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Mir fehlt meine kleine Tochter so sehr

4. März 2011 um 18:25

Ich habe ein großes Problem, das mich seit Jahren sehr belastet und zu dem ich mich gerade über weibliche Antworten freue, weil mir dabei vor allem die Sichtweise einer Frau wichtig ist. Ich danke schon mal für Eure Aufmerksamkeit für diese ungewöhnliche Situation und Eure ehrliche Antworten

Wir kennen uns seit 8 Jahren, sind seit knapp 5 Jahren verheiratet und haben seit dreieinhalb Jahren eine wirkilich zauberhafte Tochter, die man einfach nur als Sonnenschein bezeichnen kann ... wirklich.

Das Problem ist, dass meine Frau (natürlich mit unserer Tochter) wie seit Beginn an noch immer fast 700 KM entfernt wohnt und ich sehe keine Hoffnung mehr, dass wir jemals eine gemeinsame Ehe führen und der Kleinen eine normale Familie bieten können.

Bereits zu Anfang hatte ich ihr ohne jeden Zweifel gesagt, dass ich nie dort wohnen kann und werde, wenn es mal ernst mit uns beiden werden sollte. Etwa das ganze erste Jahr lang hatten wir uns nur in Hotels getroffen, weil sie mich "wegen unseres Altersunterschiedes" (bin gut 40 und 11 Jahre älter als sie) ihren Eltern nicht vorstellen wollte.

Nachdem ich dann sebst den Kontakt zu ihren Eltern gesucht hatte, hat sich unserer Beziehung normalisiert. Es stellte sich dabei heraus, dass sie noch immer bei Ihren Eltern wohnte, was dazu führte, dass jedes Treffen dort in deren kleinen Wohnung stattfinden musste.

Ihre Besuche hier bei mir waren damals schon sehr selten und dauerten wegen ihrer engen Verbindung zu ihren Eltern niemals länger als eine Woche, doch waren es meist schöne Zeiten, sodass sich unsere Beziehung festigte. Doch die ganze Zeit bis heute war sie oft sehr eingensinnig, wollte oft ihren Willen durchsetzen und zeigt mir nur selten die Rücksichtnahme, Unterstützung, den Zusammenhalt und die Zuneigung, die sich jeder Mann von seiner Frau wünscht. Als Mann sich fühlen und behandelt werden ...

Fast jeder Versuch von mir, mit ihr über unserer Probleme zu reden ignorierte und blockte sie ab, sie verschloss sich total bzw. hielt ihr Verhalten bis heute für richtig und normal.
Meine direkten Gesprächsversuche über wirklich wichtige Partnerschaftsangelegenheiten gingen fast immer total ins Leere bei ihr. Ich weiß bis heute nicht, ob sie tatschlich von ihrem jahrelangen Verhalten überzeugt war (sie erwartete ständig Zuneigung, Anstrengungen, Bemühen, und alles was sich eine Frau zurecht wünscht - war jedoch selbst dazu nicht bereit .. sie war niemals zu meinen Geburtstagen hier obwohl sie das für sich natürlich "wünschte" etc.) oder ob sie aufgrund ihrer Kindheitheitserlebnisse (Probleme bei ihren Eltern) einfach gefühlsmäßig total verschlossen.

Normalerweise beklagt Ihr Frauen Euch verständlicherweise darüber, dass der Mann oft nie reden und zuhören will .. bei uns war jahrelang genau anders herum. Sie hatte mich dadurch - bewusst oder unbewusst - gefühlsmäßig oft regelrecht ausgehungert und trotzdem redete sie irgendwann verstärkt von Hochzeit. Dieses wurde immer intensiver, und weil unsere Bezeihung sich besserte, hatten wir uns auf eine Perspektive geeinigt und vorgenommen, mit der Hochzeit eine richtige Zukunft zu haben. Ich habe Ihren zahlreichen Versprechungen und guten Worten vertraut. Mit einem gemeinsamen Kind hatte sie sich vorgenommen, ihre "total enge" Verbindung zu ihren Eltern überwinden zu können. Ich sagte ihr oft, dass wir damit eine sehr große Verantwortung auf uns nehmen würden.

Wir haben dann diese zauberhafte Tochter mit der klaren Vereinbarung und Perspektive bekommen, gemeinsam hier zu wohnen. Ich kaufte ein Haus, das umfangreich saniert werden musste, ich wechselte meinen zeitaufwändigen in einen viel familienfreundlicheren Job .. doch sie verzögerte den Umzug wochen-, monate- und jahrelang, so dass bis heute mit unserer Tochter bei ihren Eltern in ihrem früheren Kinderzimmer "wohnt".

Verständlicherweise wuchsen die Spannungen, da man dort nie Privatsphäre hatte und ihre Besuche hier mit der Kleinen auf NULL gesunken sind. Pfingsten 2010 kam es zu großen Krach mit ihrer Schwiegermutter und deswegen meint meine Frau, nicht mehr hier her kommen zu wollen und die Kleine hier von mir und all ihren Verwandten fern zu halten zu können. Die Kleine fühlte sich hier immer sehr wohl, doch bei Streitereien leidet sie natürlich.

Bei den Besuchen dort versucht sie sogar seit einiger Zeit zu verhindern,dass ich mit meiner Tochter allein etwas unternehme - schöne gemeinsame Unternehmungen zu dritt wären mir natürlich lieber, doch meine Frau verhindert oft sogar Dinge, die der Kleinen (schwimmen gehen, toben im Spieleparadies etc.) und mir immer sehr gefallen haben. Sie sagte, ich würde sie "negativ beeinflussen" wenn ich ihr mitteile, dass alle Verwandten hier sie auch sehr lieben und vermissen.

Meine Tochter hat ein sehr sehr inniges Verhältnis zu mir, sie versteht und leidet immer mehr unter den ständigen Trennungen von ihrem Vater ... ich leide noch mehr darunter, weil sie meine Tochter und ein wirklicher Engel ist. Mir ist es deswegen auch völlig unverständlich, wie ein Vater sein Kind vernachlässigen kann.

Ich war nie perfekt aber immer mit guter Absicht gewesen, mein Verhalten trübte sich dadurch ein, was ich jahrelang erleben musste, sodass ein Umzug für mich irgendwann (einen Umzug nach den ersten 3 Babyjahre hier hatte ich ihr irgendwann ehrlich zugesagt) gar nicht mehr infrage kam, da ich dann vermutlich vom Regen in die Traufe gekommen wäre.

Ich weiß nicht, ob sie mich so behandelt und mir die Kleine vorenthalten hatte nur weil ich nicht umgezogen bin, ob sie mich mit meiner großen Liebe zu meiner Tochter quasi dazu zwingen will oder ob sie nur aufgrund ihrer Verschlossenheit Angst vor sich selbst, unserer Ehe und Familie sowie den damit zwingend notwendigen Veränderungen hat.

Ich habe es wirklich hunderte Male versucht, behutsam mit ihr über unsere Probleme zu reden und genauso oft vergebens. Ich weiß nicht, ob es Egoismus, Sturheit und Rücksichtslosigkeit oder nur Unerfahrenheit bzw. Unsicherheit war, warum ihr Verhalten so unnormal war.

Deswegen wäre es schön, wenn ich die dazu neutrale weibliche Sicht der Dinge lesen könnte, denn man sieht es selbst meist nur durch die eigene Brille ...

... ich weiß nicht, wie und wann ich meine über alles geliebte Tochter mal wieder bei mir haben kann, außer gleich morgen zum Familiengericht zu laufen, denn das wäre wohl das letzte Mittel für mich.

Ich würde mich über weibliche Tipps freuen, wie man evtl. wieder den Draht zu ihr bekommen könnte oder notfalls wie die übliche/bekannte Umgangsregelung bzw. -praxis bei einem so weit entfernten Kind ist.

Ach ja ... es gab nie eine andere Frau, denn ich wollte mich auch nie wegen einer anderen Frau von ihr trennen und die Familie meiner Tochter beenden ... es lag immer nur an ihrem Verhalten.

Danke fürs lesen

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6. März 2011 um 10:59

Jugendamt und Sorgerecht ?
Ich habe jahrelang versucht, sie von einer Ehe- oder Familienberatung zu überzeugen, obwohl auch das normalerweise nur von Euch Mädels angeschoben wird.

Egal ob Pro Familia, Jugendamt oder egal sonstwo ... sie hat bislang alles abgelehnt, das sei nicht notwendig und ich sollte die Kleine nicht in einen "Ämter-Krieg" ziehen.

Da ich noch nicht bei Familiengericht war, konnte das Sorgerecht auh noch nicht geklärt werden. Als vereharteter Vater tehen mitr doch die gleichen Recht wie sie zu ...oder ?

Die Kleine ist ganz verrückt nach mir und ich nach ihr ... sie hätte es immer gut in meiner Nähe und der ihrer Verwandten hier. Also gibt es keinen Grund, sie mir irgendwie wegehmen oder entziehen zu wollen und dürfen.

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8. März 2011 um 19:22

Danke für Deinen Beitrag ... und all die anderen Beiträge
.. denn es ist schön zu lesen, dass man bei sowas auch von Euch Mädels Verständnis und Unterstützung bekommt ...

Meine bisheriges "Geduld" und Zögern war natürlich mit der Hoffnung verbunden, der Kleinen doch noch eine normale Familie zu ermöglichen, in der sie glücklich aufwächst und mitbekommt, wie Mann und Frau miteinander umgehen sollten ... damit man miteinander glücklich werden kann.

Mir ist auch manchmal der Kragen geplatzt, jedoch wurde ich niemals handgreiflich. Streit und "auf den Tisch hauen" kam schon mal vor, doch andere Männer wären wohl längst ausgerastet oder hätten sonstwas gemacht.

Auch wenn man sich im Recht fühlt und denkt, normale und notwendige Ideale und Verhaltensweisen zu leben und zu erwarten, so leiden doch stets die Kinder unter solch komplett überflüssigen Streitereien ... sowas ist dann natürlich doppelt schade.

Ich habe es auch deswegen solange mitgemacht, weil ich denke, dass sie eigentlich in einer Art Schneckenhaus gefangen ist und sich nicht so verhalten und äußern kann, wie sie tatsächlich fühlt und sich verhalten möchte. Doch was soll Mann machen, wenn die Partnerin in Partnerangele-genheiten quasi beratungsresistent ist ?

... als Mutter ist sie dagegen sehr verantwortungsbewusst (abgesehen von der "Wohnsituation") und engagiert, sie erzieht die Kleine sehr gut ... obwohl mein Engelchen schon immer ein sehr pflegeleichtes, unkompliziertes, fröhliches, aufgewecktes, offenes und herzliches Kind war ... ein regelrechter Sonnenschein.

Sie versucht vermutlich ein perfekte Mutter zu sein, in dem sie jedes Toben und Quatsch machen der Kleinen zurückfahren möchte, als Ausgleich für die Vernachlässigung Ihrer Rolle als Ehefrau. Bei mir darf die Kleine natürlich mehr und wir haben es stets genossen, oft stundenlang im Spieleparadies herumzutoben.

Ich kam mir jahrelang oft als Psychologe vor, der sich in ihre und die Gedanken anderer hineinversetzen musste, warum sich manche Personen so unnormal verhalten hatten. Diese ganze Beziehungsarbeit um die Knüpfung und Wiederher-stellung von Familienbindungen (ist doch normalerweise der Job von Euch Mädels) kam bei mir zusätzlich zur Rolle als Ehemann und Vater natürlich noch dazu, mit allen Erwartungen an mich in Sachen Liebe, Zärtlichkeit und alles was sich eine normale Ehefrau mit allem Recht wünscht und erwartet.

Meine Kleine weiß und spürt, dass sie mein Engelchen ist und es auch immer sein wird. Das gibt mir eine innere Freude und Bestigung, dass ich auch ihr als normaler Ehefrau ein guter Ehemann wäre ... nobody is perfect, doch da bin ich mir sicher.

Wie kann man einer erwachsenen Frau begreiflich machen, was normal und was unnormal ist, was ein Ehemann von ihr erwarten kann, dass das Kind Mutter UND Vater braucht ... und so vieles mehr ...

Habt Ihr Erfahrung darüber, wie Umgangsregelungen mit großer Entfernung ablaufen ? Ob ich die KIeine schon in Ihrem Alter ein paar Tage - notfalls auch ohne Mutter - hier zu mir bekomme ?

Danke

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