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Mitleid bekommt man geschenkt...

22. März 2004 um 10:48 Letzte Antwort: 25. März 2004 um 12:10

Neid muss man sich erarbeiten, sagt ein Sprichwort. Soll einem das trösten?

Meine Tochter, 6 Ja., ist ein aufgewecktes Kind. Sie macht Dummheiten , wie andere Kinder auch, ist aber auch ein sehr liebes und kluges Kind. Vieles fällt ihr in den Schoß.
Durch ihre Wissbegierde und Offenheit hat sie kaum Probleme mit Dingen, die anderen Kindern schwer fallen. Sie begeistert sich für Musik, Tanz und ist kreativ. Wir fördern das, fordern es aber nicht. Hat sie Erfolge, nimmt sie es (glücklicherweise) gelassen hin und prallt nicht damit. Aber ihr Erfolg wird nicht anerkannt. Gewinnt sie einen Preis, ernte ich verächtliche Blicke der anderen Muttis mit Kommentaren wie: na, war ja klar...
Ich habe noch nie erlebt, dass von den Eltern (bei den Betreuer sieht es schon anders aus) einer gesagt hätte: Fein gemacht, super... o.ä.
Ich lobe die anderen Kinder immer, das meine ich auch ehrlich, aber keiner sagt mal was zu meiner Tochter. Mittlerweile bekommt sie das bewußt mit. Was tun?
Auch die Kinder, ihr fester Spielkreis in der Kita, verhalten sich neuerdings merkwürdig ihr gegenüber. Allerdings sind es auch alles Kinder von Müttern, die ihre Kinder in den Vereinen haben, wo auch meine Tochter drin ist. Das kommt einen wie ein Komplott vor.

Die Eltern distanzieren sich auch von mir als Mutter. Ich bin nicht der Draufgänger, eher ruhig und schüchtern, der mit coolen Sprüchen über solche Verhaltensweisen steht. Nur nun stehe ich einsam auf weiter Flur. Ich habe mein Kind noch nie in den Himmel gehoben, aber stolz darf man doch sein? Offen reden tun die Mütter nicht, das geschieht hübsch ordentlich hinter vorgehaltener Hand, was bei mir natürlich irgendwann ankommt.

Warum kann man sich nicht gemeinsam über die Entwicklung der Kinder freuen? Einige Kinder sind besser als die anderen, das ist nun mal so aber muss man deshalb neidisch sein? Oder ist es gar nicht Neid? Was ist es dann?

Die Erzieherin meiner Tochter sagt, dass sie sich immer mehr zu einem Einzelgänger entwickelt. Die Erzieherin tut aber nicht dagegen. Sie meint, ich solle auf sie einwirken, dass sie sich bei den anderen Kindern unterordnet und nicht immer Recht haben will. Das Kuriose ist, dass sie so gut wie immer Recht hat, was die Erzieherin weiß und bestätigt aber sie soll sich dennoch bemühen, zurückzustecken. Nach dem Motto: Ja, ihr habt Recht, der Ball ist nicht rund.

Was können wir tun oder ändern? Was machen wir falsch? Man braucht doch auch die Gemeinschaft, sonst vereinsamt man, das gilt für das Kind, wie für die Eltern.

Hat jemand einen Rat?


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22. März 2004 um 14:19

Willst Du so sein...
wie die anderen Dich haben wollen?
Liebe Werdandi; so habe ich darüber noch gar nicht nachgedacht. Du hast Recht, wenn man sich nicht in die Schubladen der anderen Horizonte reinschieben lassen sollte. Aber das kostet Kraft. Nicht das ich sie nicht aufbringen will meinem Kind zu Liebe aber es ist so anstrengend. Ich kann Ablehnung, Neid und Mißgunst nicht ertragen. Ich kenne auch nicht das Wort Hass. Ich habe wirklich noch nie einen Menschen gehasst. Ich versuche aus jeder Situation das Beste zu machen. Ich lebe gern in Harmonie. Meine Tochter ist mir das ähnlich. Sie ist auch dickköpfig, zum Glück und ich denke, das ihr das im Leben helfen wird. Ich hätte es nur gern gesehen, wenn sie es einfacher hätte und ihre Begabung als Bereicherung und nicht als Bedrohung empfunden wird. Und ich hätte gern ein herzliches Verhältnis zu den Eltern. Das sie mir so entgegentreten, wie ich es tue. Aber dann sind sie es nicht wert, auch von mir gut behandelt zu werden. Es schnürrt mir den Hals zu, wenn ich über solche bedrückenden Situationen nachdenke.

Du hast geschrieben: wenn man etwas finden möchte, wird man an anderer Stelle etwas finden. Ich denke auch, dass sich irgendwann etwas finden wird. Bis dahin werde ich wohl geduldig sein.

Ich bin auch überzeugt davon, dass mein Kind bleiben soll wie es ist. Sie hat gute und schlechte Seiten, wie wir alle.

Wenn ihre Besonderheiten wieder hervorstechen, werde ich mich einfach freuen und nicht wie sonst schnell das Weite suchen, damit ich den bösen Blicken der anderen ausweichen kann.
Wo kommen wir den da hin, dass man sich für Individualität entschuldigen muss.

Eins würde mich noch interessieren:
Hatte Deine Tochter auch die Ablehnung der anderen (Kinder oder Erwachsene) zu spüren bekommen? Wenn ja, wie ist sie damit umgegangen?




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22. März 2004 um 14:27

Joh,
schön, immer mal wieder auf Gleichgesinnte zu treffen. Dann fühlt man sich nicht so "sonderbar".

Lach...wie bei der Milchwerbung: Sind wir irgendwie anders?

Übrigens: Ick wohne 30 km von Berlin entfernt.

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23. März 2004 um 11:20

Dich mal ganz lieb grüßt
Hallo Kati,

ich schäme mich in Grund und Boden weil ich mich sooooooooooo lange nich gemeldet habe.

Wir leben noch

Zum Thema......siehe Werdandi, dem hab ich nichts mehr hinzu zufügen.

ganz liebe Winkääääääägrüße

die Murmel

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23. März 2004 um 13:08
In Antwort auf hailey_12049151

Dich mal ganz lieb grüßt
Hallo Kati,

ich schäme mich in Grund und Boden weil ich mich sooooooooooo lange nich gemeldet habe.

Wir leben noch

Zum Thema......siehe Werdandi, dem hab ich nichts mehr hinzu zufügen.

ganz liebe Winkääääääägrüße

die Murmel

Hey Murmel,
ja schäme Dich....!!!!

Wenn Du damit fertig bist, kannst Du mir ja mal berichten, wie es Dir ergangen ist.

Kati10@gofeminin.de

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25. März 2004 um 12:10
In Antwort auf Kati10

Hey Murmel,
ja schäme Dich....!!!!

Wenn Du damit fertig bist, kannst Du mir ja mal berichten, wie es Dir ergangen ist.

Kati10@gofeminin.de

Hab mich ausgeschämt
und dir ne Mail geschrieben!!!

LG Murmel

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