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Meine neue grosse Liebe und SEINE Kinder

12. Oktober 2010 um 11:16

Liebes Forum,

hier schreiben ja viele Menschen einige gescheite Dinge. Ich hab bisher immer nur mitgelesen, und nun traue ich mich endlich, ein paar "Problemzonen" meines Lebens hier auch mal aus dem Fenster zu hängen. Ich mach gerade so eine Art "Herbstputz", es muss vieles raus, es muss mal gut durchgelüftet werden...Helft mir also bitte dabei.

Ich beginne mit der meist aktuellen Problemecke: mein gelieeeebter Partner und seine Kinder.

Ich (47), er (44), Kinder (14 u.17)

Seit einigen Monate leben wir zusammen, haben zusammen ein Haus gekauft. Kennen und lieben uns seit erst 1.5 Jahren, aber sind soooooooooo verrückt und verliebt aufeinander, dass uns der Schritt des gemeinsamen Hauses nur logisch schien. Denn worauf, auf welche Bestätigung, muss man in unserem Alter noch warten?

Seine Kinder leben abwechselnd eine Woche bei der Mutter, dann bei uns. Ich wollte noch nie Kinder, versteh mich aber ganz gut mit ihnen, nur ist mir ganz klar, dass es eben nicht meine sind, dass ich sie niemals soooo lieben werde, wie der Vater sie liebt oder ich den Vater halt.

Manchmal nerven sie mich furchtbar. Z.B. ihre Unselbstständigkeit. Beim Umzug fallen natürlich viele
Dinge an, es muss geräumt, geschleppt, improvisiert werden. Ist es normal, dass Kinder in dem Alter dann diese Arbeit einfach nicht sehen? Dass sie dabei stehen, während wir uns fast einen Bandscheibenvorfall holen und statt "soll ich helfen" nur vorwurfsvoll fragen "wann gibts Essen?"

Mein I-pod stand eigentlich in unserem Schlafzimmer auf der Dockingstation, und als ich mittags nachHause komme, dröhnt aus dem Zimmer der Tochter laute Musik (ich sollte mal WAGEN, ihre Sachen ungefragt zu "leihen"). Ich steige im Flur über ihren Schuhberg zu ihr die Treppe rauf, sehe im Bad ihr Handtuch auf dem Boden liegen, sie steht vor dem Spiegel und guckt mich nur mir grossen Augen an, als ich sie frage, die Musik leiser zu drehen, ihr Handtuch aufzuhängen...."jaaa-haaaa...." kommt da nur ...in diesem "mach die Tür zu, du nervst" Tonfall.....

Ich kaufe in der Schnelle im neuen Eckladen ein Brot, kenne die Gegend ja selber noch nicht. Esse selber auch kein Brot, aber die Kinder schon. Der Sohn macht sich also ein Butterbrot, schiebt es in den Mund und sagt, dass das Brot "echt ätzend schmeckt, regelrecht widerlich." Als ich frage, warum er es dann überhaupt isst, kommt nur "Ja, was soll ich denn SONST essen???" "Geh doch dann selber mal zum Bäcker und kauf ein Brot". "Ja HALLO, gehts noch??" ist die Antwort.

Ich geh dann weniger darauf ein, sondern warte, bis der Vater daheim ist. Dann kommen solche Dinge zur Sprache und er wird dann irgendwie mein Sprachrohr. Ich bin da nicht assertiev genug, um die Kinder "strenger' anzusprechen. Ich will ja nicht die "böse Stiefmutter" werden, die immer so nörgelt wegen jeder Kleinigkeit. Zumal die Kids bei Mama nie etwas tun müssen...aber das ginge nun zu weit, hier noch drúber zu schreiben. Aber dennoch kriege ich echt innerlich eine dicken Hals, wenn so reagiert wird. Dann will ich beinah mit der flachen Hand ausholen und "du verwöhntes, undankbare Göre" rufen. So wie es wahrscheinlich in meinem Elternhaus passiert wäre, nur war ich viel zu brav und angepasst.

Versteht mich nicht falsch, es sind total nette Kinder, mein Freund hat echt Glück mit denen, keine Drogen, keine komischen Angewohnheiten, sie halten sich an abgesprochene Zeiten etc. Aber solche Dinge wie oben, irritieren mich ungemein. Ich bin das ja nicht gewöhnt, kenne nur mein "egoistisches" kinderloses Leben. Ich fühle mich dann oft schuldig, wenn ich denke, "bald ist Freitag, dann gehts zur Mutter" oder wenn ich Enttäuschung fühle, weil eines der Kinder in der "Mutter-Woche" doch schnell bei uns reinschaut und mein Freund es dann ganz begeistert begrüsst: "Schau an, da haben wir soundso" und es gibt einen dicken Kuss auf den Mund vom Papa. Tja und dann frage ich mich auch, ob es normal ist, dass Papa vor den Kindern abends nach dem Duschen splitternackt rumläuft. Die stehen quasi alle drei manchmal nackt im Bad rum. Ich vermeide solche Situationen aber und zieh mich zurück. Sag auch nicht meinem Freund, dass ich das komisch finde. Er hat sowas von "wir haben uns immer nackt vor den Kindern bewegt." Aber die Tochter ist nun 17, ist das dann noch "gesund"??

So, bitte mal Meinungen und Tipps dazu. Scheint sicher ein kleines "Problem" im Gegensatz zu anderen hier, aber ich will nicht, dass es unsere Beziehung beeinträchtigt.

Wie kann ich "entspannter" reagieren? Und wie fühlt es sich an, als Elternteil einen neuen Partner zu haben, der halt keine Kindererfahrung hat? Diese Kinder bringen eine ganz neue, ungekannte Dimension in mein Leben und ich will gern darim "mitwachsen", nur ist das in meinem Alter nicht so einfach, fürchte ich.

Danke fürs Lesen.

Dora

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12. Oktober 2010 um 13:19

Hallo Dora
Deine Geschichte birgt ja viele Besonderheiten.

Es ist bei Dir aufgrund der neuen Situation viel Unsicherheit vorhanden.
Bei euch ist ja alles sehr schnell gegangen und dann auch noch ein gemeinsames Haus, samt Zusammenzug, das ist schon alles recht viel.
Da müssen sich natürlich alle Beteiligten erst einmal daran gewöhnen bzw. erst einmal ankommen.

Die Regelung dass die Kinder in zwei Haushalten aufwachsen hat natürlich auch ihre Tücken. Irgendwie sind sie dann nirgends wirklich zuhause oder haben gar zwei Zuhause.
Dieses Hin und Her schafft auch viel Unruhe und da geraten schon zwei Philosophien von verschiedenen Haushalten ineinander und es gilt Ordnung rein zu bringen, was sicher nicht einfach ist.

Aber da Du Dir vorgenommen hast Ordnung zu schaffen, sollte man es angehen

Schön dass es im Grunde gute Kinder sind und die Ex scheint auch keine Probleme zu machen.

Die Situationen die Du geschildert hast beinhalten respektloses Verhalten Dir gegenüber. Natürlich können auch im Grunde gute Kinder mal respektlos sein.
Da solltest Du Dich behaupten und Dir den notwendigen Respekt verschaffen den Du auch von allen anderen Menschen erwarten würdest.
Sicher ist da viel Unsicherheit aufgrund der Tatsache dass Du keine eigenen Kinder hast. Du weißt nicht was Dir zusteht und wie weit Du gehen kannst.
Aber das sollte Dich nicht davon abhalten die Kinder auch mit zu erziehen.
Denn Du lebst mit ihnen in einem Haushalt. Sie sind nicht mal nur an einem Wochenende da, sondern leben die Hälfte des Jahres quasi mit euch.
Kinder und Teenies legen nun mal auch ein Verhalten an den Tag das korrigiert werden muss damit sie sozial adäquate Menschen werden mit denen man auskommen kann. Je älter sie sind umso mehr gilt das.

Daher kannst Du Dir schon den Respekt einfordern.

Du schreibst:
"Ich geh dann weniger darauf ein, sondern warte, bis der Vater daheim ist. Dann kommen solche Dinge zur Sprache und er wird dann irgendwie mein Sprachrohr."

Das sehe ich als Fehler an.
Du solltest direkt in dem Moment der Respektlosigkeit handeln und die Sache an Ort und Stelle erledigen.
Man kann natürlich auch mal ungemütlich werden oder gar laut.
Erst einmal sollte man versuchen an die Vernunft zu appellieren.
Du kannst sagen dass Du den Ton nun unangebracht und respektlos findest und nicht möchtest dass jemand so mit Dir redet, auch sie nicht.
Dann kannst Du ruhig und vernünftig erklären warum etwas so oder so ist. Also warum das Handtuch hängen und nicht liegen sollte etwa.
Du kannst dem Jungen vorschlagen dass ihr beim nächsten mal gemeinsam zum Bäcker geht und er Dir zeigen kann was er denn gerne für Brot mag und wenn er möchte kann er auch gerne selbst Brot für alle kaufen, das würde Dich freuen wenn er das übernimmt. So kannst Du es ihm erklären.

Also einfach die zwei von ihrem Level wieder runter holen durch ruhige und vernünftige Ansprache.
Wenn das nicht funktioniert hast Du auch das Recht sauer oder beleidigt zu sein oder auch mal laut zu werden und genauso mit ihnen zu reden. Aber da solltest Du es auch erklären, dass Du nur auf ihren Level runter gehst.

Du fragst wie Du entspannter mit damit umgehen kannst. Ich denke das ist der Weg dort hin. Indem man nicht die Situation unterbricht, sondern fließen lässt indem man darauf eingeht und seine Gefühle raus lässt.
Zwar kontrolliert, aber immerhin.
Es ist wichtig dass Du hinsichtlich der Kinder selbstbestimmt auftrittst. Denn immerhin bewegen sie sich in Deinem engsten Lebensbereich und haben großen Einfluss auf diesen Bereich.
Wenn Du nicht das Zepter hinsichtlich Deiner Belange übernimmst, wirst Du Dich unwohl fühlen. Es wird zu einer Art Fremdbestimmung durch die Kinder und durch das Sprachrohr des Mannes.

Hinsichtlich der Nacktheit kannst Du mit Deinem Partner reden.
Die Aussage, dass WIR es schon immer so gemacht haben, ist ja auf die ehemalige Familie gemünzt bzw. die ehemalige Partnerschaft. Nun seid ihr ein neues Paar das die Dinge neu aushandelt.
Und wenn Dir das nicht Recht ist, solltest Du ihm das auch so sagen und ihm sagen dass Du es nicht frichtig findest dass er mit seiner fast erwachsenen Tochter nackt im Bad steht.

Lieben Gruß

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12. Oktober 2010 um 14:00
In Antwort auf kleinermaulwurff

Hallo Dora
Deine Geschichte birgt ja viele Besonderheiten.

Es ist bei Dir aufgrund der neuen Situation viel Unsicherheit vorhanden.
Bei euch ist ja alles sehr schnell gegangen und dann auch noch ein gemeinsames Haus, samt Zusammenzug, das ist schon alles recht viel.
Da müssen sich natürlich alle Beteiligten erst einmal daran gewöhnen bzw. erst einmal ankommen.

Die Regelung dass die Kinder in zwei Haushalten aufwachsen hat natürlich auch ihre Tücken. Irgendwie sind sie dann nirgends wirklich zuhause oder haben gar zwei Zuhause.
Dieses Hin und Her schafft auch viel Unruhe und da geraten schon zwei Philosophien von verschiedenen Haushalten ineinander und es gilt Ordnung rein zu bringen, was sicher nicht einfach ist.

Aber da Du Dir vorgenommen hast Ordnung zu schaffen, sollte man es angehen

Schön dass es im Grunde gute Kinder sind und die Ex scheint auch keine Probleme zu machen.

Die Situationen die Du geschildert hast beinhalten respektloses Verhalten Dir gegenüber. Natürlich können auch im Grunde gute Kinder mal respektlos sein.
Da solltest Du Dich behaupten und Dir den notwendigen Respekt verschaffen den Du auch von allen anderen Menschen erwarten würdest.
Sicher ist da viel Unsicherheit aufgrund der Tatsache dass Du keine eigenen Kinder hast. Du weißt nicht was Dir zusteht und wie weit Du gehen kannst.
Aber das sollte Dich nicht davon abhalten die Kinder auch mit zu erziehen.
Denn Du lebst mit ihnen in einem Haushalt. Sie sind nicht mal nur an einem Wochenende da, sondern leben die Hälfte des Jahres quasi mit euch.
Kinder und Teenies legen nun mal auch ein Verhalten an den Tag das korrigiert werden muss damit sie sozial adäquate Menschen werden mit denen man auskommen kann. Je älter sie sind umso mehr gilt das.

Daher kannst Du Dir schon den Respekt einfordern.

Du schreibst:
"Ich geh dann weniger darauf ein, sondern warte, bis der Vater daheim ist. Dann kommen solche Dinge zur Sprache und er wird dann irgendwie mein Sprachrohr."

Das sehe ich als Fehler an.
Du solltest direkt in dem Moment der Respektlosigkeit handeln und die Sache an Ort und Stelle erledigen.
Man kann natürlich auch mal ungemütlich werden oder gar laut.
Erst einmal sollte man versuchen an die Vernunft zu appellieren.
Du kannst sagen dass Du den Ton nun unangebracht und respektlos findest und nicht möchtest dass jemand so mit Dir redet, auch sie nicht.
Dann kannst Du ruhig und vernünftig erklären warum etwas so oder so ist. Also warum das Handtuch hängen und nicht liegen sollte etwa.
Du kannst dem Jungen vorschlagen dass ihr beim nächsten mal gemeinsam zum Bäcker geht und er Dir zeigen kann was er denn gerne für Brot mag und wenn er möchte kann er auch gerne selbst Brot für alle kaufen, das würde Dich freuen wenn er das übernimmt. So kannst Du es ihm erklären.

Also einfach die zwei von ihrem Level wieder runter holen durch ruhige und vernünftige Ansprache.
Wenn das nicht funktioniert hast Du auch das Recht sauer oder beleidigt zu sein oder auch mal laut zu werden und genauso mit ihnen zu reden. Aber da solltest Du es auch erklären, dass Du nur auf ihren Level runter gehst.

Du fragst wie Du entspannter mit damit umgehen kannst. Ich denke das ist der Weg dort hin. Indem man nicht die Situation unterbricht, sondern fließen lässt indem man darauf eingeht und seine Gefühle raus lässt.
Zwar kontrolliert, aber immerhin.
Es ist wichtig dass Du hinsichtlich der Kinder selbstbestimmt auftrittst. Denn immerhin bewegen sie sich in Deinem engsten Lebensbereich und haben großen Einfluss auf diesen Bereich.
Wenn Du nicht das Zepter hinsichtlich Deiner Belange übernimmst, wirst Du Dich unwohl fühlen. Es wird zu einer Art Fremdbestimmung durch die Kinder und durch das Sprachrohr des Mannes.

Hinsichtlich der Nacktheit kannst Du mit Deinem Partner reden.
Die Aussage, dass WIR es schon immer so gemacht haben, ist ja auf die ehemalige Familie gemünzt bzw. die ehemalige Partnerschaft. Nun seid ihr ein neues Paar das die Dinge neu aushandelt.
Und wenn Dir das nicht Recht ist, solltest Du ihm das auch so sagen und ihm sagen dass Du es nicht frichtig findest dass er mit seiner fast erwachsenen Tochter nackt im Bad steht.

Lieben Gruß

Hey das sind tolle Antworten
Ich danke dir für die Mühe, die du dir gemacht hast. Es ist eigentlich alles sooooo logisch was du schreibst und sollte auch soooo einfach sein. Aber ich bin eben als Kind eher verbal autoritär erzogen worden und ich duckmäuse lieber rum, lass den Vater dann "meinen Unmut" übernehmen, statt es selber zu tun.
Du hast Recht mit allem, ich hoffe, dass mein eingefahrenes Verhalten noch Veränderung zulässt. Ich werden das "Erklären/auf ihren Level kommen" noch üben mússen. Aber es stimmt: ich muss selbstbewusst auftreten UND ich darf mich hier nicht fremdbestimmt fühlen. Auch etwas, was sich so ziemlich durch mein Leben zieht.
Ich muss sagen, dass ich merke, wie viel man durch das Zusammenleben mit einer júngeren Generation lernt. Das kann einem kein Pedagogik Buch so beibringen.

Daher habe ich ja auch hier gepostet: um von erfahrenen Leuten Tipps zu bekommen. Du bist eben so eine Person.

Danke!!

Dora

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13. Oktober 2010 um 10:19
In Antwort auf doradora13

Hey das sind tolle Antworten
Ich danke dir für die Mühe, die du dir gemacht hast. Es ist eigentlich alles sooooo logisch was du schreibst und sollte auch soooo einfach sein. Aber ich bin eben als Kind eher verbal autoritär erzogen worden und ich duckmäuse lieber rum, lass den Vater dann "meinen Unmut" übernehmen, statt es selber zu tun.
Du hast Recht mit allem, ich hoffe, dass mein eingefahrenes Verhalten noch Veränderung zulässt. Ich werden das "Erklären/auf ihren Level kommen" noch üben mússen. Aber es stimmt: ich muss selbstbewusst auftreten UND ich darf mich hier nicht fremdbestimmt fühlen. Auch etwas, was sich so ziemlich durch mein Leben zieht.
Ich muss sagen, dass ich merke, wie viel man durch das Zusammenleben mit einer júngeren Generation lernt. Das kann einem kein Pedagogik Buch so beibringen.

Daher habe ich ja auch hier gepostet: um von erfahrenen Leuten Tipps zu bekommen. Du bist eben so eine Person.

Danke!!

Dora


Bitteschön und Gerngeschehen

Ich habe Dein Verhalten jedoch weniger als duckmäuserisch, sondern eher als gleichzeitig respektvoll und distanziert gedeutet, was aus einer Hilflosigkeit entstand. Weil es ja immerhin nicht Deine leiblichen Kinder sind, Dir die Erfahrung mit Kindern fehlt und sie nun auch fast erwachsen sind.

Leider muss man sich irgendwann bei respektlosem Verhalten anderer eine Strategie einfallen lassen um nicht seinen Stolz und seine Würde an der Haustür abzugeben wenn man nach Hause kommt.

Ich neige auch eher dazu passiv zu sein, wenn ich das Gefühl habe etwas falsch machen zu können. Vor allem wenn der andere die größere Erfahrung hat und man ihm die Sache überlassen kann.
Um selbst aktiv zu werden muss erst eine Hemmschweller überwunden werden.

Wenn Du im Elternhaus streng autoritär erzogen worden bist, ist es für Dich schwieriger einen eigenen Weg zu finden.
Es ist schwierig zwischen unzeitgemäßer Strenge und antiautoritärer Erziehung die goldene richtige Mitte zu finden. Das gilt für die meisten Eltern. Wie sollte es da für Dich einfach sein

Eine Hemmschwelle und Unsicherheit ist ja auch deshalb vorhanden weil Du keine eigenen Kinder in die Welt gesetzt hast.
Hierzu kann ich jedoch sagen dass es gut wäre sich etwas vor Augen zu halten.
Du wirst Deine ganz persönlichen nachvollziehbaren Gründe dafür gehabt haben warum Du keine Kinder in die Welt gesetzt hast, zumal es für die Frauen heute auch immer schwieriger wird mit der Doppelbelastung, mit den Ansprüchen der Gesellschaft an uns und auch der Partnerwahl und wir nun mal auch die Freiheit dazu haben kinderlos zu bleiben.
Das ist immer noch die bessere Alternative als das was die Leute tun, die leichtfertig Kinder in die Welt setzen, sie vernachlässigen, lieblos behandeln und eigentlich kein Platz in ihrem Leben für sie haben.
Wir können hier im Forumm seitenweise von solchen Kindern lesen, die auf die Welt gesetzt wurden um einen Mann zu halten und dann zur Last wurden wenn der Mann doch weg ist oder schon ein Fall für den Kinderpsychologen sind.

Deshalb stehst Du keinem in etwas nach und hast auch jedes Recht beim Thema Kinder mitzureden. Immerhin hast Du nun eine sozusagen eine Familie geheiratet und diese Courage muss man ja auch erst aufbringen und somit kannst Du nun mitmischen

Ja, das mit der bösen Stiefmutter ist so eine Sache. Es liegt im Auge des Betrachters.
Wenn eine leibliche Mutter maßregelt, dann ist sie eine Mutter die ihre Erziehungspflicht wahrnimmt.
Wenn eine Zweitfrau maßregelt oder einfach nur sich zur Wehr setzt damit ihre Rechte nicht übertreten werden, sie ihren Stolz und ihre Würde behalten kann, dann kann sie schnell zur bösen Stiefmutter werden.
Das ist wie gesagt jedoch Ansichtssache, hier kommt es darauf an wie der Mann es sieht und auch die Kinder. Bei manchem Mann ist man schon ganz schnell die böse Stiefmutter.
Wenn Dein Mann also kein Problem damit hat dass Du auch aktiv wirst, dann wirst Du nicht so schnell zur bösen Stiefmutter.
Wenn Du ihm dahingehend also vertrauen kannst, dann hast Du Glück und kannst Dich auch da gestärkt und sicher fühlen.
Und wenn die Kinder auch einen gesunden Menschenverstand haben, wird es für sie auch kein Problem sein.

Mit vielem was ich hier erwähnt habe, habe ich selbst gekämpft.
Ich habe lange Zeit auch gedacht dass ich kinderlos bleiben könnte, weil mir einfach der passende Partner fehlte und ich auch eine gute Alternative hatte und hätte Karriere machen können.
Ich habe dann meinen passenden Partner gefunden, der hatte jedoch ein Kind Daher bin ich hier.
Bei meinem Mann war ich auch schnell die böse Stiefmutter. Da reichte sogar schon passives Verhalten aus. Denn das arme Kind, dass es bei der eigenen Mutter so schlecht hatte, musste ja nun geschont und verwöhnt werden. Und da war die Vertrauensfrage, ob ich denn vielleicht auch solche Anwandlungen wie die Ex habe und sie wie bei ihr erst nach und nach zum Vorschein kommen.
Ich gebe Kindern viel Liebe und Freiheit und bin aber gleichzeitig auch streng. Mein Vater war autoritär in der Erziehung und viele Fehler will ich nicht wiederholen, daher ist das Austarieren für mich auch nicht einfach gewesen. Ich zweifel täglich in bestimmten Situationen und habe den Schatten meines Vaters neben mir stehen.
Bevor ich eigene Kinder hatte war es utopisch auch nur ansatzweise bestimmte Maßstäbe, wie etwa Essmanieren oder Danke und Bitte, Hallo und Tschüss zu sagen an das Kind zu bringen, ohne die böse Stiefmutter zu sein.
Jetzt habe ich eigene Kinder und er sieht tagtäglich dass ich nicht zimperlich bin wenn es zu bunt wird und dass meine Kinder aber gleichzeitig gut erzogen sind, sich benehmen können und sehr viel Liebe und Zärtlichkeit vorhanden ist.
Ich denke wenn wir wieder Kontakt zu seinem Sohn aus erster Ehe haben, wird er weniger Probleme damit haben, wenn ich auch mal eingreife.
Ein Mann der nicht vorbelastet ist bei diesen Dingen und auch über gesunden Menschenverstand verfügt dürfte jedoch auch bei einer Frau ohne Kindern bereits keine Probleme damit haben dass sie ihr Erziehungsrecht bzw. -pflicht wahrnimmt

Lieben Gruß

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13. Oktober 2010 um 11:46
In Antwort auf kleinermaulwurff


Bitteschön und Gerngeschehen

Ich habe Dein Verhalten jedoch weniger als duckmäuserisch, sondern eher als gleichzeitig respektvoll und distanziert gedeutet, was aus einer Hilflosigkeit entstand. Weil es ja immerhin nicht Deine leiblichen Kinder sind, Dir die Erfahrung mit Kindern fehlt und sie nun auch fast erwachsen sind.

Leider muss man sich irgendwann bei respektlosem Verhalten anderer eine Strategie einfallen lassen um nicht seinen Stolz und seine Würde an der Haustür abzugeben wenn man nach Hause kommt.

Ich neige auch eher dazu passiv zu sein, wenn ich das Gefühl habe etwas falsch machen zu können. Vor allem wenn der andere die größere Erfahrung hat und man ihm die Sache überlassen kann.
Um selbst aktiv zu werden muss erst eine Hemmschweller überwunden werden.

Wenn Du im Elternhaus streng autoritär erzogen worden bist, ist es für Dich schwieriger einen eigenen Weg zu finden.
Es ist schwierig zwischen unzeitgemäßer Strenge und antiautoritärer Erziehung die goldene richtige Mitte zu finden. Das gilt für die meisten Eltern. Wie sollte es da für Dich einfach sein

Eine Hemmschwelle und Unsicherheit ist ja auch deshalb vorhanden weil Du keine eigenen Kinder in die Welt gesetzt hast.
Hierzu kann ich jedoch sagen dass es gut wäre sich etwas vor Augen zu halten.
Du wirst Deine ganz persönlichen nachvollziehbaren Gründe dafür gehabt haben warum Du keine Kinder in die Welt gesetzt hast, zumal es für die Frauen heute auch immer schwieriger wird mit der Doppelbelastung, mit den Ansprüchen der Gesellschaft an uns und auch der Partnerwahl und wir nun mal auch die Freiheit dazu haben kinderlos zu bleiben.
Das ist immer noch die bessere Alternative als das was die Leute tun, die leichtfertig Kinder in die Welt setzen, sie vernachlässigen, lieblos behandeln und eigentlich kein Platz in ihrem Leben für sie haben.
Wir können hier im Forumm seitenweise von solchen Kindern lesen, die auf die Welt gesetzt wurden um einen Mann zu halten und dann zur Last wurden wenn der Mann doch weg ist oder schon ein Fall für den Kinderpsychologen sind.

Deshalb stehst Du keinem in etwas nach und hast auch jedes Recht beim Thema Kinder mitzureden. Immerhin hast Du nun eine sozusagen eine Familie geheiratet und diese Courage muss man ja auch erst aufbringen und somit kannst Du nun mitmischen

Ja, das mit der bösen Stiefmutter ist so eine Sache. Es liegt im Auge des Betrachters.
Wenn eine leibliche Mutter maßregelt, dann ist sie eine Mutter die ihre Erziehungspflicht wahrnimmt.
Wenn eine Zweitfrau maßregelt oder einfach nur sich zur Wehr setzt damit ihre Rechte nicht übertreten werden, sie ihren Stolz und ihre Würde behalten kann, dann kann sie schnell zur bösen Stiefmutter werden.
Das ist wie gesagt jedoch Ansichtssache, hier kommt es darauf an wie der Mann es sieht und auch die Kinder. Bei manchem Mann ist man schon ganz schnell die böse Stiefmutter.
Wenn Dein Mann also kein Problem damit hat dass Du auch aktiv wirst, dann wirst Du nicht so schnell zur bösen Stiefmutter.
Wenn Du ihm dahingehend also vertrauen kannst, dann hast Du Glück und kannst Dich auch da gestärkt und sicher fühlen.
Und wenn die Kinder auch einen gesunden Menschenverstand haben, wird es für sie auch kein Problem sein.

Mit vielem was ich hier erwähnt habe, habe ich selbst gekämpft.
Ich habe lange Zeit auch gedacht dass ich kinderlos bleiben könnte, weil mir einfach der passende Partner fehlte und ich auch eine gute Alternative hatte und hätte Karriere machen können.
Ich habe dann meinen passenden Partner gefunden, der hatte jedoch ein Kind Daher bin ich hier.
Bei meinem Mann war ich auch schnell die böse Stiefmutter. Da reichte sogar schon passives Verhalten aus. Denn das arme Kind, dass es bei der eigenen Mutter so schlecht hatte, musste ja nun geschont und verwöhnt werden. Und da war die Vertrauensfrage, ob ich denn vielleicht auch solche Anwandlungen wie die Ex habe und sie wie bei ihr erst nach und nach zum Vorschein kommen.
Ich gebe Kindern viel Liebe und Freiheit und bin aber gleichzeitig auch streng. Mein Vater war autoritär in der Erziehung und viele Fehler will ich nicht wiederholen, daher ist das Austarieren für mich auch nicht einfach gewesen. Ich zweifel täglich in bestimmten Situationen und habe den Schatten meines Vaters neben mir stehen.
Bevor ich eigene Kinder hatte war es utopisch auch nur ansatzweise bestimmte Maßstäbe, wie etwa Essmanieren oder Danke und Bitte, Hallo und Tschüss zu sagen an das Kind zu bringen, ohne die böse Stiefmutter zu sein.
Jetzt habe ich eigene Kinder und er sieht tagtäglich dass ich nicht zimperlich bin wenn es zu bunt wird und dass meine Kinder aber gleichzeitig gut erzogen sind, sich benehmen können und sehr viel Liebe und Zärtlichkeit vorhanden ist.
Ich denke wenn wir wieder Kontakt zu seinem Sohn aus erster Ehe haben, wird er weniger Probleme damit haben, wenn ich auch mal eingreife.
Ein Mann der nicht vorbelastet ist bei diesen Dingen und auch über gesunden Menschenverstand verfügt dürfte jedoch auch bei einer Frau ohne Kindern bereits keine Probleme damit haben dass sie ihr Erziehungsrecht bzw. -pflicht wahrnimmt

Lieben Gruß

Und wieder
sprichst du mir aus der Seele. Ich habe es eigentlich von Anfang an ganz selbstverständlich gesehen, mit meinem Partner eine Beziehung einzugehen, ob Kinder oder nicht. Viele Aussenstehende fragen mich immer, wie es denn nun so geht mit den Kindern, und ich verstehe langsam, warum das so ein interessantes Thema ist.

Mein Partner ist total super, was den Kontakt mit den beiden und mit mir betrifft. Ich fúhle mich auch 100% von ihm unterstützt und verstanden. Er ist froh, dass er nun eine Frau an der Seite hat, mit der er über seine Kinder reden kann, denn seine Ex hat sich immer nur hinter ihm versteckt, hat nie Initiative gezeigt. Bei ihr geht alles nur um Äusserlichkeiten, schicke Klamotten, bloss keine Schweissflecken..igitt wie ekelhaft etc.

Ich habe mir deine Tipps und die, die ich im Forum "Beziehung & Psychologie" bekommen habe, zu Herzen genommen. Und gestern war eine tolle Situation, um zu üben: die Tochter fragt, ob sie meinen Laptop benutzen kann am Abend. Eigentlich nimmt sie sich den immer ungefragt. Ich habe dann gesagt "ja, kannst du". und dann habe ich mich ihr nochmal zugewandt und gesagt "übrigens finde ich es klasse, dass du erst fragst.". Sie guckte mich nur so gross an. Und da hab ich noch gesagt "Ja, ich finde, wir sollten einander immer erst fragen, wenn wir die Sachen des anderen benutzen". Sie sagte nicht viel, aber sie murrte auch nix.

Das mit den Kindern in die Welt setzen oder nicht: ich habe nie diesen Mutterinstinkt entwickelt, niemals habe ich das Gefühl gehabt, dass ich einen Kinderwunsch habe. Ich habe viel im Ausland gelebt und gearbeitet, habe etliche spannende Dinge erlebt, mein Leben war / ist eine Achterbahn und ich habe ziemlich turbulente Beziehungen geführt. Mein Partner sagt immer, dass ich so eine Bereicherung für ihn und die Kinder bin. Dass auch er und die beiden Teens eine Bereicherung für mich sind, kann er manchmal gar nicht glauben. Ist aber so.

LG
Dora

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13. Oktober 2010 um 12:27
In Antwort auf doradora13

Und wieder
sprichst du mir aus der Seele. Ich habe es eigentlich von Anfang an ganz selbstverständlich gesehen, mit meinem Partner eine Beziehung einzugehen, ob Kinder oder nicht. Viele Aussenstehende fragen mich immer, wie es denn nun so geht mit den Kindern, und ich verstehe langsam, warum das so ein interessantes Thema ist.

Mein Partner ist total super, was den Kontakt mit den beiden und mit mir betrifft. Ich fúhle mich auch 100% von ihm unterstützt und verstanden. Er ist froh, dass er nun eine Frau an der Seite hat, mit der er über seine Kinder reden kann, denn seine Ex hat sich immer nur hinter ihm versteckt, hat nie Initiative gezeigt. Bei ihr geht alles nur um Äusserlichkeiten, schicke Klamotten, bloss keine Schweissflecken..igitt wie ekelhaft etc.

Ich habe mir deine Tipps und die, die ich im Forum "Beziehung & Psychologie" bekommen habe, zu Herzen genommen. Und gestern war eine tolle Situation, um zu üben: die Tochter fragt, ob sie meinen Laptop benutzen kann am Abend. Eigentlich nimmt sie sich den immer ungefragt. Ich habe dann gesagt "ja, kannst du". und dann habe ich mich ihr nochmal zugewandt und gesagt "übrigens finde ich es klasse, dass du erst fragst.". Sie guckte mich nur so gross an. Und da hab ich noch gesagt "Ja, ich finde, wir sollten einander immer erst fragen, wenn wir die Sachen des anderen benutzen". Sie sagte nicht viel, aber sie murrte auch nix.

Das mit den Kindern in die Welt setzen oder nicht: ich habe nie diesen Mutterinstinkt entwickelt, niemals habe ich das Gefühl gehabt, dass ich einen Kinderwunsch habe. Ich habe viel im Ausland gelebt und gearbeitet, habe etliche spannende Dinge erlebt, mein Leben war / ist eine Achterbahn und ich habe ziemlich turbulente Beziehungen geführt. Mein Partner sagt immer, dass ich so eine Bereicherung für ihn und die Kinder bin. Dass auch er und die beiden Teens eine Bereicherung für mich sind, kann er manchmal gar nicht glauben. Ist aber so.

LG
Dora

Liebe Dora
Lob ist natürlich die schönste Erziehungsmethode und deshalb finde ich dass Du sehr klug vorgegangen bist in der Situation.

Statt in den negativen Situationen unschön zu reden hast Du in einer guten Situation gut geredet und das kann sich auf die anderen Situationen positiv auswirken bzw. es kommt erst gar nicht zu diesen.

Finde ich toll und auch dass Du nun aktiv wirst.
Ich finde Erziehung ist ein ständiges nachdenken überlegen tarieren etc.
Wenn man nicht einfach seinen Gefühlen unkontrolliert und unschön freien Lauf lassen will und dennoch erziehen will, muss man sich ständig Strategien ausdenken.
Es ist meiner Ansicht nach schwieriger als der Job eines Politikers.

Und auch Dir wird es nicht verborgen geblieben sein dass Kinder eine Aufgabe sind, hinter der jeder Job noch als locker und leicht angesehen werden kann

Eine Freundin hatte den Plan gleich nach dem ersten Babyjahr zu arbeiten. Als sie dann Mutter wurde und erlebte wie anspruchsvoll doch das Muttersein ist, hat sie sich vom Gefühl her anders entschieden und ist doch länger zuhause geblieben und denkt über weitere Nachwuchs nach Damit hätte sie nicht gerechnet.

In das Abenteuer Patchwork stürzen sich die meisten die unerfahren darin sind, sehr unbedarft hinein. Sie haben gute Absichten und sind ambitioniert.
Nur leider nimmt einem das Kind, die Ex oder gar der eigene Mann oftmals den Wind aus den Segeln.
Meist erfährt man erst hinterher wie komplex und schwierig das ganze sich darstellen kann, ganz normale Alltags-Situationen werden zur Bewährungsprobe.
Sehr selbstbewusste unabhängige Frauen werden hilflos und ohnmächtig und wissen nicht mehr weiter. Obwohl sie es in anderen Bereichen gewohnt sind tatkräftig anzupacken und logische Lösungen konsequent durchzusezten

Es freut mich dass ich Dir aus der Seele sprechen konnte.

Lieben Gruß

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