Home / Forum / Meine Familie / Patchworkfamilien

Patchworkfamilien

31. Dezember 2012 um 12:37

Hallo zusammen!
Ich bin 16 Jahre alt und lebe selbst seit nun fast sieben Jahren in einer Patchworkfamilie. Meinen Vater sehe ich auch noch regelmässig und auch er hat eine neue Partnerin. Mittlerweile habe ich schon drei Halbbrüder und eine "richtige" Schwester. Meinen Stiefvater respektiere ich mehr als meinen eigenen Vater. Also bei uns klappt das sehr gut. Jetzt muss ich aber in der Schule einen Vortrag zu diesem Thema schreiben. Ich habe heute angefangen zu recherchieren und mir ist aufgefallen, dass sehr oft eine solche Familienzusammenstellung nicht funktioniert. Und da ich ja alle Probleme/Vorteile etc. darstellen muss, brauche ich eure Hilfe. Was denkt ihr zu diesem Thema? Kann das funktionieren? Was sind eure Erfahrungen?

Mehr lesen

2. Januar 2013 um 12:28

Wie ist es für dich?
Hallo patchworkkind, du weißt aus sicht eines Kindes in so einer konstellation ja vermutlich am besten bescheid. finde das sehr interessant. wie kommst du denn mit der neuen partnerin deines vaters klar? und findest du, das du durch deine familiengeschichte und trennung der eltern nachteile hattest?
aus meiner sicht kann ich sagen, für alle beteiligten erwachsenen ist das sehr schwierig zu händeln. es geht ja immer um das kind aus "dem leben davor". es ist nicht einfach damit umzugehen vor allem wenn man das selbst alles noch nicht hatte. ich bin "stiefmutter" oder mir ist der begriff "bonusmutter" lieber, eines 7-jährigen Mädchen seit ca. einem Jahr. Es läuft ganz gut. es gab auch probleme aber mometan ist alles gut. ich hoffe das bleibt so. ich selbst habe kein eigenes kind und ich weiß nicht ob es mir deshalb vielleicht auch schwerer fällt das alles nachzuvollziehen. es ist besonders dann schwierig wenn nicht alle an einem strang ziehen. und ich finde fast auch das wichtigste an der ganzen sache ist das man mit dem kind klar kommt. es macht vieles leichter. kinder reflektieren ja auch sehr oder meistens das was die erste wichtigste bezugsperson in ihrem leben sagt oder denkt. in den meisten fällen also die mutter. in meinem fall hat mir das schon steine in den weg gelegt doch wie gesagt, momentan ist es gut. man muss aber doch öfters mal schlucken wenn das kind mal nur mit vater und mutter zusammen sein will. man frägt sich was für eine stellung man denn dann hat und findet es ungerecht zumal ich ja nichts dafür kann das sie ihre familie nicht mehr so hat wie sie es will aber dafür hat sie trotzdem menschen dazu gewonnen die nur ihr bestes wollen. aber es ist ein kind, das ist völlig natürlich. trotzdem versetzt es einem einen stich. ich würde sagen das ich fast alles für mein stiefkind mache und ihr auch immer das gefühl geben möchte das sie bei uns auch ein zu hause hat. ich möchte ihr lieber eine freundin sein als eine ersatzmutter. ich denke das ich damit besser fahre auf lange sicht und das nimmt ein bisschen druck, für sie und für mich.

also meine erfahrung ist: alle müssen sich einig sein das es um das kind geht und man sich deshalb anständig allen beteiligten gegenüber verhalten muss. das kind spürt das sofort. man weiß wie ernst das alles ist aber darf dem genauso wenig zu viel gewicht geben da man sich sonst selbst damit belastet. aber man darf sich dabei selbst nicht vergessen. ich habe das alles erst seit ca. einem jahr und bin gespannt wie es weiter geht. ich hoffe natürlich das es gut weiter geht und das die kleine und ich auch freundinnen bleiben werden. ich frage mich aber auch wie sie damit klar kommen wird wenn mein freund und ich vielleicht auch mal eine eigene familie aufbauen wollen. wie war das für dich? hattest du probleme damit?

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

3. Januar 2013 um 10:54
In Antwort auf vdi_12082201

Wie ist es für dich?
Hallo patchworkkind, du weißt aus sicht eines Kindes in so einer konstellation ja vermutlich am besten bescheid. finde das sehr interessant. wie kommst du denn mit der neuen partnerin deines vaters klar? und findest du, das du durch deine familiengeschichte und trennung der eltern nachteile hattest?
aus meiner sicht kann ich sagen, für alle beteiligten erwachsenen ist das sehr schwierig zu händeln. es geht ja immer um das kind aus "dem leben davor". es ist nicht einfach damit umzugehen vor allem wenn man das selbst alles noch nicht hatte. ich bin "stiefmutter" oder mir ist der begriff "bonusmutter" lieber, eines 7-jährigen Mädchen seit ca. einem Jahr. Es läuft ganz gut. es gab auch probleme aber mometan ist alles gut. ich hoffe das bleibt so. ich selbst habe kein eigenes kind und ich weiß nicht ob es mir deshalb vielleicht auch schwerer fällt das alles nachzuvollziehen. es ist besonders dann schwierig wenn nicht alle an einem strang ziehen. und ich finde fast auch das wichtigste an der ganzen sache ist das man mit dem kind klar kommt. es macht vieles leichter. kinder reflektieren ja auch sehr oder meistens das was die erste wichtigste bezugsperson in ihrem leben sagt oder denkt. in den meisten fällen also die mutter. in meinem fall hat mir das schon steine in den weg gelegt doch wie gesagt, momentan ist es gut. man muss aber doch öfters mal schlucken wenn das kind mal nur mit vater und mutter zusammen sein will. man frägt sich was für eine stellung man denn dann hat und findet es ungerecht zumal ich ja nichts dafür kann das sie ihre familie nicht mehr so hat wie sie es will aber dafür hat sie trotzdem menschen dazu gewonnen die nur ihr bestes wollen. aber es ist ein kind, das ist völlig natürlich. trotzdem versetzt es einem einen stich. ich würde sagen das ich fast alles für mein stiefkind mache und ihr auch immer das gefühl geben möchte das sie bei uns auch ein zu hause hat. ich möchte ihr lieber eine freundin sein als eine ersatzmutter. ich denke das ich damit besser fahre auf lange sicht und das nimmt ein bisschen druck, für sie und für mich.

also meine erfahrung ist: alle müssen sich einig sein das es um das kind geht und man sich deshalb anständig allen beteiligten gegenüber verhalten muss. das kind spürt das sofort. man weiß wie ernst das alles ist aber darf dem genauso wenig zu viel gewicht geben da man sich sonst selbst damit belastet. aber man darf sich dabei selbst nicht vergessen. ich habe das alles erst seit ca. einem jahr und bin gespannt wie es weiter geht. ich hoffe natürlich das es gut weiter geht und das die kleine und ich auch freundinnen bleiben werden. ich frage mich aber auch wie sie damit klar kommen wird wenn mein freund und ich vielleicht auch mal eine eigene familie aufbauen wollen. wie war das für dich? hattest du probleme damit?

Meine Meinung
Hallo! erstmal vielen Dank für die ausführlichen Texte, die helfen mir extrem. Also meine Eltern trennten sich schon als ich ca. 5 Jahre alt war, da mein Vater eine Affäre hatte.... mit dieser Frau ist er übrigens noch immer zusammen... gesagt haben es unsere Eltern aber erst später.Wir oder zumindest ich haben aber schon lange zuvor gemerkt, dass etwas nicht in Ordnung ist... Wenn mein Vater zu Hause war, haben sie sich nur gestritten, denn er war und ist noch immer oft auf Geschäftsreisen weg. Gegen die Freundin meines Vaters habe ich nichts. Sie ist okay, aber man hat halt immer im Hinterkopf, dass sie der Grund ist, dass meine Eltern sich getrennt haben. Ich sehe sie aber auch 4-5 Mal im Jahr. Die beiden heiraten im Sommer jetzt auch. Dadurch dass ich sie so selten sehe habe ich natürlich keinen wirklichen Bezug zu ihr. Als meine Mutter jedoch einen neuen Partner hatte, waren meine Schwester und ich sehr glücklich. Meine Mutter hat nämlich sehr viel geweint und war natürlich verletzt. Daher akzeptierten wir ihn direkt. Er war für uns direkt ein "Bonusvater", den wir respektieren. Ich höre eher auf ihn als auf meinen leiblichen Vater. Meine Mutter hat auch sehr oft mit uns darüber gesprochen, ob wir ihn wirklich mögen und ob das Ganze wirklich okay sei. Den Heiratsantrag hat er auch in unserem Beisein gemacht. Als ich dann 11 Jahre alt war, war das erste KInd unterwegs. Ich hab es direkt gemerkt, bevor sie es uns gesagt haben.
Wir hatten nur ein Platzproblem, doch das haben wir alle gemeinsam diskutiert und dann sind meine Schwester und ich in ein Zimmer zusammengezogen. Nur so zur Information: Wir verstehen uns gar nicht gut... Doch das Opfer wollten wir auf uns nehmen. Es klappt auch mehr oder weniger.

Für mich war es kein Problem, da uns klar gemacht wurde, dass wir trotzdem wichtig sind. An meinem Geburtstag kam meine Mutter mit meinem Bruder aus dem Krankenhaus. Er ist für mich mein "richtiger" Bruder.

Die zwei bei meinem Vater sehe ich einfach zu selten. Doch auch sie hab ich direkt akzeptiert, weil ich Kinder liebe.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

3. Januar 2013 um 13:43
In Antwort auf hitomi_12268304

Meine Meinung
Hallo! erstmal vielen Dank für die ausführlichen Texte, die helfen mir extrem. Also meine Eltern trennten sich schon als ich ca. 5 Jahre alt war, da mein Vater eine Affäre hatte.... mit dieser Frau ist er übrigens noch immer zusammen... gesagt haben es unsere Eltern aber erst später.Wir oder zumindest ich haben aber schon lange zuvor gemerkt, dass etwas nicht in Ordnung ist... Wenn mein Vater zu Hause war, haben sie sich nur gestritten, denn er war und ist noch immer oft auf Geschäftsreisen weg. Gegen die Freundin meines Vaters habe ich nichts. Sie ist okay, aber man hat halt immer im Hinterkopf, dass sie der Grund ist, dass meine Eltern sich getrennt haben. Ich sehe sie aber auch 4-5 Mal im Jahr. Die beiden heiraten im Sommer jetzt auch. Dadurch dass ich sie so selten sehe habe ich natürlich keinen wirklichen Bezug zu ihr. Als meine Mutter jedoch einen neuen Partner hatte, waren meine Schwester und ich sehr glücklich. Meine Mutter hat nämlich sehr viel geweint und war natürlich verletzt. Daher akzeptierten wir ihn direkt. Er war für uns direkt ein "Bonusvater", den wir respektieren. Ich höre eher auf ihn als auf meinen leiblichen Vater. Meine Mutter hat auch sehr oft mit uns darüber gesprochen, ob wir ihn wirklich mögen und ob das Ganze wirklich okay sei. Den Heiratsantrag hat er auch in unserem Beisein gemacht. Als ich dann 11 Jahre alt war, war das erste KInd unterwegs. Ich hab es direkt gemerkt, bevor sie es uns gesagt haben.
Wir hatten nur ein Platzproblem, doch das haben wir alle gemeinsam diskutiert und dann sind meine Schwester und ich in ein Zimmer zusammengezogen. Nur so zur Information: Wir verstehen uns gar nicht gut... Doch das Opfer wollten wir auf uns nehmen. Es klappt auch mehr oder weniger.

Für mich war es kein Problem, da uns klar gemacht wurde, dass wir trotzdem wichtig sind. An meinem Geburtstag kam meine Mutter mit meinem Bruder aus dem Krankenhaus. Er ist für mich mein "richtiger" Bruder.

Die zwei bei meinem Vater sehe ich einfach zu selten. Doch auch sie hab ich direkt akzeptiert, weil ich Kinder liebe.

Das gibt einem ja grund zur hoffnung!
das hört sich sehr positiv an. ich stell mir immer öfters die frage ob sowas wirklich funktionieren kann aber offenbar kann es das wenn man liest was du schreibst. danke für deine antwort!

allerdings ist es ja bei dir auch so das du deinen vater nicht so oft siehst, das verhindert vermutlich auch probleme die bei regelmäßigen besuchen durchaus auftreten können.

ich habe die erfahrung gemacht das wir frauen in so einer patchworkfamilie eher dazu neigen "probleme" zu machen als die männer. mein partner kennt auch den bonusvater seiner tochter und die verstehen sich gut. sicher werden sie keine besten freunde, nicht weil sie sich nicht mögen sondern weil einfach keiner ein interesse daran hat das verhältnis künstilich zu vertiefen. bei der mutter von meinem bonuskind sieht das anders aus. anfangs hatte ich das gefühl sie ist eifersüchtig und die reaktionen der kleinen haben mir auch recht gegeben, dann gab es immer wieder probleme/stress wegen kleinigkeiten zwischen ihr und meinem freund und inzwischen ist es ganz ok mit vereinzelt alle paar wochen mal so ein paar aussetzter.... aber das führt wiederum dazu das ich mir ohne ende gedanken machen, mir den kopf darüber zerbreche.

ich bin völlig unvorbereitet in diese situation gekommen. ich dachte mir "ach was, er hat ein kind, ich mag kinder... kein problem" aber was das wirklich mit sich bringt das hätte ich nicht kommen sehen können. das weiß man erst wenn man drinnen steckt. man darf ja auch nicht vergessen das man auch noch vorher ein anderes leben hatte und plötzlich hat man eine art familienleben in das man keine chance hatte reinzuwachsen. man bekommt ein fertiges kind präsentiert. damit muss man erstmal klar kommen. trotzdem mache ich es gerne für meinen freund und auch für die kleine maus. anders will ich es gar nicht mehr haben. (bis auf so ein paar kleinigkeiten wie manchmal das generve von der ex)
(das ist nur die sicht von jemaden der eben vorher noch keine kinder hatte und wo der gedanke an eigene kinder auch noch weit weg war)

hinzu kommt, wenn man sich dann an das kind gewöhnt hat und es sogar auch noch lieb gewonnen hat, dann muss man es wieder abgeben. immer und immer wieder... und immer wieder ruft man sich in erinnerung: "es ist nicht mein kind". das hat natürlich auch vorteile. aus den unangenehmen sachen kann man sich raus halten. aber trotzdem... es zerreist mir fast das herz wenn die kleine an ihrer mama hoch springt und ihrer mama alles zeigen will und für ihre mama ein geschenk basteln will usw. ich bin eifersüchtig darauf. ich will das auch. auf der einen seite bin ich froh das es noch nicht so ist, das würde gar nicht gehen momentan, auf der anderen seite wünsch ich es mir sehr und am besten sofort.

sorry weiß nicht in wie weit das noch wichtig für dich ist.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Du willst nichts mehr verpassen?
facebook

Das könnte dir auch gefallen