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Mutter hat sich zur Tyrannin entwickelt

27. Juni 2011 um 18:09

Hallo zusammen,

zuerst möchte ich mich kurz vorstellen, ich bin 50 Jahre alt und habe ein großes Problem mit meiner Mutter und ich weiß nicht mehr aus- noch ein...

Einiges habe ich hier gelesen und mir scheint es die richtige Plattform für Hilfe oder wenigstens Resonanz zu sein, wie es scheint, stehe ich nicht alleine, alleine das Lesen, daß es anderen Frauen auch so geht hat mir schon geholfen.

So versuche ich, mich so kurz wie möglich zu fassen...

Mein Vater ist vor drei Jahren verstorben und meine Mutter hatte vor zwei Jahren einen Fast-Schlaganfall. Ich war gerade in Trennung von einer grausamen Beziehung von einem Borderliner und selber am Ende.

Ich besuchte meine Mutter täglich im KH, sie kam nach 10 Tagen nach Hause und tyrannisierte mich und meine ältere Schwester. Ich schreibe tyrannisierte, weil sie besonders meine Angst um sie ausgenutzt hat, wie ich nach einem halben Jahr, in dem sie immer noch nur im Bett lag und sich bedienen lies und nichts für sich tat, was die Ärzte ihr rieten. (Ich baute mir zu der Zeit gerade eine neue Beziehung auf, in der ich noch heute glücklich lebe). Am Anfang machte ich ihr Spiel mit, aber jetzt, nach über zwei Jahren habe ich einfach genug von meiner Mutter. Ich kann nicht mehr schlafen, der ständige Driss mit Ihr fängt an, meine Beziehung zu belasten. Meine Schwester hat vor ein-einhalb Jahren den Kontakt zu meiner Mutter völlig abgebrochen, sie wurde selber unter der Last der Launen meiner Mutter krank, aber sie ließ auch mich im Stich mit meiner Mutter. Ich habe auch keinen Kontakt mehr zu meiner Schwester, weil sie mir alles aufgebürdet hat.
Meine Mutter ist von meinem Vater bodenlos verwöhnt worden seit sie mit 49 Jahre in Frührente gegangen ist, mein Vater tat alles für sie und seit seinem Tod verlangt sie das auch von mir. Sie erhebt sich höchst selten mal aus dem Bett auf das Sofa, und verlangt, daß ich und mein Lebensgefährte ihr alles auf das Sofa bringen, seien es Einkäufe, Geld aus dem Automaten, alles eben, wofür sie von Sofa aufstehen müßte. Meine Mutter hat schlimme Rückenprobleme, auf denen sie sich aber ausruht, sie kann nicht... Allerdings kann sie zu einem Brunch mitgehen, nicht aber einkaufen mit uns. Immer wieder häufen sich in den letzten Monaten die Streitigkeiten mit ihr, ich verlangte, daß sie was für sich tut, daß sie sich wenigstens Mühe gibt, wieder auf die Beine zu kommen, um wenigstens etwas! selber zu machen. Aber es passiert nichts. Neuerdings bekomme ich auch noch Vorwürfe von ihr, wenn ich nicht mehr bereit bin, die kleinen Dinge, die sie selber machen könnte, für sie zu erledigen. Mit meiner Mutter ist nicht zu reden, sie jammert dann nur, was sie als Kind alles für mich getan hat. (Was nicht allzuviel war, ich war ein Schlüsselkind und selbständig, meine Mutter tat nur das für mich, wofür sie nicht vom Sofa aufstehen mußte. Sie ist keine schlechte Mutter gewesen, sie hat sicher einiges falsch gemacht, von heute betrachtet, aber sie verlangt ewige Dankbarkeit, daß sie mich großgezogen hat. Im letzten Jahr häuften sich ihre KH-Aufenthalte, bei einem dachte man an Herzinfarkt und der Doc bestellte mich nachts her, er sähe schlimm aus. Wir fuhren sofort hin, aber es ging ihr da schon besser. Immer wieder versprach sie mir, ihren Lebenswandel zu ändern, was für sich zu tun, immer wieder passierte nichts. Nun ist es so, daß sie von mir verlangt, daß ich ihren Lebenswandel, (Bett, Sofa, Kochshows..) akzeptiere, nichts mehr dazu sage, aber ich soll sie weiterhin versorgen. Das Resultat ist, daß ich nur noch Vorwürfe bekomme, wenn es mir inzwischen ziemlich egal ist, wenn sie mit einer Erkältung flachliegt, oder wenn sie wieder jammert, daß es ihr nicht gutgeht. Wir haben ihr vor einem halben Jahr gesagt, daß wir nicht mehr nachts kommen, sie auch nicht mehr aus dem KH holen, umnebelt von Beruhigunsmitteln, daß sie den 112-Knopf wohl noch finden kann, wenn sie uns anrufen kann.
Die derzeitige Situtation ist die, daß ich einfach nicht mehr die Kraft habe, diese Tyrannei auszuhalten, ich mag aber aus Gewissensgründen auch nicht den Kontakt ganz abbrechen, wie meine Schwester. Zudem wohne ich gleich ein Haus weiter..
Habt Ihr einen Rat für mich, wie ich mich verhalten soll? Diese Sache raubt mir inzwischn meinen ganzen neugewonnen Lebensmut, den ich mit meinem Partner wieder habe, ich schlafe kaum noch, Lache wenig.

Danke für`s Lesen, wenn Ihr soweit gekommen seit.

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27. Juni 2011 um 19:35

Ich hatte auch so eine Mutter,
ich weiß wovon du redest. Ich kann dir nur raten, mach es nicht mehr mit. Du kannst nicht dein Leben opfern. Organisiere Nachbarschaftshilfe oder ähnliches. Auch wenn es sehr schwer ist, deine Schwester zu verstehen, sie sah für sich keine andere Möglichkeit. Auch ich hatte 5 Jahre keinen Kontakt zu meiner Mutter.
Und wenn deine Mutter wieder so "krank" ist, dann hol den Notarzt. Nimm sie ernst. Das Leben ist zu kurz um es so zu leben, wie du es im Moment tust.Und deine Mutter ist offenbar nicht lernfähig, also muß du das Nötige tun. Hol dir notfalls therapeutische Hilfe für diesen Schritt. Ich weiß, welche Schuldgefühle man sich da einredet. Hat man ja so gelernt bekommen.
Gruß Melike

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27. Juni 2011 um 20:20

Eine Helferin habe ich bereits
... vor einem halben Jahr zuerst aber gegen ihren Willen organisiert, sie kommt zweimal in der Woche und "kleet" den Kram weg, den meine Mutter hinter sich, wegen Faulheit, liegen läßt. Ich habe es bis dahin gemacht und dann gestreikt. Mittlerweile genießt sie diese Hilfe und liegt während diese nette Frau arbeitet, im Bett...
Ich habe schon des Öfteren einen Notarzt geholt, sie kam immer wieder ins KH, aus dem wir sie abholen mußten! weil sie da völlig durchgedreht ist. Mein Partner und ich waren an der Grenze unserer Leistungsfähigkeit angelagt, vierzig Stunden ohne Schlaf war nicht selten... Und dennoch höre ich immer nur, daß ich ja nichts für sie getan hätte. Es wäre ja meine Pflicht, mich um sie zu kümmern. Mein Partner hält da zu mir, aber enthält sich da auch, sonst würde ich nicht hier schreiben. Am Anfang war ich entsetzt, daß meine Schwester "hingeschmissen" hat, sie meinte zu meiner Mutter davor noch, sie sei nur ihr "Nutztier". Aber heute denke ich genauso sie meine Schwester und verstehe sie.

Dankeschön, liebe melike, Du machst mir Mut, in meinem Alter noch die Kurve zu kriegen. Und mit den Schuldgefühlen hast Du den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich denke dann, daß sie nur noch mich hat, und was werden soll, wenn ich auch das Handtuch endgültig schmeiße. Sie hat mich ja schon des Öfteren im Zorn ihrer Wohnung verwiesen, aber sie rechnet nicht damit, daß ich Ernst mache. Aber ich bin soweit.

Zudem bin ich bei meiner riesigen "Schwiegerfamilie" so sehr liebevoll und herzlich aufgenommen, es sind alles normale Menschen, die so einen Driss nicht kennen, die sich helfen, aber sich nicht ausnutzen. Ich lerne von diesen lieben Menschen, und von daher sehe ich auch, daß das Verhalten von meiner Mutter "unter aller Kanone" ist.. Nicht mehr duldbar und auf keinen Fall ENTSCHULDbar.

Liebe melike, wie bist Du mit der Situation fertig geworden, und wie lange dauerte es, bis Du einigermaßen frei von Deiner Mutter warst?

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1. Juli 2011 um 12:24

Deine Freundin ist
bewundernswert, liebe becky, wenn sie das ohne weitere Schäden für sich ausgehalten hat.
Meiner (neuen) Meinung nach gibt der "Mutter-Status" Menschen noch lange nicht das Recht, Menschen, in dem Fall die Tochter, (mich), schamlos für ihre Zwecke auszunutzen, zu hintertreiben und so massiv in das Leben einzugreifen, daß ich fast keine Lebensfreude mehr habe. Wenn meine Mutter mich wirklich lieben würde, und nicht nur benutzen, dann würde sie von selber "kürzer treten". Sie weiß ja, daß ich fix und alle bin, aber das ist ihr egal. Zudem meine Mutter durchaus in der Lage wäre, kleine Dinge selber zu erledigen, sie ist aber einfach zu faul und sucht sich ihre Leute, die mich wunderbar ersetzen. Ich habe es gestern erst wieder gemerkt. Sie rief mich nur an, weil sie was von mir wollte. Ich sagte "nein". So hat sie nun jemanden beauftragt, den sie eigentlich nicht leiden kann, nur, weil sie selber zu bequem ist. Was anderes wäre es natürlich, wenn meine Mutter dement oder sowas wäre, dann ginge ich selbstverständlich anders mit der "Sache" um. Aber sie ist nur faul und egozentrisch.

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5. Juli 2011 um 7:01

"Auf keinen Fall Betreutes Wohnen"...
Ja, meine Mutter ist 72 Jahre alt, und Du hast Recht, die Charaktereigenschaften verstärken sich wohl im hohen Alter.. Aber sie ist noch voll geistig fit, sie weiß schon sehr genau, wie sie sich durchlavieren kann, und sie spielt bewußt die Menschen gegeneinander aus. Bis ich das gemerkt habe, gingen Jahre ins Land und ich erfuhr davon nur durch Zufall. Im Moment ist seit ca. einer Woche funkstille. Ich bot ihr an, sich bei mir zu melden, wenn sie was möchte, aber ich komme von mir aus nicht mehr zu ihr und rufe sie auch nicht an, so wie ich es vorher jeden Tag gemacht habe. Bislang ist sie stur und bedauert sich, was sie für fiese Töchter hat, statt mal bei sich selber zu suchen. Vor einem halben Jahr etwa ging es ihr wieder mal sehr schlecht, sie rief uns nachts an, sie "bekäme keine Luft" und ich tippte auf "Herz", sie wollte aber keinen Krankenwagen. Am nächsten Tag kam ihre Hausärztin und sie sagte wörtlich zu meiner Mutter: "Wenn sie so weitermachen, kommt bald der Sensenmann". Dennoch, meine Mutter hat schwere Diabetes. Herzkranzgeschichten, einen schlimmen Rücken, und sie raucht weiterhin 40 Zigaretten am Tag, die wir ihr auch noch anschleppen sollen, sie stopft sich voll mit Opiumderivaten und wird davon faul und träge, die aber angeblich nicht gegen Rückenschmerzen helfen, sie bewegt sich nämlich seit drei Jahren kaum. Sie ernährt sich schlecht. Ich habe alles versucht, alles war vergebens, und nun sagte ich ihr, daß ich nicht gewillt bin, mir anzusehen, wie sie sich ins Grab "gammelt". Ich kann es nicht. Zudem litt ich jahrelang unter Agoraphobie, wohl auch ein Ergebnis von "meiner Mutter", und seit zwei Jahren bin ich erst wieder frei durch meinen Lebensgefährten. Und daran hat meine Mutter auch zu knabbern, ich funktioniere nicht mehr, wie sie es will.
Liebe klitzekleinefee, ich danke Dir für Deine Antwort, sie ist nicht zu lang, sie ist aufschluß- und hilfreich.
Meine Mutter will auf keinen Fall aus ihrer Wohnung, ich sprach mal "Betreutes Wohnen" an, sie ist einfach nur explodiert. Nun soll sie sehen, wie sie klarkommt, wie ich schrieb, hat sie ihre Leute, die für sie springen, wir machen es jedenfalls nicht mehr.

Lieben Dank für`s Lesen, falls Ihr soweit gekommen seit.

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5. Juli 2011 um 11:06

So ist es...
Du triffst den Nagel wohl auf den Kopf, liebe klitzekleinefee. (Übrig. bin ich weibl.) Vielen Dank nochmal für das Mutmachen. Immer und immer wieder grüble ich, trotz der Hilfe hier, ob es richtig ist, sie sich selber zu überlassen, denke aber, daß es keine andere Möglichkeit gibt. Das Einkaufen exerzieren wir jetzt auch über zwei Jahre durch, immer mit Riesenlisten von ihr, sie fährt nie mit, obwohl wir ihr angeboten haben, mit ihr extra in einen Laden zu fahren, der nicht sooo riesig ist, den sie "schafft". Aber sie hat immer wieder neue Ausreden. Sie will! einfach nicht, und solange wir keinerlei Ansätze sehen, daß sie sich ein wenig Mühe gibt, kaufen wir gar nichts mehr für sie ein. Sie hat ja nun jemanden, der für sie rennt. So eine typische Antwort ist, wenn ich ihr sage, daß sie einen Rollstuhl braucht, wenn sie nicht laufen "kann" ist: "..Und wer schiebt mir den..?" Ich denke, das spricht für ihre ganze Einstellung. Sie ist zu faul, hier in der kleinen Einkaufszeile Kleinigkeiten zu besorgen. Sie wäscht sich monatelang die Haare nicht. Sie läßt ihre Wanne nicht zur Dusche umbauen, d.h. sie ist unsauber. Sie hinterläßt in Gläsern und in Essensresten ihre Zigarettenkippen. Es ist so verdammt eklig. Sie hat ständig alte, häßliche Kleidung an. Wenn ich unverhofft zu ihr kam, lag sie im Bett, dasselbe, wenn ich angerufen habe, egal, wann. Sie interessiert sich nur für ihre eigenen Belange. Sie ist zu faul, zu mir zu kommen, ich wohne 30m weg. Seit 3 Monaten braucht sie eine neue Lesebrille, ich habe ihre Werte und könnte im internet eine machen lassen, (habe ich auch, es ist toll), aber sie ist zu bequem, hierher zu kommen. Sorry, es sind alles diese Dinge, die mich krank machen, im wahrsten Sinne krank. Danke für den Hinweis, daß Opiate aggressiv machen, das wußte ich nicht. Wenn ich sage, daß sie ja eh nicht helfen, sie soll sie weglassen, gibt es Theater. Denke, daß sie süchtig ist.
Ja, soll sie für sich selber entscheiden, aber nicht mehr für mich und meinen Partner, aber dann muß sie auch mit den Konsequenzen leben. Ich habe mir Bücher besorgt, "sag nicht ja, wenn Du nein sagen willst" und "Brave Töchter". Es ist schwer für mich umzudenken, denke aber, daß ich es nun schaffe. Vielen lieben Dank an Euch alle. Eure Antworten waren der "letzte Kick" in meiner eigenen Richtung weiterzumachen und endlich zu LEBEN.

Liebe Grüße

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