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Mit 10 schläft er keine Nacht alleine

14. November 2012 um 0:06

Ich sitze mal wieder auf der Couch und könnte mal wieder heulen....

Ich bin alleinerziehend und selbständig, wobei ich von zuhause aus arbeite. Die Arbeit ist ziemlich umfangreich und wir leben nicht gerade im Luxus - Unterhalt bekomme ich für meinen Sohn auch nicht, so können wir uns nur eine 2-Zi-Whg. leisten und ich schlafe im Wohnzimmer; Privatsphäre ist so Fehlanzeige. Urlaub können wir uns praktisch nie leisten - nicht mal einen "Urlaub zuhause", weil dann ja kein Geld fließt. eine Kur kommt aus diesen Gründen auch nicht in Frage.
Daher bin ich generell schon ziemlich "ausgepowert".
Ich müsste dringend Erholungspausen haben. Diese bekomme ich aber leider nicht, denn meist lässt mein Sohn mir abends keine Ruhe.
Zur Zeit gibt es bei uns wieder nur Theater: Morgens höre ich mir Gemecker an, weil er müde ist und nicht aufstehen will. Nachmittags muss ich ihm ständig hinterlaufen, dass er endlich seine Hausaufgaben macht (er ist gut in der Schule, aber faul), abends gibt es wieder Stress mit dem Schlafen.
Ich sehne mich danach, abends mal Ruhe zu haben, sei es auch manchmal nur wieder zum Arbeiten. Aber er lässt sie mir nicht. Trotz aller Versprechungen höre ich ständig "Mama, ich kann nicht einschlafen", "Mama, kommst du kuscheln", "Mama, kann ich bei dir einschlafen"..... Dann steht er immer wieder auf der Matte und ich kann mich kaum noch zusammenreißen, weil ich einfach nur noch endlich mal Feierabend und wenigstens ein bisschen Ruhe haben möchte, bevor mir selbst wieder die Augen zufallen. Es gibt immer Gründe, warum er nicht alleine im Bett bleibt oder zumindest das Schlafen rauszögert bis zum letzten. Mal hat er Angst, mal noch Hunger, dann noch Durst, dann muss er mal und dann kann er nicht einschlafen. Das treibt mich in den Wahnsinn!!!!
Wie ich mich durchsetzen soll, weiß ich einfach nicht mehr, denn was soll ich machen, wenn er mir einen von "unheimlichen Schatten" erzählt und sich trotz Schimpfen und Argumentieren jammernd weigert, wieder ins Bett zu gehen? Ich kann ihn ja schlecht verprügeln - würde wahrscheinlich ohnehin am wenigstens nützen.
Wenn er dann endlich eingeschlafen ist, wird er nachts wieder wach und kommt in mein Bett. Dann wache ich manchmal morgens total steif auf, weil ich nur noch einen halben Meter Platz habe (bei einer 2 m breiten Schlaf-Couch) und mich deshalb im Schlaf nicht mehr bewegt habe.
Ich habe nicht mal die Chance zu sagen "ich brauche jetzt mal eine Auszeit", wenn er wieder so ein Theater abzieht, und dann eine Runde um den Block zu laufen, da er mir dann nachlaufen und das ganze hellhörige Haus zusammenschreien würde.
Ich fühle mich wie angekettet ! Ich kann abends nicht mal in Ruhe telefonieren ohne "Lauschangriff", kann keine Fernsehsendung in Ruhe sehen ..... nichts, was andere Eltern abends machen.
Im Normalfall wird es mindestens 22.00 Uhr bs endlich Ruhe ist, oft später.

Jetzt klebt er mir auch wieder an der Hose und hat sich hier im Wohnzimmer auf den Sitzsack gelegt (er hat angeblich einen Schatten in seinem zimmer gesehen und sich geweigert, alleine wieder ins Bett zu gehen). Nach 23.00 Uhr ist er auf dem Sitzsack eingeschlafen. Ich liebe ihn wirklich abgöttisch, aber es macht mich irre, dass er mir keine Pausen für mich gönnt und ich werde so wütend, wenn er so an mir klebt und ich überhaupt keine Möglichkeit habe, dem zu entgehen, dass ich am liebsten einfach laufen gehen würde. Tagsüber verabredet er sich am liebsten und hat Besuch, manchmal ist er auch weg - ich muss arbeiten oder habe im Haushalt zu tun - schaffen tue ich trotzdem nicht alles. Wenn ich mir mal Zeit nehme und vorschlage, ein Spiel zu machen o.ä., hat er oft keine Lust, weil er lieber etwas anderes macht oder sich verabredet. Sobald es Bettzeit ist, gibt es Theater.

Wenn mal nicht gerade Terz wegen Hausaufgaben oder total vermüllttm Zimmer (er hat Asthma und Hausstauballergie!) ist, muckeln wir auch schon mal zwischendurch, er bekommt also schon seine "Streicheleinheiten". Warum zum Teufel klammert er dann nachts so an mir???

Ist es denn zuviel verlangt, wenn man selbst auch noch ein bißchen leben und Zeit für sich haben möchte?? Ich komme schon seit Jahren nicht mehr dazu, mal ein buch zu lesen, geschweige denn, anderen Hobbies nachzugehen.
Mal eine Freundin besuchen? Alle paar Monate mal nachmittags einen Kaffee.... mehr ist nicht drin.

So, vielleicht habt ihr ja Ideen, wie ich den kleinen Kerl abends im Bett halten und für Ruhe sorgen kann?

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14. November 2012 um 4:51


ich glaube du bist einfach sehr frustriert und überarbeitet und merkst gar nicht das dein sohn dabei auf der strecke bleibt. du aber auch. es hört sich nicht so an als würdet ihr viel zwischen schule und schlafenszeit unternehmen oder überhaupt gemeinsam die zeit verbringen. du bist wahrscheinlich am arbeiten ,während er sich selbst beschäftigen muss. er ist noch ein kind und kann das noch nicht verstehen. nimm dir zeit und bring ihn abends ins bett. er bettelt ja grade um aufmerksamkeit und liebe. ich verstehe das du schauen musst ,wie ihr finanziel über die runden kommt. vielleicht gibts andere berufliche möglichkeiten? bist du selbstständig? kannst du dir die zeit nicht besser oder anders einteilen, so das du etwas mehr zeit für deinen sohn hast? was wäre daran verkehrt ,wenn du früher schlafen gehst, dafür morgens dann früher aufstehst? was für ein job ist das? arbeitest du von früh morgens bis spät abends?

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15. November 2012 um 9:55


er ist noch ein kind und braucht sehr wohl noch nähe. vielleicht nicht unbedingt so viel das sie zusammen in einem bett schlafen und stundenlang kuscheln... aber auch ein 10jähriger kann noch täglich in den arm genommen werden und auch ängste haben. für mich hört sich die treadstellerin sehr frustriert an,sie erwartet das der junge verständnis für die finanzielle lage und die viele arbeit der mutter hat. im gegenzug hat sie aber kein verständnis wenn er was fordert.sie als erwachsene und mutter ist gefordert dem jungen verständnis entgegen zubringen und nicht umgekehrt. es hört sich so an als wär kein geld für vereine oder sonstige dinge die ein kind so braucht vorhanden. nicht nur ihr gehts schlecht ,ihm anscheinend ja auch. sie als erwachsene muss es nehmen wie es ist und das beste draus machen. ein 10jähriger junge ist noch gar nicht soweit und fühlt sich sicher ungeliebt und unerwünscht,zumindest vermittelt sie ihm das.
es ist dringend erforderlich sich hilfe von aussen zu holen, sei es auch nur finanzielle hilfe. für mich hört sich das an ,als würden sie unterm mindestsatz leben... hat sie anspruch auf hartz4?dann würde ich das als erstes mal beantragen. klar muss man als selbstständige selbst und ständig arbeiten. aber von morgens bis abends? ist sie richtig organisiert? dann würde ich mir überlegen ob die selbstständigkeit überhaupt sinn macht... wenn man grad mal soviel verdient um über die runden zu kommen. für mich hört sich das nämlich so an ,als würde sie nicht mehr verdienen als eine kassiererin in teilzeit. dann vielleicht doch besser wieder die selbstständigkeit aufgeben und sich einen normalen job suchen. sie arbeitet zwar von zuhause aus ,ist also immer da,aber nicht für ihren sohn.wie gesagt ich hab vollstes verständnis für sie, aber der junge kann da auch nichts für.

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19. November 2012 um 9:55

Ich hatte schon befürchtet,
dass es hier heißt, der arme Kerl kommt zu kurz usw.
Ich habe schon viele Mütter gehört, die gestaunt haben, dass mein Kind bereits im 1. Schuljahr (nach den ersten, den Wintermonaten) alleine zur Schule gegangen ist - andere werden jetzt im 4. SJ noch gebracht und abgeholt. Auch, dass mein Kind öfters alleine ein paar Kleinigkeiten einkaufen geht, ist heutzutage anscheinend nicht mehr normal. Die einen Mütter gehen arbeiten, andere betüddeln Ihr Kind bis zum Gehtnichtmehr. Aber es sollen schließlich selbständige, eigenverantwortliche Menschen daraus werden. Schön, dass scheinbar wenigstens eine Mutter verstanden hat, dass es nicht immer nur Mangel an Aufmerksamkeit ist, wenn ein Kind sich querstellt....

Natürlich bin ich nicht die ruhe selbst und fühle mich stellenweise mal überfordert, dass dürfte aber bei einer arbeitenden, alleinerziehenden Mutter doch wohl eher zur Regel gehören als zur Ausnahme. Wenn ich dann in der derzeitigen Situation mal durch den Schlafmangel und die fehlende Ruhe am Rande der Verzweiflung lande, dürfte dies doch wohl verständlich sein. Hilfe von außen brauche ich höchstens in Form von guten Ideen und Ratschlägen - deshalb bin ich ja hier.

Mein Kind ist 10, keine 3. Er kennt mehr als nur die Grundrechenarten, hat bereits im Kindergarten gelernt, dass es richtig arme Kinder auf der Welt gibt.
Aber Verständnis für unsere knappe finanzielle Lage (einiges mehr als Hartz IV haben wir auf jeden Fall!!) soll er nicht aufbringen müssen? Das muss er, das kann er und das tut er auch! (Mein Kind hat nämlich auch viele tolle Seiten!)

Letztes Jahr hat er sein Taschengeld beim RTL-Spendenmarathon gespendet, weil er fast weinen musste, als er die armen Kinder gesehen hat.
Er selbst kommt auch keineswegs zu kurz, da er immer der erste ist, der alles bekommt, was er braucht und auch noch tolle Paten hat, die ihm vieles ermöglichen.

Andere Mütter, die ich kenne, gehen ständig arbeiten, da sind die Kinder den ganzen Tag in der Betreuung. Ich selbst habe ich mich damals extra selbständig gemacht, damit ich meine Zeit frei einteilen kann und für mein Kind da bin (ganz abgesehen davon, dass Sekretärinnen-Stellen nicht gerade auf alleinerziehende Mütter warten).
Natürlich kann ich mir - genausowenig wie andere arbeitende Mütter, den ganzen Nachmittag frei nehmen, aber ich bin zuhause, mein Sohn darf sich auch hier verabreden und ich kann mich zwischendurch kümmern, Essen machen, notfalls kurz helfen udgl. Da ich diese Zeit von der Arbeitszeit abzwacke, muss ich natürlich auch abends oft noch arbeiten, ansonsten ist ja mein restlicher Haushalt auch noch zu erledigen, der macht sich schließlich nicht alleine. Wenn ich den ganzen Tag außer Haus wäre, müsste ich den ja auch abends noch machen. Wieso sollte ich dann so viel mehr Zeit haben??

Ich hätte gerne Ideen, wie ich mein Kind gewaltfrei dazu bringen kann, abends mit einem kleinen Licht beizeiten zu schlafen und Ruhe zu geben, da die bisherigen Konsequenzen wie Fernseh- und computerverbot (da diese Medien bekanntlich schlecht für die innere Ruhe sind), nichts gebracht haben, obwohl ihn das natürlich sehr ärgert.
Bei seinen Paten, bei denen er alle paar Monate mal übernachtet, hat er jedenfalls kein problem, mit nur einem kleinen Licht sogar alleine auf der Etage einzuschlafen und dort auch die ganze nacht in seinem eigenen Bett zu schlafen. Das nächtliche Kuscheln kommen hat er dort schon vor mehr als einem Jahr aufgehört. Es sollte also doch gehen.
Aber was mache ich, wenn er sich hier trotz aller Konsequenzen oder auch in Aussicht gestellter Belohnungen weigert und sich bis fast in die Hysterie hineinsteigert??? Das ist ja auch eine Frage, die jeden anderen Bereich betreffen könnte: Was mache ich, wenn alle Konsequenzen oder Belohnungen wirkungslos sind???

Also bitte keine Grundsatzdiskussionen mehr, wieviel aufmerksamkeit ein Kind braucht (bzw. haben möchte!!) o.ä., denn das wäre bei jedem Kind unterschiedlich und würde vermutlich bei dem ein oder anderen dazu führen, dass Mama Ihren Job an den Nagel hängen und von Hartz IV leben müsste.

Ich hoffe, jetzt fühlt sich niemand auf den Schlips getreten, ich weiß, dass hier alle nur helfen wollen; Und danke schonmal für die Antworten.

Lg

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19. November 2012 um 11:14

Ach ja....
... wann das angefangen hat:
gleich nach der Geburt! Obwohl ich ihn die erste Nacht nach dem Notkaiserschnitt auf der Säuglingsstation lassen wollte, damit ich mich erholen kann, kam die Stationsschwester rein und brachte ihn mir mit den worten: der gibt keine Ruhe.
Bei mir war mein Kind friedlich!
Sobald ich ihn mal kurz ins Säuglingszimmer gebracht habe, weil ich duschen wollte o.ä., hat mein Kind das ganze Zimmer zusammengebrüllt. Bei mir wars dann wieder gut... (Soviel zu "das ist anerzogen")

wenn er gerade ein wenig gelernt hatte, alleine einzuschlafen, musste ich wieder an seinem Bett wachen oder mit ihm ins Krankenhaus, weil er Pseudo-Krupp oder Asthma-Anfälle hatte und so war es wieder vorbei mit "alleine".

Seit zwei bis drei Jahren haben wir weitestgehend Ruhe mit den Asthma-Anfällen, aber das Einschlafen Ohne Licht und weit offener Tür klappt höchstens zwischendurch mal. Warum es mal geht und meist nicht? Keine Ahnung!!

Liebe bekommt er jedenfalls reichlich.... bin zwar keine Übermutter, aber durchaus bereit, mir notfalls ein Bein für ihn auszureißen. Sofern ich zwischendurch Kraft dafür schöpfen darf...

So, jetzt aber Schluss des Romans...

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19. November 2012 um 19:43


Ich würde an die ganze Situation anders rangehen. Du vermischt meiner Meinung nach nämlich verschiedenes, was eigentlich gar nichts miteinander zu tun hat.

Wenn ich das richtig verstanden habe möchtest du vor allem mehr Privatsphäre und Zeit für dich. Und dazu soll dein Sohn am besten abends früh schlafen. Das funktioniert so aber nicht. 22 Uhr finde ich zum Einschlafen schon ok in dem Alter. Wenn er früher nicht müde ist und mit dem Schlaf, den er so bekommt gut auskommt, wieso sollte er dann früher einschlafen?
Ich würde eher versuchen, den Abend so zu gestalten, dass ihr beide euch erholen könnt bevor es dann ins Bett geht. Wie wärs, wenn du ihn ins Bett bringst und es ihm dann aber offen lässt, ob er schon schlafen mag oder nicht. Mit der Bedingung, dass dann "Mamazeit" ist. Er kann sich doch ruhig zu dir aufs Sofa kuscheln, wenn du noch was am Fernsehen gucken magst. Oder wenn du ein Buch liest kann er sich still zu dir legen. Mach schon deutlich, dass du auch Zeit für dich brauchst, genau wie er freie Zeit für sich braucht. Aber schiebe ihn dabei nicht ins Bett ab. Ihr müsst beide lernen, dass du auch Zeit für dich haben darfst, wenn er wach ist.

Die andere Sache ist das alleine Schlafen. Da würde ich gar nichts dran ändern außer was bequemes anschaffen, auf dem ihr beide gut schlafen könntet. Vielleicht einfach noch ne Matratze auf den Boden dazu? Ist nunmal so, dass Menschen gerne bei anderen Menschen schlafen. In meinem Umfeld kommt die Mehrheit der Kinder zu ihren Eltern ins Bett, nur störts die meisten nicht, wenn genug Platz da ist. Aber Platz kann man ja irgendwie schaffen. Hauptsache ihr bekommt genug Schlaf.

Eure Wohnsituation ist natürlich zusätzlich belastend. Dazu kommt, dass du ja durch die Heimarbeit gar nicht wirklich raus und unter Leute kommst. Ich glaube das belastet dich vielleicht mehr, als du dir eingestehen magst. Für mich klingt es zumindest, als würdest du hauptsächlich deine eigenen (engen) vier Wände sehen. Ich würde da am ehesten ansetzen und mich eventuell nach Alternativen umsehen.

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19. November 2012 um 21:14
In Antwort auf ning_12686706

Ich hatte schon befürchtet,
dass es hier heißt, der arme Kerl kommt zu kurz usw.
Ich habe schon viele Mütter gehört, die gestaunt haben, dass mein Kind bereits im 1. Schuljahr (nach den ersten, den Wintermonaten) alleine zur Schule gegangen ist - andere werden jetzt im 4. SJ noch gebracht und abgeholt. Auch, dass mein Kind öfters alleine ein paar Kleinigkeiten einkaufen geht, ist heutzutage anscheinend nicht mehr normal. Die einen Mütter gehen arbeiten, andere betüddeln Ihr Kind bis zum Gehtnichtmehr. Aber es sollen schließlich selbständige, eigenverantwortliche Menschen daraus werden. Schön, dass scheinbar wenigstens eine Mutter verstanden hat, dass es nicht immer nur Mangel an Aufmerksamkeit ist, wenn ein Kind sich querstellt....

Natürlich bin ich nicht die ruhe selbst und fühle mich stellenweise mal überfordert, dass dürfte aber bei einer arbeitenden, alleinerziehenden Mutter doch wohl eher zur Regel gehören als zur Ausnahme. Wenn ich dann in der derzeitigen Situation mal durch den Schlafmangel und die fehlende Ruhe am Rande der Verzweiflung lande, dürfte dies doch wohl verständlich sein. Hilfe von außen brauche ich höchstens in Form von guten Ideen und Ratschlägen - deshalb bin ich ja hier.

Mein Kind ist 10, keine 3. Er kennt mehr als nur die Grundrechenarten, hat bereits im Kindergarten gelernt, dass es richtig arme Kinder auf der Welt gibt.
Aber Verständnis für unsere knappe finanzielle Lage (einiges mehr als Hartz IV haben wir auf jeden Fall!!) soll er nicht aufbringen müssen? Das muss er, das kann er und das tut er auch! (Mein Kind hat nämlich auch viele tolle Seiten!)

Letztes Jahr hat er sein Taschengeld beim RTL-Spendenmarathon gespendet, weil er fast weinen musste, als er die armen Kinder gesehen hat.
Er selbst kommt auch keineswegs zu kurz, da er immer der erste ist, der alles bekommt, was er braucht und auch noch tolle Paten hat, die ihm vieles ermöglichen.

Andere Mütter, die ich kenne, gehen ständig arbeiten, da sind die Kinder den ganzen Tag in der Betreuung. Ich selbst habe ich mich damals extra selbständig gemacht, damit ich meine Zeit frei einteilen kann und für mein Kind da bin (ganz abgesehen davon, dass Sekretärinnen-Stellen nicht gerade auf alleinerziehende Mütter warten).
Natürlich kann ich mir - genausowenig wie andere arbeitende Mütter, den ganzen Nachmittag frei nehmen, aber ich bin zuhause, mein Sohn darf sich auch hier verabreden und ich kann mich zwischendurch kümmern, Essen machen, notfalls kurz helfen udgl. Da ich diese Zeit von der Arbeitszeit abzwacke, muss ich natürlich auch abends oft noch arbeiten, ansonsten ist ja mein restlicher Haushalt auch noch zu erledigen, der macht sich schließlich nicht alleine. Wenn ich den ganzen Tag außer Haus wäre, müsste ich den ja auch abends noch machen. Wieso sollte ich dann so viel mehr Zeit haben??

Ich hätte gerne Ideen, wie ich mein Kind gewaltfrei dazu bringen kann, abends mit einem kleinen Licht beizeiten zu schlafen und Ruhe zu geben, da die bisherigen Konsequenzen wie Fernseh- und computerverbot (da diese Medien bekanntlich schlecht für die innere Ruhe sind), nichts gebracht haben, obwohl ihn das natürlich sehr ärgert.
Bei seinen Paten, bei denen er alle paar Monate mal übernachtet, hat er jedenfalls kein problem, mit nur einem kleinen Licht sogar alleine auf der Etage einzuschlafen und dort auch die ganze nacht in seinem eigenen Bett zu schlafen. Das nächtliche Kuscheln kommen hat er dort schon vor mehr als einem Jahr aufgehört. Es sollte also doch gehen.
Aber was mache ich, wenn er sich hier trotz aller Konsequenzen oder auch in Aussicht gestellter Belohnungen weigert und sich bis fast in die Hysterie hineinsteigert??? Das ist ja auch eine Frage, die jeden anderen Bereich betreffen könnte: Was mache ich, wenn alle Konsequenzen oder Belohnungen wirkungslos sind???

Also bitte keine Grundsatzdiskussionen mehr, wieviel aufmerksamkeit ein Kind braucht (bzw. haben möchte!!) o.ä., denn das wäre bei jedem Kind unterschiedlich und würde vermutlich bei dem ein oder anderen dazu führen, dass Mama Ihren Job an den Nagel hängen und von Hartz IV leben müsste.

Ich hoffe, jetzt fühlt sich niemand auf den Schlips getreten, ich weiß, dass hier alle nur helfen wollen; Und danke schonmal für die Antworten.

Lg

Du möchtest eine lösung
die dir passt...
du hast doch augenscheinlich auch alles und es geht dir trotzdem nicht gut.
klar der junge muss sich zufrieden geben mit dem was du ihm gibst.... schliesslich versteht er ja alles.
erinnerst du dich an die zeit wo du 10warst? warst du das "perfekte" kind?

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20. November 2012 um 8:29
In Antwort auf leslie_12894692


Ich würde an die ganze Situation anders rangehen. Du vermischt meiner Meinung nach nämlich verschiedenes, was eigentlich gar nichts miteinander zu tun hat.

Wenn ich das richtig verstanden habe möchtest du vor allem mehr Privatsphäre und Zeit für dich. Und dazu soll dein Sohn am besten abends früh schlafen. Das funktioniert so aber nicht. 22 Uhr finde ich zum Einschlafen schon ok in dem Alter. Wenn er früher nicht müde ist und mit dem Schlaf, den er so bekommt gut auskommt, wieso sollte er dann früher einschlafen?
Ich würde eher versuchen, den Abend so zu gestalten, dass ihr beide euch erholen könnt bevor es dann ins Bett geht. Wie wärs, wenn du ihn ins Bett bringst und es ihm dann aber offen lässt, ob er schon schlafen mag oder nicht. Mit der Bedingung, dass dann "Mamazeit" ist. Er kann sich doch ruhig zu dir aufs Sofa kuscheln, wenn du noch was am Fernsehen gucken magst. Oder wenn du ein Buch liest kann er sich still zu dir legen. Mach schon deutlich, dass du auch Zeit für dich brauchst, genau wie er freie Zeit für sich braucht. Aber schiebe ihn dabei nicht ins Bett ab. Ihr müsst beide lernen, dass du auch Zeit für dich haben darfst, wenn er wach ist.

Die andere Sache ist das alleine Schlafen. Da würde ich gar nichts dran ändern außer was bequemes anschaffen, auf dem ihr beide gut schlafen könntet. Vielleicht einfach noch ne Matratze auf den Boden dazu? Ist nunmal so, dass Menschen gerne bei anderen Menschen schlafen. In meinem Umfeld kommt die Mehrheit der Kinder zu ihren Eltern ins Bett, nur störts die meisten nicht, wenn genug Platz da ist. Aber Platz kann man ja irgendwie schaffen. Hauptsache ihr bekommt genug Schlaf.

Eure Wohnsituation ist natürlich zusätzlich belastend. Dazu kommt, dass du ja durch die Heimarbeit gar nicht wirklich raus und unter Leute kommst. Ich glaube das belastet dich vielleicht mehr, als du dir eingestehen magst. Für mich klingt es zumindest, als würdest du hauptsächlich deine eigenen (engen) vier Wände sehen. Ich würde da am ehesten ansetzen und mich eventuell nach Alternativen umsehen.

Danke.
Ich glaube, du hast weitestgehend recht. Ich werde versuchen, es etwas lockerer zu sehen. Und vielleicht schaffen wir es ja nächstes Jahr mal, einen Umzug anzugehen.
Mal sehen, wie's weiter läuft....

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