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Meine Schwiegermutter ist nur noch anstrengend

22. November 2013 um 16:37

Hallo zusammen,

ich muss jetzt einfach mal los werden. Es könnte länger werden.

Letztes Jahr ist leider Gottes sehr überraschend mein Schwiegervater gestorben. Es war für uns alle ein Schock, am Schlimmsten war e natürlich für meine Schwiegermutter. Sie war sehr abhängig von ihm. Sie hat keinen Führerschein, nur als sie jung war mal drei Jahre gearbeitet, bevor sie zwei Kinder bekommen hat. Sie ist nie alleine einkaufen gegangen und hat auch absolut keine sozialen Kontakte. Früher hatten sie ein paar Freunde, vor sehr langer Zeit haben sie sich aber mit allen gestritten und seitdem waren sie immer nur zu zweit. Ach und sie kann auch nicht richtig deutsch. Verwandte hat sie hier bis auf ihren Sohn und ihre Tochter auch keine.

Dann ist sie allen Übels auch noch in das Dorf gezogen, wo ihre Tochter wohnt. Ich hatte so meine Bedenken, ob es das Richtige ist, weil meine Schwägerin bisher immer ein sehr egoistischer Mensch war, aber sie hat ihrer Mutter auch gut zugeredet, dass es besser ist in ihre Nähe zu ziehen. Es kam wie ich es befürchtet habe, meine Schwägerin kümmert sich null um sie (und sie wohnt 2 Minuten von ihr entfernt). Schon in der Anfangszeit ist sie jeden Abend ausgegangen, als wäre nichts gewesen und auch am Wochenende war sie ständig unterwegs. Nur sehr selten geht sie ihre Mutter besuchen. Als meine Schwiegermutter damals umgezogen ist, habe ich mir eine Woche frei genommen und habe ihr geholfen und auch sonst haben mein Mann und ich ihr immer geholfen, sind mit ihr immer einkaufen gegangen. Versteht mich nicht falsch, ich habe das aus eigenem Willen gemacht, weil ich für sie da sein wollte und sie mir so leid getan hat.

Aber... mittlerweile ist ein Jahr rum. Und sie ist kein Stück selbstständiger geworden. Klar, sie hat keinen Führerschein, aber es gibt auch Bus und Bahn. Dann jammert sie immer rum, dass sie den ganzen Tag alleine ist und Angst vor der Einsamkeit hat, aber wenn sie von der Schwiegermutter meiner Schwägerin (die in der Nähe wohnt) gefragt wird, ob sie mit will in die Kirche oder ob sie zu ihr gehen will auf einen Kaffee, sagt sie immer nein. Und jeden Abend jammert sie meinem Mann die Ohren zu. Mein Mann leidet sehr an dieser Situation, er kann doch auch nichts dran ändern.

Langsam habe ich aber wirklich keine Geduld mehr mit ihr. Weil bei meiner Schwägerin hat sie immer Verständnis, dass sie zu tun hat, da will sie nicht stören. Aber bei uns versteht sie das nicht, dass wir auch ein eigenes Leben haben. Wir wohnen 30 Minuten von ihr entfernt und gehen jedes Wochenende hin, entweder Samstag oder Sonntag. Unter der Woche arbeiten wir beide, mein Mann arbeitet bis 20 Uhr, abends sehen wir uns nur wenig. Ein Tag des Wochenendes ist für sie reserviert und wenn wir dann mal etwas früher gehen wollen, sagt sie immer ach es ist doch früh, bleibt doch noch bis zum Abendessen usw. Vielleicht war ich auch einfach zu verständnisvoll und jetzt ist es eine Selbstverständlichkeit geworden?

So und jetzt kommt wirklich der Oberhammer, der mich extrem auf die Palme bringt.

Ich habe vor zwei Wochen erfahren, dass ich schwanger bin. Mein Mann und ich haben uns riesig gefreut und wollten es ihr dann persönlich sagen am WE, wenn wir wieder hin gehen. Ihre Reaktion war:

- Sie hat uns weder umarmt noch herzlichen Glückwunsch gesagt
- Sie hat uns gleich vorwurfsvoll gesagt, warum habt ihr mich nicht Mittwoch angerufen als ihr es erfahren habt
- Nachdem sie darüber gemotzt hat, hat sie aber dann doch mal gelächelt und gesagt: Ja, das ist doch schön, dann habe ich auch was zu tun. Wenn man immer nur zu Hause ist und nichts zu tun hat, ist das noch schlimmer. Dann denke ich zu viel nach und mache mir negative Gedanken usw.

Halloooo??? Ich habe in dem Moment nichts gesagt, weil ich keinen Streit anfangen wollte. Aber ich glaube sie hat da was falsch interpretiert. Ich bekomme das Kind und nicht sie. Und sie braucht nicht zu denken, dass ich sie dann jeden Tag bei mir haben will. Es regt mich sowas von auf, dass sie meint, dass das Kind jetzt zu ihrer Aufheiterung dienen soll. Weder ich noch das Kind ist für ihr Wohlbefinden zuständig.

Was sagt ihr dazu?

Ich habe keine Lust mit meinem Mann darüber zu sprechen, weil er momentan sehr fixiert auf seine Mutter ist, weil er eben nur noch sie hat und ich will ihm nicht die Freude nehmen, indem ich eine Diskussion anfange darüber, was seine Mutter sich eigentlich einbildet.

Aber ich denke schon, dass es ihm ganz Recht wäre, wenn seine Mutter dann viel bei mir wäre, damit sie auf andere Gedanken kommt. Das passt mir aber überhaupt nicht, weil ich dann sicherlich meine Ruhe haben will und mit dem Baby dann auch ins Babyschwimmen gehen will oder ins Pekip und mit ihr kann man halt nirgends hin gehen, weil sie immer nur zu Hause eingesperrt bleiben will und sie würde mich extrem einschränken. Und wie gesagt sehe ich es ehrlich gesagt nicht mehr ein, mich selbst ständig hinten an zu stellen (wobei das habe ich bisher ja auf mich genommen, aber dass ich dann nicht mit meinem Baby ausgehen kann, geht gar nicht) nur damit es ihr gut geht. Ihre Tochter könnte sich ja auch mal um sie kümmern.

Findet ihr mich übertrieben?
Wie würdet ihr in dieser Situation reagieren?
Wie soll ich mich verhalten?

Danke für eure Antworten.

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22. November 2013 um 18:49

Hallo.
Du und dein Mann ihr habt ein eigenes Leben und das Recht darauf glücklich zu sein.

1. Schritt: Deine Wünsche deinem Mann klar machen und nur Kompromisse eingehen mit denen du auch wirklich glücklich werden könntest.

2. Schritt gemeinsames Gespräch mit seiner Mutter (und vielleicht auch seiner Schwester): und rechtzeitig bevor das Kind da ist neu "verhandeln". Seine Mutter ist eine erwachsenen Frau. Natürlich sollt i9hr sie unterstützen, aber es kann nicht sein, dass sie Hilfe anderer Personen z.B. ausschließt und nur euch in die Pflicht nimmt. Ihr habt jetzt bald ein Kind und dem gehört von da an eure Aufmerksamkeit.

Nur meine Meinung. Ich hoffe du bekommst noch einige mehr hier im Forum.

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24. November 2013 um 20:05

Ich komme nicht weiter
Hallo studentin91,

danke für deine Antwort.

Das Problem ist, dass mein Mann das Problem nicht ernst nimmt. Ich habe ihn angesprochen, dass ich ihre Reaktion nicht in Ordnung fand und dass es so rüber kommt, als hätten wir das Kind für sie gemacht. Und er sagt, dass das doch nicht so gemeint war. Er meint, dass es doch klar ist, dass sie sich freut und ein Enkelkind auch sie wieder glücklicher machen wird, aber sie doch keineswegs immer das Kind haben will.

Klar, es ist seine Mutter und er sieht das natürlich in einem ganz anderen Licht. Aber für mich hört sich ihre Aussage schon ziemlich danach an, dass sie vor hat ständig bei mir aufzukreuzen.

Ich habe es mir schon gedacht, dass das Gespräch so endet. Das heißt ein Gespräch zwischen meiner Schwiegermutter, meinem Mann und mir bringt überhaupt nichts (meine Schwägerin ins Boot zu holen, bringt schon drei Mal nichts, weil wie gesagt sie scheißt einfach auf alles und ist der egoistischste Mensch, der mir je begegnet ist).

Ach ja, mein Mann meint, dass ich mich ja bestimmt über ihre Unterstützung freuen werde, wenn ich dann dank ihr bisschen meine Ruhe haben kann. Nein, nein, nein. Ich will sie einfach nicht bei mir haben. Ein Mal die Woche reicht vollkommen.

Sie spielt immer das Opfer und das geht mir echt nur noch auf die Nerven. Problem ist, dass sie damit bei meinem Mann viel erreicht. Ich bin so sauer und weiß nicht, was ich tun soll...

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25. November 2013 um 10:48
In Antwort auf hecate_12751559

Ich komme nicht weiter
Hallo studentin91,

danke für deine Antwort.

Das Problem ist, dass mein Mann das Problem nicht ernst nimmt. Ich habe ihn angesprochen, dass ich ihre Reaktion nicht in Ordnung fand und dass es so rüber kommt, als hätten wir das Kind für sie gemacht. Und er sagt, dass das doch nicht so gemeint war. Er meint, dass es doch klar ist, dass sie sich freut und ein Enkelkind auch sie wieder glücklicher machen wird, aber sie doch keineswegs immer das Kind haben will.

Klar, es ist seine Mutter und er sieht das natürlich in einem ganz anderen Licht. Aber für mich hört sich ihre Aussage schon ziemlich danach an, dass sie vor hat ständig bei mir aufzukreuzen.

Ich habe es mir schon gedacht, dass das Gespräch so endet. Das heißt ein Gespräch zwischen meiner Schwiegermutter, meinem Mann und mir bringt überhaupt nichts (meine Schwägerin ins Boot zu holen, bringt schon drei Mal nichts, weil wie gesagt sie scheißt einfach auf alles und ist der egoistischste Mensch, der mir je begegnet ist).

Ach ja, mein Mann meint, dass ich mich ja bestimmt über ihre Unterstützung freuen werde, wenn ich dann dank ihr bisschen meine Ruhe haben kann. Nein, nein, nein. Ich will sie einfach nicht bei mir haben. Ein Mal die Woche reicht vollkommen.

Sie spielt immer das Opfer und das geht mir echt nur noch auf die Nerven. Problem ist, dass sie damit bei meinem Mann viel erreicht. Ich bin so sauer und weiß nicht, was ich tun soll...

Das ist ein Anfang:
"Ich will sie einfach nicht bei mir haben. Ein Mal die Woche reicht vollkommen."

Ich kenne deine Situation und deinen Mann ja nicht. Aber für mich scheint diese Aussage doch eine Basis für einen Kompromiss zu sein. Folgende Idee: Du scheinst bereit einen Tag in der Woche für deine Schwiegermutter da zu sein. Dann macht doch daraus eine fixe wöchentliche Verabredung. Außer in Notfällen oder besonderen Anlässen bleibt es dann aber auch bei diesem fixen Tag.

Also ganz klar abmachen jeden Samstag von z.B. 14-19 Uhr ist Schwiegermutterzeit; und dann auch gehen. Das hört sich zwar extrem an, aber wenn das so festgesetzt ist wird es wahrscheinlich weniger Diskussionen geben (abgesehen von der ersten, bei der du diese Regeln durchsetzen müsstest und nochmals erklären warum du nicht rund um die Uhr verfügbar sein möchtest). Nach und nach, wenn sie gelernt hat eure Familienzeit zu respektieren, kann man ja die strenge Regel aufweichen.

Übrigens möchte ich die beiden Tipps aus meinem ersten Beitrag nochmal aufgreifen:

1) Du hast in deinem Eingangspost geschrieben, dein Mann hätte nur noch seine Mutter und sei deshalb so fixiert auf sie. Das ist aber grundlegend falsch. Er hat dich und bald auch ein Kind. Spätestens mit Zeugung des Kindes ist er Verpflichtungen eingegangen, die über denen zu seiner Mutter stehen. Natürlich soll er für sie da sein und ihr helfen, wenn sie Hilfe braucht. Aber er muss auch für seine "neue" Familie dasein. Deshalb ist es wichtig eine Lösung für die Situation mit seiner Mutter zu finden. Das muss ihm bewusst werden!!

Seine Mutter ist erwachsen und braucht seine Hilfe weniger als ihr sie nun brauchen werdet. Deshalb:

2) Auch wenn du meinst es bringt nichts, das Gespräch mit der Schwester solltest ihr dennoch suchen. Es schadet nichts ihr ganz sachlich die Situation zu erklären und zu fragen wieviel sie bereit wäre zu tun. Immerhhin, wollte sie dass die Muttter in ihre Nähe zieht. Und für euch wäre es doch schon eine Entlastung, wenn sie jede zweite oder dritte Woche etwas mit ihrer Mutter unternimmt (Einkaufen, Arztbesuche,Friseur, Kino,...). Deine SchwieMu freut sich und würde euch nicht mehr als alleinigen Ansprechpartner sehen.

Außerdem ist ein Gespräch mit deiner SchwieMu nötig. Erklär ihr noch mal deine Situation, so wie du es hier gemacht hast, bleibe sachlich und zeige Verständnis, aber fordere auch Verständnis ein. Es ist wichtig, dass daas Gespräch mit deinem Mann schon vorher stattgefunden hat und du dir seiner Untesrtützung sicher sein kannst. Sowohl dein Mann als auch seine Mum müssen Wissen: Sie soll weiterhin Hilfe bekommen, aber vorangig dort wo sie auch wirklich nötig ist.


Wie wäre es wenn ihr ihr zeigt, dass sie vielles auch alleine bewältigen kann? Setz dich mit ihr z.B. mal in den Bus und geh mit ihr einkaufen. Wenn sie einmal weiß, wie man Fahrkarten löst und wie der Fahrplan funktioniert ist die Überwindung beim nächsten mal vielleicht leichter,....

Sag ihr wie traurig ihr es findet, wenn sie Verabredungen ablehnt und sich dann ärgert alleine zu Hause zu sitzen. Das kann nur sie ändern!

So, das ist erstmal viel zu lesen. Sprich mit deinem Mann! Egal wie sehr euch die Diskussionen möglicherweise schon zum Hals raushängen, ohne sein Verständnis geht es nicht. Deshalb: Nicht locker lassen!

VG und halte mich gerne auf dem laufendem.

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