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Meine Mutter

29. April 2006 um 15:55

Brauch mal dringend eure Meinung!

Ich bin 33, habe zwei Kinder, einen Mann, der nie da ist und arbeite Vollzeit als Lehrerin.
Ich habe bei jedem Kind ( 10, 2), sofort nach 2 Monaten wieder angefangen zu arbeiten.
Beim ersten Kind war ich alleinerziehend und musste mich selbst über Wasser halten.
Beim zweiten Kind, wollte ich meine Arbeit- die ich über alles in der Welt liebe- nicht aufgeben und deswegen ging ich sofort wieder arbeiten.

Mein Tagesablauf(so in etwa):

Ich stehe um 5 Uhr auf, wasche dann meistens eine Waschmaschinenladung, bügle,
putze, richte die Kleidung meiner Kinder her...

Dann wecke ich meine Tochter, wir frühstücken gemeinsam und verlassen zusammen das Haus.

Mann und Sohn stehen später auf, essen gemütlich und mein Mann fährt dann den Kleinen zur Tagesmutter, anschließend ins Büro.

Wenn ich nach Hause komme, koche ich, wir essen gemeinsam und die nächsten Stunden widme ich mich nur meinen Kindern. Ich genieße diese Zeit, stelle dafür sogar das Telefon ab, damit wir ungestört sein können.

Diese Zeit ist mir sehr wertvoll und Streß oder Ärger im Job rücken in weite Ferne.

Dann haben wir natürlich auch Termine: Musikstunde, Turnen, Kinderarzt, Zahnarzt etc... Aber auch das lässt sich einrichten...

Wenn die Beiden dann um 20.00 im Bett sind, setze ich mich vor den Schreibtisch, korrigiere, erstelle Arbeitsblätter...

Meist bin ich dann um 22.00 so müde, dass ich nur noch ins Bett falle.

Am Samstag entspannt sich die Situation, mein Mann lässt mich ausschlafen , übernimmt die Kinder.
Sonntags ist Familientag und wir unternehmen gemeinsam mit der Familie was, treffen Freunde.

Da ich gut organisert bin, verläuft der Tagesablauf in der Regel ganz entspannt. Wir fühlen uns wohl und sind zufrieden.

So, nun meint meine Mutter - die nie außer Haus gearbeitet hat, nicht gerade eine gute Hausfrau und vom Leben sehr frustriert ist-:
"Kind, du arbeitest zu viel.
Du schiebst deine Kinder nur ab!
Richtige Mütter bleiben zu Hause bei ihren Kindern. Die kriegen nämlich sonst Psychosen und Verhaltensauffälligkeiten!"



Das tut mir so weh!!!!!!!!!!!!!!

Weil meine Mutter mit uns Kindern immer überfordert war. Sie ging mit uns nie zum Schwimmen, Radfahren, Kino. Sie war immer an das Haus gefesselt, ging selten außer Haus und hatte/hat wenig Kontakt zu anderen.
Von ihr kommen auch so Sprüche wie, Kinder sind scheiße, nie wieder Kinder, wenn ich das vorher gewusst hätte. Sie war nie auf Elternabenden oder Schulveranstaltungen dabei. Es hat sie nie wirklich interessiert. Wir hatten meistens nur Fertiggerichte zu Mittag bekommen und mussten in der Früh alleine aufstehen, weil sie abends ganz gerne ein paar Bierchen trank und nicht aus dem Bett kam. Ich habe mich früher so für meine Mutter geschämt, wollte immer anders sein als sie.

Ich bin stolz auf mich- eigentlich auf alle erwerbstätigen Frauen mit Kindern, ich unternehme gerne etwas mit meinen Kindern, ich empfinde sie als absolute Bereicherung in meinem Leben. Ich habe ein mehr als erfülltes Leben. Einen wunderbaren Mann und eine Arbeit, die mir Spaß macht, bin eine aktive, liebende Mutter und möchte unbedingt dieses Jahr noch einmal schwanger werden.


Aber mir tun die Sprüche meiner Mutter weh. Will sie damit ihre Unfähigkeit übertünchen? Will sie mir eine "reinwürgen", weil sie selbst vom Leben frustriert ist?
Ist sie einfach nur neidisch?
W A R U M ????????????????????
Sie hätte auch arbeiten können um sich ein Stück Freiheit zu sichern. Das hätte ihr besser getan, als mit Bier vor dem Fernseher zu sitzen. Ich hätte es ihr so sehr gewünscht.


Sorry, es ist ziemlich lang geworden.
Hoffentlich versteht ihr mich und meine Situation. Ich musste mir das jetzt einfach mal von der Seele schreiben.











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29. April 2006 um 22:46

Glanzleistung!
Hallo kerrie72,

Ich habe deine Zeilen gelesen, und ohne dir schmeicheln zu wollen, hätte ich mir gewünscht bei so einer Mutter aufzuwachsen, naja nun bin ich gross und führe mein eigenes Leben.
Meine Kindheit ist nicht gerade rosig verlaufen, und ich habe bis heute keinen richtigen Zugang zu meiner Mutter.
Ich bin sehr stolz auf mich, und auf das was ich bisher erreicht habe.
Du hast das schon richtig erkannt, was deine Mutter mit den Sprüchen mit denen sie dich verletzt bezwecken will, aber warum das so ist, kann ich dir auch nicht erklären. Ich habe mir diese Frage auch sehr oft gestellt habe. Das Feedback das ich durch meine Familie, Freunde und Umfeld erhalte, bestätigt mir das ich auf dem richtigen Weg bin.
Zu dir kann ich nur sagen, dass ich es ganz toll finde wie du dein Leben mit allem DRUM und DRAN meisterst. Mach weiter so und behalte diesen Kurs bei.


Liebe Grüsse Nyashia

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1. Mai 2006 um 13:09

..Mütter..
Hallo Kerrie,

lange hab ich über deinen Beitrag nachgedacht und überlegt und gegrübelt. Ich arbeite viel mit Müttern und ihren Kindern zusammen und hab in dem Zusammenhang gelernt viele Dinge anders zu sehen, als sie manchmal offensichtlich zu sein scheinen. (ebenso aus meiner eigenen Mutter-Tochter-Beziehung, die meiner Meinung nach schwierig ist).

Erst mal glaube ich, dass sich deine Mutter einfach erst mal in einer Zeit groß geworden ist, in der es normal war zu Hause zu bleiben und sich um die Kinder zu kümmern. Berufstätige Mütter sind auch heute noch sehr viel verschrieen, das erlebe ich tag-täglich.
Meist handelt es sich allerdings um Leute, die es nicht anders kennen bzw. nicht anders können, auf Grund von Arbeitslosigkeit beispielsweise. Da spielt auch Neid eine große Rolle, besonders, wenn es, wie in deinem Falls organisatorisch, wie moralisch etc. super läuft!!! (Das bewundere ich!)

Vielleicht ist das auch ein GRund deiner Mutter, das sie in dir ihr verlorenes Leben, wenn ich es so betiteln darf, sieht. Ich glaube aber nicht, dass sie dich absichtlich verletzten mag, sie sagt die Dinge zwar so, aber nicht mit dem Gedanken, dass sie dich verletzten. Hast du sie eigentlich mal darauf angesprochen?

Sie sieht auch, dass du sie nicht mehr brauchst, und ich glaube, dass verletzt die eigenen Mütter am meisten, oder? Du hast nicht davon geschrieben, dass sie Platz in deinem organisierten Leben einnimmt, vielleicht spielt das auch eine Rolle? Ein Trotzverhalten darauf deine Selbsständigkeit.
Hast du ihr mal gesagt, dass sie deine Erziehung gut hinbekommen hat wer weiß, was sie darauf sagen wird

LG NAdine



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1. Mai 2006 um 18:11
In Antwort auf therealdramaqueen

..Mütter..
Hallo Kerrie,

lange hab ich über deinen Beitrag nachgedacht und überlegt und gegrübelt. Ich arbeite viel mit Müttern und ihren Kindern zusammen und hab in dem Zusammenhang gelernt viele Dinge anders zu sehen, als sie manchmal offensichtlich zu sein scheinen. (ebenso aus meiner eigenen Mutter-Tochter-Beziehung, die meiner Meinung nach schwierig ist).

Erst mal glaube ich, dass sich deine Mutter einfach erst mal in einer Zeit groß geworden ist, in der es normal war zu Hause zu bleiben und sich um die Kinder zu kümmern. Berufstätige Mütter sind auch heute noch sehr viel verschrieen, das erlebe ich tag-täglich.
Meist handelt es sich allerdings um Leute, die es nicht anders kennen bzw. nicht anders können, auf Grund von Arbeitslosigkeit beispielsweise. Da spielt auch Neid eine große Rolle, besonders, wenn es, wie in deinem Falls organisatorisch, wie moralisch etc. super läuft!!! (Das bewundere ich!)

Vielleicht ist das auch ein GRund deiner Mutter, das sie in dir ihr verlorenes Leben, wenn ich es so betiteln darf, sieht. Ich glaube aber nicht, dass sie dich absichtlich verletzten mag, sie sagt die Dinge zwar so, aber nicht mit dem Gedanken, dass sie dich verletzten. Hast du sie eigentlich mal darauf angesprochen?

Sie sieht auch, dass du sie nicht mehr brauchst, und ich glaube, dass verletzt die eigenen Mütter am meisten, oder? Du hast nicht davon geschrieben, dass sie Platz in deinem organisierten Leben einnimmt, vielleicht spielt das auch eine Rolle? Ein Trotzverhalten darauf deine Selbsständigkeit.
Hast du ihr mal gesagt, dass sie deine Erziehung gut hinbekommen hat wer weiß, was sie darauf sagen wird

LG NAdine



MMHH!
Hallo Nadine!

Vielen Dank für deine lange Antwort!
Ich denke, dass Mutter-Tochter Beziehungen oft nicht leicht sind. Das Verhältnis zu meiner Mutter ist etwas ambivalent: Auf der einen Seite lasse ich kein gutes Haar an meiner Mutter, auf der anderen Seite verletzt sie mich, wie kein anderer Mensch. Weder Partner, noch Freunde können mich so trffen, wie es meine Mutter kann.
Ich habe sie nie direkt darauf angesprochen, warum sie das tut.
Ich weiß aber, dass sie in letzter Zeit sehr mit sich beschäftigt ist. Sie ist traurig darüber,wie ihr Leben gelaufen ist. Sie hat 4 Kinder großgezogen und mein Vater hat "Karriere" gemacht. Sie war seit meiner Geburt (ich bin die Älteste, 7 Jahre später kam noch ein Bruder usw.)immer von meinem Vater abhängig. Dann hat sie sehr früh ihre Eltern verloren. Mit 26 hatte sie weder Vater noch Mutter. Mein Vater war ihr Rückhalt, ihr Ernährer, ihr Geldgeber etc....

Sie hat mir immer gepredigt: Kind mach dich nicht abhängig, sei selbstständig.

O.K. Du frägst mich, welchen Platz sie einnimmt. Sie hat mir angeboten, wenn ich arbeiten gehe, meinen Kleinen zu nehmen. Und ich habe abgelehnt. Ich habe eine Tagesmutter, die ich bezahle. Meine
Mutter hat das wohl als persönlichen Affront aufgefasst, dass sie nicht mehr gebraucht wird. Aber es ist wirklich besser so. Bei meiner Mutter ist es mehr als chaotisch und sie trinkt (mal mehr mal weniger.)

Aber sie ist wirklich glücklich, wenn wir ( Meine Kinder und ich) ab und zu, Mittags zum Essen kommen.
Sie meckert zwar, wie stressig das ist, bemuttert uns aber und insgeheim tut ihr das gut, weil sie sich gebraucht fühlt.


Wahrscheinlich lebe ich ein bisschen das Leben, dass sie leben wollte und ich glaube, dass sie ein bisschen neidisch auf mich ist, wie "glatt" alles bei mir läuft.
Vielleicht kann sie dann nicht aus ihrer Haut heraus und muss einfach stänkern. Ich bemühe mich um mehr Gelassenheit gegenüber meiner Mutter.


Ob sie meine Erzeihung gut hinbekommen hat , weiß ich nicht. Wenn ich unsicher bei etwas war, oder etwas nicht konnte, sagte sie immer: Du machst das schon!Du wirst es schon richtig machen!
Ich war immer alleine auf mich gestellt, weil sie mir nie geholfen hat. Sie hat sich auch nie mit mir auseinandergesetzt.

Aber jetzt muss ich ein wenig schmunzeln, es hat wirklich nicht geschadet. Sie hatte wohl ein riesiges Vertrauen in mich, dass es einfach schon gut gehen wird... Mein Gott bin ich froh, dass ich nicht auf die schiefe Bahn geraten bin .


Liebe Nadine, ich muss los!
Aber vielen Dank für deine Antwort!

Kerrie


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