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Mutter am Ende

12. Februar 2014 um 20:43

Hallo liebe Mitglieder,

vielleicht und hoffentlich könnt ihr mir helfen.

Ich bin 24 Jahre alt. Am Wochenende hat mir meine Mutter gesagt, dass Papa sich von ihr trennen will. Gerechnet hat damit niemand. Die letzte Zeit war nicht einfach wegen anderer Angelegenheiten, auch familiärer, aber keine konkreten Probleme zwischen meinen Eltern.

Nun ist meine Mutter am Boden zerstört. Mein Vater verbringt die Abende und Nächte teilweise auswärts, manchmal kommt er mitten in der Nacht nach Hause. Sie sitzt jeden Abend zu Hause und weint. Ich weiß einfach nicht mehr was ich tun soll. Meine Schwester (27) und ich versuchen so gut es geht für sie da zu sein, leider wohnen wir beide weiter weg aufgrund unseres Studiums (meine Schwester 400 km und ich 100 km). Wir telefonieren jeden Abend mit ihr. Haben auch schon Tanten und Onkel eingeschaltet, dass sie sich um sie kümmern sollen. Aber so wirklich will sie nichts mit sich machen lassen. Fühlt sich, als würde sie nun jedem zur Last fallen.

Mein Vater hingegen ist das blühende Leben, ihn stresst das alles gar nicht so sehr. Das schlimmste ist allerdings, dass er unsere Mutter nun behandelt wie Dreck. Manchmal kommt er kurz heim zum duschen nach der Arbeit, dann fährt er wieder. Er schaut sie aber mim Arsch nicht an und sagt nicht mal hallo oder tschüss.

Sie sagt ihr ist das alles schrecklich peinlich. Sie fühlt sich ausgenutzt und weggeworfen. Sie hat ihr ganzes Leben immer für unsere Familie gegeben, nie wirklich enge Freunde gehabt. Nun fühlt sie sich natürlich einsam. Hat Angst alleine zu bleiben und das gleiche Schicksal wie unsere Oma zu erfahren (auch sie wurde damals von unserem Opa verlassen, blieb daraufhin den Rest ihres Lebens allein, verbittert, schwerst depressiv). Nun fahren meine Schwester und ich vor Semesterende schon nach Hause um ihr beizustehen, damit sie nicht alleine ist. Aber das ist auf Dauer keine Lösung. Wir stehen beide kurz vorm Abschluss und müssten unsere Energie eigentlich fürs Lernen aufwenden. Aber natürlich geht uns unsere Mutter vor.

Wir sind beide am Ende mit unserem Latein. Wir wissen einfach nicht, wie wir sie aufbauen können. Sie sieht sich im Moment als schlechte Mutter, schlechte Ehefrau. Einfach überhaupt als schlechten Menschen der nichts gutes verdient. Wobei mein Vater im Moment diese Position einnehmen sollte - auch wenn das gemein sein mag, hab ich im Moment eine ziemliche Wut auf ihn. Zu sehen wie meine Mutter jeden Abend weint und leidet zerreißt mir das Herz.

Vielleicht hat jemand von euch die Situation denn schon durchlebt und überstanden und hat Tipps und Tricks, was man machen könnte.

Leider wohnen wir in nem ziemlichen Dorf. Selbsthilfegruppe fällt damit flach.

Danke euch allen für eure Tipps!

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20. Februar 2014 um 15:09

Hey
Hey Perle,

meine Schwiegereltern haben sich auch getrennt. Es war ein größeres Drama aber wie genau es dazu kam ist nebensächlich. Du solltest deiner Mum aber unbedingt Mut machen sich Hilfe zu holen. Es ist absolut keine Schande zu einem Therapeuten zu gehen (denken ja leider noch viele aus der älteren Generation)! Sie sollte sich vielleicht einer Frauengruppe anschließen und mit denen Unternehmungen machen und sich auf keinen Fall zu Hause verkriechen!
Vielleicht könnt ihr auch ein zwei ältere Freundinnen aktivieren die was mit ihr unternehmen.
Natürlich darf sie auch ihren Liebeskummer rauslassen aber dann wie heißt es so schön, aufstehen, Krönchen richten, weitergehen !

Mach ihr klar dass es ihr Leben ist dass sie jetzt einfach "vergeuden" würde und dass das doch wirklich zu schade wäre. Natürlich ist alles einfacher gesagt als getan aber aufgeben kommt doch wohl nicht in Frage!?

Ich wünsche dir ganz viel Kraft und positvie Energie die du deiner Mutter vermitteln kannst!

LG

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