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Nicht gläubig - trotzdem zum Krippenspiel ?

2. Dezember 2004 um 16:32 Letzte Antwort: 3. Dezember 2004 um 11:25

Wenigstens in unserer Gegend ist es so, daß die meisten Kirchen in der Weihnachtszeit gerammelt voll, in anderen Jahreszeiten aber ziemlich leer sind. Das liegt in erster Linie daran, daß eine Menge nichtgläubiger Eltern mit ihren (ebenfalls nichtgläubigen) Kinder zu den weihnachtlichen kirchlichen Veranstaltungen geht - besonders natürlich zur Aufführung eines Krippenspiels. Da mein Sohn (5) jetzt das Alter erreicht hat, wo ich davon ausgehe, daß er das Geschehen im Großen und Ganzen mitbekommt, "juckt" es mich auch, mit ihm mal zu einem Krippenspiel zu gehen. Aber irgendwie habe ich dabei ein schlechtes Gewissen, etwa in der Art, daß ich eine religiöse Veranstaltung als weihnachtliche Folklore mibrauche. Maria und Josef als Alternative zum Coca-Cola-Weihnachts-Truck. Und irgendwie sehe ich mich dann auch in der Pflicht, das Ganze (wenigstens auf Nachfrage) etwas zu kommentieren. Aber: "Das ist eine Geschichte, aber einige Leute glauben wirklich dran ..." ist vielleicht doch nicht ganz passend ...
Was meint Ihr dazu oder seht Ihr das gar nicht als Problem ?

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2. Dezember 2004 um 20:06

Nööö,
ich seh da gar kein problem - ganz im gegenteil.

ich bin sowas von nichtgläubig .
aber meine tochter muss sich da ein eigenes bild machen - sonst kann sie ja nicht entscheiden. und das sollte sie doch.

also trabt man in die evangelische kirche zum weihnachtsgottesdienst, geht zum cvjm-die-kleinen-kinder-werden-beim-basteln-betreu-t-spielkreis, hüpft zur jungschar, schleicht in die katolische kirche, um die auch mal von innen zu sehen , meldet sich fleissig zur kinderbibelwoche an...

nur so kann sie sich mit der zeit selbst ein bild machen. und das sollte nach möglichkeit bunt sein, vielfältig.
ok, am anfang war's noch ein bisschen verworren - ich werd' katolisch, wenn ich gross bin, die kirche ist so schön / ich werde doch lieber evangelisch, die singen die schöneren lieder... *ggg*

wie, bitteschön, soll ich etwas erklären, was ich nicht begreife ? das müssen andere übernehmen. ich kann nur begleitend unterstützen - in dem ich begleite (zur kirche), oder mal ein buch kaufe, oder auch mal total unparteiisch versuche, zu erklären, was wo 'gefordert' wird, und was sonst noch so im angebot ist.

ich möchte nicht dafür kritisiert werden, das ich nicht glaube. und ich kritisiere keinen gläubigen, egal, von welcher "fraktion"

genau so wenig masse ich es mir an, meinem kind vorzuschreiben, an was oder wen es zu glauben/nicht zu glauben hat. solange es ihr spass macht, und weder ihr noch anderen schadet...

übrigens - nachdem ich letzten sonntag nachmittag in der kirche war, um mir ein paar winterweihnachtslieder der kleinen anzuhören (von der völlig kirchenlosen - weil alle richtungen vertreten - kindersinggruppe hier am ort), darf ich morgen in der schule ein krippenspiel bewundern, in dem meine tochter die maria auf englisch spielt.
die kreativität einer heutigen dritten klasse hat was - DAS wird ein spass.

und als alternative zu dem america-way-of-christmas würde ich immer einen besuch in der kirche vorziehen. ich glaube, kinder merken da noch mehr als erwachsene das besondere, festliche, 'innere'. eine bessere einstimmung auf weihnachten kann es doch gar nicht geben - ok, ausser durch verschneite landschaft stapfen, und gegen sechs heimlich in fremde erleuchtete zimmer zu plinkern. aber wann spielt da das wetter schon mit ?

lg, andrea

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3. Dezember 2004 um 10:18

Pfarrer und Kirchenvorstand sind nicht böse
Ich glaube kaum, daß von der Kirch jemand sauer ist, wenn auch Nichtgläubige zum Krippenspiel kommen. Es ist doch die beste und einfachste "Mitgliederwerbung", die sie sich denken können. Ihr müsst Euch natürlich nicht unbedingt in die erste Reihe setzen. Und etwas in die Kollekte geben werdet Ihr doch sicher auch ...

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3. Dezember 2004 um 11:25

Kirche ist mehr als Krippenspiel
Als nächstes kommt zwar nun mal die Adventszeit und Weihnachten. Aber wenn Du ein Projekt "Schnupper-Kirche" für Deine Kinder machen willst, gibt es auch andere Anlässe und Gelegenheiten. Sicher muss es nicht unbedingt der Gottesdienst zum Totensonntag oder zu Allerseelen sein. Aber zum Beispiel eine Osternachtsfeier (23 Uhr oder 5 Uhr früh) kann beeindruckend für Kinder sein. Oft werden auch sehr schöne musikalische Veranstaltungen angeboten. Es muss ja nicht unbedingt das Weihnachts-Oratorium sein. Eher vielleicht Gospel oder so...

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