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Pflege der Mutter

8. Januar um 20:39

Hallo!
Vorweg - es wird bestimmt lang, aber ich muss meinem Kummer mal Luft machen.

Meine Mutter hatte 1995 eine Gehirnblutung und ist seit dem halbseitig behindert und mittlerweile in Pflegestufe 3. Anfangs konnte sie noch gehen, mit den Jahren ist es aber soweit gekommen, dass sie gerade noch aufstehen kann - gehen geht gar nicht mehr.

Mein Vater, der bereits 2 mal Krebs überstanden hat und selbst nur noch durch eine Magensonde ernährt wird, pflegt sie daheim.

Nun ist es so, dass bei meinem Papa bei der üblichen Kontrolle wieder etwas gesehen wurde, weshalb er nun Ende Jänner für 3 Tage ins Krankenhaus muss. Dann wird eine Endoskopie gemacht und sie entnehmen eine Gewebeprobe um zu sehen, was es ist. Wir hoffen mal das es nicht schlimmes ist.

Während dieser Zeit, werde ich nun auf meine Mutter schauen - womit für mich mein Problem beginnt. Ich bin 26 Jahre alt, schwanger und bin mittlerweile leider sehr distanziert ihr gegenüber, obwohl wir mal eine sehr gute Beziehung hatten. Dies liegt einfach an ihrer Art. Als es immer schlechter um sie stand, habe ich immer wieder mit meinen Eltern gesprochen, dass sie sich bzgl. Physiotherapie oder ähnlichem erkundigen sollen. Das sie unbedingt etwas machen müssen, bevor sie sich gar nicht mehr bewegen kann. Das ganze ist für mich sehr belastend, aber es ist ihr einfach egal. Sie hat die Einstellung "ist halt so, kann man nicht ändern, ich bin ja so arm".

Ich habe wirklich alles versucht um zu ihr durchzuringen, aber es ist sinnlos - sie bleibt stur. Selbst als ich ihr einen Brief geschrieben habe worin ich ihr mein Herz ausschüttete, traf das nur an taube Ohren. Seither hat sich in mir ein Schalter umgelegt, der versucht es nicht mehr an sich ran zulassen, weil es einfach zu sehr weh tat. Mein Vater schiebt sie teils im Rollstuhl, teils mit der Gehhilfe durch die Wohnung, wenn sie aufs WC muss etc., kocht für sie, macht alles so gut er kann alleine - für sie ist das alles selbstverständlich. Jedes Mal wenn sie aufsteht und so vor Anstrengung zu stöhnen beginnt und schnell zu atmen anfängt, wächst in mir diese Wut und am Liebsten bin ich dann ganz schnell weg - weil ich das einfach nicht ertragen kann.

Als ich heute davon erfuhr das mein Papa wieder mal ins Spital muss, fragte ich beide was dann mit ihr ist. Mein Papa sagte er weiß es nichts und meine Mutter tat so als könnte sie ja eh alles selbst machen. Habe dann gesagt, dass sie sich eben eine Heimhilfe nehmen müssen - das möchte sie aber nicht, da es in der Wohnung ja so aussieht. Ich bin dann gegangen und habe im Nachhinein meinem Vater angeboten, dass ich mir diese 3 Tage frei nehme und mich um sie kümmere. Er hat es natürlich dankbar angenommen (ich weiß dass ihn das auch alles sehr belastet) aber in mir graut sich jetzt schon alles vor diesen 3 Tagen zusammen. Wenn sie hinfällt, kann ich ihr nicht mal aufhelfen, da sie einfach zu schwer ist und ich sowieso nicht schwer heben kann. Dann muss ich wieder die Rettung rufen, was nicht das erste Mal wäre, als mein Vater im Krankenhaus war.

Ich weiß einfach nicht wie ich mit der Situation umgehen soll. Ich bin einfach nur verzweifelt und weiß nicht weiter. Meine schlimmste Angst ist, dass mein Vater mal wieder unerwwartet ins Krankenhaus muss, oder gar wieder Krebs hat. Ich weiß das er ein weiteres mal Krebs nicht mit macht, er hat schon so viel ertragen müssen. Was wenn er vor ihr stirbt? Ich kann mich nicht um sie kümmern. All diese Gedanken drehen sich seit Jahren in meinem Kopf und belasten mich sehr. Ich weiß ich kann es nicht ändern, trotztdem sorgt man sich.

Geht es jemanden wie mir?

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8. Januar um 21:46

Du schreibst, du bist schwanger. Hast du denn einen Mann an deiner Seite, der dich in diesen 3 Tagen unterstützen könnte. Ich denke, diese 3 Tage packst du, auch emotional. Du weisst, es geht vorbei. Aber ich lese hier die Sorge um deinen Papa und viele Fragen (was ist wenn...), die aber geklärt sein könnten.

Warte ab, was die Ergebnisse bei deinem Papa sind und dann sprich unbedingt mit ihm. Du kannst und musst sich nicht ganttags um deine Mutter kümmern über Jahre hinweg. Ihr könnt und müsst Vorkehrungen treffen.

Ich hatte eine Tante mit einer Nervenkrankheit. Sie musste glücklicherweise nicht mehr lange leiden. Mein Onkel hatte auch versucht, alles alleine zu bewerkstlligen und er hat das wirklich toll gemacht, nur kam es dann vermehrt zu Stürzen. Sie war dann im Pflegeheim in ihrem Heimatort. Sie hat täglich Besuch bekommen und hatte gleichzeitig 24 h die Pflege und Umgebung (Hilfsmittel etc.), die sie gebraucht hat.

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8. Januar um 21:54
In Antwort auf lori1223

Du schreibst, du bist schwanger. Hast du denn einen Mann an deiner Seite, der dich in diesen 3 Tagen unterstützen könnte. Ich denke, diese 3 Tage packst du, auch emotional. Du weisst, es geht vorbei. Aber ich lese hier die Sorge um deinen Papa und viele Fragen (was ist wenn...), die aber geklärt sein könnten.

Warte ab, was die Ergebnisse bei deinem Papa sind und dann sprich unbedingt mit ihm. Du kannst und musst sich nicht ganttags um deine Mutter kümmern über Jahre hinweg. Ihr könnt und müsst Vorkehrungen treffen.

Ich hatte eine Tante mit einer Nervenkrankheit. Sie musste glücklicherweise nicht mehr lange leiden. Mein Onkel hatte auch versucht, alles alleine zu bewerkstlligen und er hat das wirklich toll gemacht, nur kam es dann vermehrt zu Stürzen. Sie war dann im Pflegeheim in ihrem Heimatort. Sie hat täglich Besuch bekommen und hatte gleichzeitig 24 h die Pflege und Umgebung (Hilfsmittel etc.), die sie gebraucht hat.

Ja du hast, recht, danke. Es geht vorbei, das muss ich mir vor Augen halten. 
Ich bin verheiratet aber mein Mann muss arbeiten.
Habe heute auch meinem Papa gesagt, dass sie sich was für die Zukunft überlegen müssen, denn wenn er mal überraschend ins Krankenhaus muss, ist niemand da - das geht nicht. Aber ich rede leider auch schon seit Jahren, meine Mama verdrängt es scheinbar und mein Papa - er weiß das ich recht habe, aber weiß sich glaube ich selbst nicht zu helfen. Alles ziemlich frustrierend

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8. Januar um 22:56
In Antwort auf coremary

Ja du hast, recht, danke. Es geht vorbei, das muss ich mir vor Augen halten. 
Ich bin verheiratet aber mein Mann muss arbeiten.
Habe heute auch meinem Papa gesagt, dass sie sich was für die Zukunft überlegen müssen, denn wenn er mal überraschend ins Krankenhaus muss, ist niemand da - das geht nicht. Aber ich rede leider auch schon seit Jahren, meine Mama verdrängt es scheinbar und mein Papa - er weiß das ich recht habe, aber weiß sich glaube ich selbst nicht zu helfen. Alles ziemlich frustrierend

Ja aber weisst du, wenn deine Mutter das Thema verdrängt, müsst ihr Entscheidungen treffen. Sie verlässt sich wohl einfach darauf, dass "man" im Ernstfall schon etwas organisiert.

Kann dein Mann nicht wenigstens abends kommen und dir bei Sachen wie waschen etc. helfen, bei denen du sie heben musst? Du bist ja schwanger

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8. Januar um 23:39

mir geht es aktuell teilweise ähnlich wie dir, - bei Interesse lies mal im Thread "schwierige Situation mit den betagten Eltern". Ich habe leider nicht wirlich gute Ratschläge für dich - sonst hätt ich hier nicht selber nachfragen müssen...
Aber ich kann etwas mitfühlen und auf alle Fälle wünsch ich dir zum einen viel kraft und das ihr einen guten Weg findet für die Zukunft und für deine Schwangerschaft wünsch ich dir alles Gute!

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9. Januar um 8:27
In Antwort auf coremary

Hallo!
Vorweg - es wird bestimmt lang, aber ich muss meinem Kummer mal Luft machen.

Meine Mutter hatte 1995 eine Gehirnblutung und ist seit dem halbseitig behindert und mittlerweile in Pflegestufe 3. Anfangs konnte sie noch gehen, mit den Jahren ist es aber soweit gekommen, dass sie gerade noch aufstehen kann - gehen geht gar nicht mehr.

Mein Vater, der bereits 2 mal Krebs überstanden hat und selbst nur noch durch eine Magensonde ernährt wird, pflegt sie daheim.

Nun ist es so, dass bei meinem Papa bei der üblichen Kontrolle wieder etwas gesehen wurde, weshalb er nun Ende Jänner für 3 Tage ins Krankenhaus muss. Dann wird eine Endoskopie gemacht und sie entnehmen eine Gewebeprobe um zu sehen, was es ist. Wir hoffen mal das es nicht schlimmes ist.

Während dieser Zeit, werde ich nun auf meine Mutter schauen - womit für mich mein Problem beginnt. Ich bin 26 Jahre alt, schwanger und bin mittlerweile leider sehr distanziert ihr gegenüber, obwohl wir mal eine sehr gute Beziehung hatten. Dies liegt einfach an ihrer Art. Als es immer schlechter um sie stand, habe ich immer wieder mit meinen Eltern gesprochen, dass sie sich bzgl. Physiotherapie oder ähnlichem erkundigen sollen. Das sie unbedingt etwas machen müssen, bevor sie sich gar nicht mehr bewegen kann. Das ganze ist für mich sehr belastend, aber es ist ihr einfach egal. Sie hat die Einstellung "ist halt so, kann man nicht ändern, ich bin ja so arm".

Ich habe wirklich alles versucht um zu ihr durchzuringen, aber es ist sinnlos - sie bleibt stur. Selbst als ich ihr einen Brief geschrieben habe worin ich ihr mein Herz ausschüttete, traf das nur an taube Ohren. Seither hat sich in mir ein Schalter umgelegt, der versucht es nicht mehr an sich ran zulassen, weil es einfach zu sehr weh tat. Mein Vater schiebt sie teils im Rollstuhl, teils mit der Gehhilfe durch die Wohnung, wenn sie aufs WC muss etc., kocht für sie, macht alles so gut er kann alleine - für sie ist das alles selbstverständlich. Jedes Mal wenn sie aufsteht und so vor Anstrengung zu stöhnen beginnt und schnell zu atmen anfängt, wächst in mir diese Wut und am Liebsten bin ich dann ganz schnell weg - weil ich das einfach nicht ertragen kann.

Als ich heute davon erfuhr das mein Papa wieder mal ins Spital muss, fragte ich beide was dann mit ihr ist. Mein Papa sagte er weiß es nichts und meine Mutter tat so als könnte sie ja eh alles selbst machen. Habe dann gesagt, dass sie sich eben eine Heimhilfe nehmen müssen - das möchte sie aber nicht, da es in der Wohnung ja so aussieht. Ich bin dann gegangen und habe im Nachhinein meinem Vater angeboten, dass ich mir diese 3 Tage frei nehme und mich um sie kümmere. Er hat es natürlich dankbar angenommen (ich weiß dass ihn das auch alles sehr belastet) aber in mir graut sich jetzt schon alles vor diesen 3 Tagen zusammen. Wenn sie hinfällt, kann ich ihr nicht mal aufhelfen, da sie einfach zu schwer ist und ich sowieso nicht schwer heben kann. Dann muss ich wieder die Rettung rufen, was nicht das erste Mal wäre, als mein Vater im Krankenhaus war.

Ich weiß einfach nicht wie ich mit der Situation umgehen soll. Ich bin einfach nur verzweifelt und weiß nicht weiter. Meine schlimmste Angst ist, dass mein Vater mal wieder unerwwartet ins Krankenhaus muss, oder gar wieder Krebs hat. Ich weiß das er ein weiteres mal Krebs nicht mit macht, er hat schon so viel ertragen müssen. Was wenn er vor ihr stirbt? Ich kann mich nicht um sie kümmern. All diese Gedanken drehen sich seit Jahren in meinem Kopf und belasten mich sehr. Ich weiß ich kann es nicht ändern, trotztdem sorgt man sich.

Geht es jemanden wie mir?

Guten Morgen.

Wer überprüft denn immer wie die Versorgung ist, wenn sie einen Pflegegrad hat? Das muss ja regelmäßig gemacht werden um sicherzustellen, dass die Versorgung zu Hause von der Pflegeperson gewährleistet ist.

Wenn das ein Pflegedienst macht, würde ich micht nämlich einfach an die bzw den MDK wenden.

Es kann auch nicht sein, dass die Angehörigen nach einem unwilligen Patienten springen müssen und diese das gar nicht mehr tun können.
Das muss deiner Mutter klar gemacht werden und auch,dass dann notfalls das Pflegegeld gekürzt werden kann oder der MDK dann auf der Matte steht und ganz anderer Meinung ist wie sie, wenn sie zwar Hilfe braucht,aber nicht einsieht, dass das im Umfeld momentan nur bedingt möglich ist.

Informiere dich darum und besprich dich auch dringend mit deinem Papa, wie es weitergeht,wenn er wieder krank wird.
Wer dann der Betreuer von ihr oder auch ihm ist usw.

Das muss genau dokumentiert werden.

LG



 

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