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Mutter erzählt ihrem Kind, dass es das Kind für Gott opfern würde!?

27. August 2013 um 16:39

Meine Cousine hat mir vor einiger Zeit etwas erzählt, das mich beschäftigt. Und zwar war das so, dass ihre Familie als sie klein war christlich wurde, also voll auf so 'nem Gottes Trip.

Jedenfalls haben sie angefangen so eine Gemeinde zu besuchen und da gab es so nen Sitzkreis für Kinder (da wo Kinder wohl abgestellt werden, während ihre Eltern dem Gottesdienst beiwohnen) und die sind da so Themen in der Bibel durchgegangen. Und es gibt doch diese Geschichte mit einem Mann, der für Gott ein Opfer bringen sollte und der mit seinem Sohn auf einen Berg ging um ihm dieses Opfer darzubieten, dann meint Gott aber plötzlich, dass der Mann seinen Sohn opfern soll um ihm seine Liebe zu beweisen oder so, und Gott blufft aber nur. Und meine Cousine hatte halt damals wohl diese Geschichte durch genommen.

Jetzt kommen wir langsam zum Punkt.
Also wir sind im selben Alter, sie war damals noch klein. In der 3. Klasse, also 9-10 Jahre alt. Und sie hat mir erzählt, dass sie das Thema aus der Bibel damals sehr beschäftigt hat, weil ihre Eltern eben so plötzlich auf diesem Gottes Trip waren und sie das gar nicht verstanden hat usw. Dann hat sie, als sie mit ihrer Mutter alleine spazieren war, wohl gefragt, ob ihre Mutter sie auch für Gott opfern würde. Und die hat eiskalt ja gesagt. Also sie war anscheinend nicht so direkt, sondern meinte sowas wie: "Gott hat immer einen Plan und wenn er sowas von mir verlangen würde, dann müsste ich ihm vertrauen". Dann hat meine Cousine geweint.

Und auch wie sie mir das erzählt hat, scheint sie das jetzt noch ziemlich zu belasten. Sie meinte sie hätte sich letztens getraut ihre Mutter mal darauf anzusprechen, aber die hätte nur abgeblockt und sowas gesagt wie, dass das gar nicht der Wahrheit entspräche und dass meine Cousine ja nur gefragt hätte, ob sie sie mehr lieben würde als Gott.

Aber ich meine, selbst wenn, welche Mutter antwortet ihrem kleinen Kind sowas mit "Ja."? Außerdem hat sie mir das alles so detailliert beschrieben, dass ich ihr glaube, dass sie die Wahrheit sagt.

Sie ist jetzt halt verunsichert und auch enttäuscht von ihrer Mutter, weil sie gehofft hat, dass sie wenigstens dazu steht, damit sie damit abschließen kann.

Was sagt ihr denn dazu? Würdet ihr euren Kindern sowas sagen? Ich finde das richtig krass und auch, wie sowas einen Menschen anscheinend noch bis ins spätere Leben irgendwo schädigen oder belasten kann. Ich hab mir schon überlegt mit meiner Tante zu reden, aber so gut ist unser Verhältnis nicht und ich glaube nicht, dass das was bringen würde.

Sorry, dass es jetzt doch so viel Text wurde, aber wie gesagt, das Thema beschäftigt mich irgendwie. Nicht nur, dass ich es schlimm finde, dass es Eltern gibt die sowas tun, sondern auch, dass ich nicht weiß wie ich meiner Cousine helfen kann.

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1. September 2013 um 14:10

Hallo
Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass für dich das Verhalten von der Mutter sehr unangebracht und verletzend für das Kind ist. Das empfinde ich genauso. Ich mache eine Ausbildung zur Erzieherin, bin selbst christlich und mache oft in einer Gemeinde Kindergottesdienst. Dort werden mir auch Themen vorgegeben und ich persönlich reflektiere immer auch über die Themen und ob ich sie als "passend" und altergemäß empfinde. Meine Eltern sind auch sehr christlich und ich bin in solch einem Elternhaus aufgewachsen. So kenne ich die Ausage "Gott hat einen Plan und man muss ihm vertrauen" sehr gut und ich finde es auch sehr wichtig (mir persönlich) einem Kind von Gott und den Geschichten zu erzählen.

Ich denke, dass die Kinder sich ein eigenes Gottesbild aufbauen. Dies ist aber sehr von dem Verhalten und den Aussagen der Mutter geprägt.
Mich wundert es wirklich gar nicht, dass das Kind sehr verletzt von dieser Aussage ist, weil es für das Kind ausstrahlt: "meine Mutter liebt mich nicht". Ich finde es wirklich erschreckend so etwas zu sagen, auch wenn sie es vllt gar nicht so gemeint, bzw. sich den Folgen nicht bewusst war. Sie möchte vllt einfach dem Kind deutlich machen, dass ihr Leben in Gottes Hand liegt, vergisst aber, dass es für das Kind wirklich noch unverständlich ist. Das Schlimme dabei ist nicht nur, dass die Beziehung zur Mutter darunter leidet, dass Kind total verletzt und zurückgewiesen wird, sondern auch ein total falsches Bild von dem "lieben Gott" aufbaut.

Da sie auch das Gespräch mit der Mutter gesucht hat, und diese nur abgeblockt hat und es sie immer noch so beschäftigt, ist es wichtig, ihr das Gefühl zu geben, dass die geliebt ist. Ich weiß nicht, wie alt sie jetzt ist, nur vllt ist es möglich ihr Blickfeld darauf zu lenken, dass ihre Mutter sie nicht verletzen wollte, sondern nicht wirklich darüber nachgedacht hatte, was das bei ihr bewirkt. --> Sie wollte eventuell nur ihren tiefen Glauben vor ihr bezeugen, was natürlich so eine ganz andere Wirkung hatte.

Viele Geschichten aus der Bibel sind eventuell fragwürdig und müssen unbedingt reflektiert und zuvor durchgearbeitet werden. Normalerweise sind die Geschichten aber für die Kinder zu weit entfernt,so dass sie sie nicht auf sich selbst oder die jetzige Zeit beziehen. Ich finde es eigentlich sehr interessant, dass ihre Cousine sich traut bzw. wirklich darüber nachdenkt, ob ihre Mutter das auch tun würde. Dies ist eigentlich untypisch und zeigt, dass sie Zweifel an der Liebe bzw. Unsicherheiten in der Beziehung hatte, die ihre Mutter durch das Verhalten nur bestätigt. Ich kann eigentlich sehr gut nachvollziehen, wieso sie darunter immer noch leidet und vllt sollte sie auch nochmal in aller Ruhe, aber nicht vorwurfsvoll mit ihrer Mutter reden. Vllt wird der Mutter auch klar, dass was sie gesagt hat, vllt anders rüberkam. Wichtig ist dabei, ihr keine Vorwürfe zu machen, sondern versuchen sich in ihre Sichtweise hineinzufühlen, auch wenn es schwer sein kann.
Ich glaube ich würde aber als Ausenstehender kein Gespräch mit der Mutter suchen, denn wenn sie schon auf die Tochter so abweisend reagiert, dann wird es so auch nichts bringen. Vllt merkt sie auch nicht, dass es ihrer Tochter wirklich wichtig ist.

Ich glaube es ist wichtig, dass du deiner Cousine einfach verständlich machst, dass sie geliebt wird. (Von dir und bestimmt auch von anderen Familienmitgliedern). Leider kenne ich die Beteiligten schlecht, und kann somit auch nicht sagen, ob die Mutter eine liebevolle Beziehung mit deiner Cousine hat, oder sie schwierig ist. Doch motiviere deine Cousine sich mit ihrer Mutter auszusprechen, ich glaub anders, kann sie das "Gefühl, dass ihre Mutter sie anscheinend "opfern" würde" nicht mehr loswerden. Solche Aussagen setzen sich in die Gedanken und würden mich auch nicht mehr loslassen.


Ich hoffe, dass sich dieses Problem lösen kann und dass sich die Beziehung bald klärt.

Alles Gute!

Schön, dass sie so eine Cousine hat, die sich so um sie kümmert!

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