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Mutter denkt ich habe schlechten Karakter

13. April 2006 um 15:36

Wer hat Vorschläge für mich?

Seit ungefähr sechs Jahren (vor auch sechs Jahren gingen meine Eltern auseinander) habe ich mit meiner Mutter zu kämpfen. Sie glaubt nicht an mich, behauptet ich wäre ein großer Egoist, ein ausnutzer, ein charakterloser mensch der nur an seine Vorteile denkt. Ich habe ihr nichts angetan. Sie wollte mich schon mal aus der Wohnung schmeissen, wenn ich sie damals nicht finanziell unterstützt hätte, hätte sie das auch getan. Sogar behauptet das ihr die 300 jeden Monat zuwenig sei, weil ich viel mehr an Wasser, essen e.t.c verbrauchen würde. Sie kam nicht über die runden und hat auch öfters bei Verwandten und freunden geheult und gleichzeitig über mich beschwert was ich doch für ein nichtsnutz wäre, daheim nie Haushalt machen würde. Ich habe das mit mir machen lassen, weil ich an ihr sehr hänge und auch wegen des finanziellen. Heute, kann ich keine Tränen mehr giessen, weil ich soweit bin das ich keine Gefühle mehr an mich ranlasse. Seit 3 Monaten bin ich verheiratet. Jetzt schleimt sie wie ein Weltmeister bei meinem Mann und zeigt auch durch ihr Verhalten das ihre Einstellung noch dieselbe ist Das Problem ist, das sie bei meinem Schwiegereltern durch schleimen so berühmt geworden ist, das mir keiner glauben würde, wenn sie etwas gegen mich tun wollen würde. Ich wäre wieder die jenige die falsch denkt. Und Mütter würden doch nur das beste für ihre Kinder wollen. Sie ist super lieb zu allen, nur nicht zu mir. Ich hab ihr doch nichts getan. Ausserdem habeich ihr in den letzten vergangengenen Monaten viel geholfen, indem ich meinen Mann gebeten habe, sie finanziell zu unterstützen. Ich kauf fpr sie ein, gebe ihr Geld. Ich mach viel für sie. Zum Beispiel auch wenn es um Autoreparatur geht oder Reperaturen in der Wohnung. Ich brauch nur meinem Mann bescheid zu geben, schon ist er für sie da. Aber ihr ist das alles egal. Sie hat zu mir gesagt, das egal was kommen würde, immer zu ihrem Sohn ( also meinen Mann ) stehen. Ich merke auch so langsam das sie meinen Mann mag und ich ihr total egal bin. Jetzt bezahlen wir auch noch ihr Flugticket für sie, damit sie im Sommer Urlaub mit uns machen kann. Mit uns meine ich, mit der Familie meines Mannes und uns. Ich kann sie auch nicht mehr los werden, weil sie bald mit meinem schwiegereltern wie eine Familie wird. Machen ich das falsch? Wie kann ich ihre Einstellung ändern? Bitte euch um Rat?

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25. April 2006 um 23:33

Schönen guten Abend
Da hat sie dich ja in ein ganz schönes Abhängigkeitsverhältnis gedrängt. Nicht finanziell, sondern emotional. Sie jammert und du lässt dich unter Druck setzen, denkst was du tust wäre nicht genug und versuchst es ihr Recht zu machen, um ein bisschen Anerkennung von ihr zu bekommen. Aber das wirst du nicht, denn dann hätte sie dich ja nicht mehr unter Kontrolle, und das Abhängigkeitsverhältnis würde aufbrechen. Was die Situation zusätzlich erschwert, sie führt dich bei Verwandten, Bakannten aber auch Fremden vor, so hält sie das Bild der armen aufopferungsvollen Mutter ( Die sie ja in Wirklichkeit nicht ist) und der bösen Tochter ( Die du nicht bist ) aufrecht. So wird Sie immer bekommen was Sie will, deine Aufmerksamkeit, weil du ständig versuchst zu beweisen, das du doch ein guter Mensch bist und die der anderen die sie mitleidig wegen ihrer ach so schlechten Tochter zu trösten suchen. Brich du das Abhängigkeitsverhälnis auf, und dreh den Spiess um, es liegt bei dir die wahren Verhältnisse offen zu legen. Lass dich nicht weiter zum OPfer machen und lege nicht so viel Wert darauf was andere von dir denken. Wenn du dich jetzt nicht von diesem Drachen befreist dann schaffst du es nie.

Viel Glück und Mut

Joulissis

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26. April 2006 um 18:52

Hallo cecillia26,
ich kann dich sehr gut verstehen, ich hatte so eine ähnliche Situation gehabt , nur ging es um meine kinderlose Tante für die ich mich verantwortlich fühlte und mich um sie gekümmert habe, bis ich erkannte das sie mich unter Druck setzte und emotional ausnutzte. Sie dachte, sie kann über mein Leben bestimmen, mich wie eine Marionette benutzen, und mich für alles schlechte was in ihrem Leben schief gelaufen ist verantwortlich machen, nur weil sie mich zu ihrer einzigen Erbin machen wollte (ich bin bei meiner Grossmama aufgewachsen, und ab meinem 12-ten Lebensjahr habe ich sehr viel Zeit mit meiner Tante verbracht). Für mich war es selbstverständlich ihr zu helfen wenn sie meine Hilfe brauchte, denn sie war ja für mich auch da, so hatte ich das zumindest immer empfunden. Damals fing dieses Marionettenspiel schon an, wenn sie gerade mal keine Beziehung hatte schenkte sie mir besonders viel Aufmerksamkeit und übernahm die Rolle als Ersatzmutter. Wenn sie wieder einen Partner hatte, durfte ich nur ganz selten zu ihr kommen. Sie erklärte mir dann dass sie schliesslich nicht meine Mutter ist, und sich auch nicht um mich kümmern muss. Sie hatte ja recht, und ich sah das auch ein, und so freute ich mich umso mehr wenn ich zu ihr kommen durfte. Immer wenn sie alleine war schüttete sie mir ihr Herz aus und heulte so sehr, was mir selber richtig weh tat und ich nicht verstand, dass sie niemand hat der sie so lieb hat wie ich. Und so ging das viele, viele Jahre. Wenn ich Probleme hatte hab ich versucht mich damit alleine auseinander zu setzen, denn meine Tante konnte ich mit meinen Problemen auf gar keinen Fall belasten, obwohl ich gern mal mit Ihr über wichtige Dinge die mich betreffen gesprochen hätte, weil sie( mal abgesehen von meiner Grossmama die der wichtigste Mensch in meinem Leben war) für mich auch eine wichtige Vertrauensperson war. Ich habe immer zu ihr gehalten und habe sie verteidigt wenn mal jemand was böses über sie gesagt hat, denn keiner kannte sie so gut wie ich.
Die Wahrheit habe ich schnell erkannt, dass nicht sie für mich da war, so wie sie es immer darstellte, sondern ich für sie aber es machte mir nichts aus, sie tat mir einfach leid und ich hatte sie lieb.
Wenn wir mal verschiedener Meinungen waren oder andere Ansichten hatten und ich ihr das dann sagte, dann fing sie an zu schreien, zu heulen und wurde regelrecht hysterisch.Sie beschimpfte mich das ich kein Verständnis hatte und das ich undankbar bin. Ich versuchte jeder Konfrontation aus dem Weg zu gehen, und dachte mir ach lass ihr doch ihre Meinung, auch wenn ich das anders sehe. Irgendwann merkte ich dass mich das sehr störte und auch sehr belastet hat, so mit ihr umzugehen, weil ich meine Meinung in ihrer Gegenwart nicht mehr vertreten konnte. Ich hatte das Gefühl in Ihrer Nähe zu ersticken. Ich konnte auch mit niemanden darüber sprechen, denn nach aussen galten wir wie ein Herz und eine Seele, dafür hatten wir ja beide gesorgt (sie erzählte immer wie sehr sie sich um mich kümmert, und ich hatte es immer mit meinem Verhalten bestätigt). Mein ganzes Umfeld fand es immer toll das wir so ein gutes Verhältnis zueinander haben. Wenn ich doch mal einen Versuch gestartet habe um zu erklären dass der Schein trügt, habe ich dann zu hören bekommen das ich doch froh sein sollte, so eine gute Tante zu haben die sich so sehr um mich kümmert.
Ich habe sehr lange gebraucht mich von ihr zu lösen. Manchmal kam es doch zum Streit zwischen uns, wenn ich dann doch meine Meinung gesagt habe und sie dann immer wieder das gleiche Spiel spielte (heulen, schreien, Hysterie). Ich bin dann einfach gegangen, und war ich richtig froh darüber mal meine Ruhe vor ihr zu haben. Ich habe mir gewünscht es sollte für immer sein.
Mein Mitleid für sie war aber stärker und so bin ich nach kurzer Zeit wieder zu ihr gegangen weil ich mich irgendwie schlecht fühlte. Sie wusste ganz genau wie sie mich manipulieren musste um immer wieder ihren Willen durchzusetzen.
Vor 5 Jahren ist meine Grossmama gestorben. Dieser schmerzliche Verlust war für mich der Auslöser einiges im meinem Leben zu überdenken.
Ich habe ganz radikal den Kontakt zu meiner Tante abgebrochen. Es war mir plötzlich egal was mein Umfeld über mich und mein Verhalten dachte ob es nun richtig oder falsch war. Ich wollte einfach nur an mich denken und dafür sorgen dass es mir endlich gut geht, und ich wollte mich nicht mehr dieser Willkür meiner Tante aussetzen.
Es war für mich die totale Befreiung und ich bin sehr froh dass ich mich so entschieden habe, für mich ist es richtig gewesen.
Der Grossteil der Menschen im meinem Umfeld steht auf meiner Seite was meine Entscheidung in Bezug auf meiner Tante betrifft, weil sich die meisten nur gewundert haben wie ich das so lange mit ihr ertragen konnte, und so viel Verständnis für sie aufbrachte.

Was ich dir mit meiner Geschichte sagen möchte ist, auch wenn du denkst das dir vielleicht niemand glauben wird was für ein Mensch deine Mutter ist, es reicht schon wenn du mit deinem Mann darüber reden kannst und er dir glaubt, denn er ist ja auch schon sehr mit einbezogen indem er materiell und finanziell mithilft. Solange wie deine Mutter es schafft sich überall so gut darzustellen, und sobald du dich dagegen wehrst, dann von ihr als schlechte Tochter dargestellt wirst, wird sich nichts verändern. Im Gegenteil es wird sich verschlechtern. Sie fühlt sich immer bestätigt und dadurch im Recht. Es ist für sie einfach und bequem so immer wieder ihren Willen durchzusetzen und zu bekommen was sie will, ohne selbst was dafür zu tun. Sie suhlt sich in ihrem Selbstmitleid und macht dich dafür verantwortlich dass es ihr so schlecht geht, da sie ja auch immer Zuspruch bekommt von den Leuten bei denen sie sich immer ausheult.
Ich kann dir nur raten dass du dich mal mit deinem Mann unterhältst, wie er das Verhältnis zwischen dir und deiner Mutter empfindet.
Vielleicht belastet es ihn ja auch das deine Mutter eine grosse Rolle in eurer Beziehung spielt, und immer so hilflos wirkt und dadurch so vordergründig ist.
Vielleicht ist es ja deinem Mann auch schon aufgefallen, nur er traut sich nichts zu sagen, weil er dich nicht verletzen will.

Eigentlich wollte ich nur einen kleinen Beitrag schreiben, aber deine Zeilen haben mich sehr bewegt und lassen mich mit dir mitfühlen.
Ich wünsche dir die Kraft und starke Nerven für eine positive Veränderung.

Liebe Grüsse Nyashia

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