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Mutter will von ihrem Kind nichts wissen..

30. Mai 2011 um 5:11

Hallo liebes Forum,

ich weiß nicht, ob ich nun in der richtigen Spalte gelandet bin, aber ich wollte mir ein bisschen den Frust von der Seele schreiben, den ich seit Jahren so gut wie alleine mit mir trage.. es wird viel zu lesen sein, und ich wäre über jeden Kommentar dankbar..

Im Prinzip fing wohl alles schon wesentlich früher an.. Als Kind hatte ich auch schon immer das Gefühl, dass sie kleinere Kinder mehr interessieren und sie nicht wirklich etwas mit mir anfangen konnte. Sie hat mich auch ab und zu geohrfeigt, was ich damals nicht als schlimm, sondern eher als normal wahrnahm.. meine Eltern waren noch nie besonders liebevoll zueinander, von daher kannte ich auch keine anderen Situationen, da es bei meinen Schulfreunden nicht anders lief.

Irgendwie häuft sich dann in meiner Erinnerung über Jahre das gefühlte Desinteresse an mir.. Es nahm alles seinen lauf ab dem Zeitpunkt, als ich 13 Jahre alt war und vergewaltigt wurde. Die einzige Person, der ich das erzählt habe, war meine Mutter, und die meinte nur "Du bist doch selbst Schuld daran, mach wenigstens nen Test".. Seitdem hab ich das Vertrauen zu vielen Menschen verloren, aber das ist eigentlich eine Nebensache..

Ich nahm das so hin und habe immer versucht, das alles zu verdrängen. Nach zwei weiteren Jahren entschlossen meine Eltern, sich zu trennen.. Ich habe damals entschieden, bei meinem Vater zu bleiben. Danach ging alles relativ schnell, an einem Freitag (ich war 4 Stunden in der Schule) zog sie komplett aus der gemeinsamen Wohnung aus und als ich nach Hause kam, war eigentlich schon alles soweit abgeschlossen.. Ich habe sie nur durch Zufall noch aus dem Keller kommen sehen mit ihrer Schwester, und dann fragte sie mich, "ob ich nicht noch mit in ihre neue Wohnung kommen möchte", die wäre total schön.. Ich war so überrumpelt, dass ich nein gesagt habe, und habe mich dann erstmal zurückgezogen.. Ein paar Stunden danach rief sie mich an und sagte, sie fände es furchtbar, dass mir das kein Stück nahe gegangen wäre, weil ich ja nicht geweint hätte..

Naja, nach einiger Zeit spielte es sich ein wenig ein, dass ich ab und an zu ihr zu Besuch kam. Dass sie fast jede Woche einen neuen Mann bei sich hatte, hat mich damals nur teilweise gestört, mehr gestört haben mich die Vorwürfe, die sie mir regelmäßig gemacht hat, weil ich bei meinem Vater geblieben bin. Manchmal fing sie auch einfach spontan an zu weinen, wenn ich dort war, und der aktuelle Freund schoss auf mich zu und raunte mich gleich an, was ich denn jetzt schon wieder angestellt hätte..

Von Zeit zu Zeit habe ich immer weniger von ihr gehört, bis der Zeitpunkt kam, an dem sie mich wirklich nur noch einmal im Jahr angerufen hat, meistens vor meinem Geburtstag, dann haben wir uns gesehen, sie ist mit mir einkaufen gefahren, hat allerlei Dinge gekauft, die ich gar nicht wollte, und dann war wieder funkstille.

Einmal habe ich sie auch darauf angesprochen, warum ich nicht mehr mit ihr reden kann, sie wäre doch meine Mutter.. Sie hat einfach nur gesagt, dass sie ihre eigenen Probleme hat, und keine Zeit für meine Probleme hätte bzw keine Zeit zu quatschen..

Im Prinzip waren ständig noch solche Situationen, selbst als mein Vater ins Krankenhaus musste für 4 Wochen wollte sie das Jugendamt rufen, obwohl ich jemanden hatte, der sich in der Zeit um mich gekümmert hat..

Zusammengefasst habe ich auch schon etliche Versuche gestartet, ich habe ihr Briefe geschrieben, ohne ihr einen Vorwurf zu machen, einfach nur meine Sichtweise geschildert, sie gibt mir noch oft die Schuld an allem und dass es ihr so schlecht geht.. meistens sagt sie auch noch, mein Vater hätte mich falsch erzogen, ich hätte eine falsche Meinung über Dinge (nur weil ich mich nicht verbiege und den Leuten auch die Wahrheit sage), ich habe sie angerufen und versucht mit ihr zu reden, aber sie blockt immer, ruft nicht zurück oder wimmelt mich ab.. Der letzte Anruf, den ich gestartet habe, war zu ihrem Geburtstag, letztes Jahr.. zu meinem Geburtstag habe ich vergeblich auf einen Anruf gewartet oder auch zu Weihnachten..

Ich bin jetzt 22 Jahre alt, und mein Vater sagt mir immer noch regelmäßig, ich solle mich bei meiner Mutter melden, es wäre ja schließlich meine Mutter.. Dabei redet sie meinen Vater immer enorm schlecht.. Ich finde es gut von meinem Vater, dass er so fair ist.. Aber ich finde es furchtbar, dass sie so über ihn spricht..

Im Großen und Ganzen bedrückt mich diese Situation auch enorm, ich weiß nicht, wie ich mit allem umgehen soll.. Mir geht es besser, wenn der Kontakt nicht besteht, aber irgendwie fehlt auch etwas.. schwer zu beschreiben..

Ich hoffe, es versteht mich jemand.. Und vielen Dank für Eure Antworten und eventuell sogar Tipps..

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30. Mai 2011 um 10:13

Da hast du Recht..
Hallo Temptress und vielen herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort und deine Tipps.. Ich muss dazu sagen, dass ich mich das letzte mal bei ihr vor über einem Jahr - an ihrem Geburtstag - gemeldet habe, und seitdem halte ich auch die Füße still - ich habe einfach keinen Nerv mehr darauf, mir anzusehen, wie sie einfach losheult, nur weil sie denkt ich wäre ein schlechter Mensch und an allem Schuld.. Nunja, sie hat es ja nicht mal fertig bekommen, mich zu meinem Geburtstag oder zu Weihnachten angerufen..

Eigentlich dachte ich auch, dass ich darüber schon weit hinweg bin, weil ich eben auch nicht damit gerechnet hatte, dass sie sich meldet.. Doch irgendwie hat sie es wohl geschafft, mich unterbewusst wirklich fertig zu machen, denn ich merke in den letzten Tagen gerade wieder, dass es mir fürchterlich geht - und das wegen ihr. Leider bekommt das auch mein Freund mit, und ich habe dank ihm auch eine wundervolle "Schwiegermutter" gewonnen, und doch geht es mir noch immer an die Substanz.. Ist das unnormal? Ich hatte auch schon etliche Gespräche mit allen möglichen Leuten, die Reaktionen waren von "Das ist deine Mutter, du MUSST dich bei ihr melden, sie wird immer deine Mutter bleiben" bis hin zu deiner, wobei ich mich eher hinter deine Aussage stelle..

Mein Freund und ich wollen auch irgendwann Kinder, und ich bin mir sicher, dass meine Kinder ganz bestimmt ein komplett anderes Leben als ich bekommen werden.. Und ich bin mir auch sicher, dass ich nicht möchte, dass meine Kinder mit so einer Oma aufwachsen.. Klingt furchtbar, oder? Aber ich bin echt mit meinem Latein am Ende, ich habe wirklich alles versucht, um den Kontakt herzustellen bzw. bestehen zu lassen, sie bricht jedoch alles ab, und ich spiele eh überhaupt keine Rolle mehr in ihrem Leben.. Sie weiß nichtmal, dass ich eine Beziehung führe, was ich überhaupt mache, wie es mir geht - und das länger als ein Jahr.. Und das Hündchen, das nach Leckerlies bettelt, das will ich ganz bestimmt nicht mehr weiterspielen.. Wenn das ganze nicht so traurig wäre, würde ich bestimmt darüber lachen..

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