts in so einer Situation um keinen Streit zu provozieren und weil sie sich eh nicht ändern wird.

Zur Person meiner Schwiegermutter sei noch gesagt, dass sie 67 Jahre alt ist, die meiste Zeit Hausfrau war bzw. nur stundenweise gearbeitet hat (dies aber trotzdem ständig erwähnen muss) und sich völlig über ihre Kinder definiert. Sie stellt sich selbst ständig in den Vordergrund und muss ständig davon berichten was sie alles geleistet hat.

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5. Juni 2014 um 13:43

Verständnis
Liebe Skroete,

lern aus meinen Fehlern.

Ich kenne weder Dich noch Deine Schwiegermutter, aber Deine Lage ist wohl ähnlich meiner. Ich habe das Gefühl, dass da ein Machtkampf im Gange ist. Durch ein Baby werden die Rollen in der Familie neu verteilt. Du wirst selbst Mama, dann hat sie Dir an diesem Punkt nichts mehr voraus. Ihr Sohn wird mehr an Dich gebunden sein als bisher. Und manche Dinge, die man zu ihrer Zeit gemacht hat, sind überholt bis verpönt. Wahrscheinlich bereitet ihr das alles ein Unbehagen. Vielleicht auch Angst.

Tu Dir selber den Gefallen und mache höflich aber bestimmt Deine Grenzen klar. Und zwar schon jetzt. Erinnere sie doch daran, wie sie sich als werdende bzw. junge Mutter gefühlt hat.

Wenn Du bisher über gewisse Dinge hinweg sehen konntest, ich verspreche Dir, es wird Dir als Mutter viel schwerer fallen. Sie wird Dir weiter fleißig zeigen, dass sie es besser weiß und kann. Und sie wird wahrscheinlich Dein Kind halten, ausfahren und betreuen wollen. Spätestens dann meldet sich der Mutterinstinkt. Auch wenn sie gut zu Eurem Kind ist, es tut weh, als Mutter nicht respektiert zu werden.

LG

PS: Ich habe auch eine egozentrische Schwiegermutter, die sehr geschickt auf die Tränendrüse drücken kann. Ich hab auch nie was gesagt (so ca. 14 Jahre), bis ich Mama geworden bin. Und jetzt bin ich die hormongesteuerte, hysterische Glucke....

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6. Juni 2014 um 7:45
In Antwort auf apphia_11983389

Verständnis
Liebe Skroete,

lern aus meinen Fehlern.

Ich kenne weder Dich noch Deine Schwiegermutter, aber Deine Lage ist wohl ähnlich meiner. Ich habe das Gefühl, dass da ein Machtkampf im Gange ist. Durch ein Baby werden die Rollen in der Familie neu verteilt. Du wirst selbst Mama, dann hat sie Dir an diesem Punkt nichts mehr voraus. Ihr Sohn wird mehr an Dich gebunden sein als bisher. Und manche Dinge, die man zu ihrer Zeit gemacht hat, sind überholt bis verpönt. Wahrscheinlich bereitet ihr das alles ein Unbehagen. Vielleicht auch Angst.

Tu Dir selber den Gefallen und mache höflich aber bestimmt Deine Grenzen klar. Und zwar schon jetzt. Erinnere sie doch daran, wie sie sich als werdende bzw. junge Mutter gefühlt hat.

Wenn Du bisher über gewisse Dinge hinweg sehen konntest, ich verspreche Dir, es wird Dir als Mutter viel schwerer fallen. Sie wird Dir weiter fleißig zeigen, dass sie es besser weiß und kann. Und sie wird wahrscheinlich Dein Kind halten, ausfahren und betreuen wollen. Spätestens dann meldet sich der Mutterinstinkt. Auch wenn sie gut zu Eurem Kind ist, es tut weh, als Mutter nicht respektiert zu werden.

LG

PS: Ich habe auch eine egozentrische Schwiegermutter, die sehr geschickt auf die Tränendrüse drücken kann. Ich hab auch nie was gesagt (so ca. 14 Jahre), bis ich Mama geworden bin. Und jetzt bin ich die hormongesteuerte, hysterische Glucke....

Danke
Vielen Dank für deine Antwort. Da scheint es uns ja wirklich ähnlich zu gehen.

Zum Glück wohnt die Schwiegerfamilie 400km weit weg, sodass wir mit dem Baby und ihr keine täglichen Probleme haben werden (Betreuung etc.), aber es ist einfach schade wenn man sich auf gegenseitige Besuche (derzeit ca. alle 2 Monate) nicht freuen kann sondern Angst hat was wohl diesmal wieder los ist. Und oft lasse ich das Telefon einfach klingeln wenn ich allein zu hause bin und sehe dass sie anruft, weil ich keine Lust habe mit ihr zu reden. Jetzt hat sie meinem Freund schon angekündigt, er soll ihr beim nächsten Treffen mal Skype installieren und erklären wie das funktioniert, damit sie die Entwicklung von dem Baby auch gut mitbekommt, da sie es ja nicht so oft sehen kann. Ich habe noch nichts dazu gesagt, aber werde meinem Freund sagen dass das hin und wieder von mir aus ok ist, ich aber garantiert keine regelmäßige Überwachung wünsche. Meine größte Hoffnung ist ja, dass sie es trotz genauer Erklärung eh nicht hinbekommt

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6. Juni 2014 um 9:17

Ist ja lustig
.... das ist ja wie bei uns! Also das mit Skype und der Entfernung. Allerdings wurde und werde nicht ich angerufen. Alles was unsere Tochter betrifft, wird ausschließlich mit meinem Mann "besprochen". Die schlauen Tipps werden mir etwas subtiler übermittelt. Aber gerade das macht es für mich so anstrengend. Manchmal fühle ich mich, als wäre ich nur die Frau, die das Kind ihres Sohnes ausgetragen hat.

Beispiel: Wir haben uns eine ambulante Geburt gewünscht und wollten das KH so schnell wie möglich wieder verlassen. PDA wollte ich nicht, Kaiserschnitt schon gar nicht, Leider gab es einen Geburtsstilltstand. Die Hebammen haben stundenlang versucht, die Geburt wieder in Gang zu bringen. Dann wurden die Herztöne schlechter, es wurde eine MBU gemacht. 26 Stunden nach dem Blasensprung wurde ein Notkaiserschnitt vorgenommen, Wir hatte so große Angst um unser Baby. Und ich war so glücklich, das unser kleines Wunder gesund war.

Meine Schwiegermutter war zu der Zeit im Urlaub, was uns auch irgendwie ganz recht war, aber wir haben natürlich telefoniert.

Zwei Wochen später hörte ich meinen Mann während eines Telefonats mit seiner Mutter sagen:...Aber ich hab Dir doch erzählt, dass es ein Kaiserschnitt war.

Sie hat es einfach "überhört", meinte mein Mann. Er kann bis jetzt nicht verstehen, warum mich das so verletzt hat.

Und wenn wir uns dann sehen und sie sich auf mein Kind stürzt, kann ich das kaum ertragen. Ich weiß, dass sie ihr nichts (mutwillig) tut, dass sie sie auch nur liebt und mit ihr zusammen sein will. Ich will meinem Kind auch gar nicht die Oma nehmen. Das Problem ist, dass mein Mann überhaupt nicht über dieses Thema sprechen will. Jedes Mal gibt es einen Riesenkrach. Wahrscheinlich leidet er einfach auch unter der Situation. Daher habe ich für mich beschlossen, es mit der Person zu klären, die es betrifft. Sicher wird das Ärger geben, aber dieser unterschwellige Konflikt stresst mich viel mehr. Meine Oma hat immer gesagt, lieber ein ehrlicher Streit als ein unehrlicher Frieden. Recht hat sie.

LG





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9. Juni 2014 um 17:38
In Antwort auf apphia_11983389

Ist ja lustig
.... das ist ja wie bei uns! Also das mit Skype und der Entfernung. Allerdings wurde und werde nicht ich angerufen. Alles was unsere Tochter betrifft, wird ausschließlich mit meinem Mann "besprochen". Die schlauen Tipps werden mir etwas subtiler übermittelt. Aber gerade das macht es für mich so anstrengend. Manchmal fühle ich mich, als wäre ich nur die Frau, die das Kind ihres Sohnes ausgetragen hat.

Beispiel: Wir haben uns eine ambulante Geburt gewünscht und wollten das KH so schnell wie möglich wieder verlassen. PDA wollte ich nicht, Kaiserschnitt schon gar nicht, Leider gab es einen Geburtsstilltstand. Die Hebammen haben stundenlang versucht, die Geburt wieder in Gang zu bringen. Dann wurden die Herztöne schlechter, es wurde eine MBU gemacht. 26 Stunden nach dem Blasensprung wurde ein Notkaiserschnitt vorgenommen, Wir hatte so große Angst um unser Baby. Und ich war so glücklich, das unser kleines Wunder gesund war.

Meine Schwiegermutter war zu der Zeit im Urlaub, was uns auch irgendwie ganz recht war, aber wir haben natürlich telefoniert.

Zwei Wochen später hörte ich meinen Mann während eines Telefonats mit seiner Mutter sagen:...Aber ich hab Dir doch erzählt, dass es ein Kaiserschnitt war.

Sie hat es einfach "überhört", meinte mein Mann. Er kann bis jetzt nicht verstehen, warum mich das so verletzt hat.

Und wenn wir uns dann sehen und sie sich auf mein Kind stürzt, kann ich das kaum ertragen. Ich weiß, dass sie ihr nichts (mutwillig) tut, dass sie sie auch nur liebt und mit ihr zusammen sein will. Ich will meinem Kind auch gar nicht die Oma nehmen. Das Problem ist, dass mein Mann überhaupt nicht über dieses Thema sprechen will. Jedes Mal gibt es einen Riesenkrach. Wahrscheinlich leidet er einfach auch unter der Situation. Daher habe ich für mich beschlossen, es mit der Person zu klären, die es betrifft. Sicher wird das Ärger geben, aber dieser unterschwellige Konflikt stresst mich viel mehr. Meine Oma hat immer gesagt, lieber ein ehrlicher Streit als ein unehrlicher Frieden. Recht hat sie.

LG





Hart
Das mit dem Kaiserschnitt und wie unwichtig das für deine Schwiegermutter ist, tut mir echt leid für dich. Das ist echt hart!

Ich habe gestern mit meinem Freund noch mal darüber gesprochen und er hat versprochen, seiner Mutter etwas entschiedener gegenüber zu treten. Mal sehen ob es was bringt (ich glaube nicht, weil sie es nicht verstehen wird).

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