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Mich interessiert eure Meinung zu Erziehungsfragen!!!

31. Mai 2006 um 16:31 Letzte Antwort: 6. Juli 2006 um 15:44

Hallo!
Hab mich gerade angemeldet, weil ich heute zufällig hier gelandet bin, und ich den Aufbau ganz gut finde...
Ich beschäftige mich beruflich (Weiterbildung) und privat mit Erziehung und Erziehungsfragen und bin immer wieder auf der Suche nach neuen Lösungen und Ideen zum Zusammenleben mit Kindern. Ich würde mich sehr freuen über ein paar Meinungen, Lösungsvorschlägen, Tipps zu folgenden Themen...

Thema: Zusammenräumen
Wie haltet Ihr es so im Allgemeinen mit dem Zusammenräumen von Spielsachen im Kinderzimmer oder im Wohnzimmer (da stört es mich schon mehr, wenn ständig Chaos ist)... ab welchem Alter kann man das von einem Kind verlangen, dass es selbst aufräumt, bzw. wie kann man das dem Kind schmackhaft machen, wenn es sich weigert?

Thema: nach Hause gehen vom Spielplatz
das Kind (4 Jahre) ist extrem aufgeweckt, und es gibt jedes Mal Ärger wenn es ums nach Hause gehen geht... ich bin mit meiner kreativität schon am ende...was fällt euch ein?

Thema: Streit mit Gleichaltrigen
Oft kriegt man nicht mit wer jetzt wem was weggenommen hat/ oder wer was als erste(r) hatte... wie könnte ich da vorgehen um keinen beschuldigen

Thema: Stress bei den Hausaufgaben
Das Kind (8 Jahre, 2. Klasse)ist nicht unbedingt begeistert wenn es um Hausaufgaben geht,schiebt es hinaus... er bemüht sich gar nicht richtig, schreibt nicht schön... ich hab bald keine Nerven mehr... manchmal bestehe ich darauf, dass er etwas noch einmal schreibt, aber da mache ich mich erst recht unbeliebt...?

Uuups - jetzt hab ich erst gesehen, wieviel ich schon geschrieben hab.. ich hoffe es hatte jemand so viel geduld, um bis hierher zu lesen.

Würde mich über eine Antwort freuen!

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31. Mai 2006 um 16:41

Aufräumen ....
Aufräumen sollte doch ein abenteur sein für das kind oder?
Ich mein, mein Sohn ist 19 Monate, er freut sich jedesmal, wenn
er mit mir zusammen geschirr wegstellen kann und gibt sich
alle mühe es richtig zu machen und lobe ihn natürlich auch dafür.
Kinderzimmer aufräumen machen wir auch gemeinsam,
das aber mehr spielzeug im rest der wohnung verteilt rumfliegt stört
mich nicht. Wenn ich ein Kind habe, weiss ich, dass es seinen "spieltrieb" nicht
nur im kinderzimmer auslebt.
Also wird da jeden abend geschaut wo was ist und das räumen wir dann
zusammen ins kinderzimmer. ich leg es ins kinderzimmer, er schmeisst es
und macht sich direkt auf den weg und holt noch verborgene schätze
aus den unmöglichsten winkeln um sie mir zu bringen.
Danach räumen wir im kinderzimmer soweit alles in seine kisten.
Da muss er nicht mehr auf die ordentlichkeit achten und kanns
einfach in die kiste schmeissen. Umso mehr krach es macht, umso lustiger ist
das spiel.

Über die anderen dinge kann ich nichts sagen, da mein sohn, wie erwähnt erst 19 monate
ist. Somit werd ich diese erfahrungen erst noch sammeln müssen.

LG Janine2211

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31. Mai 2006 um 19:54

Kommt auch auf das Alter des Kindes an
Also, ich habe eine 6-jährige Tochter. Manche Probleme tauchen da natürlich noch nicht auf (Hausaufgaben).

Aufräumen
Seit dem sie in den Kindergarten geht, habe ich meistens das Zimmer mit ihr zusammen aufgeräumt. Wobei ich natürlich 98% der Dinge erledigt habe und ihr eine bestimmte Aufgabe zugewiesen habe, die sie leicht bewältigen konnte. Z.B. Wäsche in die Tonne bringen, Legos in die Kiste räumen. Es geht auch eigentlich nicht darum, dass ich nicht die ganze Arbeit allein muss, sondern dass sie das Gefühl hat, geholfen zu haben. Allein wäre es für mich wohl viel schneller gegangen.

Spielplatz
Ich hatte dieses Problem eigentlich nie. Bei uns lief es immer so: Wenn es langsam zum Ende ging, habe ich gesagt, dass sie jetzt noch mal schaukeln oder rutschen oder klettern darf und wir dann nach Hause gehen. Meistens habe ich es so früh angekündigt, dass sie alles noch einmal machen durfte und wir dann gegangen sind. Ich habe aber auf dem Spielplatz schon oft beobachtet, dass Mütter die Kinder plötzlich aufgefordert haben, sofort zu kommen, da sie nach Hause wollen. Da ist Theater eigentlich vorprogammiert.

Streit
Bei uns hat es eigentlich immer am besten geklappt, wenn ich gefragt habe, was jedes Kind möchte und wir dann gemeinsam einen Kompromiss gefunden haben. Z.B. A: Ich möchte malen
B: Ich möchte aber Pferd spielen
A: Du bist doof, wenn du nicht mit mir malst, spiele ich gar nicht mehr mit dir
B: Mir doch egal, du bist auch doof usw, usw

Ich: Vielleicht ist es am besten, wenn ihr zuerst was malt und dann Pferd spielt. Ich gucke auf die Uhr, zehn Min. malen, dann Pferd usw.

Es kommt natürlich auch immer auf das Kind an, aber so hat es bei uns immer gut geklappt. Upps, jetzt ist es bei mir auch ziemlich lang geworden.

Viele Grüße
awjg

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31. Mai 2006 um 23:54

Ok... ich beschreib dann Mal meinen Alltag
Zusammenräumen:

Mit meiner 3-Jährigen ein Debakel. Meistens räume ich allein und sie tut als wenn sie aufräumt und spielt.... Naja, sie ist noch klein. Ich schwöre mir, wenn sie älter ist werde ich konsequenter. Dafür darf sie, sooft sie es freiwillig möchte, im Haushalt helfen: Tisch aufdecken, abräumen, Wäsche aufhängen, Staub wischen. Das sind die "arbeiten" die ihr Spaß machen und wenn sie freiwillig kommt, wäre es sicher ein Fehler ihr im Weg zu stehen (Natürlich bekommt sie die Kindgerechten Sachen zugewiesen, wenn sie fragt)

Streit mit Gleichaltrigen:

Da muss sie allein durch. Ich werde nicht immer neben ihr stehen und sie verteidigen können. Sie soll von vorne herein lernen selbstbewusst und eigenständi Konflikte zu lösen. Natürlich kann sie sich trotzdem jederzeit bei mir aussprechen und sobald es zu Handgreiflichkeiten kommt, gehe auch bich dazwischen

Nach Hause gehen vom Spielplatz:

Bei uns gibt es dort wenig Probleme. Ich sage extra vorher Bescheid "In 10 Minuten gehen wir" "in 5..." "Jetzt nocheinmal rutschen, dann gehen wir zu/ nach...hause,einkaufen oder was auch immer)
Ich denke das hilft ihr sich auf die Situationen vorzubereiten

Hausaufgaben:

Naja davon habe ich noch keine Ahnung, aber rein in der Theorie (die wie ich weiß ja oft von der Praxis entfernt ist ) habe ich mir das so vorgestellt, das es eine feste Hausaufgabenzeit von...bis.. gibt
Bsp:
13 Uhr Schulschluß
13:30h: Mittagessen und reden (über die Erlebnisse)
14-15h: Hausaufgabenzeit, die komplett ausgefüllt wird, um Schnelligkeitsfehler und Schmiereien zu vermeiden. Wenn Zeit übrig bleibt mit Unterrichtswiederholung (natürlich mit Hilfe)
ab 15 h: freies Spiel oder Ausflüge etc...
Soweit die Theorie

Jeder nach seinem besten Wissen und Gewissen
Lg

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1. Juni 2006 um 13:54

Da Du
Dich beruflich mit Erziehung beschäftigst, müsste Dir eigentlich Rudolf Dreikurs ein Begriff sein. In seinem Buch "Kinder fordern uns heraus" findest Du auf alle Deine Fragen eine Antwort.

Weiterhin empfehle ich Dir Thomas Gordons "Familienkonferenz". In diesem Buch vorrangig interessant ist aktives und passives Zuhören, sowie niederlagslose Konfliktlösungsmethode.

War bei uns am der Schule sogar Pflichtlektüre und Prüfungsthema. Sowie Andreas Flittner "Konrad sprach die Frau Mama..." Hier geht es um gesunde Grenzsetzung beim Kind.

Wobei ich persönlich und mit der Erfahrung, die ich jetzt habe, Dir Dreikurs am ehesten empfehlen würde. Das Buch öffnet einem wirklich die Augen.


Viel Erfolg, Pennywise

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5. Juli 2006 um 11:23

Erziehungsfragen
wenn du mir versprichst, dich auf die richtige seite zu schlagen, dann hier meine wunderbar funktionierenden tips (bei meinen 3 kindern, und auch bei besuchskindern)

Aufräumen: null probleme, meine kinder lernten von anfang an das aufräumen... jeder so, wie er kann...

auch schon im zarten alter von etwa einem jahr...

mama macht vor, baby macht nach...

kindern vernünftig argumentieren... mein großer hilft den kleinen gerne, weil ich ihm seine vorbildfunktion schilderte und auch ihm erklärte, dass er ja schon groß ist, und es ihm leichter fiel, als seinen geschwistern...

die kids sind 11, 4, 3...

auch sagte ich ihm, dass wenn die kleinen größer sind sie das genauso tun würden...

bei uns gilt im normalfall: egal, wer was rausgeräumt hat - aufgeräumt wird zusammen, gleichzeitig anfangen, gleichzeitig fertig sein

wenn sie besonders toll aufgeräumt haben, gibt es eine kleine belohnung zum teilen...

da läuft es dann von alleine, fördert den zusammenhalt der geschwister..


spielplatz, ähnliches system...


ich kündige rechtzeitig an, dass wir bald gehen, lasse dann nochmal jedes kind das machen, worauf es lust hat...

erkläre, dass es morgen wieder zum spielplatz geht...


habe es noch nie gehabt, dass eins meiner kinder einen anfall bekommt, nur weil es nach hause geht....


Wer hat was angefangen, genommen oder ähnliches....

ich mache mir nicht die mühe, zu hinterfragen, wer es war... kinder haben doch ganz schnell den dreh raus, zu sagen: "nee, ich nich, sondern er..."

ich "ermahne" kollekiv ...

etwa: ich gehe ins kinderzimmer, wenn ich den streit und die unlösbarkeit höre, schaue sie alle drei an (dann weiß ich, wers war), sage kollektiv: wenn ihr euch nicht vernünftig einigt und euch abwechselt, nehme ich das spielzeug solange an mich, bis ihr euch geeinigt habt.

funktioniert immer... (bei neulingen ist vielleicht übung angesagt, bis die kinder merken um was es geht)


hausaufgaben: auch bei mir heikel... vor allem die schrift

habe es mit dem heiligen mittel der bestechung (süßes bei guter leistung) versucht, selbst dagegen ist ein 11 jähriger resistent

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6. Juli 2006 um 15:44

Konsequenz
Sicher steht in Büchern der ein oder andere gute Rat..
Aber haben wir immer die Zeit ein Buch aufzuschlagen und nachzuschauen, was wir jetzt sagen oder tun können??
Meistens wohl kaum. Außerdem sollte man die Erziehung nicht nach einem Buch richten.

Bei allem was Du sagst und tust musst Du konsequent bleiben.
Die Meisten machen den Fehler und drohen ihren Kindern mit Dingen, die sie nicht einhalten (können).
Das merken sich die Kleinen, denn das ist eine Eigenschaft, die sie schon ganz früh entwickeln.

Als Mutter machst Du Dich öfter unbeliebt, aber Deine Kinder lieben Dich trotzdem!

Und als Mutter solltest Du spontan sein. Den kleinen fallen manchmal die Besten Dinge ein - oft muss ich schmunzeln und mich wegdrehen, man sollte sich möglichst nicht anmerken lassen, dass man amüsiert ist, denn sonst machen sie das öfter.
Und eigentlich ist man in solchen Situation ja böse mit ihnen, was sie dann auch merken sollen.

Du kannst Kindern vieles an- und auch bis zu einem gewissen Grad abgeöhnen.
Jedoch das, was Kinder und auch Erwachsene schlussfolgern ist jahrelange Arbeit wieder hinzubiegen.

Also lass nicht den Molli mit Dir machen..
Bleib konsequent - auch auf die Gefahr hin, für eine kurze Zeit "unbeliebt" zu sein.

Alles Liebe

Thiara

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