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Meine Tochter ist nur am Quengeln und ich fühle mich wie die schlechteste Mutter der Welt…

5. November um 22:47 Letzte Antwort: 10:28

Ich hab schon eine Weile nicht mehr geschrieben. Irgendwie ist zur Zeit alles ein wenig anstrengend.

Meine Tochter ist inzwischen fünf und ich liebe sie über alles. Nachdem ich aufgrund einer langwierigen Erkrankung lange Zeit dachte, dass sie ein Einzelkind bleiben würde, bin ich dieses Jahr wieder schwanger geworden und in wenigen Wochen kommt das Geschwisterchen. Das macht mich auf der einen Seite überglücklich, gleichzeitig macht es mir aber auch Angst. (Aus mehreren Gründen; ich bin gesundheitlich nicht mehr so fit, wie ich es gerne wäre, die erste Geburt war sehr traumatisch und natürlich ist das auch alles schon wieder fünf Jahre her und ich fürchte mich etwas vor der Umstellung&hellip – Dazu wird es langsam körperlich etwas anstrengend, hab ja nicht mehr lange. Ich bin also etwas angespannt.

Und meine Tochter… Ist zur Zeit nur am Quengeln. Es macht mich wirklich verrückt. Das geht morgens direkt nach dem Aufstehen los, dass sie (in so einem total weinerlichen Tonfall, sodass man sie kaum verstehen kann) anfängt, sich über irgendwas zu beschweren. Und das kann ALLES sein: Die Klamotten, das Frühstück, irgendein Traum, die Katze hat sie komisch angeschaut, der Waschlappen hat die falsche Farbe, und so weiter und so weiter… Sie steigert sich in die schwachsinnigsten Kleinigkeiten rein und dieser weinerliche Tonfall zieht sich dann durch den ganzen Tag. Egal, was wir machen, egal, wohin wir gehen, es wird genörgelt.

Ich weiß, dass es für sie gerade auch nicht leicht ist. Ich weiß, dass sie sich auf ihr Geschwisterchen freut, aber Angst vor der Umstellung hat. Ich weiß, dass sie vielleicht auch meine eigene Anspannung spürt, auch wenn ich so gut es geht versuche, das zu verbergen. Momentan verändert sich sehr vieles, wir sind auch erst kürzlich umgezogen in ein großes Haus mit Garten. Ich versuche wirklich, ihr mit viel Liebe und Verständnis zu begegnen, aber so langsam bin ich an einem Punkt, wo ich schon fast auf 180 bin, wenn sie morgens aufwacht und direkt zu quengeln anfängt. Ich bin inzwischen wirklich so unfassbar genervt von diesem Tonfall und dieser permanenten Unzufriedenheit (denn es ist grad einfach grundsätzlich ALLES doof!), dass ich richtig pampig und teilweise auch gemein werde. Ich bin niemand, der schreit oder beleidigt, aber ich reagiere halt super genervt. Wenn sie dann wieder diesen Ton anschlägt, unterbreche ich sie oft schon vorher und sage sowas wie "Jaja, ich weiß, alles ist total doof, erzähl mir was Neues" oder so. Und ich weiß, dass das nicht schön ist, aber solche Sachen rutschen mir dann raus, weil … Ahhh, weil ich einfach so tierisch genervt bin! Dann fängt sie an zu weinen und es tut mir leid.

Ich sage ihr oft, dass sie normal mit uns reden soll und nicht in dieser Quengel-Babysprache. Sie ist fünf, sie kann sich normal ausdrücken! Ich kenne sie so gar nicht. Klar gab es schon schlechte Phasen, Autonomie und Trotz und so weiter, aber dieses grundlos Weinerliche, das ist neu. Das treibt mich echt in den Wahnsinn.

Gestern sagte sie zu mir: "Mama, nie bist du zufrieden mit mir." Ich hätte fast geheult. Ich will ihr nicht das Gefühl vermitteln, dass mit ihr irgendwas falsch ist, natürlich bin ich zufrieden mit ihr, aber… Ja. Keine Ahnung. Kann sie nicht einfach mal mit irgendwas zufrieden sein und diese Babysprache ablegen?

Wenn sie abends im Bett liegt und schläft, tut es mir leid, dass ich tagsüber so pampig zu ihr war. Wenn sie dann am nächsten Morgen aufwacht und das grundlose Gequengel wieder losgeht, bin ich direkt wieder angenervt.

Ach, keine Ahnung, was ich hören wollte. Wollte mich vielleicht nur mal auskotzen. Vielleicht kennt dieses Verhalten ja jemand und hat einen Rat.
 

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6. November um 17:09

Also erstmal: Du bist ein Mesnch und dazu schwanger. Das ist es leider oft so, dass man nicht immer die Mutter sein kann, die man will.
Ich finde es schön,d ass du dir um deine Tochter Gedanken machst.

Ich glaube das quengeln ist ein Entwicklungsschritt oder so. Das gabs hier auch. Ganz ehrlich: Ich hab den Kindern gesagt, dass sie "normal" reden sollen.
Vor allem meinen Mann hat es super genervt.

Ich würde mich in Ruhe zu ihr setzen. Vielleicht sagst du ihr, dass schwangersein einfach sehr anstrengend ist und Mamas deswegen oft nicht sehr viel Geduld haben. Dass du wissen willst, was sie beschäftigt und ihr gerne zuhörst, aber dass sie das in einem normalen Tonfall mitteilen soll. Und dann dran erinnern, wenn sie zu quengeln anfängt.

Das Kind ist vielleicht grad nicht sonderlich zufrieden. Sei froh, dass sie nicht kreisch, beißt und mit Sachen wirft sondern quengelt. Das ist nun eine gute Möglichkeit zu lernen, dass man unzufrieden sein kann, und das mitteilen kann, aber ganz in Ruhe und normal. Weil du das bist. Weil du ihr zuhörst. Weil du sie ernstnimmst. Weil sie nicht quengeln muss um gehört zu werden.

Einfach dann sagen: "Du bist unzufrieden. Erklär mir IN RUHE, warum?"
In dem Zusammenhang auch selbst Lösungsmöglichkeiten für ihre Probleme suchen lassen, dass sie lernt, dass sie ihr Leben selbst in der Hand hat und nciht von dir abhängig ist, damit die Dinge passieren, die sie gerne hätte.

Sie: "Quengel, jammer, Waschlappen"
Du: "Du bist unzufrieden, sag mir in Ruhe, warum."
Sie: "Das ist der falsche Waschlappen! Ich mag den grünen Waschlappen nicht!"
Du: "Magst du allgemein kein grün?/Hast du einen Lieblingswaschlappen?/Was gefällt dir den an diesem nicht?/Du wilslt ihn nicht? Was sollenwir denn da jetzt machen?/...."

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8. November um 9:08
In Antwort auf nikita...

Ich hab schon eine Weile nicht mehr geschrieben. Irgendwie ist zur Zeit alles ein wenig anstrengend.

Meine Tochter ist inzwischen fünf und ich liebe sie über alles. Nachdem ich aufgrund einer langwierigen Erkrankung lange Zeit dachte, dass sie ein Einzelkind bleiben würde, bin ich dieses Jahr wieder schwanger geworden und in wenigen Wochen kommt das Geschwisterchen. Das macht mich auf der einen Seite überglücklich, gleichzeitig macht es mir aber auch Angst. (Aus mehreren Gründen; ich bin gesundheitlich nicht mehr so fit, wie ich es gerne wäre, die erste Geburt war sehr traumatisch und natürlich ist das auch alles schon wieder fünf Jahre her und ich fürchte mich etwas vor der Umstellung&hellip – Dazu wird es langsam körperlich etwas anstrengend, hab ja nicht mehr lange. Ich bin also etwas angespannt.

Und meine Tochter… Ist zur Zeit nur am Quengeln. Es macht mich wirklich verrückt. Das geht morgens direkt nach dem Aufstehen los, dass sie (in so einem total weinerlichen Tonfall, sodass man sie kaum verstehen kann) anfängt, sich über irgendwas zu beschweren. Und das kann ALLES sein: Die Klamotten, das Frühstück, irgendein Traum, die Katze hat sie komisch angeschaut, der Waschlappen hat die falsche Farbe, und so weiter und so weiter… Sie steigert sich in die schwachsinnigsten Kleinigkeiten rein und dieser weinerliche Tonfall zieht sich dann durch den ganzen Tag. Egal, was wir machen, egal, wohin wir gehen, es wird genörgelt.

Ich weiß, dass es für sie gerade auch nicht leicht ist. Ich weiß, dass sie sich auf ihr Geschwisterchen freut, aber Angst vor der Umstellung hat. Ich weiß, dass sie vielleicht auch meine eigene Anspannung spürt, auch wenn ich so gut es geht versuche, das zu verbergen. Momentan verändert sich sehr vieles, wir sind auch erst kürzlich umgezogen in ein großes Haus mit Garten. Ich versuche wirklich, ihr mit viel Liebe und Verständnis zu begegnen, aber so langsam bin ich an einem Punkt, wo ich schon fast auf 180 bin, wenn sie morgens aufwacht und direkt zu quengeln anfängt. Ich bin inzwischen wirklich so unfassbar genervt von diesem Tonfall und dieser permanenten Unzufriedenheit (denn es ist grad einfach grundsätzlich ALLES doof!), dass ich richtig pampig und teilweise auch gemein werde. Ich bin niemand, der schreit oder beleidigt, aber ich reagiere halt super genervt. Wenn sie dann wieder diesen Ton anschlägt, unterbreche ich sie oft schon vorher und sage sowas wie "Jaja, ich weiß, alles ist total doof, erzähl mir was Neues" oder so. Und ich weiß, dass das nicht schön ist, aber solche Sachen rutschen mir dann raus, weil … Ahhh, weil ich einfach so tierisch genervt bin! Dann fängt sie an zu weinen und es tut mir leid.

Ich sage ihr oft, dass sie normal mit uns reden soll und nicht in dieser Quengel-Babysprache. Sie ist fünf, sie kann sich normal ausdrücken! Ich kenne sie so gar nicht. Klar gab es schon schlechte Phasen, Autonomie und Trotz und so weiter, aber dieses grundlos Weinerliche, das ist neu. Das treibt mich echt in den Wahnsinn.

Gestern sagte sie zu mir: "Mama, nie bist du zufrieden mit mir." Ich hätte fast geheult. Ich will ihr nicht das Gefühl vermitteln, dass mit ihr irgendwas falsch ist, natürlich bin ich zufrieden mit ihr, aber… Ja. Keine Ahnung. Kann sie nicht einfach mal mit irgendwas zufrieden sein und diese Babysprache ablegen?

Wenn sie abends im Bett liegt und schläft, tut es mir leid, dass ich tagsüber so pampig zu ihr war. Wenn sie dann am nächsten Morgen aufwacht und das grundlose Gequengel wieder losgeht, bin ich direkt wieder angenervt.

Ach, keine Ahnung, was ich hören wollte. Wollte mich vielleicht nur mal auskotzen. Vielleicht kennt dieses Verhalten ja jemand und hat einen Rat.
 

Hi Nikita, trotzdem schön von dir zu lesen.

Zum weinerlichen quengelignörgeligen Tonfall, das hab ich mit Junior (6) ab und zu. Ich sage dann, dass ich ihn so nicht verstehen kann, bitte nochmal auf Deutsch und verständlich. Ändert er nichts, sage ich noch einmal, dass ich ihn immernoch nicht verstehen kann und lass ihn stehen, wenn er meint, nichts zu ändern. Oh guck an, plötzlich kann er sich wieder gut verständlich ausdrücken. Schließlich will er mir ja was mitteilen. Das kann er nur, wenn ich ihn verstehen kann.

Dass sie dir nie was recht machen kann, sagte sie sicher deutlich und nicht in Babyquengelsprache, richtig? Ich würde mich auf dieses Genöle jedenfalls nicht länger einlassen. 

Zur Mittleren sag ich (sie macht dicht, wenn ihr etwas nicht passt, sie ist vom Charakter der Sturkopf):
"nur wer redet, dem kann geholfen werden!" Zu Junior, wer deutlich spricht, dem kann geholfen werden.

Ich bin auch mal genervt, ja, auch mal pampig. Das dürfen wir, wir sind auch nur Menschen und nicht jeden Tag gleich belastbar.

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10:28

Vielen Dank für Eure Antworten. 

Inzwischen hat sich das nochmal geändert, weil ich nun auch von der Kindergartenleitung auf das Verhalten meiner Tochter angesprochen wurde. 

Was ich allerdings noch sagen wollte: Das mit dem Spiegeln, das funktioniert bei uns überhaupt nicht.  Ich probiere das schon auch, auf sie einzugehen. Ich habe da manchmal schon echt viel Geduld.

Wenn ich zu ihr sage: "Du bist unzufrieden, sag mir warum" (Wie in Deinem Beispiel, Schnucke), passiert eins von zwei Dingen: Entweder, sie fühlt sich von mit vera*scht und wird wütend ( "JA, DAS SAGE ICH DOCH, HÖRST DU MIR NICHT ZU???" ) oder sie fühlt sich in ihrem Gequengel bestätigt und wird noch weinerlicher. 

Ich hab diesen Tipp schon so oft gelesen, aber bei uns bringt das irgendwie gar nichts...

Allerdings ist es, zumindest mit dem Gequengel, die letzten Tage wieder etwas besser geworden. Vielleicht war es echt ein Schub, zusätzlich.

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