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Neue Rechte für Väter

22. September 2013 um 23:11

Hallo !
Ich habe mich im April von einem Partner und Vater unserer Tochter (6 Jahre) getrennt.
Nun hat er das Sorgerecht beantragt und möchte, dass der Umgang mit unserer Tochter im wechselseitigen Wochenrythmus erfolgt.
Da unsere Tochter gerade in die Schule gekommen ist, halte ich dieses Model für nicht sinnvoll.
Ich habe aber nun mittlerweilevon vielen Institutionen herausgehört, dass ich mich aufgrund der neuen Stärkung der Väterrechte dagegen nur schwer wehren kann.
Lebt jemand im Moment in einer ähnlichen Situation oder aht Erfahrung mit dem Wechselmodel gemacht ?

Harzliche Grüsse

Audrey

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30. September 2013 um 17:25

Es zählt nur das Wohl des Kindes!
Hallo Audrey,

ich selbst habe diese Situation nicht, aber das Kind meines Mannes lebt seit 4 Jahren 1/3 des Monats bei uns.
Ich denke ich kann dazu deshalb doch einigermaßen objektiv was dazu sagen, da ich nur indirekt betroffen bin.

Ich denke es ist das Beste für das Kind wenn es Mutter und Vater geregelt (nicht nur an den Wochenenden) sieht.
Ob es genau die Hälfte sein muss oder ob man das individuell regelt, kann man ja von der Arbeits- und Freizeitgestaltung aller Beteiligten abhäng machen. Für "Mama-Kinder" ist vielleicht eine Regelung 3x im Monat 4 Tage besser, als z.B. 2x im Monat 6 Tage?!

Ich glaube leider das dieses Modell für die Mütter schwerer zu praktizieren ist, wie für die Kinder und das manche Kinder deshalb nicht immer damit zurecht kommen. Beim Kind meines Mannes ist es so, dass es eigentlich gerne mehr als 1/3 bei uns wäre, man merkt aber dass es seine Mama (Singel) beschützen möchte und Sie nicht alleine lassen möchte. Ich denke das liegt daran, dass Sie Ihre eigenen Gefühle nicht immer im Griff hat und sehr an Ihm klammert und das spürt es. Wäre das so nicht der Fall wäre eine richtiges Wechselmodell vermutlich besser für das Kind.
Deshalb ist es vielleicht so wie es jetzt bei uns ist der Mittelweg und deshalb das Beste fürs Kind - auch wenn mein Mann zurückstecken muss und als Vater darunter leidet, sein Kind so wenig zu sehen.
Frauen sind da vielleicht oft emotionaler (ich schließe mich da nicht aus) als die meisten Männer und nicht objektiv auf das Kindeswohl bedacht.
Das ist schade, da das Kind in unserem Fall auch wirklich sehr an seinem Vater hängt (War auch in der Beziehung mit der Mutter des Kindes sehr engagiert und hat viel mit seinem Kind gemacht).

Ich weiß nicht in wiefern es da neutrale Beratungsstellen gibt die Vermitteln, aber das würde ich für eine sinnvolle Maßnahme halten.

Und noch eine Anmerkung zu Wechselmodell: Ich finde es unheimlich wichtig, dass die Kinder zwei Zuhause, mit eigenen Sachen haben, dass heißt nicht ständig mit einem Koffer umziehen! Bei uns hat sich die neutrale "Übergabe" in der Kita, bzw. jetzt Schule bewährt. Der eine brigt es hin, der andere holt es ab. Das Kind muss sich nicht im Beisein beider Eltern über das Treffen des einen freuen und traurig sein über das Verabschieden des anderen.

Ich bin der 100% Meinung das eine Art Wechselmodell das sinnvollst ist, wenn sich beide Eltern Ihrem Kind zuliebe zurücknehmen. Ein Kind das eine gesunde Beziehung zu beiden Eltern hat und einflussfrei entscheiden könnte würde sich immer für beide Eltern entscheiden!

Und man bräuchte eine neutrale dritte Person, die im Zweifelsfall vermittelt, denn Unstimmigkeiten wird es wohl immer wieder zwischen den Eltern geben!

Was spricht den aus deiner Sich dagegen?

LG Boffel



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7. Oktober 2013 um 9:00

Wechselmodell
ich würde mich nicht von Institutionen kleinmachen lassen, bevor keine Entscheidungen herbeigeführt sind. Das Wechselmodell ist nicht gesetzlich verankert und nicht grundsätzlich üblich. So wie ich Dich verstanden habe, lebst Du seit April, also ein halbes Jahr, mit dem Kind bei Dir, ohne dass es ein Wechselmodell gibt. Daran dürfte sich das Kind doch schon recht gut gewöhnt haben. Also: Warum jetzt wieder Änderungen, ist doch nicht gut für das Kind. Zweitens mal müsste Dein Kind auch befragt werden, ob es so ein Modell überhaupt will.... Der Vater möchte das Modell vermutlich deshalb, weil er dann sämtliche Unterhaltsverpflichtungen nicht mehr hat. Ihn kommt das billig. Sorgerecht und Wechselmodell ist nicht das selbe. Wenn er sich bisher nett um Dein Kind gekümmert hat, wird er das Sorgerecht erhalten. Hier geht es nur um ganz wichtige Entscheidungen wie Schulwahl(ist gefallen), Taufe (war oder war nicht), Operationen, Impfungen(waren vermutlich auch schon gewesen), Kontoeröffnung. Wenn Du nicht willst, dass der Vater auf von Dir eingezahltes Geld verfügt, eröffnest Du einfach ein Konto auf Deinen Namen für Dein Kind. 'Beim gemeinsamen Sorgerecht geht es nicht um ein gemeinschaftliches Erziehen, sondern nur um Mitsprache. Allerdings wird Dir der Vater dann eventuell auch auf Elternabenden begegnen....

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7. Oktober 2013 um 9:15

Wechselmodell
Es wird jetzt überall Werbung für das Wechselmodell gemacht. kLetztlich geht es beim Wechselmodell immer nur um die Interessen der Eltern. Einmal um die Interessen der Väter, die keine Unterhaltsverpflichtungen mehr haben wollen, zum anderen darum, dass beide Elternteile das Gefühl kriegen, ihren gerechten Anteil am Kind zu haben. Um das Kind geht es bei diesem Modell fast nie. Das Kindeswohl ist nur vorgeschoben, um die Interessen eines oder beider Elternteile durchzusetzen. Ein Kind braucht EIN Zuhause. Meistens sind die Väter recht zufrieden mit dem Wechselmodell, da ihre Bindung zum Kind aus biologischen Gründen viel geringer ist als die der Mutter zum Kind. Ihnen reicht in der Regel die Hälfte des Kindes aus, In Kombination mit ausfallenden Unterhaltszahlungen ein super Modell für Väter. Für Mütter sieht dieses Modell anders aus. Die Mütter, die ich kenne, sind fast alle psychisch zerbrochen am Wechselmodell. Bis auf eine, die einen sehr hedonistischen Lebensstil pflegt und ohnehin kaum weiss, was sie mit ihrem Kind anfangen soll. Mütter haben in der Regel eine viel stärkere Bindung als Väter zum Kind und zerbrechen an den ständigen Abschieden und Trennungen. Das merkt man den Müttern nicht auf den ersten Blick an. Sie nehmen meist Antidrepressiva, sind in Therapien, und ansonsten in ihrem Umfeld integriert. Auch für Kinder ist das Wechselmodell nicht eben gut. Klar gibt es sehr stressresistente Kinder, die fast alles im Leben wegpacken. Die können vom Wechselmodell eventuell wirklich profitieren. Viele Kinder werden durch das Wechselmodell entweder psychisch auffällig, psychisch krank oder entwickeln Leistungsstörungen in der Schule wie Lese/Rechtschreibschwäche, Matheschwäche etc. Möchte irgendein Erwachsener wirklich so leben? Jede Woche an einem anderen Ort? Nein, wer es mit den Kindern gut meint, kann ja das Nestmodell ausprobieren. Da wechseln die Erwachsenen. Das macht Sinn. Meist machen die Erwachsenen das höchstens für ein Jahr. Dann sind die zu getresst, hören auf damit und muten in der Zukunft ihren Kindern den Stress des ständigen Umzugs zu.

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17. Oktober 2013 um 17:41

Hallo B offel
ich würde es unheimlich wichtig für Dich finden, dass Du zwei Zuhauses mit zwei Zimmern hast und jeweils einer eigenen Einrichtung, Kleidung etc. , damit Du mal am eigenen Leibe erlebst, ob es so toll ist, solche zwei Zuhauses zu haben.... mir persönlich reicht mein eines.....

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17. Oktober 2013 um 22:04

Luciamay
Ich denke das Verhältnis dass ein Vater zu seinem Kind hat kann sehr unterschiedlich sein. Ich kenne auch solche Väter die sich schon in der Beziehung nicht um die Kinder gekümmert haben, da bin ich auch der Meinung da mach nach der Trennung ein Wechselmodell kein Sinn.
Aber es gibt auch die Sorte Väter die sich jeden Tag Stunden mit Ihrem Kind beschäftigt haben und emotional genau so eine Bindung zum Kind haben wir zur Mutter.

Und du meinst es wäre dann das Beste fürs Kind, wenn es seinen Vater nun nur noch alle zwei Wochen sieht? Was glaubst du, was würde das Kind sagen wenn es entscheiden müsste wo es lebt? zu 100% möchte es bei beiden leben.

Ich kann dir sagen, dass das Kind (7) meines Mannes erst nach Jahren begriffen hat, dass es nicht in einem normalen Familienmodell lebt! Das Problem ist nur wenn einer dem Kind das Gefühl, dass die Wohnsituation nicht in Ordnung ist.

Und zu den zwei Zuhause: Ich hätte kein Problem mit zwei Zuhause, eins auf Malloca und eins in Deutschland - perfekt, jederzeit gerne. Wenn beide so eingerichtet sind, dass ich mich zu Hause und nichts vermisse und ich ohne Koffer reisen kann-- ehrlich wer hätte da was gegen?
Wir reden jetzt aber nicht von unterschiedlichen Ländern, sondern von der gleichen Stadt und dem selbem Freundeskreis, einer Schule und einem Freizeitprogramm bei beiden Eltern.

Also ich freue mich immer über andere Meinungen, aber bis jetzt kenne ich kein Argument, was gegen ein vernünftig geführtes Wechselmodell spricht. Das Problem haben die Eltern, nicht die Kinder!

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22. Oktober 2013 um 14:25

Wechselmodell
Ich kenne fünf Fälle von Wechselmodellen, in denen die Interessenlage der Eltern sehr unterschiedlich war. In vier Fällen sind das Ergebnis völlig gestörte Kinder. In einem Fall hat sich das Kind gut entwickelt.

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27. Oktober 2013 um 12:45


Hallo Audrey

Das Wechselmodell haben wir auch praktiziert und ich bereue es.
Meine Kinder sind völlig fertig, total verstört und tief traurig von Depressionen geplagt. Die beiden sind 5 und 6 einhalb und werden mittlerweile therapiert .

Ich halte nichts davon

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29. Oktober 2013 um 9:28
In Antwort auf sibial_12763121


Hallo Audrey

Das Wechselmodell haben wir auch praktiziert und ich bereue es.
Meine Kinder sind völlig fertig, total verstört und tief traurig von Depressionen geplagt. Die beiden sind 5 und 6 einhalb und werden mittlerweile therapiert .

Ich halte nichts davon

Hallo Nickimum74
Was sind deiner Meinung nach die Gründe warum es nicht funktioniert?
Was belastet deine Kinder?

Ich frage deshalb, weil viele Mütter gegen das Wechselmodell sind, aber keine begründet in Ihrem Beitrag warum.

Wenn das Wechselmodell nicht funktioniert und die Kinder leiden, liegt es wohl meist an den Eltern, die nicht miteinander klar kommen.

Würde mich freuen wenn du die Probleme genauer ausführen könntest.

LG Boffel

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