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Partner mit Kindern

29. April um 8:48

Hallo, habe mich gestern hier angemeldet. Einfach, um einen Austausch zu haben und ein Feedback zu erhalten. Vielleicht gibt es noch mehrere, die in dem gleichen Dilemma stecken. Vielleicht gehört es auch in den Bereich Liebe&Beziehung? 
Aber erst einmal zu meiner Geschichte:
Ich bin vor 1,5 Jahren zu meinem Partner gezogen. Vorher aber bereits von 500 km entfernt in seine Nähe, anfangs in eine eigene Wohnung. Mein Partner hat zwei Kinder (Junge, 15 Jahre, Mädchen, 13 Jahre). Die beiden wohnen im gleichen Ort, nur zwei Straßen weiter und sind relativ häufig bei uns. Festgelegt sind alle zwei Wochen am Wochenende und in den Zwischenwochen für eine Nacht. Außerdem in den Ferien für einen längeren Zeitraum. Und halt aufgrund der Nähe zwischendurch, wenn etwas anliegt. Vater und Mutter verstehen sich sehr gut und auch ich verstehe mich mit der Ex meines Freundes sehr gut. Ein respektvoller Umgang. Soweit, so gut. 
Mein Partner selbst ist ein sehr schwieriger Mensch mit extremen Launen und einigen Ticks, was den Haushalt betrifft. Er wünscht sich Veränderungen, aber hat ein Problem damit, wenn sich etwas ändert. In seiner Wohnung muss auch alles so bleiben, wie es immer war und auch an den "Regeln" soll sich, wenn möglich, nichts ändern. Da ich schon immer ein harmoniesüchtiger Mensch war und stets versucht habe, es allen recht zu machen und meine Bedürfnisse von Anfang an hintenan gestellt habe, ist es für mich nun schwierig, meine Wünsche auch einmal durchzusetzen. Hat sich halt alles eingependelt und war ja schon immer so. War ein Fehler von mir, ich weiß. In dieser Wohnung fühle ich mich nach wie vor nicht "zuhause", konnte hier meinen "Stempel" noch nicht aufdrücken. Fühle mich immer noch wie ein geduldeter Gast in einer fremden Wohnung.
Und dann sind da die Kinder. Grundsätzlich verstehe ich mich gut mit ihnen, beide haben mich soweit akzeptiert. Der Sohne eher als die Tochter. Sie macht es auch von jeder Situation abhängig, ob sie mich mag, oder nicht. 
Ich halte mich weitestgehend aus der Erziehung raus. Sage selten etwas. Nur dann, wenn ich direkt betroffen bin. Aber die ständigen Streitereien, mit Kraftausdrücken, bei denen mir schlecht wird, zehren ganz schön an den Nerven. Ich habe selbst einen Sohn großgezogen, der ist inzwischen schon längst erwachsen, hat sein Studium beendet und einen tollen Arbeitsplatz. Und solche Ausdrücke und Ausraster kenne ich von ihm nicht. Aber er ist auch ein Einzelkind. 
Der Sohn von meinem Freund ist eigentlich ein toller Mensch, sehr sensibel. Aber er steckt mitten in der Pubertät und bekommt regelmäßig Aussetzer, Wutanfälle, bei denen er sich einfach unmöglich benimmt und ich ihn manchmal sogar gerne zu einem Antiaggressionstraining schicken würde. Er schreit dann rum, wird echt ausfallend. Zwar bisher nicht mir gegenüber, aber ich fühle mich dann sehr unwohl in seiner Gegenwart. Und ich habe ständig Angst, dass die Situation zwischen Vater und Sohn ein weiteres Mal eskaliert (das hatten wir bereits einmal richtig heftig).
Die Tochter ist eine Prinzessin, die nur haben will. Ein Pferd, einen Pool, ein Haus, dies und das.Und ändert minütlich ihre Meinung. Wenn sie Geschenke bekommt (Geburtstag, Weihnachten, usw.) gefallen ihr 4 von 5 Geschenken garantiert nicht und das sagt sie auch ganz offen und motzt rum und ist ziemlich undankbar. Da geht es schonmal um teure Sachen, wie Handy, Tablet, usw. Sie will immer alles haben, aber selbst kein Taschengeld für irgendwas opfern. Nur das, was Mama und Papa ihr kaufen. Stellt unentwegt Forderungen. Und weiß überhaupt nicht zu schätzen, was sie alles bekommt. Mag dies nicht und das nicht. Beim Essen ist sie so wählerisch, dass ich schon gar keine Lust mehr habe, etwas zu kochen. Irgendwas passt immer nicht. Zu heiß, zu kalt, zu salzig, zu süß, zu scharf, zu schwabbelig, zu fest, zu weich.....Anfangs habe ich noch versucht, nach den Rezepten ihrer Mutter und Oma zu kochen. Ging bisher aber immer schief. Fettiger als bei Mama, sieht anders aus als bei Oma, usw.
Dazu muss man aber auch sagen, dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt. Auch meinem Partner kann man es nur schwer recht machen. 
Ich backe recht gerne, wenn ich die Zeit dazu habe. Und außer meinen Partner kenne ich keinen, der sich darüber beschwert, dass es in der Wohnung stinkt, wenn Brot oder Kuchen gebacken wird. Der ständig kontrollierend mit den Händen über die Arbeitsplatte fährt, um ggf. Krümel zu finden, der nach dem Staubsaugen nochmal kontrollieren muss, ob auch wirklich alles sauber ist. Der mir ununterbrochen und ungefragt "gutgemeinte" Ratschläge gibt, was mein Leben, meine Arbeit, mein Geld und meine Pläne betrifft. Jemand, der keine Entscheidungen treffen kann, weil ja immer noch etwas besseres kommen könnte (Hauskauf, Urlaub, uvm).
In der aktuellen Situation arbeite ich auch im Homeoffice. Mein Freund ist immer im Homeoffice, d.h. wir sitzen in einem Raum und müssen uns bei Telefonaten irgendwie organisieren. Das klappt soweit auch ganz gut. Aber er versucht sich ständig in meine Arbeit einzumischen, mir vorzuschreiben, wie ich mit wem telefonieren soll. Wie ich mich organisieren soll. Das mit dem Vorschreiben und Belehren und Kritisieren ist im Übrigen auch mein nächstes Problem. Diese ständigen "Zwangsunterweisungen" machen mich wahnsinnig. Ich fühle mich nur noch kritisiert und belehrt. Kann nicht frei entscheiden, was ich wann und wie mache. 
Und auch, wenn ich das ganze schon längst durchschaut habe, versuche ich noch ständig, es jedem zu jeder Zeit recht zu machen. Dieser innere Kampf, der Wunsch nach Liebe und Anerkennung und die Sehnsucht nach ein bisschen mehr Freiheit machen mich auf Dauer krank. 
Zusammengefasst gibt es in dieser Konstellation eine Frau, die nach Anerkennung und Wertschätzung sucht (und zu Panikattacken und Angststörungen neigt, wenn sie diese nicht bekommt), einen Mann, der meiner Meinung nach unter einer Persönlichkeitsstörung leidet (fast schon krankhafter Kontrollwahn), nebenbei erwähnt auch noch ein Alkoholproblem hat (jetzt aber bereits seit mehreren Monaten "trocken" ist) und ein Pubertier und eine kleine Zicke (noch nicht in der Pubertät, aber mit graut es bereits davor). Und alle drei "furzen" und "rülpsen" um die Wette. obwohl ich mehrfach gesagt habe, dass ich das nicht mag und dass es anstands- und respektlos ist, wenn sie das machen. 
Und ja, auch wenn es nicht so klingt, der Mann hat auch positive Seiten. Ist ein sehr intelligenter Mensch und ich kann mich auf einem Level mit ihm unterhalten. Ich mag seine sensible Art, nicht aber, wenn er versucht, mich emotional zu erpressen. Ich mag es, dass er gerne kuschelt und mich trotz allem manchmal um Rat fragt (wenn es um die Kinder geht oder um Computer). 
Das war sehr viel und es ist schwierig, unser Zusammenleben klar in Worte zu fassen. Aber es tut gut, wenn man es einfach einmal loswerden kann. 
Wie seht ihr das, gibt es hier noch Hoffnung? Kann ich etwas machen, um das Ruder noch herumzureißen?
Habt ihr irgendwelcht Tipps für mich?

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