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Meine Tochter ist bi und ich weiss nicht wie ich damit umgehen soll

31. Juli 2004 um 12:26 Letzte Antwort: 31. Juli 2004 um 20:56

Um direkt vorweg zu sagen .Ich habe kein Problem damit das meine Tochter (fast 18) bi ist.Aber ich bin mir da auch nicht richtig im Klaren

Meine Tochter hatte mit 15 Jahren ihren ersten Freund mit dem sie auch Sex hatte.Diesen Jungen hatte sie im Chat kennengelernt und er hat uns öffters besucht.Er war zwei mal in den Schulferien für einige Wochen bei uns und wir kamen super mit ihm klar.Nach 1,5 Jahren bedendete meine Tochter die Beziehung .Er wohnte in einer anderen Stadt ,hatte Andere Mädchen kennengelernt und nur eine Ferienliebe das wollte meine Tochter nicht mehr.Die nächsten Jahre hatte sie keinen Freund mehr .Sie traff sich mit ihrer Chlike ,ging mit Jungs aus aber eine Beziehung hatte sie erst nicht mehr.Dann lernte sie vor einem Jahr ein Mädchen im Chat kennen mit der sie sich super versteht.Sie besuchte die Freundin (sie wohnt 400 km entfernt)im Sommer für eine Woche und Silvester.Nun letztes Wochenende war sie auch wieder bei ihrer Freundin.Nun sagte sie uns das sie sich in dieses Mädchen (was lesbisch ist ,was wir auch nun erfahren haben)verliebt hat und sie bi wäre.(Zwieschzeitlich hatte sie für drei Wochen einen Freund,mit dem sie aber Schluss machte weil sie zu sehr an ihrer Freundin hängt)Sie geht nun in die 12 Schulklasse und möchte nach der Schule zu diesem Mädchen ziehen.Als sie das erzählte habe ich geweint ,ich ahnte das sie sehr an ihrer Freundin hägt ,habe aber nicht soweit gedacht das sie bi ist.Damit habe ich auch kein Problem.Aber meine Gefühle ,meine Gedanken liessen mir die letzten drei Tage keine Ruhe seid dem ich das weiss.Ich konnte nicht verstehen das mich das so deprimiert.Bin ich doch ein tolerranter Mensch .Aber sie will wegziehen erst in einem Jahr ,aber warum mache ich mir heute schon den Kopf verrückt?Tagelang habe ich darüber nachgedacht und ich habe keine Ahnung woran es liegt.Meine Zukunfstvorstellungen sind zerplatzt .Ist es das was mich so deprimiert.Wie konnte ich so naiv sein und in meiner Zukunft nur an mich denken?Ich sah mich immer umringt von meinen drei Töchtern die natürlich in der Nähe von mir wohnen mit ihren Partnern und Kindern .Wie dummm von mir ,habe ich nur meine Zukunft im Kopf .Warum habe ich nicht einmal daran gedacht wie sich meine Töchter ihre Zukunft vorstellen ,ob sie überhaupt Kinder haben wollen?Soll ich mit meiner Tochter über meine Gefühle sprechen ? Ich will ihr doch nicht ein schlechtes Gewissen einreden .Was soll ich da machen?Ich bin mir nicht im Klaren was mich so traurig macht die Tatsache das sie bi ist?Das sie sooooo weit wegziehen will? Oder das ich in anderen Zukunftsplänen gedacht habe?Mein Mann nimmt das ganz locker .Er meint in einem Jahr passiert viel erst mal abwarten .
Bitt schreibt mir LG Mamelick

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31. Juli 2004 um 14:00

Zwei Probleme
Hier hast du ja nun mal zwei Probleme beschrieben.
Nehmen wir also erst einmal das leichtere. Wegziehen wird jeder einmal. Die Großfamile ist bei uns in Deutschland nicht mehr so aktuell. Darüber sollte man sich rechtzeitig im Klaren sein.
Warum auch sollte man sich an diese Vorstellungen Klammern. Ist man nicht geneigt wenn alles zuhausebleibt, soweit es überhaupt möglich ist, ein Gutstück in das Leben der Tochter (oder Sohn) einzugreifen. Übrigens, Söhne betrachten wir jetzt erst einmal nicht. Da gelten andere Eigenschaften.
Eine Tochter also neigt oft dazu aus dem Hause zu gehen. Oft sogar viel früher als man es sich wünschen würde. Noch mehr, sie stellt eines Tages fest wie unmöglich doch ihr Elternhaus ist. Das alles ist aber eine normale Verhaltensweise.
So auch meine. Als das mit 15 bei meiner Tochter passierte holte ich sie noch zurück. Sobald einzuschätzen war, jetzt müsste es gehen ist Abstand angesagt. Viel später stellen sie (unsere Töchter) dann fest, zu Hause hat man mir alles gegeben. Schularbeiten machen, Drachen basteln und steigen lassen. Das bemerkt man Töchterlicherseits auf alle Fälle dann, wenn man merkt, wie kompliziert es ist, diese Zeit aufzubringen.
Ein weiterer Vorteil der Distanz.
Dazu ein kleines Gedicht.

Es ist halt schön
wenn wir die Gäste kommen seh`n.
Schön ist`s wenn sie länger bleiben,
um sich mit uns die Zeit zu vertreiben.
Und wenn sie schließlich wieder gehn,
ist`s auch ganz schön.

Dieser Vers sollte bei allen auf dem Korridor hängen. Das übertragen auf deine Situation bedeutet nichts anderes, loslassen ist hier näherkommen.

Das zweite Problem erfordert schon noch mehr Akzeptanz. Aber es gibt nun wieder eine Weisheit, die auch dort abstand einfordert.
Nämlich die: sie will ja dort ein ordentliches Leben führen und keinen umbringen.
Klingt ein bischen überzogen aber leider nicht mehr unmöglich.

Sie muß ihre eigenen Erfahrungen machen. Alles ,was du dazu tun konntest hast du in der Kindheit getan. Diese Erziehung wirkt bis ins hohe Alter.
Je weniger Stress du dir und ihr machst, desto schöner werden die gegenseitigen Besuche in der Zukunft sein. Freuh dich darauf, dann bist du nämlich dort ein gerngesehener GAST.

LG

Teddy

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31. Juli 2004 um 20:56

Natürlich sollst Du...
...mit Deiner Tochter über Deine Gefühle sprechen.Sie ist schließlich (fast) erwachsen, und versteht Dich dann besser.

Ich kann Dich gut verstehen.Wenn mein Sohn mir mal sagen würde, daß er bi wäre,wäre es auch erst mal schwer für mich.Weil man sich halt dasselbe für die Kinder wünscht, was man für sich selbst wünscht.Familie, Kinder, ein geregeltes Leben.
Aber die Kinder machen einem ein Strich durch die Rechnung.Sie haben nun mal andere Vorstellungen, wie sie glücklich werden.Und das Wichtigste ist doch, daß sie glücklich wird.Das ist erst mal ein Schock, den Du verdauen mußt.Aber wenn Du sie ziehen läßt,wird sie Dir vertrauen,und wissen, daß sie immer auf Dich zählen kann.Eine Alternative gibt es eh nicht.Wenn Du sie zurückhälst, wird sie sich nur noch weiter von Dir entfernen.Seh es positiv: Deine Tochter hat die Möglichkeit glücklich zu werden. Und das wolltest Du doch immer.
Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, daß Du es schaffst.
Liebe Grüße, Anja *diedichganzfestindenarmnimmt*

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