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Meine Traumliebe und Ehe geht kaputt - wegen Stiefsohn

1. August 2012 um 11:00

Liebe Gofemin-Forum
Es ist der erste Beitrag den ich hier verfasse, Traurigkeit und Nicht-wissen-was-tun treiben mich dazu. Ich bin verzweifelt. Es wäre schön von Euch Ratschläge und Erfahrungen zu bekommen. Ich versuche Euch kurz mal meine Ausgangslage zu schildern:
- Bin jetzt 41 und seit anderthalb Jahren und auch zum ersten Mal verheiratet - eine Traumliebe beiderseits, deswegen aber auch stets sehr emotional und gefühlsgeladen.
- Mein Mann hat einen jetzt 8,5 jährigen Sohn, der bei der Mutter lebt.
- Wir leben in Frankreich, der Sohn hat VIER Monate Ferien pro Jahr (bis heute dachte ich nur drei, aber ich habe alle Tage ohne jegliche Feiertage gezählt), diese vier Monate verbringt er bei uns
- Das heisst nonstop, er geht während vier Monaten nicht zur Schule, mein Mann und ich gehen nicht in die Ferien, da ich fast das ganze Geld verdiene (verdienen muss, dies ist eine andere Geschichte). Wir leben bescheiden, aber schön auf dem Land mit eigenen Pferden, also doch sehr gut
- Der Sohn war von Anfang an hyperaktiv, anfangs verstand ich dieses "Aufmerksamkeitssysndrom" noch, dachte er muss sich an uns gewöhnen, will seinen Papa auch für sich alleine haben usw. Das zieht sich aber nun seit bald zwei Jahren ohne Ende hin. Sein Sohn mag mich sehr, inzwischen habe ich ihn auch etwas "erzogen", sodass es eigentlich mit dem Zusammensein wunderbar klappen könnte.

Nur: Er kann sich bis heute nicht mehr als eine Viertelstunde beschäftigen (das ist ein Rekord), wenn mein Mann zu mir kommt, kommt er dazwischen, umgekehrt auch bei mir. Dasselbe passiert aber auch, wenn andere Leute zu uns kommen, zu denen er keine Bindung hat. Oder er macht Lärm. Dasselbe passiert auch bei anderen Kindern. Letztes Jahr hatte ich in den Sommerferien Kinder eingeladen, die Kinder, die ihn kannten, haben sein Verhalten immer mal wieder abgelehnt. Es ist schwierig zu beschreiben, aber ich erlaube mir zu sagen, dass er mich HEUTE nur noch NERVT.Das ich mir wünsche, dass er überhaupt nicht mehr mein Haus betritt. Soweit bin ich nun, weil ich es nicht mehr aushalte.

Mein Mann sieht das Problem und gibt sich auch Mühe, aber es ändert sich nicht wirklich etwas. Ich habe inzwischen feste Schlafzeiten, Zeit zum Spielen, Zeit auch nur mit meinem Mann kurz am Abend etwas organisiert, aber ich kann nicht mehr umswitchen zu der Beziehung, die wir sonst haben:
- Eine höchst tiefe, romantische, auch leidenschaftliche Beziehung
- Eine Liebe, die extrem aber das schönste Geschenk unseres Lebens ist
- Wir machen fast alles zusammen (ein ander sagt: langweilig), sind glücklich dabei, leben fast ein wenig in Symbiose
- das heisst: 8 Monate im Jahr eine extreme Liebesziehung, vier Monate im Jahr das andere Extrem

Ich habe mich zuerst gefragt, nervt mich sein Sohn deswegen, weil ich nicht die Beziehung haben kann, die wir eigentlich haben. Ich sage klar nein, ich halte einfach kein Kind mehr aus, dass kaum stillsitzen kann, dass krankhaft überall immer im Mittelpunkt stehen will,das mich nur noch nervös macht, weil es ständig um einen herumbandelt. Wenn man es bittet, das Gespräch nicht zu unterbrechenm, wurstelt es zwei Meter hinter dir herum und macht Lärm.Ich beginne das Kind, dass ich wirklich lieben wollte, langsam zu hassen. Ich habe mit ihm zusammengespielt etc. , aber ich halte es heute nicht mehr aus.,

Diese Sommerferien habe ich ihm drei Wochen tagsüber ein Camp mit anderen Kindern ermöglicht, wir sahen uns morgens und abends. Alles ging gut. Nun warten weitere vier Wochen auf mich, wo er wieder nur zuhause ist. Von morgens um 7 Uhr bis abends um 9 Uhr.Und alle sechs Wochen geht dass dann mit zwei Ferienwochen oder mehr weiter.
Zur Info: wir haben einen Pferdehof, ich arbeite nur vier morgen in einem Büro zusätzlich, kann also nicht tagsüber wegflüchten.
Ich habe meinem Mann gesagt, dass ich es nicht mehr so aushalte. Ich riskiere ihn zu verlieren, weil sich wohl niemand gegen seinen Sohn stellt und auch nicht sollte.
Eine Wochenendlösung könnren wir nicht finden, dass sein Sohn drei Stunden Autofahrt von uns bei der Mutter lebt.
Habt Ihr eine Idee? Ich bin verzweifelt. Ich bin äussert stark und lebenstüchtig, aber ich bin daran keine Energie mehr zu habenm, zumal ich auch sonst das ganze Leben meines Mannes ziemlich manage (er ist leider nicht zum arbeiten geboren, leider , das kommt manchmal noch hinzu, einfach dass ihr wisst, dass ich schon einer Doppelbelastung trotz glücklicher Liebe ausgesetzt bin).

Ich freue mich über alle Ideen, Ratschläge! Danke!

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2. August 2012 um 22:19

Mhhhh
Hallo,

Also ich kann deinen frust verstehen, das ist sicher extrem! Wieso kommt er denn so lang und so oft? Wunsch des vaters, wunsch des kindes? Wunsch der mutter? Ich denke ab einem gewissen alter wird sich das sowieso ändern..

Ansonsten, denke ich, ist es schon auch eine grundeinstellung: wie geht man mit schwierigkeiten in der beziehung um, denn das könnten ja auch andere probleme sein....
Du schilderst, dass ihr eine art eigenen kleinen liebeskosmos habt und das kennt man ja häufig von den anfängen, aber ob eine beziehung dann auch den alltag überlebt, ist nicht gesagt....
Was würdest du machen, wenn andere dinge auftauchen, die dich/euch negativ beeinflussen ( krankheit, geld prob etc)?
Sag nicht, "das würden wir schon schaffen"... Dann könntet ihr ja auch dieses problem gemeinsam lösen....

Ich würde mir da mal grundsätzlich gedanken machen und wenn du dich entscheidest zu kämpfen, dann an allen faktoren drehn:
Kind kommt kürzer
Vater verreist mit kind alleine
Du verreist alleine (du hast doch sicher freunde und familie in d)
Kind bei euch beschäftigen
Warten bis er älter wird

Viel glück !

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3. August 2012 um 14:11

Ehrlich gesagt
habe ich nirgendwo gelesen, wo und wann sich dein Mann um sein Kind kümmert.

Du schreibst immer nur, du machst, du kümmerst dich..

Ist doch nicht dein Kind. Wenn dein Mann will, dass er kommt, dann muss er sich auch kümmern. Klar, wenn du kochst, isst er mit, oder du wäscht seine Wäsche mit. Logisch. Aber der Rest, ist Aufgabe deines Mannes.

Wenn das Kind schreit oder stört, ist es SEINE Aufgabe das Kind zu erziehen..

Ich denke, du bist selber Schuld, weil du dir viel zu viele Schuhe angezogen hast, die dir nicht gehören

stell es ab und es geht dir besser.

Halloooooo, dein Haus, dein Leben und sagt deinem Mann, bis hier her und nicht weiter.

Verlassen wird er dich nicht, bei dir geht es ihm doch gut..

Saraa

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4. August 2012 um 23:08

Hallo,
wenn das Kind so ist, wie du es schilderst, dann braucht es wohl eine Therapie, würde ich sagen.

Vielleicht ist es durch die Trennung der Eltern traumatisiert, vielleicht wirklich krankhaft hyperaktiv, vielleicht einfach nur schlecht erzogen.

Wie ist denn der Kontakt zur Mutter? Sowohl von Euch (könnt ihr gut mit ihr reden?) als auch vom Kind selber? Fühlt es sich von der Mutter verstoßen, wenn es alle Ferien bei euch verbringt? Ich vermute, dass ihr im Sommer sehr lange Ferien habt und dann unterm Jahr (Ostern, Weihnachten) noch vereinzelte Tage bzw. eine Woche? Vermutlich ist der lange Sommer das Problem? Da müsste dann die Mutter vielleicht doch mal einen Part übernehmen? Sicher arbeitet sie auch, aber was macht sie denn ihn ihren Ferien? Wenn das Kind immer bei Euch ist? Da müsste sie sich viellleicht doch auch mal wenigstens 2 Wochen lang um ihr eigenes Kind kümmern... Gibt es Großeltern, wo er mal für ne Woche hinkönnte? Damit sich das alles entzerrt?

Das sind so die ersten Dinge, die mir einfallen... Die Beziehung zu deinem Mann solltest du nicht aufgeben, wenn ihr euch so gut versteht...

Könntet ihr im Sommer eine Praktikantin auf den Pferdehof aufnehmen? Die gegen Mithilfe freie Kost und Logis hat? Und sich halbtags um den Jungen kümmert und erst dann um die Pferde? Wenn du den Großteil verdienst - was macht dein Mann? Kann er mal tageweise mit seinem Sohn losziehen, damit du wieder verschnaufen kannst?

Falls mir noch mehr einfällt, melde ich mich!

Bis dahin viele Grüße!

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4. August 2012 um 23:15

Noch was,
wenn er euch so dazwischenfunkt, muss er auf sein Zimmer geschickt werden, und zwar vom Vater!

Ich weiß ja nicht genau, wie die Situation ist. Wenn Papa von der Arbeit kommt und der Sohn im dringend was erzählen muss, dann darf ruhig mal das Kind vorgehen, finde ich. Gib ihm eine halbe Stunde, aber dann wird erklärt, dass ihr jetzt was zu bereden habt. Und wenn er stört, muss er im Zimmer warten. Wenn ihr das täglich durchhaltet, sollte das klappen! Als Belohnung, kann man ja danach wieder etwas gemeinsam machen, sei es zusammen kochen, oder was spielen oder falls das bei euch üblich ist, was im TV anschauen... oder besser einen Spaziergang Dann würde ich ihm noch eine feste Zeit nach dem Essen einräumen, wo er bei euch sein darf und dann eine ganz feste Schlafenszeit! Und zwar nicht so spät! Wenn er noch nicht schlafen kann, soll er was lesen oder eine CD anhören. Aber ab z.B. 21 Uhr gehört der Abend euch!

Ich denke, da wird er sich dran gewöhnen!

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10. August 2012 um 17:28

Kann dich gut verstehen
Hallo,
deine Situation kenne ich gut. Mein Partner (den ich nach 7 Jahren immer noch über alles liebe) hat einen damals 7-jährigen hyperaktiven Sohn mit in unsere Beziehung gebracht. Dieser lebt allerdings von Anfang an dauerhaft bei uns. Er ist seit ca. 4 Jahren ständig in psychiatrischer Behandlung und auch auf Ritalin eingestellt. Nachdem ich mir die ersten Jahre unwahrscheinlich Mühe gegeben habe (sodass sich meine eigenen Kinder von mir vernachlässigt gefühlt haben), habe ich das vor etwa 2 Jahren eingestellt. Es kam einfach nichts dabei raus, im Prinzip hat sich bis heute an seinem Verhalten nichts geändert, außer dass er jetzt auch noch in der Pupertät ist und sich entsprechend furchtbar verhält.
Er isst mit uns, ich sorge für seine Sauberkeit, die Schulsachen usw. - alles Andere tut sein Vater - oder auch nicht. Dann geht es mich aber nichts mehr an und ich versuche (so gut es geht) mich aus allem rauszuhalten. Auch wenn ich mich um meine Kinder viel intensiever kümmere, als mein Partner sich um seinen Sohn, er kann es aber leider nicht besser. (Ich liebe ihn ja aber nicht, weil er so ein toller Vater wäre, sondern weil unsere Beziehung einfach gut ist.)

Ich konnte nicht mehr, alles was ich getan habe, war einfach total sinnlos - er änderte sich nicht ein bisschen.
Versuch einfach, feste Regeln ( für alle!) aufzustellen, an denen du dich orientieren kannst, z.B. Essens-, Schlafens-, Spielzeiten und eben auch Zeiten für euch als Paar. Und denke daran: du bist weder für die Erziehung dieses Kindes noch für seine Entwicklung verantwortlich, dafür hat es Eltern, wenn die das nicht auf die Reihe kriegen, ist das traurig, aber nicht deine Sache.
Und (im Gegensatz zu mir) gehen 4 Monate wenigstens irgendwann mal rum. Ich zähle die restlichen Jahre.
LG

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