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Pflege von Angehörigen

Letzte Nachricht: 22. Dezember 2021 um 9:34
B
beatrice61
29.11.21 um 15:21

Hallo liebe Community, 

ich habe keine Diskussion zu dem Thema finden können & würde gerne mal wissen, ob jeamand von euch Erfahrungen mit Angehörigen hat, die Unterstützung im Alltag benötigen. 

In meiner Familie gibt es gerade leider die Sitution, dass wir uns eine Lösung für meine Mutter einfallen lassen müssen. Sie wird immer mehr vergesslich & hat letzte Woche die Herdplatte auf voller Pulle angelassen. Das ist für mich ein Punkt wo ich sagen muss, dass sie nicht mehr alleine Leben kann bzw. Unterstützung benötigt. Mit der Option Heim bin ich sehr zwigespalten. Zwar hat sie dort Leute in Ihrem Alter, dennoch möchte Sie am liebsten unabhängig bleiben. Ich bin am überlegen, ob eine vielleicht das Richtige wäre. Leider kenne ich niemanden der damit Erfahrungen gesammelt hat. Kennt sich einer von euch vlt aus? Ich freue mich über hilfreiche Antworten und Meinungen. 

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M
mikesch07
02.12.21 um 22:36

Beim Thema Pflege kommt es sehr auf die Erkrankung an. Ist es nur das Alter und ein bisschen Unterstützung von Familie und Pflegedienst reichen, um den Alltag im gewohnten zu Hause zu meistern, dann kann man diesen Weg gehen.
Sollte deine Mutter allerdings an Demenz leiden und alleine wohnen, dann wird es auf lange Sicht fast nur mit einem Heim zu machen sein.
Eine 24h Pflege muss man sich ja auch leisten können. Selbst mit der höchsten Pflegestufe kommt "nur" mehrmals täglich der Pflegedienst vorbei. Das ist von einer 24h Pflege noch meilenweit entfernt. Die müsstet ihr als Familie selbst bezahlen. Manche haben dann eben auch eine feste Pflegekraft, meist aus dem Ausland, die dann auch mit im Haus wohnt. Das muss aber auch räumlich möglich sein. Daher stellt sich auch die Frage, was ihr finanziell selber leisten könnt und wollt. 

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schnuckweidev
schnuckweidev
04.12.21 um 13:48

ich denke, dass es mit einer 24-std-pflege, so man denn das nötige kleingeld hat, auch nicht immer leicht ist.
auch die pflegekraft ist sehr belastet. man kann sie sich nicht aussuchen idr. und sie wechselt immer mal wieder. wenn jemand kommt, mit dem die mutter gar nicht kann, dann ist das problematisch.

es kann aber natürlich auc für alle passen.

unterstützend kann man einen ambulanten pflegedienst in erwägung ziehen.

die pflege eines (dementen) angehörigen ist eine große herausforderung.

tatsächlich ist deiner mutter aber nicht geholfen, wenn ihr sie irgendwann dann doch in ein heim bringt.
je dementer sie wird umso weniger wird sie die neue situation annehmen können und dann wird der rest ihres lebens möglicherweise schlimmer als nötig (weil sie sich nicht einfindet und sich fremd fühlt, sie wacht auf, weiß nicht wo sie ist, fremde menschen, essenzeiten usw).

deswegen ist es wichtig, die optionen genau durchzudenken.

lg

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schnuckweidev
schnuckweidev
04.12.21 um 13:51
In Antwort auf schnuckweidev

ich denke, dass es mit einer 24-std-pflege, so man denn das nötige kleingeld hat, auch nicht immer leicht ist.
auch die pflegekraft ist sehr belastet. man kann sie sich nicht aussuchen idr. und sie wechselt immer mal wieder. wenn jemand kommt, mit dem die mutter gar nicht kann, dann ist das problematisch.

es kann aber natürlich auc für alle passen.

unterstützend kann man einen ambulanten pflegedienst in erwägung ziehen.

die pflege eines (dementen) angehörigen ist eine große herausforderung.

tatsächlich ist deiner mutter aber nicht geholfen, wenn ihr sie irgendwann dann doch in ein heim bringt.
je dementer sie wird umso weniger wird sie die neue situation annehmen können und dann wird der rest ihres lebens möglicherweise schlimmer als nötig (weil sie sich nicht einfindet und sich fremd fühlt, sie wacht auf, weiß nicht wo sie ist, fremde menschen, essenzeiten usw).

deswegen ist es wichtig, die optionen genau durchzudenken.

lg

ich denke übrigens, dass man auch einen dementen angehörigen zuhause pflegen kann. natürlich nur unter der bedingung, dass immer jemand da ist. und das ist eine sehr große aufgabe, die viele menschen kaputt macht, lustig wird das nicht.
das könnte man dann tatsächlich mit einem ambulanten pflegedienst verbinden, der zb zur körperpflege dazugezogen wird. es gibt auch die möglichkeit der betreuung, die ich dann dringen nutzen würde, dass mn ggf 2std in der woche hat, die sicher freizeit sind. evtl eine tagespflege.
wichtig sind in dem fall, dass man sich inseln ohne die verantwortung für die mutter schafft, in denen man sie gut versorgt weiß. dann wäre es gut, es wechseln sich mehrere angehörige mit der pflege ab.
 

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A
anonym123
14.12.21 um 16:28
In Antwort auf beatrice61

Hallo liebe Community, 

ich habe keine Diskussion zu dem Thema finden können & würde gerne mal wissen, ob jeamand von euch Erfahrungen mit Angehörigen hat, die Unterstützung im Alltag benötigen. 

In meiner Familie gibt es gerade leider die Sitution, dass wir uns eine Lösung für meine Mutter einfallen lassen müssen. Sie wird immer mehr vergesslich & hat letzte Woche die Herdplatte auf voller Pulle angelassen. Das ist für mich ein Punkt wo ich sagen muss, dass sie nicht mehr alleine Leben kann bzw. Unterstützung benötigt. Mit der Option Heim bin ich sehr zwigespalten. Zwar hat sie dort Leute in Ihrem Alter, dennoch möchte Sie am liebsten unabhängig bleiben. Ich bin am überlegen, ob eine 24-Stunden-Pflege vielleicht das Richtige wäre. Leider kenne ich niemanden der damit Erfahrungen gesammelt hat. Kennt sich einer von euch vlt aus? Ich freue mich über hilfreiche Antworten und Meinungen. 

Könnt ihr euch das denn leisten? Der Staat zahlt das nicht ..

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S
sisteronthefly
22.12.21 um 9:34

Hallo,

ich kann mir vorstellen, dass du dir Sorgen um deine Mutter machst und die Gedanken um eine mögliche Heimunterbringung kreisen. Vergesslichkeit mit zunehmendem Alter ist ein Stück weit normal. Das darf sein. Es wird natürlich bedenklich, sofern daraus gefährliche Situationen für sie selbst und andere entstehen. Dies ist allerdings ein wichtiger Aspekt um zunächst einmal das Gespräch mit dem Hausarzt zu suchen. Gemeinsam mit deiner Mutter könntest du den Verdacht "beginnende Demenz" zu einem Thema machen. Der Hausarzt wird vermutlich einige Laboruntersuchung anordnen und euch an einen Neurologen verweisen. Dieser macht einige Tests z.B. Mini Mental Status Test. Man könnte auch über eine Liquor Untersuchung nachdenken, dabei wird Nervenwasser aus dem Rücken punktiert, was näher Aufschluß gibt. 

Ohne diese ganze Apparatur kannst du vorerst andere Möglichkeiten in Betracht ziehen. Je nach dem Stand der Hilfebedürftigkeit deiner Mutter gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine ambulante Betreuung ist nicht verkehrt, zusätliche gäbe es die Obtion niedrigschwelliger Betreuungsangebote. Auf diese hat jeder Mensch Anspruch, der in die Pflegekasse eingezahlt hat. Ein Pflegegrad ist dafür nicht notwendig. Die zu beanspruchende Summe beläuft sich auf 128 Euro. Damit könnten Spaziergänge, begleitetes Einkaufen oder Begleitung zum Arzt abgedeckt werden. Das ist nicht viel aber schafft oft schon Erleichterung. 

Neben dem Stellen der Medikamente über einen Pflegedienst könntest du Essen auf Rädern bestellen. Das hätte den Vorteil, dass deine Mutter ihr Essen nicht mehr selbst zubereiten muss. Auch würde ich dir dazu raten, dich am Wohnort deiner Mutter nach seniorengerechten Angeboten umzusehen, z.B. Seniorengymnastik, Seniorentanz, Gedächtnistraining oder andere Angebote. In behördlichen Einrichtungen liegen häufig Broschüren über Angebote für Senioren. 

Sollte eine beginnende Demenz diagnostiziert werden ist fraglich, ob deine Mutter weiterhin alleine leben kann. Für pflegende Angehörige gibt es weitere Optionen, z.B. die Milieutherapie. Darin geht es um auf Demenz abgestimmte Wohnraumkonzepte und um die Vermittlung von Sicherheit und Orientierung im Alltag. 

Eine Tagespflege wäre eine weitere Option. Hier wäre deine Mutter in einer Einrichtung zu Gast von ca. 8.00 Uhr morgens bis ca. 16.00 Uhr nachmittags und natürlich beschäftigt und gut betreut. Du kannst dich umschauen, ob es in deiner Nähe einen Pflegestützpunkt gibt. Dort wirst du näher zum Thema Demenz oder Pflege im Allgemeinen beraten. Bundesweit agiert inzwischen das Demenznetzwerk. Sie haben sich zur Aufgabe gemacht Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu helfen, evtl. durch Schulungen. 

LG Sis

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