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Möchte unerwartet den Kontakt zur Familie abbrechen

17. Juni 2011 um 18:35

Hi & Hallo!

Ich habe dieses Forum über Google entdeckt und bin der Meinung, dass man hier recht gute Hilfe erhält. Nun muss ich eben nur aufpassen was ich schreibe, nicht dass es Personen durch Zufallen finden, die es eben nicht lesen/erfahren sollen bzw. erkennen sollen, dass "ICH" es bin...

Aber worum geht es denn eigentlich? Ich möchte zunächst einmal darum bitten, dass dieses Thema ernst genommen wird, da es für mich persönlich, ein wichtiges Thema ist/sein wird.

Meine Eltern leben seit Ende 2007 getrennt (nach 19 Jahren Ehe), da mein Vater sich eine neue Frau über das Internet suchte. Die Beiden hatten schon länger Eheprobleme im Bereich Sexualität, Zusammenleben sowie einzelne persönliche Probleme. Hier nun genauer drauf einzugehen würde den Rahmen sprengen! Eigentlich hatten wir alles was man sich wünschen kann: Ein großes Eigenheim, zwei Autos, gute Arbeit...

Mein Vater war schon immer sehr auf sich selbst bezogen, meine Mutter war nur noch wegen uns Kindern (mich 23, Schwester 15) mit meinem Vater verheiratet. Sie ging am Abend um 20 Uhr ins Bett, mein Vater saß am PC bzw. baute riesen Modellschiffe. Grundsätzlich kann man auch sagen: Jeder in der Familie machte was er wollte! Es gab manchmal ein gemeinsames Mittagessen am Wochenende, eventuell auch Frühstück, das wars!

Nundenn... Zum damaligen Zeitpunkt wohnte ich der Schule wegen 70km von allem weg, zog dann nach 3 Monaten (nach meiner Schule) wieder bei meinem Vater "ein". Meine Mutter hatte sich gemeinsam mit meiner Schwester eine Stadt weiter eine kleine Wohnung genommen, in welcher die Beiden bis heute wohnen. Ab dato wohnte ich ein Jahr bei meinem Vater. Er war so in der Scheidung (ging damals um mehr als 150.000) vertieft und war der Auffassung, jeder Mensch möchte sein Geld oder ihn etwas Schlechtes! Er hatte uns Kindern des Diebstahls beschuldigt, war sehr oft wütend, da der Anwalt meiner Mutter immer wieder mit neuen Dingen ankam. Als ich mein Auto verkaufen musste und meine Arbeit verlor, bezog ich Hartz-IV und zog wieder 70km von allem weg. Bis heute wohne ich also hier (wo genau, möchte ich nicht sagen - Niedersachen). Heute habe ich wieder Arbeit, lebe recht gut und habe sogar für 2012 eine gute Ausbildung in Bayern, sodass ich zum Jahresanfang umziehen werde.

Und hier sind wir bei meinem Problem: Ich möchte umziehen und meinen Eltern nichts davon erzählen. Mit meinen Verwandten habe ich kaum Kontakt, mit meinen Eltern...

Mein Vater ist nicht in der Lage, mich mal besuchen zu kommen. Der Diesel wäre zu teuer, er hat keine Lust 40 Minuten im Auto zu sitzen, bei mir kann man doch eh nicht viel machen, er hat bei sich auch noch vieles zu tun... Zu seiner "neuen Frau, eher eigentlich Freundin" kann er aber jedes Wochenende fahren (250km) und dort lässt er dann am Wochenende auch gern mal einiges an Geld. Denn sie hat keine Arbeit, Schulden etc. Mein Vater ruft mich 1x in der Woche an und fragt immer das Gleiche: Was gibt es Neues?... Ein Telefonat dauert meist 3-7 Minuten. Wenn ich dann mal zu ihm fahre, sitze ich dort nur rum, da man dort nichts machen kann. Kein "Fremder" darf sein Auto fahren, er interessiert sich nur für sich, alles was andere wollen findet er blöde und schlecht... Es ist EXTREM!!

Hinzu kommen meine Mutter und Schwester. Meine Schwester ist nur mit sich beschäftigt, zieht nun bald zu unserem Vater, da meine Mutter einen Wohnortswechsel aufgrund ihrer Arbeit vornimmt. Sie hat meinen Geburtstag vergessen und meldet sich nur wenn sie etwas von mir will. Ich habe nun ein Jahr mehrfach und deutlich versucht, auf Beide einzugehen und das Verhältnis zu verbessern. Ohne Erfolg!

Weiter geht es mit meiner Mutter: Ich hasse sie förmlich! Ich hasse es wie sie redet, wie sie sich bewegt, kleidet, wie sie isst, wie sie wohnt.. Einfach alles! Ich weiß nicht warum. Wenn mein Vater oder auch meine Mutter mich anrufen, gehe ich kaum noch ans Telefon. Allerdings habe ich ein besseres Verhältnis zu meiner Mutter als zu meinem Vater. Sollte ich Hilfe benötige, kommt meine Mutter sofort vorbei, auch wenn der Weg zu mir noch so weit ist. Letztes Jahr flog ich mit ihr sogar nach Spanien. Aber das alles ändert nichts.

Ich vermute entweder die Ursache bei der Scheidung oder darin zu sehen, wie egal wir Kinder den Eltern (zumindest dem Vater) sind. Denn unser Vater hat uns das so ins Gesicht gesagt!! Sollte ich dann also umziehen, breche ich den Kontakt zu meinem Vater dieses Mal für immer ab. Denn dies hatte ich in der Vergangenheit direkt nach meinem Auszug für 4 Monate gemacht. Er hat sich bis heute nicht gefragt warum ich das gemacht habe oder versucht, sich bei mir zu melden. In dieser Zeit habe ich aber auch nie an ihn gedacht. Er ist mir mittlerweile total egal. Sollte er irgendwann einmal sterben, bekomme ich das Haus. Das Haus ist mir egal, aber sollte er irgendwann mal sterben, wäre es mir egal. Man glaubt es nun vielleicht nicht, es gibt aber Dinge mit denen scherze ich nicht! Meine Schwester ist mir genau so egal!

Doch meine Mutter... Sie wird mich garantiert suchen und sie wird alles daran setzen um den Grund zu erfahren, sollte ich irgendwann den Kontakt abbrechen. Dies sagte sie mir, als ich den Kontakt zu meinem Vater abbrach (was sie vollstens verstehen konnte). Das ganze Thema stimmt mich immer wieder sehr traurig, zeitgleich ist es mir aber auch sehr gleichgültig. Gemischte Gefühle...

Ich werde den Kontakt zu meinem Vater abbrechen, zu meiner Schwester bin ich mir nicht sicher. Meiner Mutter werde ich wohl einen Brief schreiben in dem ich alles erkläre. Ich weiß nur nicht das WARUM. Warum denke ich so und warum habe ich diesen tiefen Wunsch danach? Dieser Wunsch ist schon sehr lange in mir und sehr sehr fest. Meinem Vater muss ich erst gar nicht erklären warum ich es mache, er wird sich dafür kaum interessieren und es einfach so hinnehmen. Meine Schwester wird sich Gedanken machen und mit meiner Mutter drüber reden und meine Mutter wird es nicht akzeptieren.

Für mich ein schweres Thema. Eventuell sollte ich mal zu einem Psychologen, doch ich glaube nicht dass es ein Problem mit mir selbst ist. Ich habe mich lange damit beschäftigt und die Sache ist bei meinem Vater klar, bei meiner Schwester und Mutter jedoch nicht. Ich würde gerne einmal Erfahrungen und Meinungen von euch als Kinder oder eventuell sogar das eines Elternteils hören.

Vielen Dank!

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25. Juni 2011 um 22:31

Hallo Wintersonne!
Dein Beitrag hat mich sehr gefesselt,
obwohl ich hier eigentlich Antworten auf meine Fragen suche und deine Problematik eine andere ist. Also erstmal hast du im Gegensatz zu mir die Chance viel räumliche Distanz zwischen dich und deine Familie zu bringen. Ich wohne nämlich selbst sehr nah
an meiner Mutter. Wenn du dich für meine Problematik interessierst , kannst du "Habe
Riesenproblem mit meiner Mutter lesen".
Mir persönlich würde es reichen diese Distanz zwischen die Familie zu bringen.
Ob man den Umzug dann auch noch verschweigen muß , ist deine Sache.Ich erwarte gerade
mein drittes Kind. Ich bin 36 und Erzieherin. Meine älteste Tochter Amelie ist 13.Eigentlich hätte ich nie geglaubt , dass
ich nach meiner verkorksten Kindheit überhaupt eine gute Mutter sein kann. Aber ich denke , ich habe es geschafft. Denn meine Kinder und ich wir lachen immer viel
zusammen. Das hat nichts mit Geld zu tun, denn sonst hätten wir nicht viel zu lachen.

In meiner Arbeit mit Kindern habe ich festgestellt, dass gerade sehr gut situierte
Eltern ihre Kinder vernachlässigen.
In einer Schule in die vorwiegend reiche Kinder gingen,hatte ich mindestens 3x so viele auffällige Kinder als in der vorrange-
gangenen Schule im Brennpunkt. Dort wars immer lustig. Die Kinder wurden geknutscht und gekuschelt auch wenn die Noten nicht so toll waren Die Upper-Class-Eltern schauten ihre Sprösslinge kaum an. Außer wenn es was zu meckern gab.
Mir kam es so vor als sind Kinder und Ehe
in diesen Kreisen ein Status- Symbol.
Ich denke bei dir und deiner Familie ist das ähnlich. Du schreibst es so als sei dein Vater gelangweilt und überdrüssig gewesen. Das du aber deine Mutter hasst, glaube ich nicht. Du bist nur sauer, weil du dich nicht von ihr verstanden und beschützt gefühlt hast. Traurig finde ich , dass du schreibst "meine Schwester ist mir egal". Sie ist doch die einzige
auf dieser Welt, die dein Problem aus der gleichhen Perspektive sehen kann und in derselben Situation ist. Ich würde mir nichts mehr wünschen als eine Schwester. Es ist viel schlimmer solch eine Situation alleine durchzumachen.
Ich sehe es so.Zieh um ,beschränke den Kontakt zu deiner Mutter und Schwester auf das Nötigste. Brich ihhn nur zum Vater ab. Versuche das Erlebte aufzuarbeiten und fälle erstdann eine endgültige Entscheidung.
Viel Glück!

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