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Patchwork-Familie droht zu scheitern

19. August 2008 um 9:18

Hallo Ihr,

bin gerade das erste Mal hier im Forum und suche Gleichgesinnte.
So, nun kurz zu mir. Bin 38 Jahre, habe einen Sohn, 11 Jahre, und lebe seit Mai 2007 mit meinem neuen Partner, 45 Jahre, und dessen Tochter, 16 Jahre, zusammen.
Mein Partner ist geschieden von der Mutter seiner Tochter. Seine Tochter wohnte bis zum Tod ihrer Mutter bei ihr und zog dann zum Vater (2004 mit 12). Kennengelernt haben wir uns August 2006 über das Internet und kamen auch aus der gleichen Stadt. Im Mai 2007 zogen wir dann alle zusammen. Am Anfang unserer Beziehung kam ich sehr gut mit ihr klar. Da sie als 12-jährige ihre Mutter an Krebs verloren hat, versuchte ich, ihr eine Freundin zu sein und ihr mein Vertrauen zu schenken. Sie war sehr zurückhaltend, man musste ihr alles quasi aus der Nase ziehen, um etwas zu erfahren. Da sie auch noch nicht allzu lange bei ihrem Vater lebte, den sie vorher immer nur als WE-Papa hatte, musste sie auch erst Vertrauen zu ihm aufbauen. Nach einiger Zeit (um Weihnachten 2007) merkte ich, dass sie mehr zum Vater tendierte und ihm Vertrauen schenkte, dadurch fühlte ich mich ins Abseits gestellt und zog mich immer mehr zurück. Dazu kommt für mich noch, dass er sie behandelt wie eine Heilige. Sie lässt sich zwar nichts Großes zu Schulden kommen, doch ist sie nicht perfekt. Aber ihr Vater behandelt sie so. Mit meinem Sohn ging er bis vor kurzem noch anders um; er ermahnte ihn in einem manchmal herablassenden Ton. Ich habe mich da schon im Dez. 2007 gewehrt, dass das so nicht weiter geht. Erst jetzt schafft er es, eine vernünftige Basis zu ihm aufzubauen. Jedoch fehlt mir derzeitig die Basis zu seiner Tochter. Ich darf keine Kritik und Meinung äußern, jedes Mal fühlt sie sich ungerecht behandelt. Mag sein, dass das letzte Jahr für uns alle nicht rosig war. Seit diesem Rückzug meinerseits, habe ich mein eigenes Leben (innerlich) gelebt. Ich bin seit dem in sehr unterschiedlichen Depressionsphasen. Mein Partner meint, ich müsste meine Vergangenheit erst einmal aufarbeiten (strenge Erziehung, schlechte Erfahrungen aus früheren Beziehungen etc.). Die Beziehung zu seiner Tochter ist quasi gar keine, es besteht momentan nur Neid und Eifersucht, ich versuche ihr aus dem Weg zu gehen. Wahrscheinlich habe ich mich jetzt schon so reingesteigert, dass ich kaum noch Licht am Horizont sehe.
Wer hat schon ähnliches erlebt? Ich freue mich auf eure Zuschriften.
Anke

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21. August 2008 um 9:41

Ich fühle mit Dir....
Hallo!

Ich verstehe Dich sehr gut. Ich bin mit meinem Freund ca. 3 Jahre zusammen, er hat einen 12-jährigen Sohn, der bei der Ex lebt. Zu Anfang hab ich mich gut mit ihm verstanden, aber seit einiger Zeit existiert nur noch sein Vater, seine Mutter und der jetzige Ehemann seiner Mutter für ihn. Mich ignoriert er, wenn er spricht, dann mit seinem Vater (wir haben eine Wochenendregelung alle zwei Wochen). Ich bin so enttäuscht, ich wollte ihm eine gute Stiefmutter sein, aber er hat alles kaputt gemacht. Neulich habe ich ihm etwas erklärt, das er wissen wollte, und das hat er dann in der Schule dem Lehrer, der danach gefragt hat, auch so erklärt. Der Lehrer hat gefragt, wer ihm das gesagt hätte, denn es wäre sehr richtig, und darauf hat er geantwortet, sein Vater hätte es ihm erklärt. Ich weiß, das klingt sehr kleinlich von mir, aber in solchen Augenblicken fühle ich mich so übergangen und ignoriert, daß es schmerzt. Mein Freund steht zum Glück voll hinter mir, er kann sich das Verhalten des Sohnes auch nicht erklären. Möglicherweise hat er den Charakter seiner lieben Mutter geerbt, und nicht den seines Vaters. Ich könnte noch so viel schreiben, aber das würde den Rahmen sprengen......
Ich kann Dir leider auch keinen Tip geben. Wahrscheinlich ist das die Pubertät, ich weiß es nicht. Ich habe mich den Stiefsohn gegenüber genauso zurückgezogen. Ich kann nicht anders. Ich versuche, positiv zu denken, aber es gelingt mir immer weniger.

Trotzdem liebe Grüße und Kopf hoch, vielleicht ergibt sich von alleine doch noch eine Lösung

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22. August 2008 um 17:58
In Antwort auf mamakatze

Ich fühle mit Dir....
Hallo!

Ich verstehe Dich sehr gut. Ich bin mit meinem Freund ca. 3 Jahre zusammen, er hat einen 12-jährigen Sohn, der bei der Ex lebt. Zu Anfang hab ich mich gut mit ihm verstanden, aber seit einiger Zeit existiert nur noch sein Vater, seine Mutter und der jetzige Ehemann seiner Mutter für ihn. Mich ignoriert er, wenn er spricht, dann mit seinem Vater (wir haben eine Wochenendregelung alle zwei Wochen). Ich bin so enttäuscht, ich wollte ihm eine gute Stiefmutter sein, aber er hat alles kaputt gemacht. Neulich habe ich ihm etwas erklärt, das er wissen wollte, und das hat er dann in der Schule dem Lehrer, der danach gefragt hat, auch so erklärt. Der Lehrer hat gefragt, wer ihm das gesagt hätte, denn es wäre sehr richtig, und darauf hat er geantwortet, sein Vater hätte es ihm erklärt. Ich weiß, das klingt sehr kleinlich von mir, aber in solchen Augenblicken fühle ich mich so übergangen und ignoriert, daß es schmerzt. Mein Freund steht zum Glück voll hinter mir, er kann sich das Verhalten des Sohnes auch nicht erklären. Möglicherweise hat er den Charakter seiner lieben Mutter geerbt, und nicht den seines Vaters. Ich könnte noch so viel schreiben, aber das würde den Rahmen sprengen......
Ich kann Dir leider auch keinen Tip geben. Wahrscheinlich ist das die Pubertät, ich weiß es nicht. Ich habe mich den Stiefsohn gegenüber genauso zurückgezogen. Ich kann nicht anders. Ich versuche, positiv zu denken, aber es gelingt mir immer weniger.

Trotzdem liebe Grüße und Kopf hoch, vielleicht ergibt sich von alleine doch noch eine Lösung

An euch 2
Ich kann euch sehr gut verstehen. Mein 2 Sohn (den mein mann mit ihn die ehe gebracht hat) dem wollt ich auch immer eine gute Stief-mutter sein. Er kam zu mir da war er so zwischen 6 und 8 Monate alt. Jetzt ist er fast 3 und er macht das ganz genauso wie ihr es beschreibt. Er ignoriert mich, nur der papa darf ihn anziehen, er beschimpft mich usw... ich bin dann manchmal sehr traurig, aber ich glaube die Kinder können nix dafür. Was in ihren kleinen Köpfen vorsichgeht kann keiner verstehen. Ich geb euch nur den guten Tip, schaut auf EUCH und auf euer Leben/Beziehung, dann es kann schnell passieren das alles zerbricht (wegen einem Kind- mann glaubt es nicht) Mann ist mit den Nerven so am ende, das man irgendwann nicht mehr kann. Zuerst kommt die phase, ich lass ihn links liegen, dann die phase wo man das kind am liebsten in den himmel schießen könnte und irgendwann mag man es nicht mehr. naja.... PASST auf euch auf!!

LG

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23. August 2008 um 23:59

Die Beziehung...
...Vater - Tochter ist doch sowieso eine ganz heilige Beziehung. Egal ob nun in einer Patchworkfamily oder in einer normalen Family. In deiner Situation kommt noch erschwerend hinzu, dass die leibliche Mutter verstorben ist. Da kommt dann von vielen Seiten (vorallem Großeltern) die Mitleidstour "Das arme Kind. Erst trennen sich die Eltern, dann stirbt auch noch die Mutter so früh. Ach, das arme Kind."....

Sicher, und das steht außer Frage, das ist tatsächlich kein leichtes los, aber deswegen darf ich nicht vergessen ein Kind zu erziehen und muss es stattdessen nicht verziehen!!! Hinzu kommt noch die Pupertät

Für dich liebe Anke, eine verzwickte und sehr schwierige Situation.

Ich glaube fast, du hast an der Stelle verloren, wo du dich zurückgezogen hast. Warum hast du die starke Vertrauenstendenz zum Vater nicht einfach akzeptiert? Er ist doch ihr Vater, durch ihre Adern fließt sein Blut und er kennt sie schon viel länger als du und vor allem ER kennt IHRE Mutter!

Du hast dich da selber in eine Ecke gedrängt, was nicht hätte sein müssen.

Meine Stieftochter ist auch 16 (sie ist bei uns, wenn sie Lust hat) ich habe den beiden immer viele Möglichkeiten gegeben allein zu sein und mit ihr dann Dinge gemacht, womit sie den Papa überraschen wollte, z.B. backen Natürlich hatte Sie den Kuchen dann immer gaaaaanz allein gebacken ! Wir haben ein so herzliches Verhältnis aufgebaut, dass sie bei der Hochzeit im letzten Jahr meine Trauzeugin war.

Ihr Bruder (20 Jahre) lebt bei uns (seit seinem 12. Lebensjahr beim Papa) Er hat gar keinen Kontakt zu seiner Mutter, für ihn wollte ich nie eine Mutter sein, ich habe ihm auch gesagt, dass ich hier keine Mutterrolle für ihn einnehme, aber trotzdem immer für ihn da sein werde - wir verstehen uns super und zwischenzeitlich kommt er lieber zu mir zum quatschen, als das er zu seinem Vater geht.

Ich kann dir nicht sagen woran es liegt, vielleicht, weil ich mich immer im Hintergrund gehalten habe und mich nie in irgendwelche Dinge reingehängt habe.

Für mich und meinen Mann stand vom ersten Tag an fest, dass seine Kinder und mein Sohn, UNSERE Kinder sind und alle gleich behandelt werden und so halten wir es bis heute!

Viel Glück
wünscht dir
Jule

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24. August 2008 um 9:47

...
Liebe Anke,

Dein Text hat mich wirklich berührt...auch ich habe in der Richtung Erfahrungen gemacht und kann Dir nur einen ganz einfachen Satz mit auf den Weg geben....das Modell Patchwork ist und bleibt immer nur ein Traum, bei dem es immer einen oder mehr Verlierer gibt....ich kenne nicht ein Beispiel bei denen Patchwork dauerhaft funktioniert. Wenn man Kinder hat, dann kann man eine Partnerschsaft nur in 2 Wohnungen leben, und auch daran wird sie irgendwann zerbrechen...ich seh das alles mit einer ziemlichen distanz. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man mit solchen Belastungen zusammen unter einem Dach glücklich oder zumindesst zufrieden leben kann. Selbst wen man einen Partner hat, der auch das Gespräch sucht und offen für Reflektionen ist,...das ständige Gerede um Probleme schafft dauerhaft auch keine funtionierende Basis............im Enddeffekt wollen wir Menschen nciht allein sein und nehmen aus diesem Grund solche großen Belastungen auf uns....aber um welchen Preis??? alles erdenklich Liebe und Gute....

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25. August 2008 um 8:26
In Antwort auf marnie58

...
Liebe Anke,

Dein Text hat mich wirklich berührt...auch ich habe in der Richtung Erfahrungen gemacht und kann Dir nur einen ganz einfachen Satz mit auf den Weg geben....das Modell Patchwork ist und bleibt immer nur ein Traum, bei dem es immer einen oder mehr Verlierer gibt....ich kenne nicht ein Beispiel bei denen Patchwork dauerhaft funktioniert. Wenn man Kinder hat, dann kann man eine Partnerschsaft nur in 2 Wohnungen leben, und auch daran wird sie irgendwann zerbrechen...ich seh das alles mit einer ziemlichen distanz. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man mit solchen Belastungen zusammen unter einem Dach glücklich oder zumindesst zufrieden leben kann. Selbst wen man einen Partner hat, der auch das Gespräch sucht und offen für Reflektionen ist,...das ständige Gerede um Probleme schafft dauerhaft auch keine funtionierende Basis............im Enddeffekt wollen wir Menschen nciht allein sein und nehmen aus diesem Grund solche großen Belastungen auf uns....aber um welchen Preis??? alles erdenklich Liebe und Gute....

Kann dir leider nicht zustimmen!
Patchwork kann sehr wohl funktionieren - mit ein wenig mehr Toleranz!

Bei uns ist es so, dass wir in einem Haus wohnen, wir das sind: mein Mann + ich und sein Sohn und mein Sohn und seine Tochter kommt uns hin und wieder besuchen.

Es ist zwar so, dass jeder die Kinder mit einem anderen Partner gezeugt hat, aber da die Kiddies mit UNS leben, sind es auch UNSERE Kinder! Da wird jeder mal geknuddelt bzw. unterstützt, es bekommt aber auch jeder seinen Anriss, wenn es sein muss. Die Erziehung der Kinder übernehmen die Erwachsenen, die mit den Kiddies unter einem Dach wohnen!

PS: Ich freu mich übrigens immer wenn seine Tochter kommt - dann habe ich endlich weibliche Unterstützung im Haus ).

Gruß
Jule

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26. August 2008 um 8:46

Schwere Zeiten
meine Tochter hat auch Problemen mit mein Mann. Sie hat zeit Jahren ihr Vater in die Himmel gehoben das sie nicht anders sieht. obwohl er sich nicht gemeldet hat zeit 17 Jahre! i bin diese Monat 11 Jahre verheirate und 15 Jahre mit mein jetzige Mann zusammen trotzdem gibt sie ihm immer schuld in alles dabei ist sie 23. strecken Wehiss steckt sie die Brüdern auch an, was zu neuen Problemen fuhrt. schwer ist es auf jeden Fall allem gerecht zu sein. die Problemen aus die weg zu gehen nutzt nicht. vielleicht ein offenes Gespräch unter vier Augen im Café wo man nicht öffentlich streiten kann? oder ein Briefwechsel wirkt Wunder wenn meine Tochter und ich für Wut nicht mehr fair reden kann. wurde mich freuen wenn sie zurück schreiben kannte. viel Glück!!

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1. September 2008 um 0:03

Stiefmutter sein ist eine Prüfung - aber es lohnt sich, wenn man es wirklich will !!!
Hallo Anke,

ich kann mich sehr gut in Deine Gefühle hineindenken, habe hier meine schonmal
erzählt, ist schon ca. 6 Monate her.
Du kannst es ja mal lesen, wenn Du magst...

Hier der neueste Stand der Dinge :

Meine (Stief-) Tochter, welche ich zusammen mit meinen anderen beiden Töchtern großziehe, hat mittlerweile ein inniges und herzliches Verhältnis zu mir.

Aber das war ein verdammt harter und schwerer Weg !!! Und zwar für uns beide.

Sie hat mich immer wieder zurückgewiesen, und das immer wegzustecken ist hart.
Das tat sie aber nicht um mich zu verletzen, sondern um sich selbst zu schützen,
nämlich vor erneuter Enttäuschung. Sie hatte Angst sich mir zu öffnen, vielleicht würde ich sie ja auch eines Tages verlassen...so wie ihre Mutter.

Aber wie sehr sie wirklich litt (ihre leibliche Mutter wollte sie nicht haben) wurde
uns schlagartig bewusst, als sie eine große Dummheit machte und wir sie dadurch fast für immer verloren hätten.
Ich habe sie im Krankenhaus nicht eine Stunde alleine gelassen, war ständig bei ihr und da hat sie wohl begriffen daß ich auch in schlimmen Zeiten immer für sie da bin und sie niemals im Stich lassen würde, habe ihr gesagt wie sehr ich sie liebe, ob sie das denn nicht weiß, sie hat es bis dahin nicht so richtig glauben können.

Das hat alles verändert, seit dem ist nichts mehr zwischen uns, sie ist mein Kind ganz und gar.
Allerdings hat sie zu ihrer l.M. alle Brücken abgebrochen und sie bezeichnet mich in der Schule und auch sonst überall als ihre Mutter.
Sie vertraut mit voll und ganz, liegt abends beim Versehen in meinem Arm und kuschelt sich an, spricht mit mir über alles, hat mich als Mutter angenommen
das macht mich überglücklich und stolz !

Der Weg dahin war sehr hart und hat fast 8 Jahre gedauert, aber ich habe mich niemals zurückgezogen, bin immer immer wieder auf sie zugegangen.
Wenn die eigene Mama weg ist, zieht das den Kindern total den Boden unter den Füßen weg, das muss man sich immer und immer wieder vor augen führen !!!!!!!
Das Kind muss doch erst mal glauben können, daß da jemand ist, der einen bedingungslos liebt, auf den man sich immer verlassen kann wie eben nur die MAMA es ist.
Wenn du das dem Mädchen geben willst, dann nur wenn du den Vater von ganzem Herzen liebst, dann und nur dann wirst du die Kraft haben.
Und glaube mir, dein Mann wird es dir danken, denn er hat Angst daß es es nicht schafft.
Wenn Du es wirklich willst, könnt ihr es schaffen !!!

Ich drücke die feste die Daumen
Liebe Grüße
ersatzmami2



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7. Oktober 2008 um 10:32
In Antwort auf jule0815

Die Beziehung...
...Vater - Tochter ist doch sowieso eine ganz heilige Beziehung. Egal ob nun in einer Patchworkfamily oder in einer normalen Family. In deiner Situation kommt noch erschwerend hinzu, dass die leibliche Mutter verstorben ist. Da kommt dann von vielen Seiten (vorallem Großeltern) die Mitleidstour "Das arme Kind. Erst trennen sich die Eltern, dann stirbt auch noch die Mutter so früh. Ach, das arme Kind."....

Sicher, und das steht außer Frage, das ist tatsächlich kein leichtes los, aber deswegen darf ich nicht vergessen ein Kind zu erziehen und muss es stattdessen nicht verziehen!!! Hinzu kommt noch die Pupertät

Für dich liebe Anke, eine verzwickte und sehr schwierige Situation.

Ich glaube fast, du hast an der Stelle verloren, wo du dich zurückgezogen hast. Warum hast du die starke Vertrauenstendenz zum Vater nicht einfach akzeptiert? Er ist doch ihr Vater, durch ihre Adern fließt sein Blut und er kennt sie schon viel länger als du und vor allem ER kennt IHRE Mutter!

Du hast dich da selber in eine Ecke gedrängt, was nicht hätte sein müssen.

Meine Stieftochter ist auch 16 (sie ist bei uns, wenn sie Lust hat) ich habe den beiden immer viele Möglichkeiten gegeben allein zu sein und mit ihr dann Dinge gemacht, womit sie den Papa überraschen wollte, z.B. backen Natürlich hatte Sie den Kuchen dann immer gaaaaanz allein gebacken ! Wir haben ein so herzliches Verhältnis aufgebaut, dass sie bei der Hochzeit im letzten Jahr meine Trauzeugin war.

Ihr Bruder (20 Jahre) lebt bei uns (seit seinem 12. Lebensjahr beim Papa) Er hat gar keinen Kontakt zu seiner Mutter, für ihn wollte ich nie eine Mutter sein, ich habe ihm auch gesagt, dass ich hier keine Mutterrolle für ihn einnehme, aber trotzdem immer für ihn da sein werde - wir verstehen uns super und zwischenzeitlich kommt er lieber zu mir zum quatschen, als das er zu seinem Vater geht.

Ich kann dir nicht sagen woran es liegt, vielleicht, weil ich mich immer im Hintergrund gehalten habe und mich nie in irgendwelche Dinge reingehängt habe.

Für mich und meinen Mann stand vom ersten Tag an fest, dass seine Kinder und mein Sohn, UNSERE Kinder sind und alle gleich behandelt werden und so halten wir es bis heute!

Viel Glück
wünscht dir
Jule

Schön zu sehen, daß es doch Patchworkfamilien gibt, die funktionieren
Liebe Jule,

Dein Beitrag hat mir doch wieder etwas Mut gemacht! Vielleicht hast Du ja noch den ein oder anderen Tipp für mich, daß es bei uns auch wieder besser wird bzw. wir es endlich in die richtige Bahn lenken können. Das wünschen sich wir beide, mein Mann und ich. Nun zu meiner Geschichte:

Ich kenne meinen Mann schon seit 1993 (damals waren wir Kollegen, er war verheiratet, keine Kinder und ich war verheiratet und später schwanger von meinem damaligen Mann) 1994 bin ich dann in den Mutterschutz gegangen, habe meinen Sohn bekommen und 2 Jahre später meine Tochter. Leider war es so, daß sich mein damaliger Mann in meiner 2. Schwangerschaft von mir trennte und ich die Kinder 5 Jahre lang alleine aufzog. Der Kontakt vom Vater zu den Kindern war leider schon immer sehr spärlich. Es war für mich eine harte Zeit damals, aber ich habe auch sehr viel positives aus den Jahren gezogen.

Als ich dann 1999 wieder anfing zu arbeiten, traf ich meinen jetzigen Mann wieder und wir hatten sporadisch per Mail Kontakt zueinander. Er wußte damals noch nichts über meine aktuelle Situation (alleinerziehend/geschieden etc.)
Im Jahr 2000 dann haben wir uns dann mal auf einen Kaffee verabredet und so über die Vergangenheit geplaudert, was alles so passiert war. Daß ich mittlerweile 2 Kinder habe, im Haus meines Ex-Mannes weiterwohnen durfte und es mir wirklich gut ging, mit all den Alltagsproblemen und dem Stress. Er war immer noch verheiratet (seit 11 Jahren mit der Frau zusammen) und hatte mittlerweile eine Tochter bekommen. Damals 2 Jahre alt, meine Kinder 4 und 6.

Kurzum, es endete so, daß er sich von seiner Frau trennte und ein Leben mit mir verbringen wollte. Ich hatte damals Zweifel und Ängste wieder eine Partnerschaft einzugehen, auf der anderen Seite war es für mich ein Glücksgefühl, war es doch ein Mann, den ich schon lange kannte und wohl auch schon damals geliebt habe, es jedoch für mich außer Frage stand meinen damaligen Mann als hochschwangere Frau zu verlassen. Ihm ging es letztendlich genauso und auch ihm ging es in der Vergangenheit so, aber auch er hätte sich damals nicht getrennt.

Es ging alles ziemlich schnell, Auszug, Scheidung, Klärung mit Sorgerecht für seine Tochter etc. Ich bestand damals darauf, daß es sich eine eigene Wohnung nimmt und es langsam angehen läßt. Für ihn jedoch stand im Vordergrund eine neue Familie zu gründen und dies mit allem drum und dran. Was ja eigentlich ein schöner Gedanke íst und ich mir letztendlich auch nichts anderes gewünscht habe. Nun ja, er hatte zwar seine Wohnung, hat jedoch nie Zeit dort verbracht, alles spielte sich bei uns ab. Sein Verhältnis zu meinen Kindern war von anfang an positiv, gerade für meinen älteren Sohn war es ein Glücksgefühl jetzt einen "Papa" zu haben, hatte er doch so gut wie nichts von seinem leiblichen Vater und in den vergangenen Jahren keine männliche Bezugsperson (außer den Opa). Meine damals 4 jährige Tochter sah daß etwas anderes, hatte sie doch immer ihre Mama um sich und das reichte ihr auch. Aber auch sie mochte ihn trotzdem. Seine damals 2 jährige Tochter war nach einigen Wochen der Trennung alle 14 Tage am Wochenende bei uns und unsere Urlaube verbrachten wir von nun an zu fünft. Klingt ja alles ganz schön!!

War es eigentlich auch - wir zu viert haben uns mittlerweile zusammengerauft und glaub mir, es gab oft Diskussionen und Auseinandersetzungen. Einerseits wollte mein Mann sich nicht einmischen in Erziehungsfragen etc. auf der anderen Seite hat er es dann doch getan, was für mich soweit auch OK war. Mein Problem damals war, daß ich mich immer in einer Rechtfertigungsposition gesehen habe, was meine Kinder angeht, oder wie ich mit meinen Kindern umgehe. In diesem Punkt war es für mich immer schwer, sowohl meinen Kindern, als auch ihm gerecht zu werden. Z.B. ist meine Tochter immer gerne zum Kuscheln ins Bett gekommen, was für ihn ein Problem war und er es auch nicht akzeptiert hat. Auch bei Regelungen, wenn die Kinder das Licht beim Schlafen gehen erst einmal anlassen wollten, waren für ihn ein Problem und es gab oft Diskussionen darüber.

Ich habe mich im Laufe der nun letzten 8 Jahre in vielerlei Hinsicht zurückgenommen und Dinge im Umgang von ihm zu den Kindern akzeptiert. Hatte jedoch oft das Gefühl meinen Kindern vor den Kopf zu stoßen. Zeiten zu organisieren, daß wir auch mal ein paar gemeinsame Stunden miteinander haben forderte er ein und ich wollte es auch, hatte aber immer ein schlechtes Gewissen dabei. Kuschelorgien mit meiner Tochter gab es auch nicht mehr. Irgendwie habe ich versucht ein Gleichgewicht reinzubringen und ihm einen Platz bei uns dreien zu schaffen. Im Großen und Ganzen hat dies auch funktioniert.

Jetzt zu dem Punkt mit seiner Tochter:

Von Anfang an stand im Fokus die Planung, daß an den Wochenende an denen seine Tochter zu uns kam nichts groß geplant werden darf - ein Wochenende mal zu verschieben - Katastrophe! Dann hatte es sich eingespielt, daß meine Tochter immer zu Verfügung stehen mußte an den Wochenenden an denen seine Tochter da war. Einerseits auch ganz gut, weil seine Tochter meine Tochter sehr mag und auch ihr "Vorbild" war. Beide Mädels haben sich von Anfang an auch eigentlich gut verstanden. Nur meine Tochter hatte ein Problem damit, daß sie an den Wochenenden nicht auch mal was anderes machen konnte und wenn hatte es immer einen negativen Beigeschmack. Wenn meine Tochter z.B. zu einer Freundin gegangen ist, war die Reaktion von meinem Mann mit seiner Tochter etwas ganz tolles dann zu unternehmen (Kino, schwimmen etc.)

Wir versuchten dann es zu planen, daß mein Mann dann eben die Zeit mit seiner Tochter verbringen soll, was jedoch auch ein Problem war, weil seine Tochter das auch nicht unbedingt wollte, was ihn wiederum kränkte. Meine Tochter fand es dann wiederum nicht so toll, daß er kurzfristig mit seiner Tochter ins Kino geht und sie nicht mitgehen kann. Zumal an den Wochenenden an denen seine Tochter nicht da war und wir ins Kino gehen wollten oder irgend etwas anderes machen, er sich ausgegrenzt hat.

Mein Vorschlag war dann um negatives Potential und Eifersucht zu nehmen, was meine Tochter angeht, daß er vielleicht ab und zu mal was mit ihr alleine macht, was er nicht so gerne wollte. Er wollte in der Zeit in der seine Tochter nicht da ist meistens nur seine Ruhe haben und seinen Bedürfnissen nachgehen. Das Interesse bei meinem Sohn war ähnlich aber nicht so ausgeprägt, wie bei meiner Tochter. Zumal bei den Mädchen immer eine Art Konkurrenzkampf bestand.

Auch meinen Umgang mit seiner Tochter zu fördern hat nicht so recht geklappt. Wenn ich mal mit den Kindern alleine etwas unternommen habe oder mit seiner Tochter alleine, hatte er ein schlechtes Gewissen oder was auch immer (Sehnsucht) daß wir auch recht bald wieder nach Hause kommen, da er sein Kind ja so selten sieht. Kann man ja einerseits auch verstehen, aber...

Ich habe von Anfang an versucht das Kind mit einzubinden und nicht auszustoßen, habe jedoch auch immer versucht Rücksicht auf meinen Mann zu nehmen und das war vielleicht falsch.

Um sogar einen Platz für seine Tochter zu schaffen, habe ich auf mein Schlafzimmer verzichtet und wir sind in den Keller gezogen. Was ich bis heute noch nicht mag, zumal wir nicht so viel Platz haben und das Zimmer ja meistens unbenutzt ist. Mittlerweile ist es jedoch OK, wenn der Staubsauger in ihrem Zimmer hinter der Tür steht. Er fand das am Anfang ganz schlimm und die Diskussion war dann sogar so, daß wir den Staubsauger doch bei meiner Tochter hinter die Tür stellen sollen.

Wenn seine Tochter da ist, muß jedenfalls alles perfekt sein und nur keine Missstimmung oder Konfrontation aufkommen lassen. Was sich sehr schwierig gestalten mit zwei weiteren Kindern. Vor allem weil wir in unserem Alltag mit meinen beiden Kindern sehr viele Konfrontationen haben und es eben nicht alles so perfekt ist. Ich solle dies jedoch akzeptieren, weil es eben eine Sondersituation ist, wenn seine Tochter da ist, ich soll Verständis dafür haben und es akzeptieren. Toleranz haben, aber ehrlich gesagt weiß ich nicht wieviel Toleranz ich eigentlich noch aufbringen soll?!

Zudem ist es auch schwierig, weil meine beiden Kinder sehr aufgeschlossen und zugänglich sind, was man von seiner Tochter leider nicht sagen kann. Es ist teilweise schon so, daß Konversation von ihr und ihrem Vater nur ganz leise und im stillen Kämmerchen ausgetragen wird und ich mich in meinem eigenen Haus nicht mehr wohlfühle, wenn sie da ist.

Leider habe ich das Gefühl, daß ich von meinem Mann nicht unterstützt werde, wenn es um den Umgang mit seiner Tochter geht. Mittlerweile bin ich die böse Stiefmutter, die seiner geliebten Tochter an den Karren fahren will und ich nichts anderes im Sinn hatte, die beiden auseinanderzubringen!

Viele negative Impulse werden auch von ihrer Mutter gesetzt, aber auch das will mein Mann nicht sehen und letztendlich ist es wieder meine Schuld und ich muß damit klarkommen.

Unser letzter Urlaub ist dann völlig eskaliert und es hat sich bei mir so eine Wut und Eifersucht breitgemacht, daß ich nicht mehr damit klargekommen bin und um eine Auszeit gebeten habe. Er dies als Anhaltspunkt nimmt, dann gleich auszuziehen und sein eigenes Leben wieder zu führen. Die letzen Wochen waren ganz furchtbar, denn auch die Kinder leiden ganz massiv unter der Situation.

Wir haben uns jedoch aufgerappelt und wollen es nun von neuem angehen. Wissen aber noch nicht genau wie. Wir wissen, daß wir beide uns sehr lieben und viele gemeinsame Interessen miteinander haben. Es im Großen und Ganzen auch zu viert funktioniert zu fünft jedoch nicht so toll (und es ist nicht besser geworden, sondern schlimmer).

Was mich auch etwas erschreckt hat, war daß seine Tochter über die Aussage, daß er nun doch nicht auszieht eher enttäuscht war, weil meine beiden sich natürlich eher gefreut haben, daß wir es nun doch noch einmal angehen wollen. Aber das sind wohl die unterschiedlichen Sichtweisen und Wahrnehmungen.

Ich habe das Gefühl teilweise gegen Mühlen zu arbeiten und das zehrt. Wir beide wünschen uns ein gemeinsames Dasein, jedoch will mein Mann auch seine Freiräume mit seiner Tochter auch haben, was auch in Ordnung ist und ich auch immer gesagt habe, daß er mal öfters mit seiner Tochter am Wochenende wegfahren soll, was für ihn undenkbar ist. Zumindest haben wir für das nächste Jahr geplant zumindest den Sommerurlaub getrennt zu verbringen, vielleicht ist das gut?!

Würde mich freuen von Dir zu hören.

Gruß,

Minusch11

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3. November 2008 um 11:31

Hallo Anke
LASS DICH MAL SCHNELL TRÖSTEN ( *nimm Dich in Arm *)

Wenn Du Lust hast und hier mal wieder reinschaust komm doch mal bei mir vorbei , in meinen Thread !!! ( da findest Du auch meine Geschichte kurz angerissen )
Ich habe hier schon so viele traurige Berichte gelesen und viele Ähnlichkeiten zu meiner festgestellt und dann kam mir die IDEE von einem "STAMMTISCH" !!!!

Vielleicht hast auch Du Lust dazu an einer *netten* Runde teilzunehmen , sich auszutauschen , gegenseitig zu zuhören , für einander dazusein , zu klönen , zu trauern oder auch mal zu weinen !!!

Wie gesagt - ich bin noch im Aufbauen - aber beiße nicht !!!
Vielleicht hast Du ja Lust eine TOLLE SACHE mit aufzubauen !!!

ICH WÜRDE MICH ALSO FREUEN WENN DU MICH MAL BESUCHST !!!!

LG NICKY

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23. November 2008 um 5:37

Hallo
Ich bin heute hier reingeschlittert weil ich gravierende Probleme mit meiner Patchworkfamilie habe.

Zu dir Anke öchte ich sagen-lass nicht zu das ein Kind dich in solch einen Gewissenskonflikt bringt.
Kann ja wohl nicht sein das du wegen einer "Zicke" probleme mit deiner Gefühlswelt bekommst.

Ich an deiner Stelle würde klartext mit ihr reden.Sag ihr das du ihr die Mutter nicht ersetzen kannst und auch nicht willst. Sie solle dich als Freundin sehen wenn sie das möchte.
Wenn nicht sage ihr das du respektvolles und normales Verhalten von Ihr erwartest.

Gehe ihr nicht aus dem Weg auf gar keinen Fall. Räume nicht das Feld-liebe Anke wenn du deinen Partner noch liebst.

Oh man wenn du wüßtest wie schwer Patchworkfamilien sind-also ich habe es nicht gedacht und ein zweites Mal würde ich so etwas nicht mehr tun.

Ich bin mit meinem Jetztigen Mann 2001 zusammengekommen.(Waren vorher über 10 Jahre befreundet(er und meine beste Freundin und mein damaliger Mann und ich). Denke jetzt bitte nicht ich hätte seine Ehe oder er meine Ehe kaputt gemacht. NEIN so war es nicht. Meine Freundin hat ihren Mann ein halbes Jahr vorher verlassen und ich meinen Mann ein halbes Jahr später.
Wir sind zusammengekommen weil wir uns "ausgeheult "haben und einfach nur geredet haben daraus ist es passiert.
Mein Mann hat zwei Kinder jetzt10 und 19 und ich habe zwei Kinder 19 und 11.
Oh man haben wir uns das toll vorgestellt aber es gibt immer wieder so starke Differenzen das es hier öfter knallt. Dazu muß ich sagen das mein Mann nicht gerade ein großer Redner ist und schon garnicht über Probleme. Er staut auf und dann kommt der Knall.
Eine Zeit lang habe ich alles versucht hier eine perfekte Familie hinzubekommen aber liebe Anke es ist so schwer.Mitlerweile waren wir schon zweimal kurz davor uns zu trennen.
Das komische ist das wir uns wenn die Kinder nicht da sind total gut verstehen.


Ach man eigentlich wollte ich dir nur sagen gib nicht auf. Wenn es garnicht geht .Dann quäle dich nicht sondern trenn dich und fange neu an.

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24. Februar 2009 um 11:18

Lass dich nicht unterkriegen!
Hallo Anke,

es ist nicht einfach, aber was ist schon einfach!!! So gut wie garnichts, ohne Fleiß kein Preis und das ist mit Arbeit verbunden mit richtiger Arbeit und Durchhaltevermögen und Geduld,k Hoffnung, Zuversicht und das wichtigste mit ganz viel Liebe und nur so geht es.

Wenn Du Dir sicher bist das das der Mann ist mit dem Du gern alt werden möchtest, den Du liebst und seine Tochter Dir auch wenigstens ein bisschen symphatisch ist, dann weißt Du wofür Du das alles machst.

Dich zurück ziehen ist denke ich genau das falsche, wenn Ihr zusammenlebt muss, ob die Tochter will oder nicht; auch wenn sie schwierige Zeiten durchgemacht hat, Dich akseptieren und respektieren und das schaffst Du indem Du präsent bist und Dich nicht verkriechst, sag Deine Meinung auch wenn die anderen es nicht immer toll finden oder damit einverstanden sind; sie haben einfach Deine Meinung zu akseptieren.

Mach Vorschläge und sag wie Du Dir das Zusammenleben eigentlich vorstellstellst, so wie Du es gern hättest mit allen zusammen! Wenn Dein Partner das selbe Ziel hat, habt Ihre eine Grundvorraussetzung das zu schaffen!

Vielleicht sollte die Tochter auch eine Therapie machen um den Tod ihrer Mutter besser zu verarbeiten; egal wie lange das jetzt her sein mag, das ist wirklich sehr wichtig unterstütze sie dabei.

Ich habe auch eine Patchwork-familie mit zwei Kindern von mir und drei Kindern von mir - also von Schwierigkeiten kann ich genug erzählen Wenn man es will wird alles gut, daran sollte man glauben, sonst braucht man garnicht erst anfangen.

Alles erdenkliche Gute Wünsche ich Dir und viel Erfolg
Bianka

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24. November 2009 um 13:26

Nach über einem Jahr wieder hier
nach meiner ersten Beschreibung bin ich wieder hier und mir geht es immer noch nicht besser, im Gegenteil. Ich habe letztes Jahr (nach diesem Aufruf) eine ambulante Therapie gemacht und bin nachwievor in Betreuung. Mein ganzer Ursprung kommt aus meiner Kindheit. Ich wurde sehr streng erzogen, musste funtionieren und immer perfekt sein und wenn das nicht klappte, wurde ich bestraft. Im Nachhinein wurde mir mein Selbstwertgefühl von meinem Vater genommen. Meine Mutter hat sich nie in die Erziehung eingemischt, auch wenn sie davon nicht erfreut war. Jetzt während der Therapie kommt alles noch mal so richtig hoch. Ich sehe jeden Tag den Kontakt zwischen meinem Partner und dessen Tochter, den ich gerne als Kind gehabt hätte und das schmerzt ungemein. Ich komme mit diesen Gefühlen nicht mehr klar. Ich befürchte sogar, dass aus Neid Hass auf seine Tochter wird, Meinen Eltern habe ich einen Brief (Erklärung, wie ich meine Erziehung sehe und das Verhalten meiner Eltern zu meinem Sohn) geschrieben, was mich unendlich viel Kraft gekostet hat und seitdem fühlt sich mein Vater auf den Schlips getreten. Vor 2 Wochen waren wir kurz zum Gratulieren zum Geburtstag meiner Mutter und da hat er mich mit meinem Sohn (wohlgemerkt, ist es sein einziger Enkel) ignoriert, Die Gespräche beliefen sich nur mit meinem Partner und dessen Tochter. Da kam natürlich wieder Neid hoch. Mein Vater versteht es, einen seelisch nieder zu machen. Um so mehr wende ich mich jetzt wieder meinem Sohn zu, der von seinem Opa ignoriert wird und von seinem eigenen Vater, der weit weg wohnt auch nur mit seinen Problemen belastet wird. Mein Vater hat meinen Sohn verbal sehr häufig verletzt. Er ist nun mal kein schlankes Kind, aber auch nicht fett. Aber mein Vater kann es nicht lassen und ihm seine Sprüche wie "na, willst du wieder zu deinem Vater dich fett fressen fahren" aufbürden. Das schmerzt einem Kind noch mehr. Selbstverständlich stehe ich hinter meinem Kind. Auch bei ihm musste er immer Leistung bringen, genau wie ich.

Und diese ganze Vorgeschichte und auch das Verhalten von meinem Partner mit Tochter machen alles noch viel schlimmer. Ich komme mir momentan wie eine Wasch-, Putz- udn Kochfrau vor. Dazu hab ich keine Lust mehr. Solange er seine Tochter immer wieder in Watte packt, wird das nichts. Sie kommt nicht auf die Idee, mir mal zu helfen (freiwillig). Spreche ich meinen Partner darauf an, verteidigt er sie sofort und geht auf Gegenstellung. Ich soll nach Aussage meines Partners mit ihr normal umgehen, aber ich darf nicht so umgehen wie mit meinem Sohn, den ich auch mal zusammen stauche, wenn was nicht klappt. Ich darf sie nicht kritisieren, und so lange ich ind er Sache gehemmt werde, kann ich ihr auch kein Lob aussprechen. Sie widerspricht mir, ihrem Vater nicht. Da bekomme ich einen dicken Hals. Sie ist zwar in 2 1/2 Jahren aus dem Haus, aber mein Sohn bleibt noch mindestens 5 1/2 Jahren, wo dann mein Partner die Macht ihm gegenüber ausüben würde. In den ganzen 3 Jahren, die wir zusammen wohnen, bin ich ziemlich oft auf sie zugegangen, ob mit Reden oder per Brief, auch wenn es mir wieder sch.. ging, aber es kommt nichts von ihr rüber. Da ich diese Vorgeschichte habe, von denen alle im Hause wissen, benötige ich eigentlich um so mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung, auch mal von einer 17-jährigen. Das ist meine Ansicht, die nicht von Anderen vertreten wird. Aber ich lass mich nicht noch mehr erniedrigen. In der momentanen Situation sehe ich für uns nur noch eine Trennung, oder eine Beziehung mit 2 Wohnungen, welcher ich dann auch keine große Zukunft gebe. Ich weiß aber auch, dass ich die Vergangenheit bewältigen muss, aber nicht mit täglichem Schmerz.
Viele liebe Grüße an Gleichgesinnte

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24. November 2009 um 16:07
In Antwort auf anke1970

Nach über einem Jahr wieder hier
nach meiner ersten Beschreibung bin ich wieder hier und mir geht es immer noch nicht besser, im Gegenteil. Ich habe letztes Jahr (nach diesem Aufruf) eine ambulante Therapie gemacht und bin nachwievor in Betreuung. Mein ganzer Ursprung kommt aus meiner Kindheit. Ich wurde sehr streng erzogen, musste funtionieren und immer perfekt sein und wenn das nicht klappte, wurde ich bestraft. Im Nachhinein wurde mir mein Selbstwertgefühl von meinem Vater genommen. Meine Mutter hat sich nie in die Erziehung eingemischt, auch wenn sie davon nicht erfreut war. Jetzt während der Therapie kommt alles noch mal so richtig hoch. Ich sehe jeden Tag den Kontakt zwischen meinem Partner und dessen Tochter, den ich gerne als Kind gehabt hätte und das schmerzt ungemein. Ich komme mit diesen Gefühlen nicht mehr klar. Ich befürchte sogar, dass aus Neid Hass auf seine Tochter wird, Meinen Eltern habe ich einen Brief (Erklärung, wie ich meine Erziehung sehe und das Verhalten meiner Eltern zu meinem Sohn) geschrieben, was mich unendlich viel Kraft gekostet hat und seitdem fühlt sich mein Vater auf den Schlips getreten. Vor 2 Wochen waren wir kurz zum Gratulieren zum Geburtstag meiner Mutter und da hat er mich mit meinem Sohn (wohlgemerkt, ist es sein einziger Enkel) ignoriert, Die Gespräche beliefen sich nur mit meinem Partner und dessen Tochter. Da kam natürlich wieder Neid hoch. Mein Vater versteht es, einen seelisch nieder zu machen. Um so mehr wende ich mich jetzt wieder meinem Sohn zu, der von seinem Opa ignoriert wird und von seinem eigenen Vater, der weit weg wohnt auch nur mit seinen Problemen belastet wird. Mein Vater hat meinen Sohn verbal sehr häufig verletzt. Er ist nun mal kein schlankes Kind, aber auch nicht fett. Aber mein Vater kann es nicht lassen und ihm seine Sprüche wie "na, willst du wieder zu deinem Vater dich fett fressen fahren" aufbürden. Das schmerzt einem Kind noch mehr. Selbstverständlich stehe ich hinter meinem Kind. Auch bei ihm musste er immer Leistung bringen, genau wie ich.

Und diese ganze Vorgeschichte und auch das Verhalten von meinem Partner mit Tochter machen alles noch viel schlimmer. Ich komme mir momentan wie eine Wasch-, Putz- udn Kochfrau vor. Dazu hab ich keine Lust mehr. Solange er seine Tochter immer wieder in Watte packt, wird das nichts. Sie kommt nicht auf die Idee, mir mal zu helfen (freiwillig). Spreche ich meinen Partner darauf an, verteidigt er sie sofort und geht auf Gegenstellung. Ich soll nach Aussage meines Partners mit ihr normal umgehen, aber ich darf nicht so umgehen wie mit meinem Sohn, den ich auch mal zusammen stauche, wenn was nicht klappt. Ich darf sie nicht kritisieren, und so lange ich ind er Sache gehemmt werde, kann ich ihr auch kein Lob aussprechen. Sie widerspricht mir, ihrem Vater nicht. Da bekomme ich einen dicken Hals. Sie ist zwar in 2 1/2 Jahren aus dem Haus, aber mein Sohn bleibt noch mindestens 5 1/2 Jahren, wo dann mein Partner die Macht ihm gegenüber ausüben würde. In den ganzen 3 Jahren, die wir zusammen wohnen, bin ich ziemlich oft auf sie zugegangen, ob mit Reden oder per Brief, auch wenn es mir wieder sch.. ging, aber es kommt nichts von ihr rüber. Da ich diese Vorgeschichte habe, von denen alle im Hause wissen, benötige ich eigentlich um so mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung, auch mal von einer 17-jährigen. Das ist meine Ansicht, die nicht von Anderen vertreten wird. Aber ich lass mich nicht noch mehr erniedrigen. In der momentanen Situation sehe ich für uns nur noch eine Trennung, oder eine Beziehung mit 2 Wohnungen, welcher ich dann auch keine große Zukunft gebe. Ich weiß aber auch, dass ich die Vergangenheit bewältigen muss, aber nicht mit täglichem Schmerz.
Viele liebe Grüße an Gleichgesinnte

Hallo Anke
Das mit Deinem Vater kenne ich leider nur zu gut.
Erst heute hatte ich wieder ein Erlebnis der besonderen Art mit meinem Vater. Danach war ich verletzt, wütend und traurig zugleich. Er hat die Gabe dafür, leider.
Da ist es am besten sich fern zu halten und daher werde ich ihm auch mitteilen dass er hier nicht mehr anrufen soll, weil er mich nur runter zieht.

Welch Wunder. Wenn einer schon nicht richtig für sein eigenes Kind da war als Vater, wie soll er das dann für das Enkelkind sein. Darunter leide ich zur Zeit nämlich auch.
Aber für seine Tochter aus zweiter Ehe tut er alles. Weil die nämlich voll der Problemfall ist. Scheinbar muss man nur genug Mist bauen um seine Zuwendung zu erhalten und am besten auch Außenstehender sein und respektlos zu ihm. Denn für alle anderen ist er da, nur für uns nicht.
Tut aber einen auf heile Familie und das mache ich auch nicht mehr mit.

Umso mehr kann ich Deine Gefühle verstehen.
Ich hatte bereits in meinem eigenen Thread geschrieben, dass es für eine Frau, die von ihrem Vater nicht so fürsorglich behandelt wurde, schwer ist mit anzusehen, wenn der eigene Partner nun mit seiner Tochter so liebevoll umgeht. Da kommen zwangsläufig Gefühle hoch für die man sich noch schämt. Überhaupt bringt ja so eine Konstellation den letzten Müll aus einem hoch, das ist ja das Problem.

Weißt Du, wichtig ist dass wir unsere Kinder vor all dem schützen. Er konnte das vielleicht einem hilflosen wehrlosen kleinen Mädchen gegenüber machen. Aber jetzt sind wir erwachsene Frauen und können uns wehren und unsere Kinder schützen. Mein Vater soll nicht mehr die Gelegenheit haben auch noch meinem Sohn so ein blödes Gefühl zu geben. Da werde ich alles für tun und dagegen agieren. Eher breche ich noch den Kontakt ab.

Und was Deinen Freund anbetrifft, ist eine Trennung vielleicht hier eine Lösung. Immerhin bist Du nicht alleine und hast ja Deinen Sohn, der Dich auch noch braucht.
Wenn das mit der Tochter Dich kaputt macht, ist es besser einen Schlussstrich zu ziehen.
Dass das Verhältnis so ist zwischen Euch, dazu hat der Kindsvater sehr viel beigetragen mit allen Fehler die ein Mann in solche einer Lage machen kann.
Irgendwann erträgt man das doch nicht mehr.

LG

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26. November 2009 um 18:58
In Antwort auf minusch11

Schön zu sehen, daß es doch Patchworkfamilien gibt, die funktionieren
Liebe Jule,

Dein Beitrag hat mir doch wieder etwas Mut gemacht! Vielleicht hast Du ja noch den ein oder anderen Tipp für mich, daß es bei uns auch wieder besser wird bzw. wir es endlich in die richtige Bahn lenken können. Das wünschen sich wir beide, mein Mann und ich. Nun zu meiner Geschichte:

Ich kenne meinen Mann schon seit 1993 (damals waren wir Kollegen, er war verheiratet, keine Kinder und ich war verheiratet und später schwanger von meinem damaligen Mann) 1994 bin ich dann in den Mutterschutz gegangen, habe meinen Sohn bekommen und 2 Jahre später meine Tochter. Leider war es so, daß sich mein damaliger Mann in meiner 2. Schwangerschaft von mir trennte und ich die Kinder 5 Jahre lang alleine aufzog. Der Kontakt vom Vater zu den Kindern war leider schon immer sehr spärlich. Es war für mich eine harte Zeit damals, aber ich habe auch sehr viel positives aus den Jahren gezogen.

Als ich dann 1999 wieder anfing zu arbeiten, traf ich meinen jetzigen Mann wieder und wir hatten sporadisch per Mail Kontakt zueinander. Er wußte damals noch nichts über meine aktuelle Situation (alleinerziehend/geschieden etc.)
Im Jahr 2000 dann haben wir uns dann mal auf einen Kaffee verabredet und so über die Vergangenheit geplaudert, was alles so passiert war. Daß ich mittlerweile 2 Kinder habe, im Haus meines Ex-Mannes weiterwohnen durfte und es mir wirklich gut ging, mit all den Alltagsproblemen und dem Stress. Er war immer noch verheiratet (seit 11 Jahren mit der Frau zusammen) und hatte mittlerweile eine Tochter bekommen. Damals 2 Jahre alt, meine Kinder 4 und 6.

Kurzum, es endete so, daß er sich von seiner Frau trennte und ein Leben mit mir verbringen wollte. Ich hatte damals Zweifel und Ängste wieder eine Partnerschaft einzugehen, auf der anderen Seite war es für mich ein Glücksgefühl, war es doch ein Mann, den ich schon lange kannte und wohl auch schon damals geliebt habe, es jedoch für mich außer Frage stand meinen damaligen Mann als hochschwangere Frau zu verlassen. Ihm ging es letztendlich genauso und auch ihm ging es in der Vergangenheit so, aber auch er hätte sich damals nicht getrennt.

Es ging alles ziemlich schnell, Auszug, Scheidung, Klärung mit Sorgerecht für seine Tochter etc. Ich bestand damals darauf, daß es sich eine eigene Wohnung nimmt und es langsam angehen läßt. Für ihn jedoch stand im Vordergrund eine neue Familie zu gründen und dies mit allem drum und dran. Was ja eigentlich ein schöner Gedanke íst und ich mir letztendlich auch nichts anderes gewünscht habe. Nun ja, er hatte zwar seine Wohnung, hat jedoch nie Zeit dort verbracht, alles spielte sich bei uns ab. Sein Verhältnis zu meinen Kindern war von anfang an positiv, gerade für meinen älteren Sohn war es ein Glücksgefühl jetzt einen "Papa" zu haben, hatte er doch so gut wie nichts von seinem leiblichen Vater und in den vergangenen Jahren keine männliche Bezugsperson (außer den Opa). Meine damals 4 jährige Tochter sah daß etwas anderes, hatte sie doch immer ihre Mama um sich und das reichte ihr auch. Aber auch sie mochte ihn trotzdem. Seine damals 2 jährige Tochter war nach einigen Wochen der Trennung alle 14 Tage am Wochenende bei uns und unsere Urlaube verbrachten wir von nun an zu fünft. Klingt ja alles ganz schön!!

War es eigentlich auch - wir zu viert haben uns mittlerweile zusammengerauft und glaub mir, es gab oft Diskussionen und Auseinandersetzungen. Einerseits wollte mein Mann sich nicht einmischen in Erziehungsfragen etc. auf der anderen Seite hat er es dann doch getan, was für mich soweit auch OK war. Mein Problem damals war, daß ich mich immer in einer Rechtfertigungsposition gesehen habe, was meine Kinder angeht, oder wie ich mit meinen Kindern umgehe. In diesem Punkt war es für mich immer schwer, sowohl meinen Kindern, als auch ihm gerecht zu werden. Z.B. ist meine Tochter immer gerne zum Kuscheln ins Bett gekommen, was für ihn ein Problem war und er es auch nicht akzeptiert hat. Auch bei Regelungen, wenn die Kinder das Licht beim Schlafen gehen erst einmal anlassen wollten, waren für ihn ein Problem und es gab oft Diskussionen darüber.

Ich habe mich im Laufe der nun letzten 8 Jahre in vielerlei Hinsicht zurückgenommen und Dinge im Umgang von ihm zu den Kindern akzeptiert. Hatte jedoch oft das Gefühl meinen Kindern vor den Kopf zu stoßen. Zeiten zu organisieren, daß wir auch mal ein paar gemeinsame Stunden miteinander haben forderte er ein und ich wollte es auch, hatte aber immer ein schlechtes Gewissen dabei. Kuschelorgien mit meiner Tochter gab es auch nicht mehr. Irgendwie habe ich versucht ein Gleichgewicht reinzubringen und ihm einen Platz bei uns dreien zu schaffen. Im Großen und Ganzen hat dies auch funktioniert.

Jetzt zu dem Punkt mit seiner Tochter:

Von Anfang an stand im Fokus die Planung, daß an den Wochenende an denen seine Tochter zu uns kam nichts groß geplant werden darf - ein Wochenende mal zu verschieben - Katastrophe! Dann hatte es sich eingespielt, daß meine Tochter immer zu Verfügung stehen mußte an den Wochenenden an denen seine Tochter da war. Einerseits auch ganz gut, weil seine Tochter meine Tochter sehr mag und auch ihr "Vorbild" war. Beide Mädels haben sich von Anfang an auch eigentlich gut verstanden. Nur meine Tochter hatte ein Problem damit, daß sie an den Wochenenden nicht auch mal was anderes machen konnte und wenn hatte es immer einen negativen Beigeschmack. Wenn meine Tochter z.B. zu einer Freundin gegangen ist, war die Reaktion von meinem Mann mit seiner Tochter etwas ganz tolles dann zu unternehmen (Kino, schwimmen etc.)

Wir versuchten dann es zu planen, daß mein Mann dann eben die Zeit mit seiner Tochter verbringen soll, was jedoch auch ein Problem war, weil seine Tochter das auch nicht unbedingt wollte, was ihn wiederum kränkte. Meine Tochter fand es dann wiederum nicht so toll, daß er kurzfristig mit seiner Tochter ins Kino geht und sie nicht mitgehen kann. Zumal an den Wochenenden an denen seine Tochter nicht da war und wir ins Kino gehen wollten oder irgend etwas anderes machen, er sich ausgegrenzt hat.

Mein Vorschlag war dann um negatives Potential und Eifersucht zu nehmen, was meine Tochter angeht, daß er vielleicht ab und zu mal was mit ihr alleine macht, was er nicht so gerne wollte. Er wollte in der Zeit in der seine Tochter nicht da ist meistens nur seine Ruhe haben und seinen Bedürfnissen nachgehen. Das Interesse bei meinem Sohn war ähnlich aber nicht so ausgeprägt, wie bei meiner Tochter. Zumal bei den Mädchen immer eine Art Konkurrenzkampf bestand.

Auch meinen Umgang mit seiner Tochter zu fördern hat nicht so recht geklappt. Wenn ich mal mit den Kindern alleine etwas unternommen habe oder mit seiner Tochter alleine, hatte er ein schlechtes Gewissen oder was auch immer (Sehnsucht) daß wir auch recht bald wieder nach Hause kommen, da er sein Kind ja so selten sieht. Kann man ja einerseits auch verstehen, aber...

Ich habe von Anfang an versucht das Kind mit einzubinden und nicht auszustoßen, habe jedoch auch immer versucht Rücksicht auf meinen Mann zu nehmen und das war vielleicht falsch.

Um sogar einen Platz für seine Tochter zu schaffen, habe ich auf mein Schlafzimmer verzichtet und wir sind in den Keller gezogen. Was ich bis heute noch nicht mag, zumal wir nicht so viel Platz haben und das Zimmer ja meistens unbenutzt ist. Mittlerweile ist es jedoch OK, wenn der Staubsauger in ihrem Zimmer hinter der Tür steht. Er fand das am Anfang ganz schlimm und die Diskussion war dann sogar so, daß wir den Staubsauger doch bei meiner Tochter hinter die Tür stellen sollen.

Wenn seine Tochter da ist, muß jedenfalls alles perfekt sein und nur keine Missstimmung oder Konfrontation aufkommen lassen. Was sich sehr schwierig gestalten mit zwei weiteren Kindern. Vor allem weil wir in unserem Alltag mit meinen beiden Kindern sehr viele Konfrontationen haben und es eben nicht alles so perfekt ist. Ich solle dies jedoch akzeptieren, weil es eben eine Sondersituation ist, wenn seine Tochter da ist, ich soll Verständis dafür haben und es akzeptieren. Toleranz haben, aber ehrlich gesagt weiß ich nicht wieviel Toleranz ich eigentlich noch aufbringen soll?!

Zudem ist es auch schwierig, weil meine beiden Kinder sehr aufgeschlossen und zugänglich sind, was man von seiner Tochter leider nicht sagen kann. Es ist teilweise schon so, daß Konversation von ihr und ihrem Vater nur ganz leise und im stillen Kämmerchen ausgetragen wird und ich mich in meinem eigenen Haus nicht mehr wohlfühle, wenn sie da ist.

Leider habe ich das Gefühl, daß ich von meinem Mann nicht unterstützt werde, wenn es um den Umgang mit seiner Tochter geht. Mittlerweile bin ich die böse Stiefmutter, die seiner geliebten Tochter an den Karren fahren will und ich nichts anderes im Sinn hatte, die beiden auseinanderzubringen!

Viele negative Impulse werden auch von ihrer Mutter gesetzt, aber auch das will mein Mann nicht sehen und letztendlich ist es wieder meine Schuld und ich muß damit klarkommen.

Unser letzter Urlaub ist dann völlig eskaliert und es hat sich bei mir so eine Wut und Eifersucht breitgemacht, daß ich nicht mehr damit klargekommen bin und um eine Auszeit gebeten habe. Er dies als Anhaltspunkt nimmt, dann gleich auszuziehen und sein eigenes Leben wieder zu führen. Die letzen Wochen waren ganz furchtbar, denn auch die Kinder leiden ganz massiv unter der Situation.

Wir haben uns jedoch aufgerappelt und wollen es nun von neuem angehen. Wissen aber noch nicht genau wie. Wir wissen, daß wir beide uns sehr lieben und viele gemeinsame Interessen miteinander haben. Es im Großen und Ganzen auch zu viert funktioniert zu fünft jedoch nicht so toll (und es ist nicht besser geworden, sondern schlimmer).

Was mich auch etwas erschreckt hat, war daß seine Tochter über die Aussage, daß er nun doch nicht auszieht eher enttäuscht war, weil meine beiden sich natürlich eher gefreut haben, daß wir es nun doch noch einmal angehen wollen. Aber das sind wohl die unterschiedlichen Sichtweisen und Wahrnehmungen.

Ich habe das Gefühl teilweise gegen Mühlen zu arbeiten und das zehrt. Wir beide wünschen uns ein gemeinsames Dasein, jedoch will mein Mann auch seine Freiräume mit seiner Tochter auch haben, was auch in Ordnung ist und ich auch immer gesagt habe, daß er mal öfters mit seiner Tochter am Wochenende wegfahren soll, was für ihn undenkbar ist. Zumindest haben wir für das nächste Jahr geplant zumindest den Sommerurlaub getrennt zu verbringen, vielleicht ist das gut?!

Würde mich freuen von Dir zu hören.

Gruß,

Minusch11

Wir sind wegbegleiter....
hallo minusch11!

es ist angenehm zu lesen, dass auch andere es nicht so einfach haben und ähnliches erleben.

patchwork ist nie einfach, bei vielen auch machbar. doch ich denke, dass es auch ganz von der situation der beteiligten abhängt, ob alles gelingt.

ich war/bin in ähnlcher situation und sie ist absolut nicht befreiedigend, doch ich denke mir immer, dass ich meine stieftochter nur auf ihrem weg begleiten kann - wenn sie das nicht zulässt, so kann ich das nicht ändern. vielleicht komt sie ja doch irgendwann....

ich wurde/werde von meiner stieftochter abgelehnt und das zeigte sie ab dem zeitpunkt wo wir uns gemeinsam ein haus gekauft haben (sie lebt bei ihrer mutter). seit dem redete sie kaum oder nur über ihren vater mit mir. ein hallo und ein tschüß war meist das einzige, das ich direkt von ihr zu hören bekam. sie fuhr auch immer in urlaub mit, doch sie hatte (ähnlich wie bei dir) immer etwas auszusetzen: sie liebt das meer - das meer ist ihr zu salzig; aussagen wie: das ist fad, das kenn ich schon etc. waren immer an er tagesordnung. obwohl sie gegenüber anderen betuerte, dass ich toll kochen kann, schmeckte es bei uns nie.
die situation war für mich mit der zeit nicht mehr tragbar - ich war nur noch ein ignoriertes objekt für sie, die sie bekochte, eventuell für sie wäsche wusch etc.
meine kinder, die sich immer gut mit ihr verstanden, bekamen auch immer mehr ihren frust ab. (die kinder sind etwa gleich alt) sie schlief bei meiner tochter und machte dort immer mist - meinte zu meiner tochter dann, sie soll aufräumen. fernsehen richtete sich immer nach ihr; bei spielen war ihr kein spiel recht, egal was vogeschlagen wurde....
dann kam es vor einem jahr zum eklat, da ich diese situation nicht mehr ertrug. nach einem gespräch, bei dem sie mich weder ansah, noch mit mir direkt sprach - außer sie wurde von meinem mann dazu aufgefordert - meinte sie, sie kann mich eben nicht leiden, obwohl sie mich mag (?) und sie möchte in zukunft ausschließlich ihren vater treffen. in urlaub wollte sie aber trotzdem fahren mit uns und auch weiter zu uns kommen und alle anderen vorzüge genießen. hier habe ich dann einen schlußstrich gezogen, da ich mich durch sowas wirklich zum mobiliar gemacht hätte und auch offiziell damit einverstanden gewesen wäre, dass sie mich wie luft behandeln darf. auch mein mann stand hier auf meiner seite und so kommt sie nicht mehr zu uns und trifft sich ab und zu mit ihrem vater. allerdings meldet sie sich ca. alle 2 monate mal seit dem (wenn berhaupt - im letzten jahr waren es ca. 3 mal wo sie sich gesehen haben!). daher denke ich, dass ihr der kontakt zum vater auch nicht so wichtig ist, wie sie behauptet.
auch zu unserer hochzeit kam sie natürlich nicht - obwohl sie dabei im zwiespalt war, den keiner ihr ersparen konnte. sie wäre gerne gekommen, wenn ich nicht anwesend gewesen wären (?). naja.... und so hoffen wir eben auf eine bessere zeit, darauf, dass sie die pubertät überwindet und dann sich vielleicht wieder uns zuwendet.
natürlich kann man nur hoffen und abwarten. aber dies ist nun immer noch besser, als sich alles der harmonischen familie wegen gefallen zu lassen. als frau und mutter muss man auch schauen, wie viel man geben kann und auch, wie viel man ertragen kann.

ich wünsche euch allen, dass ihr eure schwierigen situationen meistern könnt und die liebe zu den kindern gewinnt...

marie

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