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Oma völlig unaktiv

11. Juni 2005 um 16:32 Letzte Antwort: 25. Juni 2005 um 0:03

hallo zusammen!

Ich wollte euch mal von meiner Oma berichten und vielleicht hat ja jemand einen Vorschlag für mich.
Also: meine Oma ist 73 Jahre alt und eigentlich noch ganz fit. Sie hat Diabetes mellitus und ist etwas schwer für ihre Größe , aber das passt schon.

Vor ca.10 Jahren hat mein Opa sie verlassen und sie ist aus ihrem großen Haus in eine kl. Wohnung gezogen. Siether hat sie nichts mehr zu tun und tut auch nichts: sie sieht fern, geht auf den Friedhof und geht ab und zu einkaufen. Manchmal läuft sie eine Runde spazieren.
Sie hat aber kein Hobby: sie strickt nicht, geht nicht zu iergenwelchen Frauentreffen und auch nur selten zu Freundinnen. Daher ruft sie auch sehr oft bei uns an und ihr geht es auch deswegen nicht gut (denke ich): dadurch, dass sie nichts zu tun hat, denkt sie dauernd an ihren Zucker...., sie hat keine Ablenkung! Und sie mischt sich ziemlich in das Leben meines Onkels ein, der darüber nicht so erfreut ist (er wohnt im gleichen Dorf)

Ich fände es schön, wenn meine Oma mal etwas tun würde, aber ich hab keine Ahnung, was! Ich kann mir nicht vorstellen, dass meine Oma jetzt den Rest ihres Lebens Fern sieht, zum Friedhof läuft und herumsitzt. Das fände ich so schade für sie!! Ich hab keine Ahnung, wie man sie mal motivieren könnte!!

Gruß, kleiner Muck

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11. Juni 2005 um 22:14

Hallo kleiner Muck,
ich glaube, es ist ganz schwierig, einen Menschen in dem Alter zu Aktivitäten zu "zwingen"! Du kannst ihr noch so viele Adressen o.ä. besorgen, hingehen müsste sie allein! Ich habe eine Omi von 84, die sich ähnlich wie deine verhält. Wir haben in der Familie eine Art Lösung gefunden indem sie regelmäßig zu längeren Besuchen (1-2 Wochen) bei Kindern/Enkelkindern eingeladen wird. Wenn sie zu uns kommt, genießt sie den Umgang mit den Urenkeln, erledigt die Flickwäsche ... fühlt sich eben einfach gebraucht.Dann denkt sie auch nicht an ihre Zipperlein. Und das ist, denke ich, das Wichtigste! Sie müssen das Gefühl bekommen, auch im Alter noch gebraucht zu werden! Eine Alternative wäre vielleicht ein Haustier (Katze/Hund), wobei sich die Familie klar sein sollte, dieses Tier im schlimmsten Fall übernehmen zu müssen.
Gibt es im Umfeld deiner Oma vielleicht andere ältere Menschen, die sich auch über Gesellschaft freuen würden? Da könnte man dann ev. unauffällig einen Kontakt herstellen.
Ich hoffe für dich und deine Oma, dass du/ihr eine Lösung findest, denn ich denke, von der Lebenserfahrung der "Alten" können auch wir "Jungen" profitieren. Schönes WE, finki.

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25. Juni 2005 um 0:03

Ähnliches Beispiel!!
Also, die Frau, von der ich berichte, ist nicht meine Oma, sondern meine Schwiegermutter.
Aber - die hat noch weniger Interessen.
Also, sie ist 76 Jahre alt. Aber TOPFIT - vielleicht vergleichbar mit Anfang 60. Zum Friedhof gehen??? Nee....
Da müssen wir sie schon fahren. Auch die 500 Meter zum nächsten Netto-Markt. Putzen - schon lange nicht mehr - mache alles ich. Stricken, lesen, Kreuzworträtseln oder so schon gar nicht. Noch nie. Hauptbeschäftigung: Sich einmischen. Aber das ist nicht das Problem, ich nehme sie (aber erst seit kurzem) so wie sie ist. Meine Meinung: Ich finde es nur schade, mit seinem Leben nichts anfangen zu können. Gebe so tolle Beschäftigungen für Ältere. Natürlich ist sie dementsprechend verbittert - aus langeweile. Klebt nur ständig an uns (meinen Mann und mir). Hat genau eine Freundin, aber die ist stets unterwegs auf Treffen, Einkäufe, Werbefahrten, Kirche und Friedhof usw. - daher ist das Verhältnis gemindert. Kommt vielleicht 1 x pro Woche, dann nur kurz.

Also, will damit nur sagen, ich verstehe Dich. Da ist ja Deine Oma noch "beschäftigter" als meine SM. Aber ich glaube, da ändern wir (leider) nichts mehr. Schade.

Viele Grüße Rhamnusia

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