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Meine Mutter ist ein Messie

7. Mai um 15:12 Letzte Antwort: 7. Mai um 22:13

Hallo ihr Lieben, ich habe mich hier im Forum angemeldet, um meine aktuelle Situation zu schildern. Ich möchte mir einfach alles von der Seele schreiben und hoffe eventuell auf ein paar Ratschläge zu meiner aktuellen Lage. 

Ich bin 19 Jahre alt und wohne zusammen mit meiner Mutter (46) in einem Mietshaus. Wir wohnen etwa seit 14 Jahren hier, vor 11 Jahren haben wir uns einen Hund geholt, mit meinem Vater besteht nur noch ab und zu Kontakt durch meine Mutter, ich habe den Kontakt aus privaten Gründen vollständig abgelehnt. 

Meine Mutter wechselte früher als sie noch zur Schule ging öfters die Schulen, bis sie letztendlich die Realschule in der 9. Klasse abbrach. Sie ging in die Ausbildung zur Verkäuferin, machte danach aber recht schnell eine Umschulung zur Versicherungskauffrau. Kurz darauf wurde meine Mutter mit mir schwanger, als ich auf der Welt war verließ mein Vater meine Mutter für eine andere Frau - seitdem führten er und meine Mutter eine Affäre. Jahre später wollte er sie kurzzeitig sogar heiraten, aber verlor danach nie wieder ein Wort über Hochzeit o.ä.
2009 verlor meine Mutter ihren Job, da das Unternehmen, in welchem sie arbeitete, insolvent war. Seitdem ging es ausschließlich bergab mit unserer Situation: Ich wurde 2011 auf einem Gymnasium "eingeschult", war aber nie eine gute Schülerin gewesen. Seit dem Jobverlust meiner Mama bezogen wir ALG, meine Mutter wurde in mehrere Maßnahmen des Jobcenters geschickt, machte mehrere Praktika, wurde allerdings nie übernommen, da genug Personal da war. 
2016 verstarb meine Oma/ihre Mutter an Lungenkrebs. Ab da wurde alles schlimmer, meine Mama, die vorher gelegentlich geraucht hat, wurde zur Kettenraucherin, teilweise 2 Zigaretten alle 10 Minuten. Da sie im Haus raucht und ich vollen Zugang zu Zigaretten hatte, fing ich ebenfalls mit dem Rauchen an, was leider bis heute anhält.
2017 fiel mir auf, dass sie vermehrt Wein einkaufe, 3 Flaschen pro Einkauf (alle 2 Tage). Auf meine Nachfrage hin, meinte sie, dass sie sich ab und an ein Gläschen genehmigt und ich mir keine Sorgen machen brauche. 
ab dem Zeitpunkt etwa weist meine Mutter ein extrem messiehaftes Verhalten auf. Essensreste werden einfach hinter den Schrank geschmissen, Nach dem Kochen wird nichts geputzt, auf dem Sofa sind massive Flecken (Matsch, Blut, etc.), usw.
Ich habe mich immer damit abgefunden, habe mir gesagt, es wäre nicht so schlimm. 
2018 habe ich das Gymnasium mit dem allgemeinen Fachabitur mit einem Schnitt von 3,4 abgeschlossen und im Anschluss ein FSJ in einem Altenheim gemacht. Ab Oktober gehe ich in die Ausbildung zur Pflegefachfrau. 
Seitdem ich nun Zuhause bin, möchte ich hier Ordnung reinbringen. Mein Freund, mit welchem ich seit 2 Jahren zusammen bin, war noch nie bei mir gewesen, da sich meine Mutter extrem für unsere Situation schämt. 
Vor einer Woche habe ich mit dem Putzen angefangen und habe das Gefühl, dass mir alles über den Kopf wächst. Die Arbeit wird nicht weniger, sondern immer mehr. 

Meine Mutter hilft gar nicht mit, also sitze ich an allem alleine dran. Ich könnte nur noch weinen, wenn ich den ganzen Dreck sehe und rieche, ich ekel mich richtig, in unserem Haus zu sein. Solche Aufräumaktionen gab es meinerseits schon öfter, diese halten aber nie lange an, da meine Mutter kurz darauf immer wieder alles zumüllt. 

Ich möchte nächstes Jahr zu meinem Freund ziehen, will aber nicht, dass meine Mutter hier in dieser Müllhalde vor sich hin lebt. 

Freunde hat sie keine, die einzige Bezugsperson sind ich und ihre Schwestern, die alle nichts von der Situation wissen. 

Auf Hilfe lässt sie sich nicht ein und redet sich die Situation schön, indem sie Farbe zum streichen kauft und diese dann weit im Keller deponiert, für den "Fall dass man irgendwann mal Zeit zum streichen hat".

Falls hier jemand Ratschläge hat, wäre ich sehr, sehr dankbar. 
Ich musste mir das alles von der Seele schreiben, da ich einfach nicht mehr kann.

Danke

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7. Mai um 17:58

Ich fühle mit dir und kann dich sehr gut verstehen. Du kommst aus einem emotional instabilen Elternhaus und versuchst für dich selbst Stabilität in die Situation zu bringen.

Leider hat deine Mutter tief verwurzelte Probleme und eventuell sogar eine Suchtproblematik. Ohne, dass sie Einsicht zeigt, wirst du nur deine Zeit verschwenden, um sie am laufen zu halten und deine eigenen Ziele vernachlässigen. Beschäftige dich mal mit dem Begriff "Co-Abhängigkeit". Du ermöglichst deiner Mutter, dass sie weiterhin nicht die Verantwortung für ihr Leben übernehmen muss, indem du ihr diese Aufgaben abnimmst.

Ich kann dir nur empfehlen, das Geld von deiner Ausbildungsstelle zu nehmen und dir ein Zimmer in einer WG zu suchen. Dort kannst du dann deine Situation ordnen und bist nicht so stark durch den Zustand deiner Mutter beeinflusst. Du kannst ihr leider nicht "helfen", wenn sie sich nicht selbst helfen möchte und eine Therapie und einen Entzug beginnt.

Du hingegen kannst dich einer Selbsthilfegruppe (z.B. für Co-Abhängige), oder einer Therapie anschließen und lernen, deine Mutter und ihre Lebensweise so zu akzeptieren, wie es ist und dein Leben unabhängig von ihr zu leben.

Meine Mutter ist wohlhabend und hat mittlerweile drei Häuser voller Zeug stehen und kauft jedes Wochenende auf dem Antiquitätenmarkt / Flohmarkt noch mehr. Das geht seit Jahrzehnten schon so. Mich macht es richtig krank, wenn ich in ihr Haus komme und das ganze teure Zeug sehe für das sie ihre Zeit und ihr Geld verschwendet. Eines der Häuser steht seit 10 Jahren leer, nur damit sie dort gekaufte Möbel und Bilderrahmen lagern kann.

Als ich einmal zu Besuch kam habe ich 20 Wasserkisten voller leerer Weinflaschen weggebracht und wurde deswegen angeschrien, weil man die Flaschen noch gebrauchen könnte. Angeblich trinkt sie auch nur "ein Glas Wein, wenn Besuch da ist", oder "zum Entspannen am Abend". Als ich bei ihr im Urlaub war, hat sie aber eher eine ganze Flasche zum Abendessen getrunken. Den Wein lässt sie sich mittlerweile in Großlieferungen liefern, weil es sonst zu anstrengend wäre, ihn kaufen zu gehen.

Ich bin mit 17 Jahren von zu Hause in eine WG ausgezogen und lebe seitdem selbstständig. Trotzdem fällt es mir immer noch schwer, die Wohnung und den Konsum meiner Mutter zu akzeptieren. Im Nachhinein hätte ich früher erkennen müssen, dass ich co-abhängig war und mir selbst Hilfe suchen müssen, damit ich mein Leben nicht damit verbringe, ihr (und meinem Vater) hinterherzuräumen.

Ich wünsche dir alles gute und denke, dass du auf einem guten Weg bist mit deinem Ausbildungsplatz!

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7. Mai um 20:54
In Antwort auf happilyworking

Ich fühle mit dir und kann dich sehr gut verstehen. Du kommst aus einem emotional instabilen Elternhaus und versuchst für dich selbst Stabilität in die Situation zu bringen.

Leider hat deine Mutter tief verwurzelte Probleme und eventuell sogar eine Suchtproblematik. Ohne, dass sie Einsicht zeigt, wirst du nur deine Zeit verschwenden, um sie am laufen zu halten und deine eigenen Ziele vernachlässigen. Beschäftige dich mal mit dem Begriff "Co-Abhängigkeit". Du ermöglichst deiner Mutter, dass sie weiterhin nicht die Verantwortung für ihr Leben übernehmen muss, indem du ihr diese Aufgaben abnimmst.

Ich kann dir nur empfehlen, das Geld von deiner Ausbildungsstelle zu nehmen und dir ein Zimmer in einer WG zu suchen. Dort kannst du dann deine Situation ordnen und bist nicht so stark durch den Zustand deiner Mutter beeinflusst. Du kannst ihr leider nicht "helfen", wenn sie sich nicht selbst helfen möchte und eine Therapie und einen Entzug beginnt.

Du hingegen kannst dich einer Selbsthilfegruppe (z.B. für Co-Abhängige), oder einer Therapie anschließen und lernen, deine Mutter und ihre Lebensweise so zu akzeptieren, wie es ist und dein Leben unabhängig von ihr zu leben.

Meine Mutter ist wohlhabend und hat mittlerweile drei Häuser voller Zeug stehen und kauft jedes Wochenende auf dem Antiquitätenmarkt / Flohmarkt noch mehr. Das geht seit Jahrzehnten schon so. Mich macht es richtig krank, wenn ich in ihr Haus komme und das ganze teure Zeug sehe für das sie ihre Zeit und ihr Geld verschwendet. Eines der Häuser steht seit 10 Jahren leer, nur damit sie dort gekaufte Möbel und Bilderrahmen lagern kann.

Als ich einmal zu Besuch kam habe ich 20 Wasserkisten voller leerer Weinflaschen weggebracht und wurde deswegen angeschrien, weil man die Flaschen noch gebrauchen könnte. Angeblich trinkt sie auch nur "ein Glas Wein, wenn Besuch da ist", oder "zum Entspannen am Abend". Als ich bei ihr im Urlaub war, hat sie aber eher eine ganze Flasche zum Abendessen getrunken. Den Wein lässt sie sich mittlerweile in Großlieferungen liefern, weil es sonst zu anstrengend wäre, ihn kaufen zu gehen.

Ich bin mit 17 Jahren von zu Hause in eine WG ausgezogen und lebe seitdem selbstständig. Trotzdem fällt es mir immer noch schwer, die Wohnung und den Konsum meiner Mutter zu akzeptieren. Im Nachhinein hätte ich früher erkennen müssen, dass ich co-abhängig war und mir selbst Hilfe suchen müssen, damit ich mein Leben nicht damit verbringe, ihr (und meinem Vater) hinterherzuräumen.

Ich wünsche dir alles gute und denke, dass du auf einem guten Weg bist mit deinem Ausbildungsplatz!

Vielen Dank für die liebe Antwort. 

​Ich werde vorraussichtlich Mitte nächsten Jahres von Zuhause ausziehen, zu meinem Freund. 

Ich habe schon versucht, die ganze Situation zu ignorieren und meine Mutter "sich selbst" zu überlassen. Leider ging das soweit, dass meine Mutter tagelang kaum etwas gegessen hatte, da sie zu "faul" war, etwas zu kochen. 

Ich habe wirklich angst, dass meine Mutter wortwörtlich vor sich hin stirbt, aufgrund von Dreck, Alkohol, Zigaretten und nichts essen. 

Mein Leben führe ich aktuell ziemlich gespalten, ich wohne die eine Hälfte der Woche bei meinem Freund, die andere Zuhause. Daher schmeiße ich teilweise zwei Haushalte. 

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7. Mai um 21:13
In Antwort auf moho44

Vielen Dank für die liebe Antwort. 

​Ich werde vorraussichtlich Mitte nächsten Jahres von Zuhause ausziehen, zu meinem Freund. 

Ich habe schon versucht, die ganze Situation zu ignorieren und meine Mutter "sich selbst" zu überlassen. Leider ging das soweit, dass meine Mutter tagelang kaum etwas gegessen hatte, da sie zu "faul" war, etwas zu kochen. 

Ich habe wirklich angst, dass meine Mutter wortwörtlich vor sich hin stirbt, aufgrund von Dreck, Alkohol, Zigaretten und nichts essen. 

Mein Leben führe ich aktuell ziemlich gespalten, ich wohne die eine Hälfte der Woche bei meinem Freund, die andere Zuhause. Daher schmeiße ich teilweise zwei Haushalte. 

Was hält dich davon ab, schon jetzt auszuziehen?

Ich kenne das Gefühl und auch diese Angst, oder auch die Hoffnung, dass man doch noch irgendwie helfen kann. Mein Vater ist schwerer Alkoholiker und ich habe wirklich alles versucht, sogar, ihn unter rechtliche Betreuung stellen zu lassen. Leider kannst du wirklich nichts tun und deine Mutter hat auch das "Recht zu verwarlosen". Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie sich selbst zugrunde richten wird und an Vitaminmangel, Organversagen, oder ähnlichem stirbt. Das kann so über Jahre gehen und eventuell wird sie auch über Jahre ein Pflegefall. Deswegen musst du dir jetzt Hilfe und Helfer suchen, um diese schwere Zeit über die nächsten Jahre selbst meistern zu können. Du kannst das alles nicht alleine aushalten. 

Hast du zufällig denselben Hausarzt wie deine Mutter? Du kannst mit ihrem Hausarzt über diese Situation sprechen und vielleicht kann er Hilfestellung anbieten und mit deiner Mutter über ihren Konsum reden und über Möglichkeiten für Entzug und Reha aufklären, oder eine Tagesklinik / Pflegekraft für deine Mutter beantragen.

Eine zweite Stelle könnte die Caritas / Johanniter / sozialpsychiatrische Dienst sein. Diese können eventuell auch regelmäßig nach deiner Mutter schauen und beratend tätig werden. Das blaue Kreuz berät auch zu Suchtthemen und hat auch ein Hilfstelefon. Vielleicht kannst du da auch mal anrufen. 

Es tut mir leid, dass ich dir nicht viel Hoffnung machen kann. Nur 5% der Menschen mit einer Suchtproblematik schaffen den Entzug und von denen mit zusätzlichen anderen Problemen noch weniger. Kümmere dich so schnell wie möglich um dich selbst und sichere dich selbst finanziell ab. Eventuell wirst du sonst noch Schulden, oder Pflegekosten für deine Mutter tragen müssen. Das beste, was du tun kannst, ist selbst so stabil zu werden, dass du keine Angst davor haben musst, was aus deiner Mutter wird. 

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7. Mai um 21:55
In Antwort auf happilyworking

Was hält dich davon ab, schon jetzt auszuziehen?

Ich kenne das Gefühl und auch diese Angst, oder auch die Hoffnung, dass man doch noch irgendwie helfen kann. Mein Vater ist schwerer Alkoholiker und ich habe wirklich alles versucht, sogar, ihn unter rechtliche Betreuung stellen zu lassen. Leider kannst du wirklich nichts tun und deine Mutter hat auch das "Recht zu verwarlosen". Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie sich selbst zugrunde richten wird und an Vitaminmangel, Organversagen, oder ähnlichem stirbt. Das kann so über Jahre gehen und eventuell wird sie auch über Jahre ein Pflegefall. Deswegen musst du dir jetzt Hilfe und Helfer suchen, um diese schwere Zeit über die nächsten Jahre selbst meistern zu können. Du kannst das alles nicht alleine aushalten. 

Hast du zufällig denselben Hausarzt wie deine Mutter? Du kannst mit ihrem Hausarzt über diese Situation sprechen und vielleicht kann er Hilfestellung anbieten und mit deiner Mutter über ihren Konsum reden und über Möglichkeiten für Entzug und Reha aufklären, oder eine Tagesklinik / Pflegekraft für deine Mutter beantragen.

Eine zweite Stelle könnte die Caritas / Johanniter / sozialpsychiatrische Dienst sein. Diese können eventuell auch regelmäßig nach deiner Mutter schauen und beratend tätig werden. Das blaue Kreuz berät auch zu Suchtthemen und hat auch ein Hilfstelefon. Vielleicht kannst du da auch mal anrufen. 

Es tut mir leid, dass ich dir nicht viel Hoffnung machen kann. Nur 5% der Menschen mit einer Suchtproblematik schaffen den Entzug und von denen mit zusätzlichen anderen Problemen noch weniger. Kümmere dich so schnell wie möglich um dich selbst und sichere dich selbst finanziell ab. Eventuell wirst du sonst noch Schulden, oder Pflegekosten für deine Mutter tragen müssen. Das beste, was du tun kannst, ist selbst so stabil zu werden, dass du keine Angst davor haben musst, was aus deiner Mutter wird. 

Momentan hält mich das finanzielle ab, auszuziehen. Ich hab während meinem Fsj nur 350€/Monat verdient und habe mir aufgrund der Entfernung zu meinem damaligen sowie zukünftigen Arbeitsort ein Auto kaufen müssen, wofür ich die Versicherung jeden Monat übernehme. Da ich erst ab Juli als ungelernte Hilfskraft etwas verdiene und erst einmal etwas zur Seite legen möchte, verzögert sich mein Auszug noch etwas. 

Danke für die Antwort, aber ich möchte meine Mutter definitiv nicht so lange verwahrlosten lassen, bis sie zum Pflegefall wird. Ich werde sie auch weiterhin besuchen sobald ich ausgezogen bin, da sie nur 10 Minuten weit weg wohnt - daher kann ich ihre Sucht/Essverhalten denke ich gut kontrollieren, nur beim Haushalt möchte ich ihr nicht mehr helfen sobald ich ausgezogen bin.

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7. Mai um 22:13
In Antwort auf moho44

Momentan hält mich das finanzielle ab, auszuziehen. Ich hab während meinem Fsj nur 350€/Monat verdient und habe mir aufgrund der Entfernung zu meinem damaligen sowie zukünftigen Arbeitsort ein Auto kaufen müssen, wofür ich die Versicherung jeden Monat übernehme. Da ich erst ab Juli als ungelernte Hilfskraft etwas verdiene und erst einmal etwas zur Seite legen möchte, verzögert sich mein Auszug noch etwas. 

Danke für die Antwort, aber ich möchte meine Mutter definitiv nicht so lange verwahrlosten lassen, bis sie zum Pflegefall wird. Ich werde sie auch weiterhin besuchen sobald ich ausgezogen bin, da sie nur 10 Minuten weit weg wohnt - daher kann ich ihre Sucht/Essverhalten denke ich gut kontrollieren, nur beim Haushalt möchte ich ihr nicht mehr helfen sobald ich ausgezogen bin.

Es ist völlig unrealistisch, dass du sie "kontrollieren" kannst und das ist auch nicht gesund. Wie gesagt, ich habe das auch lange probiert und mich daran aufgerieben. Sie wird (leider) so oder so zum Pflegefall, wenn sie sich nicht selbst ändern will und in Therapie begibt.

Deine beste Chance ist es, mithilfe vom Hausarzt oder einer Suchtberatung mit ihr das Gespräch zu suchen und zu hoffen, dass sie Hilfe von außen annimmt. Biete ihr ruhig Hilfe an, aber mach nur das, worum sie auch bittet und was dir auch passt. Dräng dich nicht auf und lass dich nicht instrumentalisieren. Es ist und bleibt immer eine Gradwanderung und sie wird dich noch oft enttäuschen...

Ich würde versuchen, ein Zimmer neben dem Arbeitsplatz zu nehmen und auf das Auto zu verzichten und so zu sparen. Du wirst dir ein Auto vom Ausbildungsgehalt kaum leisten können (Unterhalt, Versicherung, Reperatur) und wenn du kein Auto hast ist die Versuchung vielleicht auch nicht so groß ständig deine Mutter kontrollieren zu fahren. (Ich habe mein Auto auch lange nur gehabt, um meinen Vater einsammeln zu gehen, wenn er "Hilfe" brauchte. Ohne das Auto hätte ich mir viel Aufwand und Kosten gespart.)

In deinem Alter wollte ich es auch noch nicht akzeptieren, dass man seine Eltern nicht zu ihrem Glück zwingen kann. Bei mir hat es noch 8 Jahre bis zu der Erkenntnis gebraucht. Versuche einfach auf deine eigene Gesundheit zu achten. Es wäre schade, wenn du dich selbst aufopferst.

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