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Meine Mutter kann mir keine Liebe geben. Es macht mich kaputt. Ausweg??

12. Mai 2011 um 15:14

Hallo zusammen,

ich habe mich entschlossen, in diesem Forum um Hilfe zu bitten. Es geht darum, dass mir meine Mutter keine Liebe zeigen kann und mir gesagt hat, dass ich mir von jemand anderem das holen soll, was ich brauche.

Nun zum Hintergrund: ich bin 22 Jahre alt und versuche seit ich 15 bin, die schlechte Kommunikation innerhalb unserer Familie zu verbessern. Ich war immer für meine Mutter da und habe versucht, ihr bei den Beziehungsproblemen mit meinem Vater zu helfen. Ich war also der VErmittler und habe mich zur Zielscheibe ihres Ärgers gemacht. Meine Schwester hat sich immer sehr zurückgehalten- sie hat sich immer an meine Mutter geklammert und versucht, sich Liebe zu holen. Mein Vater ist sehr auf seine berufliche Karriere fixiert- Familie stand und steht immer zumindest auf Platz zwei, kommt also nach der Selbstverwirklichung. Dementsprechend hat sich meine Mutter alleingelassen gefühlt.
Konflikte werden bei uns totgeschwiegen. Das belastet mich sehr. Anstatt offen über Probleme zu reden, verlässt man bei der kleinsten Kritik oder bei Problemen den Raum und schweigt sich darüber aus.
Im Moment belastet mich auch sehr mein Studium, da ich viele Klausuren in kurzer Zeit schreibe und es sehr fordernd ist.
Vor ein paar Monaten habe ich mich von meinem Freund getrennt, mit dem ich seit meinem 16. Lebensjahr zusammen war. Wir hatten eine schwere Beziehung, die von Konflikten und unzähligen Kompromissen geprägt war. Es kam auch zu körperlichen Übergriffen, wenn ich (meinerseits in das Konfliktverhalten meiner Familie verfallend) nicht über was reden wollte, sondern am nächsten Tag, um einen Streit nicht eskalieren zu lassen. Denn ich kann auch aufbrausend sein und manchmal ist es besser, zumindest eine Nacht drüber zu schlafen. Ich habe meine Freunde nie getroffen und meine Hobbys vernachlässigt. Nun bin ich Single und mit einer völlig neuen Situation konfrontiert. Ich bin ziemlich alleine. Meine Hobbys habe ich mir schon wieder aufgebaut und auch Freundschaften.
Ich sehne mich nach der Liebe meiner Mutter, wie schon so lange. Meine Bedürfnisse und Gefühle kann ich ihr gegenüber kaum anbringen, denn sie sieht sofort alles als Kritik und ist dann beleidigt. Ich sehe mich schon immer in der Rolle, erwachsen zu sein und die Dinge über mich ergehen zu lassen. Aber ich bin ein Kämpfer und habe mich noch nie unterkriegen lassen.

Gerade eben stand ich weinend vor meiner Mutter und habe ihr gesagt, dass das, was ich im Moment von ihr brauche nur ist, dass sie sich für mich interessiert und mich umarmt. Es hat sie ziemlich kalt gelassen und sie meinte, ich wäre eine Heulsuse. Ich habe die Situation so empfinden, als würde ich betteln, dass sie sich mal emotional um mich kümmert.
Und dann hat sie es zugegeben, nach 7 Jahren: sie kann mir nicht das geben, was ich brauche. Sie meinte, ich muss mir das von jemand anderem holen. Aber von wem, außer von meiner Mutter? ich habe es auch schon während meiner Beziehung als Loch empfunden.. Das Gefühl, nicht geliebt zu werden. Da steckt man einem lieber Geld zu, als die Tochter zu umarmen. Das ist nicht meine Interpretation von Liebe.

Nun ist meine Frage: was kann ich noch tun? Seit 7 Jahren wünschen meine Schwester und ich uns eine Familientherapie. So wie es aussieht, sollte ich selbst eine beginnen. Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.
Die ganze Situation stürzt mich immer wieder in Depressionen. Ich fühle mich allein.

Für eure Hilfe bin ich dankbar!

Viele Grüße

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13. Mai 2011 um 10:42

Manche Situtionen lassen sich nicht ändern,
auch wenn es der größte Wunsch ist. Wenn du dein Leben damit verbringst, von deiner Mutter zuerwarten, was sie nicht geben kann, dann ist es vertane Zeit. Dann erwartest du von einem Partner und das kann einfach nur in "Hosen" gehen. Du wirst immer enttäuscht sein , weil du Erwartungen hast , die dir keiner erfüllen kann.
Du kannst deine Eltern nicht zu einer Familientherapie zwingen. Es ist dein Leben und du solltest dich auf dem schnellsten Weg für dich um eine Therapie kümmern.
Lieben Gruß
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23. Mai 2011 um 9:55

Endlich eine leidensgenossin

ich habe mich bei deinem Bericht gefühlt als würde ich in einen spiegel sehen...
ich kann zu 200% verstehen und nachvollziehen wie du dich fühlst...
ich kämpfe seit 23 jahren um die liebe meiner Mom..auch dieser kampf ist auswegslos.. ich war schon immer ihr seelischer "Mülleimer"..wenns ihr schlecht ging, war ich da um sie zu trösten, habe ihr ab dem 8. lebensjahr den gesamten haushalt abgenommen (um sie zu entlasten und die hilfe meines vaters - auch ein work aholic- zu ersetzen)
ich hatte keine freunde, durfte nie wirklch einfach mal kind sein und habe eigentlich immer alles falsch gemacht ...

ich habe mich so sehr nach ihrer anerkennung gesehnt, dasich alles getan habe um nur einmal zu hören "ich hab dich lieb".... ich gebe dir nur einen guten tipp, höre auf darum zu kämpfen... bei mir hat dieses streben nach ihrer liebe depressionen ausgelöst, die ein normales leben fast unmöglich machen... du wirst nie die liebe bekommen die du dir wünscht.. es gibt menschen die dazu nicht in der lage sind, dazu gehören unsere mütter wohl-... versuche dir klar zu machen das DU WAS WERT BIST und es menschen gibt, die dich GENAUSO LIEBEN WIE DU BIST.. sonst gehst du kaputt daran...

viel viel glück und kraft..
die roxy

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