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Mit meinem Latein am Ende Part II

13. November um 13:53 Letzte Antwort: 16. November um 16:55

Hallo an alle da draußen die meinen Beitrag lesen,

ich hatte hier bereits schonmal geschrieben und mein Herz ausgeschüttet bezüglich der sich immer mehr zuspitzenden Situation zwischen meiner Tochter und ihrem Papa.

Wir sind seit 4 Jahren getrennt und geschieden. Mein Ex-Mann ist mittlerweile wieder verheiratet und hat ein weiteres Kind bekommen. Unsere Tochter ist jedes 2. Wochenende bei ihnen.

Seit längerer Zeit kommt es immer wieder vor, dass sie Phasen hat, wo sie nicht ins "Papa-Wochenende" gehen möchte. Ich habe ihr da in der Vergangenheit immer gut zugesprochen und versucht zu vermitteln. Ist dann auch doch immer ins Wochenende zu ihm gegangen, aber in letzter Zeit spitzt sich die Lage wieder zu. Der Grund warum sie dort nicht über´s Wochenende bleiben möchte ist, weil sie abends im Bett meist Bauchschmerzen bekommt. Es kommt auch vor, dass sie eine Art Schüttelfrost entwickelt oder das Gefühl hat ihr stecke was im Hals. In meinen Augen ganz klar psychosomatische Beschwerden. Natürlich fühle ich mich auch schlecht dabei, wenn ich weiß, dass es ihr nicht gut geht, aber sie doch jedes 2. Wochenende wieder hingehen muss.

Auf die Frage, weshalb es ihr denn bei Papa nicht gut geht kommt die Antwort, dass sie das Gefühl habe sich dort verstellen zu müssen und, dass er wohl oft in ihrer Gegenwart spitze Bemerkungen über mich fallen lässt, mittlerweile wohl auch mit seiner Frau. Das Meiste was sie erzählt wird ins Lächerliche gezogen, dann fangen die beiden wohl an sich über das von ihr Gesagte lustig zu machen oder er wertet mich ab. Sie sagt, dass sie das Gefühl habe, dass er mich hasst. Es sagt viel aus, wenn sie das mit ihren 10 Jahren so auffasst und es tut mir so Leid für sie, dass er seinen offensichtlichen Groll gegen mich (nach all den Jahren, obwohl er mittlerweile selbst wieder verheiratet ist, ein Haus besitzt, nochmal Vater geworden ist etc.!) einfach vor ihr nicht im Griff hat. Es verletzt sie natürlich ungemein, aber sie traut sich auch nicht, ihm das so klar zu sagen, da Versuche in der Zukunft Dinge mit ihm zu klären seinen Unwillen und Ärger heraufbeschworen hat und dann traut sich ein Kind natürlich nicht mehr und frisst alles in sich rein. Daher kommen dann denke ich auch ihre Bauchschmerzen, wenn sie abends im Bett liegt und es ruhig um sie herum wird. Auch sagt sie, dass sie sehr wenig Zeit hätte mit ihm und dass sie das Gefühl hat das 5. Rad am Wagen zu sein. Mir tut das einfach im Herzen weh, aber ich komme da nicht an ihn ran. Was habe ich in den letzten Jahren für Versuche unternommen ihm vor Augen zu führen, was er ihr damit antut, es ist als würde ich gegen die Wand rennen. Er ignoriert mich mittlerweile komplett. Vielmehr habe ich das Gefühl, dass das die Situation nur verschlimmert.

Da ich mir das aber auch nicht mehr weiter mit anschauen kann und will, habe ich nun das Jugendamt eingeschaltet. Wollte ich ungern, bereits letztes Jahr hatte ich mit ihnen Kontakt aufgenommen und dann wieder auf Eis gelegt, weil ich die Hoffnung hatte, dass sich die Dinge anfangen zu legen. Nun führt kein Weg mehr dran vorbei. Ich trage die Verantwortung für meine Tochter und will, dass es ihr gut geht, wenn sie die Wochenenden bei ihrem Papa verbringt! Es kann doch nicht so schwer sein, sich mal in Gegenwart des Kindes zurückzunehmen! Ich kann das einfach nicht begreifen...

Ich hoffe sehr, dass das Beratungsgespräch beim Jugendamt was bringen wird, aber auf der anderen Seite graut es mir auch vor diesem Termin, denn ich trete ihm nicht gern gegenüber und weiß, wie gut er sich als treusorgender Vater in der Öffentlichkeit aufführen kann.

Meine Frage: Hat hier jemand schon mal ähnliche Erfahrungen gemacht, vielleicht auch mit einem Beratungsgespräch beim Jugendamt und kann mir ein paar Tipps/Ratschläge mit auf den Weg geben?

Viele Grüße,

butterfly

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14. November um 11:47

Ich war glücklicher Weise noch nicht in so einer Situation. Würde aber sagen sei einfach offen und ehrlich. Schildere ganz genau, was deine Tochter sagt und was du mit ihr erlebst und das möglichst in ihrer Sprache, also so wie sie es auch sagt. Mach dir Notizen, füge eine Art Gedächtnisprotokoll, wo du du alles was bisher passiert ist zusammenstellst und das kannst du dann als Stütze mit ins Gespräch nehmen. 

Hat deine Tochter schon mal mit jmd. anderen darüber gesprochen? Gibt es irgendjemandem, der deine Schilderungen bestätigen kann? 

Kann deine Tochter vielleicht mit zu dem Termin und in deiner und der Abwesenheit des Vaters selbst mit dem Jugendamt sprechen? 

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16. November um 16:55
In Antwort auf mara071234

Ich war glücklicher Weise noch nicht in so einer Situation. Würde aber sagen sei einfach offen und ehrlich. Schildere ganz genau, was deine Tochter sagt und was du mit ihr erlebst und das möglichst in ihrer Sprache, also so wie sie es auch sagt. Mach dir Notizen, füge eine Art Gedächtnisprotokoll, wo du du alles was bisher passiert ist zusammenstellst und das kannst du dann als Stütze mit ins Gespräch nehmen. 

Hat deine Tochter schon mal mit jmd. anderen darüber gesprochen? Gibt es irgendjemandem, der deine Schilderungen bestätigen kann? 

Kann deine Tochter vielleicht mit zu dem Termin und in deiner und der Abwesenheit des Vaters selbst mit dem Jugendamt sprechen? 

Hallo Mara, lieben Dank für deine Antwort!

Danke auch für den wertvollen Tipp hinsichtlich Gedächtnisprotokoll!

Ja, meine Tochter redet da auch ganz offen mit ihren Großeltern drüber. Auch seine Zieh-Eltern haben da bereits über die Jahre oft versucht dahingehend auf ihn einzuwirken und ihm vor Augen zu führen, dass er unserer Tochter mit seinem Verhalten schadet. Leider ohne Erfolg, er lässt sich von niemandem etwas sagen.

Meine Tochter weiß nichts von dem Termin beim Jugendamt. Dieser Termin findet erstmal nur unter uns Eltern und einem Berater statt. Wenn möglich würde ich auch gerne vermeiden, dass sie da auch mit hingehen muss, denn die Situation ist ja so schon sehr belastend und ich möchte nicht, dass sie da in Loyalitätskonflikte verstrickt wird.

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