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Opa interessiet sich nicht für Enkeltochter (sehr lang)

21. Mai 2006 um 23:23

Ich habe mich eigentlich von Anfang an mit meinem Schwiegervater verstanden und ich mochte ihm total gerne.

Wir waren oft zusammen und haben zu dritt in die Nacht geschnattert.

Dann wurde er immer ruhiger und komischer. Warum wissen wir nicht.

Wir hatten vorher schon (mein Freund und Ich) über Kinder gesprochen. Auch mit ihm und er sagte uns immer, das er sich über ein Enkelkind freuen würde.

Da war ich schwanger und seine Freude war mäßig.


Als ich im 6 Monat schwanger war, musste er ins Krankenhaus.
Nierenprobleme, Wasser im Körper.

Als wir ihm im Krankenhaus besuchen waren, war er schon total komisch und ruhig.

Dann wurde meine süße Tochter geboren.
Er besuchte uns nicht im Krankenhaus, fragte nicht, wann wir mal vorbeikommen und er hat uns auch nur mäßig gratuliert.

Der Kontakt wurde immer weniger.

Wir waren dann mit der Kleinen nur noch einmal im Monat da.

Gesundheitlich ging es ihm immer schlechter (weil er seine Tabletten nicht nimmt und nicht zum Arzt geht) und er musste wieder ins Krankenhaus.
Er ist aber erst nach langen zureden hingefahren.
Ich hatte vorher schon mit dem Arzt telefoniert, weil er sich einfach geweigert hat und wir nicht wußten was mir machen sollen und er schon durch das Wasser richtig aufgeschwemmt war.

Bei diesem Telefongespräch habe ich dann erfahren, das er Alkoholkrank ist.
Wir hatten es ja schon geahnt.

Wir sind dann dreimal die Woche zu ihm ins Krankenhaus.

Meine Kleine war gerade 7 Monate und fing mit dem Reden an.
Er konnte nicht so laut sprechen und sie erzählte fröhlich.
Als mein Schwiegerpapa meinem Freund etwas erzählen wollte und die Kleine munter plapperte sagte er zu ihr "Nun sei doch mal endlich ruhig oder nun halt doch mal den Mund" So genau weiß ich das nicht mehr.

Schon da war ich baff. Die anderen Opas in dem Zimmer haben sich total gefreut, das meine Tochter immer da war und der eigene Opa???

Meine Kleine hat dann mit den anderen Opas "geflirtet" und da kam dann von ihm: "Eure Tochter liebäugelt mit anderen Opas"

Er kam dann aus dem Krankenhaus und wir waren ihm zuhause besuchen.

Wir hätten auch gar nicht hinfahren brauchen. Wir mussten ihm jedes Wort aus der Nase ziehen

Dann musste unsere Tochter ins Krankenhaus (Lungenentzündung, Atemnot, Mittelohrentzündung)

Es war das zweite Mal, das sie eine Lungenentzündung hatte und beim ersten Mal war er sie schon nicht besuchen und hat sich nicht nach ihrem Befinden erkundigt.

Als sie das zweite Mal im Krankenhaus war, musste sie an den Ohren operiert werden.

Mein Freund hat ihm dann geschrieben, das Michelle im Krankenhaus liegt und operiert wird.

Es kam nur ein "Gute Besserung" zurück.
Er hat sich seitdem, sie ist seit der Op schon fast drei Monate zuhause, nie wieder gemeldet.

Er wußte nicht, wodran sie operiert wird und gar nichts.
Hätte auch das Herz sein können, da sie einen Herzfehler hat

Ich hatte mir jetzt vorgenommen, mich bis zu ihrem ersten Geburtstag, der am 4.7. ist gar nicht mehr zumelden und mal abzuwarten, ob er dann daran denkt, das er eine Enkeltochter hat.

Nun hat mir gestern meine Schwiegermutter (sie leben getrennt) erzählt, das er gar nicht mehr rausgeht und immer komischer wird. Sie weiß es, weil die Kleine Schwester von meinem Freund ihm öfters besucht.

Ich weiß jetzt nicht, wie ich mich verhalten soll.

Sollen wir uns bei ihm melden?

Habe auch ein schlechtes Gewissen.

Sehe ich das alles zu eng?

Meine Tochter hat keinen anderen Opa (mein Papa ist verstorben als ich noch ganz klein war) und mir bricht es das Herz, das der andere Opa sie so vernachlässigt.

Irgendwann wird sie ja auch Fragen stellen.

Sollte ich den Kontakt gänzlich beenden um ihr späteren Kummer zu ersparen?

Nach Reden meiner SM wird er sich nicht mehr ändern, weil er wohl schon früher nicht der besonders liebevolle Ehemann und Vater war und nur am arbeiten war.
Die Kinder hatten nicht viel von ihm, weil er unter der Woche nur auf Arbeit war.
Will damit nicht sagen, das er geschlagen hat, das er auf keinen Fall gemacht, aber er war wohl auch seiner Frau und seinen Kinder nicht immer sehr zugänglich.
Mein Freund war aber als Papa mit ihm sehr zufrieden.
Nur heute ist er auch mein Freund ihm egal geworden.
Es ist aber nichts vorgefallen.


Im Moment weiß ich gar nicht mehr, was ich überhaupt machen soll und ob ich richtig handel.

Hoffe das hat sich bis hier hin jemand durchgelesen und vielleicht kann uns ja jemand helfen.

Lg Madlen

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22. Mai 2006 um 21:46

"Späteren Kummer ersparen?"
Du möchtest für deine Tochter gerne das beste, aber du kannst nicht voraussehen, was für sie besser oder angenehmer wäre: Wenn du den Kontakt zum einzigen Opa abbrichst, oder ihn mühsam aufrecht erhälst. Ich will damit sagen, in dem Moment, als meine Eltern mir einmal sagten, sie hätten "dies getan, weil es für mich das beste war", habe ich mich überfahren gefühlt und fand es nicht so gut. Ehrlicher wäre gewesen: "Weil sie wollten, dass es so ist".

Entscheide heute so, wie du es für richtig hälst. Und vor allem, wie du dich gut dabei fühlst. Diese Entscheidung kannst du dann auch mit gutem Gewissen später einmal deiner Tochter mitteilen.

Der Vater deines Freundes ist krank, Alkoholiker, er lebt in einer eigenen Welt. Inwieweit ihr daran Teil haben wollt (oder könnt), liegt an euch. Es ist schwer und es ist mühsam. Wenn du nur aus schlechtem Gewissen hingehst, lass es sein. Wenn du noch Verbindungspunkte für dich (nicht unbedingt für deine Tochter siehst, sondern in 1. Linie für dich), dann geh wieder hin. Vielleicht freut er sich ja doch, kann es aber nicht mehr zeigen.

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23. Mai 2006 um 8:03
In Antwort auf selina_12089507

"Späteren Kummer ersparen?"
Du möchtest für deine Tochter gerne das beste, aber du kannst nicht voraussehen, was für sie besser oder angenehmer wäre: Wenn du den Kontakt zum einzigen Opa abbrichst, oder ihn mühsam aufrecht erhälst. Ich will damit sagen, in dem Moment, als meine Eltern mir einmal sagten, sie hätten "dies getan, weil es für mich das beste war", habe ich mich überfahren gefühlt und fand es nicht so gut. Ehrlicher wäre gewesen: "Weil sie wollten, dass es so ist".

Entscheide heute so, wie du es für richtig hälst. Und vor allem, wie du dich gut dabei fühlst. Diese Entscheidung kannst du dann auch mit gutem Gewissen später einmal deiner Tochter mitteilen.

Der Vater deines Freundes ist krank, Alkoholiker, er lebt in einer eigenen Welt. Inwieweit ihr daran Teil haben wollt (oder könnt), liegt an euch. Es ist schwer und es ist mühsam. Wenn du nur aus schlechtem Gewissen hingehst, lass es sein. Wenn du noch Verbindungspunkte für dich (nicht unbedingt für deine Tochter siehst, sondern in 1. Linie für dich), dann geh wieder hin. Vielleicht freut er sich ja doch, kann es aber nicht mehr zeigen.

Hallo Sophistox,
mein eigener Vater hat auch nie besonders viel Interesse an seinen beiden Enkelsöhnen gezeigt; und auch nicht an seinen eigenen Kindern, er hat auch immer nur gearbeitet und tut es jetzt noch. Von daher kann ich dir die Enttäuschung gut nachfühlen.
Was mir auffällt, ist, dass er sich veränderte, sobald du schwanger warst - hatte er Angst, das kommende Kind nimmt ihm was weg? Vielleicht wollte er - unbewusst - die Aufmerksamkeit, die ihr ihm geschenkt hattet, nicht teilen. Vielleicht hat er nie gelernt, darüber zu sprechen, wie er sich fühlt. Habt ihr ihm mal direkt und offen gesagt, dass sein Verhalten euch verletzt? Ich würde es mal versuchen. Schlechter werden kann es doch wahrscheinlich sowieso nicht?!
Liebe Grüße, Meerblau

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29. Mai 2006 um 15:21
In Antwort auf carmel_12869507

Hallo Sophistox,
mein eigener Vater hat auch nie besonders viel Interesse an seinen beiden Enkelsöhnen gezeigt; und auch nicht an seinen eigenen Kindern, er hat auch immer nur gearbeitet und tut es jetzt noch. Von daher kann ich dir die Enttäuschung gut nachfühlen.
Was mir auffällt, ist, dass er sich veränderte, sobald du schwanger warst - hatte er Angst, das kommende Kind nimmt ihm was weg? Vielleicht wollte er - unbewusst - die Aufmerksamkeit, die ihr ihm geschenkt hattet, nicht teilen. Vielleicht hat er nie gelernt, darüber zu sprechen, wie er sich fühlt. Habt ihr ihm mal direkt und offen gesagt, dass sein Verhalten euch verletzt? Ich würde es mal versuchen. Schlechter werden kann es doch wahrscheinlich sowieso nicht?!
Liebe Grüße, Meerblau

Sehr schade!
Das tut mir sehr leid, dass dieser Opa so desinteressiert an Eurer kleinen Maus ist. Also ich finde, alkoholkrank hin oder her, Du mußt auch an Dich denken und wenn Dich diese Kontakte jedesmal betrüben, wirkt sich das auch auf Deine Tochter aus. Sie merkt das früher oder später. Wenn er sich nicht am Riemen reißt, gib ihm noch einen Warnschuß und ansonsten schieß ihn in den Wind. Es gibt bestimmt noch genügend liebe Leute, die sich freuen, Deine Maus zu sehen.
Alles Gute für Euch, Gabriella

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29. Mai 2006 um 21:36

Das ist echt schwierig
Alkoholkranke Menschen reagieren nicht so wie man es erwarten würde und haben eine andere Wahrnehmung der Dinge.
Es klingt ein bißchen so als wäre dieser Mensch schwer depressiv, sehr traurig und auch ein eher "in sich gekehrter Mensch". Kann man sagen warum er trinkt?
Natürlich mußt du in erster Linie an deine Tochter denken. Aber ich würde es schon hin und wieder probieren ob du wieder einen Draht zu ihm findest - so wie früher (wo er sehr wahrscheinlich auch schon sehr krank war).

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29. Mai 2006 um 21:43
In Antwort auf annick_12152032

Das ist echt schwierig
Alkoholkranke Menschen reagieren nicht so wie man es erwarten würde und haben eine andere Wahrnehmung der Dinge.
Es klingt ein bißchen so als wäre dieser Mensch schwer depressiv, sehr traurig und auch ein eher "in sich gekehrter Mensch". Kann man sagen warum er trinkt?
Natürlich mußt du in erster Linie an deine Tochter denken. Aber ich würde es schon hin und wieder probieren ob du wieder einen Draht zu ihm findest - so wie früher (wo er sehr wahrscheinlich auch schon sehr krank war).

..vielleicht ist auch etwas Eifersucht im Spiel..
kann ich nicht genau beurteilen. Aber bedenken könnte man es. Vorher hat er sich auf das Baby gefreut und dann ist die Kleine da und alles ändert sich.

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