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Oma (75) - dement - wohnt bei Eltern - Mama am Ende!

25. April 2013 um 15:27

Hallo zusammen...
is sehr lang geworden... sorry...

Also... seit einiger Zeit ist meine Oma an Demenz erkrankt. Ich finde das ohnehin schlimm, da sie in meiner Kindheit alles für mich war. Ich hab sehr viel und sooo wahnsinnig gerne Zeit mit ihr verbracht, wir sind gemeinsam in den Urlaub gefahren. Ich war ständig krank, immer die Lunge. Meine Oma ist ist mit mir an die Ostsee gefahren, sooo oft, ich fands immer richtig toll! Ich erinner mich gerne daran. Nach 6 Jahren Ostseeurlauben war ich nicht mehr krank (einmal Bronchitis vor 4 Jahren...). Ich bin ihr so dankbar! Umso lieber würde ich alles dafür tun, um das Thema Seniorenheim nicht immer bei meinen Eltern anzusprechen.

Mein Vater liebt meine Mutter und lässt ganz alleine sie entscheiden, wie das gehandhabt wird und steht hinter ihr. Er übernimmt Aufgaben wie Finanzen meiner Oma, Arztbesuche, Schriftkram. Das finde ich auch toll von ihm! Trotzdem denkt er eigentlich wie ich und hofft, dass meine Mama das auch mal einsieht. Er hats mir mal gesagt.

Als Oma auch mit Pflegedienst, Mittagessen von und bei der langjährigen Freundin & Nachbarin, Besuche meiner Mama 3x wöchentlich (baden, Hilfe beim Haushalt, einkaufen, Freizeitgestaltung,...) nicht mehr reichte, zog sie bei meinen Eltern (und meinem Bruder - der wohnt noch zu Hause - ich war schon ausm Haus) ein. Als meine Mutter 6 gelbe Säcke voller feuchter Tücher gesichtet hat und meine Oma immer mehr kaufen wollte und sogar dafür ihr Sparbuch geplündert hat kam der Entschluss .Mittlerweile geht sie an alle Schränke und kramt rum, geht stiften, beleidigt meine Eltern, ... es wird halt anstrengender für Angehörige im Verlau. So ist die Krankheit nunmal. Ins Altenheim will sie natürlich auf gar keinen Fall! Sie könne ja noch alles... sie weint dann und glaubt wir lassen sie alleine... das ist die Krankheit, das wissen wir. Vorher war sie eher "modern" und sagte, man könne das heutzutage nicht mehr verlangen, weil die Zeit fehlt.

Ich halts einfach nicht mehr aus! Das geht nun 2,5 Jahre so! Meine Mutter ist am Ende! Sie kann nicht mehr! Ich hab Angst, dass sie irgendwann umkippt. Sie arbeitet Vollzeit in der Pflege, hat eh schon ihre rechte Schulter kaputt (deshalb kauft mein Bruder Getränke und putzt Fenster) und mein Vater ist körperlich behindert - hat auch Pflegestufe I. Macht "natürlich" auch meine Mutter. Sie macht auch fast den ganzen Haushalt inkl Wäsche. Nie hat sie wirklich frei. Wenn sie abends ne Stunde TV zum relaxen gucken will, ist sie vor Müdigkeit und Erschöpfung nach 10min eingeschlafen. Ich wohne zwar nur 35km entfernt, habe aber kein Auto und mit Bus/Bahn dauert eine Strecke fast 2 Stunden.

Ich kann mir nicht länger ansehen, wie meine Mama kaputt geht! Sie sagt, es gehe ihr gut - ich übertreibe. Sie hat aber heftige Gewichtsschwankungen (+/- 10kg im 4-6 Wochentakt) die sie nie hatte, nickt ständig ein, ist schnell gereizt und nutzt jede Sekunde um mit mir allein zu sein, wenn wir uns sehen (in der Hälfte meiner Besuche ist sie arbeiten). Dann quatscht die in einem Wahnsinsstempo all ihre Sorgen und Alltagswehwehchen runter, aber lässt nichts auf Oma kommen. Die wohnen zu 4. in einer 3-Zimmerwohnung!! Es gibt kein Wohnzimmer, nur eine Essecke als "Treffpunkt". Die leben auf engstem Raum! Is so ne kleine typische Zechenwohnung.

Meine Mutter ist vor nem Kollaps, mein Vater steht hinter ihr und ist selbst krank und mein Bruder is nur am schuften und will da so shcnell es geht weg (der hält das nicht mehr aus - und das sagt er nicht "mal eben so"!!). Er sagte mir auch mal: "Schwesterherz, ich habs mittlerweile aufgegeben. Eigentlich wissen wir, dass du vollkommen Recht hast".
Ich kann mir das nicht länger ansehen! Seniorenheim, Tagespflege: Ich hab alles recherchiert und alle Möglichkeiten aufgezeigt, aber meine Eltern sind da irgendwie...stur. Ich kann meine Familie doch nicht hängen lassen... es ging doch sicher jemanden mal so... oder kennt wem den es so ging... was soll ich machen? Ich weiß nicht mehr weiter! Wir haben als Familie alles getan, aber es geht nicht mehr. Ich kann nicht zusehen wie meine Mutter psychisch und physisch kaputt geht!!

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21. Oktober 2013 um 11:08

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Hallo, Ich glaube das es sehr schwer ist, aber hab einen blick das alles in Ordnung sein kann wenn man sich beruhigt und ein nach denkt , Vielleicht kannst du deinen Eltern das beraten und vielleicht ist es nicht eine schlechte Idee http://www.curenda.de/, die Pflegedienste bieten auch eine 24h Betreuung zu Hause. Ich kann dir das von ganzen Herzen raten, Ich hatte Erfahrungen mit den Pflegedienst und bin ganz zufrieden. Schöne Grüsse

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5. Oktober 2014 um 13:17

Wie ist es ausgegangen?
Hallo, wollte mal fragen, wie es nun ausgegangen ist? Wüsste gerne wie es deiner Oma geht und welche Lösung ihr nun gefunden habt?

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14. November 2014 um 20:33

Viel zu spät
Deine Mum meint "durchhalten" zu müssen... Schuld- und Pflichtgefühle haben sie fest im Griff und logische Argumente oder Deine berechtigten Sorgen werden da nicht viel bewirken. Nicht zuletzt Deiner Oma wird damit kein Gefallen getan, denn die Erschöpfung und Anspannung, die sich in Deiner Familie immer mehr aufbaut, wird auch sie zu spüren bekommen. Ich selbst bin im Pflegemanagement in einem Pflegeheim tätig und erlebe immer wieder folgende Situation: Die Angehörigen suchen aus der akuten Not heraus nach einem Platz für den Pflegebedürftigen.. Plötzlich ist die Familie nicht mehr in der Lage, sich zu kümmern, obwohl sich die Notwendigkeit eines Pflegeplatzes schon viel, viel früher aufgezeigt hat. Aber keiner hat sich erlaubt, seine eigenen Grenzen anzuerkennen... vor allem die weiblichen Familienmitglieder opfern sich auf, bis sie selbst zum psychisch und physischen Pflegefall werden ( j a ich weiß... ich übertreibe ) aber der Kollaps und das NICHT MEHR KÖNNEN der Pflegenden sind der häufigste Grund, warum plötzlich ein Pflegeheimplatz benötigt wird. Selten wird sich langfristig von den betroffenen Angehörigen mit dieser Möglichkeit vorab auseinandergesetzt. Dabei wird oft verkannt, welche Chance dies bietet. In einem "guten Pflegeheim" wird eine professionelle Pflege gewährleistet, gerade im geronto-psychiatrischen Bereich sind die Mitarbeiter entsprechend geschult, sie können gezielt und als nicht Betroffene sehr viel gelassener auf herausforderndes Verhalten reagieren. Selbstverständlich ist ein Blick in diese Richtung mit Angst, Unsicherheit und Schuldgefühlen behaftet. Natürlich macht so etwas auch Deiner Oma Angst, zumal sie ihre Verfassung nicht mehr realistisch einschätzen kann... aber die Alternative ist, dass sich ihr zuliebe Deine Mum aufopfert und bald nicht mehr kann und sich DANN aus der Not heraus für das nächstbeste Heim entschieden werden muss... Insofern kann ich Dir nur viel Kraft wünschen- denn die werdet Ihr alle noch brauchen...

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